Mrz 242014
 

Der Euroraum erwirtschaftete im Januar einen Überschuss von 0,9 Mrd. Euro. Demnach ist der Euro fundamental relativ gut untermauert und inzwischen wächst die Zahl der Optimisten, die einen deutlichen Anstieg des Euro gegen den US-Dollar erwarten. Doch während die “Euro-Krise” während des Zenits der Austrittsspekulationen hinsichtlich “PIIGS” aus meiner Sicht übertrieben inszeniert wurde, ergeben sich nun Kräfte, die dem Euro tatsächlich den Boden entziehen können: eine die europäischen Nationalstaaten übergreifende Allianz der Rechten, die stetig wachsende Anzahl an Konfliktherden in und um Europa sowie eine wirtschaftliche Abschwächung bei vielen Handelspartnern.

Die Rechtsextremen sind auf dem Weg, sich als dritte politische Kraft Frankreichs zu etablieren – einem Kernland des Euroraums. Auch in anderen Ländern sind die Rechten auf der Vormarsch, teilweise sogar deutlich (z.B. in Ungarn) und insbesondere bei der jüngeren Generation. Und die Rechten Bewegungen arbeiten immer öfter supranational zusammen (was schon fast eine Ironie an sich ist). Es ist daher nicht abwegig anzunehmen, dass sie bei der Wahl zum Europaparlament am 22. bis 25. Mai deutliche Zugewinne verzeichnen werden. Das könnte eine Krise der EU aus dem Inneren heraus hervorbringen.

Zudem nehmen die Konfliktfelder in bzw. um Europa stetig zu. Separationsbewegungen in Spanien, Italien, Belgien und Großbritannien rütteln an der politischen Ordnung. Die gesamte Mittelmeerregion hat sich zu einem Pulverfass entwickelt. Zahlreiche Konflikte – religiös oder ethnisch getragen – scheinen eine Tendenz zu Aktion im Sinne physischer Gewalt zu entwickeln.

Auch die Unruhen in Nordafrika, im Nahen Osten sowie nun in der Krim wirken wie eine gewaltige Sturmfront. Die Energieversorgung Europas scheint durchaus gefährdet für temporäre Schocks. Und dies trifft zusammen mit Wirtschafts- und Währungskrisen in wichtigen Abnehmerländern wie China, Brasilien, Indien, Japan und die Türkei, was insbesondere die Exportländer wie Deutschland treffen wird.

In der Summe ist das ein Cocktail, der aus meiner Sicht dazu geeignet ist, einen scharfen Abwärtstrend im Euro zu initiieren. Das Kapital, das in den letzten zwei Jahren in den Euroraum floss, könnte schneller wieder abgezogen werden als viele ahnen. Sollte die Fed dann zudem noch ihre Ankündigung wahr machen und das Tapering beibehalten, dürften sich die USA als DER Zielhafen für großes Kapital herausstellen.

Aus meiner Sicht ist EUR/USD ein strategischer Short. Eine Zielzone könnte zunächst bei 1,25 USD liegen – ein Abwärtspotenzial von 10%.

Jun 132013
 

Damit es nicht untergeht, nochmals der explizite Hinweis, dass ich die hier beschriebenen Shorts auf DAX und EUR/JPY mit ansehnlichen Gewinnen veräußert habe. Ich denke, kurzfristig besteht eine gewisse Chance auf Stabilisierung/Gegenbewegung. Zudem steigen für die Shorties die Risiken, dass die Fed bei ihrer Sitzung kommende Woche zurückrudert hinsichtlich der Reduzierung des Quantitative Easing. Ich sehe sogar die Möglichkeit, dass die US-Indizes nochmals auf neue Hochs gepusht werden, wenn die US-Notenbank ein Festhalten an QE signalisiert.

Indes glaube ich, dass der Grund der Kursrückgänge NICHT primär die Angst vor einem Ende der expansiven Notenbankpolitik ist, sondern eine Antizipation einer nahenden globalen Rezession. Auch das habe ich hier schon frühzeitig angedeutet und nun hat auch die Weltbank ihre Prognose gekürzt.

In jedem Fall zeigen die jüngsten Tage, wie fragil die “Hausse” ist und wie schnell der Wind drehen kann. Ich nehme an, die nächste “Überraschung” wird ein neuerliches Abtauchen des Euro gegen den US-Dollar (aktuell 1,33) in den nächsten Wochen sein, denn der Euro profitierte am stärksten durch Carry Trades. Durch die global nun anziehenden Zinsen und schwächer werdende Weltwirtschaft werden die Schuldenstaaten in Euroland wieder mehr unter Druck geraten. Kommt es zudem zu der von mir erwarteten Rezession in Deutschland, werden die Märkte berechtigerweise fragen, wer die “schwachen Euro-Länder” noch stützen soll. Der Euro wird entsprechend nachgeben.

Insofern könnte man in Erwägung ziehen, jetzt US-Anleihen zu kaufen. Ich sehe mich nach einem adäquaten Investment um und werde ggf. informieren, was ich gekauft habe.

Jun 032013
 

“Ein ehemaliger deutscher Bundesverfassungsrichter und Europarechtler kommen in einem Gutachten zu dem Schluss, dass Deutschland bei einer Verletzung des Verbots der Staatsfinanzierung durch die EZB zum Austritt aus der Euro-Zone verpflichtet sei” finden wir heute bei fondsprofessionell.de.

