Apr 152011
 

Schon der Titel zeigt: das ist kein standardisiertes Mainstream-Thema. Klären wir also zunächst die Begriffe: Ein Forst ist ein bearbeiteter bzw. bewirtschafteter Wald. Holz ist das Gewebe von Bäumen (und Sträuchern) und einer der ältesten und wichtigsten Roh- und Werkstoffe der Menschheit. Aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften erfährt Holz vielfache Verwendung, unter anderem als Baustoff, Ausstattungsmaterial und insbesondere als Brennstoff.

Aber warum „Investment“?

Über Eigentum an Land und Forst konnten Vermögende über Jahrhunderte Wohlstand erhalten – relativ unabhängig von Krisen des Staates, der Wirtschaft und des Geldes. In diesem Punkt stehen Land und Forst den Edelmetallen in nichts nach. Dem Nachteil der Immobilität steht jedoch ein wichtiger Vorteil gegenüber: sie bringen „Cash Flow“, also Ernten. Edelmetalle hingegen erbringen keine „Früchte“ – ihr Wert ist somit rein relativ zu sehen. Gold und Silber sind sehr geeignete Instrumente, um Kaufkraft zu erhalten. Aber es sind keine „echten“ Investitionen, da sie nichts erschaffen, keine Ernten bringen, einfach nur das bleiben was sie sind. Hier ein kurzer anschaulicher youtube-Beitrag dazu:

Ich habe Ihnen Edelmetalle in diesem Gold-Research-Report bereits vor fast 10 Jahren (!), also ganz zu Beginn des Bullenmarktes nahe gelegt. An den Aussagen hat sich grundsätzlich nichts verändert.

Konzentrieren wir uns daher an dieser Stelle auf Wald-, Forst- bzw. Holzinvestments. Für das Anleger-Magazin „Smart Investor“ habe ich in diesem Beitrag zu Holz-Investments komprimiert die wesentlichen Hintergründe zusammengetragen.

Hier die wichtigsten Aspekte, die für eine Investition in (Edel)Holz sprechen:

+ Sachwert: Inflationsschutz
+ unabhängig vom Finanzsystem
+ keine Korrelation zu anderen Kapitalanlagen
+ knapper, begehrter Rohstoff
+ Wertschöpfung durch natürliches Baum-Wachstum
+ hohe Rendite
+ einmalige Umweltdienlichkeit

Wichtig ist die Erkenntnis, dass während Anlagen in Edelmetalle inzwischen durchaus “mainstream” geworden sind, Wald bzw. Holz noch nicht von der breiten Masse als Anlage und Inflationsschutz entdeckt wurden. Es ist auch nicht zu erwarten, dass dies passieren wird, denn viele suchen eher das “schnelle Geld” und dürften sich von den verhältnismäßig langen Laufzeiten und dem eher “exotischen Charakter” abschrecken lassen. Und genau deshalb ist der Investment Case auch so überzeugend!

  5 Responses to “Waldinvestment, Forstinvestment, Holzinvestment”

  1. ein zitat aus einem Blog zum Thema:
    Lignum Holding AG unseriös ?!?
    Ein “Finanzberater” wollte mir diese Woche Bäumchen der “LIGNUM Holding AG” oder kurz Lignum AG aus Berlin verkaufen.

    Fast 3.800 Euro sollen Bäumchen kosten, die auf 0,1 Hektar stehen.
    Dies erschien mir bereits zu hoch.

    Auf der Frage nach seiner Vertriebsprovision druckste der Finanzproduktverkäufer reichlich herum. Im Prospekt der Lignum AG fand ich auf Seite 17 schließlich die richtige Zahlen:
    8 Prozent Abschlussprovision und zusätzlich bis 0,5 Prozent jährliche Bestandsprovision.
    Macht bei 22 Jahren Laufzeit also maximal 11 Prozent Bestandsprovision plus die 8 Prozent, insgesamt maximal also unglaubliche 19 Prozent Provision. Der hohe Preis ist daher verständlich.

    Werben tut die Lignum AG übrigens sogar noch mit “bis zu 11 % Rendite”.
    Und das bei fast 20 Prozent Vertriebsprovision.
    Leistungsbilanzen oder Ausschüttungen kann die Lignum AG zudem ebenfalls nicht vorweisen, was die “bis 11% Rendite”Prognose noch unrealistischer macht.
    AxelW ist offline Mit Zitat antworten

  2. Hallo Jo,

    wenn ich das recht verstehe, kaufst ja nicht die Bäume, sondern eine vertraglich definierte, also feststehende Menge Edelholz mit einer sog. erstrangigen Absicherung.

    Natürlich kostet dieses Investment Geld. Das gilt allerdings meines Erachtens für ALLE Investments. Ich meine, selbst bei einem Festgeld verdient die Bank ja eine Marge (lass es mal, je nach dem, 0,5% p.a. locker sein).

    Speziell der Vergleich mit anderen Produkten der Finanzwelt verdeutlich deinen kleinen rechnerischen Lapsus: Bei einer 22-jährigen Anleihe mit einem Zinskupon von z.B. 5 % jährlich spricht man ja auch nicht von einer Rendite von 110 % :-)

    Oder bei einem Aktienfonds – wie beispielsweise den Templeton Growth Fund der bereits seit 1954 besteht und damals einen Ausgabeaufschlag von 7.5% hatte, sowie eine jährliche Managementgebühr von ca. 1,2% hat, spricht man doch auch nicht davon das die Erstanleger mit einer Kostenstruktur von 75,9% (7,5% plus 1,2% x 57 Jahre) belastet war. Und, das nur nebenbei, 1,2% sind eine sehr defensive Schätzung. Die so genannte Total Expense Ration (TER), die Aufschluss über Kosten von Fonds geben soll, deckt NICHT alle Kosten ab. Nachlesbar sogar beim BVI “höchstpersönlich”. Im Bereich Aktienfonds kannst du schon mit 2% pro Jahr rechnen, hat Goldman Sachs unlängst erst bestätigt!

    Betriebswirtschaftlich betrachtet sollten die Zahlungen der Jahre 1 bis 22 ergo normal abgezinst werden.

    Übrigens habe ich in der Mittelverwendungsdokumentation von Lignum gesehen, dass die Zahlung der Bestandsprovision aus den Erträgen die mit den Rücklagen entstehen, finanziert wird.

    Ich meine, ich sehe deine Kritik. Ich bin selbst überzeugter Vielfach-Sachwert-Investor und daher auch mit verschiedenen Kostenstrukturen vertraut. Ich würde die in dem konkreten Fall mal als “normal” bezeichnen.

    Zu der Rendite-Erwartung: mein Job ist es, Prämissen zu hinterfragen. Daher meine Frage: welche Prämissen zu Renditen liegen deinen anderen Investments zugrunde?

    Beispiel: Aktienfonds werden immer empfohlen, weil sie 6-8% p.a. machen. Das mal längerfristig stimmen, den Investor, der 2000 im Dax, 1980 im Nikkei oder währen der 70er in den USA investiert hat, interessiert das aber nicht – er hat nämlich nix verdient.

    Beispiel: Rentenfonds: schreibst du hier die Renditen der letzten Jahre fort? Wir befinden uns sehr wahrscheinlich an einer historischen Zinswende, ergo wird man da auch in Zukunft nicht mehr so wirklich Geld verdienen.

    So kann und sollte man jede Anlageklasse hinterfragen oder sich zumindest der Prämissen bewusst sein. Auf die eierlegende Wollmilchsau (beste Sicherheit, hohe Rendite, hohe Liquidität) wird man aber vergebens warten.

    Viele Grüße vom PM

  3. Es gibt viele Anbieter, die nicht sonderlich seriös sind. Auf http://www.waldinvestment.de und http://www.tagesgeld-lotse.de gibt es eine Liste mit Banken, die solche Investments anieten. Dennoch würde ich persönlich darauf verzichten.

  4. Lesenswerter Beitrag zu “Wald-, Forst- & Holzinvestments” im “Geldanlage-Report”, der einige fragwürdige Anbieter beleuchtet:

    http://www.geldanlage-report.de/archiv/GAR-Update-230213.html#GR1

  5. Die Wirtschaftswoche berichtete einmal umfassender und objekiv über die Themen Waldinvestment / Holzinvestment:
    http://www.wiwo.de/finanzen/waldinvestments-ordentliche-rendite-mit-tropenholz/5702828.html

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