Nun mag das nicht wahrscheinlich sein, aber Juristen halten sich in der Regel sehr genau an das geltende Recht und wenn eben jenes zu einem solchen Urteil führt, könnte schon allein eine solche Andeutung einen immensen Rutsch des Euro bewirken – insbesondere wenn man bedenkt, dass der Euro inzwischen primär durch Deutschland getragen wird. Die Verhandlungen finden übernächste Woche statt und ich denke es macht Sinn, sich das in den Börsen-Kalender einzutragen.

Generell fällt auf, dass der US-Dollar seit Wochen Stärke gegen fast alle Währungen entwickelt, was ganz klar deflationär wirkt und sich zunehmend negativ auf die Gewinne der US-Unternehmen auswirken wird. Für eine neuerliche Deflationsgefahr spricht auch, dass sich inflationsgeschützte Anleihen zuletzt miserabel entwickelt haben und die Rohstoffpreise “schwächeln”. Und ich bin weiterhin der Ansicht, dass der Yen für eine sprunghafte Erholung gut ist, was wiederum entsprechende Folgen (Carry-Trade-Auflösungen) mit sich bringen würde. So ist zum Beispiel die Erholung der PIIGS-Anleihen (hier rate ich zu Gewinnmitnahmen, nachdem wir in 2011 den Einstieg nahe gelegt hatten) in nicht unwesentlichem Maße auf Carry Trades zurückzuführen.

Insofern stehen gerade alle Zeichen auf Deflation und der große Gewinner hierbei ist der US-Dollar. Und sollte das Bundesverfassungsgericht nur andeutungsweise das Agieren der EZB kritisieren, könnte es schon bald einen mächtigen Euro-Rutsch geben, sodass der US-Dollar-Index geradezu nach oben springen würde. Und das trotz Quantitative Easing. Womöglich ist genau das die nächste große Blase die platzen wird: die völlig überschätzte Allmacht der Notenbanken. Doch wer soll die Welt dann noch vor einem deflationären Endspiel bewahren?

Warten wir es ab. Die nächsten Wochen werden spannend und ich fühle mich weiterhin recht wohl mit meinen Puts auf DAX und EUR/JPY. Und im Übrigen liege ich auf der Lauer bei den Edelmetallminenaktien und Edelmetallen. Noch ist es jedoch etwas zu früh, denn sollte es zum avisierten Rutsch an den Märkten kommen, dürften auch die Edelmetalle und Minenaktien nochmals belastet sein. Dann jedoch könnte ein wahrlicher Anstieg wie Phönix aus der Asche anstehen. Wenn es so weit ist, werde ich hier informieren.

Mai 102013
 
dollar-zeichen

Derzeit scheint es, dass die USA auf der “Gewinner-Straße” fahren, während Euroland, Japan und die BRIC-Staaten schwächeln oder gar mit einer richtigen Depression (Spanien, Griechenland, Portugal) konfrontiert sind. Daher strömt wieder viel Kapital gen USA, der US-Dollar gilt als relativ krisensicher. Dies umso mehr, nachdem die Edelmetalle im April einen Crash erfahren haben. Und auch fundamental scheinen die USA auf bestem Wege. Der Immobilien-Markt hat sich erholt, dank Fracking scheint sogar Energie-Autarkie möglich, das Konsumentenvertrauen steigt und selbst am Arbeitsmarkt scheint es wieder besser zu laufen. Also “alles in Butter”. Oder nicht?

Auf die fragwürdige Arbeitsmarktstatistik möchte ich ebenso wenig eingehen wie auf die längerfristig hohen Risiken des Fracking. Stattdessen möchte ich Ihren Blick auf etwas lenken, was in den Medien im Gesamtbild noch nicht so recht wahrgenommen wurde, jedoch den USA sicherlich einige Sorgen bereitet. Dazu eine kleine Auflistung:

Lassen Sie das einfach mal auf sich wirken.

Interessant zu erfahren ist dann, dass der Yuan zuletzt auf ein 19-Jahres-Hoch zum US-Dollar gestiegen ist und dass China eine weitere Flexibilisierung schon in diesem Sommer plant.

Doch auch andere Länder lösen sich im Handel vom US-Dollar. So haben auch Japan und Indien ein Währungsabkommen unterzeichnet, ebenso Iran und Russland, Indien und Iran, etc. Ebenso bemerkenswert ist der ständige Aufkauf von Gold durch Russland, was mit  einer “höheren Souveränität im Falle einer Katastrophe bei Dollar, Euro, Pfund oder anderen Reservewährungen” begründet wird.

Sieht man das große Bild, so wird klar, dass China nachhaltig daran arbeitet, den Yuan als bedeutende globale Währung zu etablieren – primär zulasten des US-Dollar. Da die chinesische Wirtschaft schwächelt und es daher im Sinne des Exports eigentlich besser wäre, der Yuan würde nicht aufwerten, stellt sich die Frage, woher die “Eile” der Chinesen kommt.

Mein Verdacht ist, dass die chinesische Notenbank sehr genau verstanden hat, dass Quantitative Easing künstlich hohe Anleihenkurse bzw. niedrige Zinsen erzeugt und dass damit jeder große Halter von US-Anleihen bei niedrigster Rendite immense Risiken trägt, wenn die US-Notenbank einst ernsthaft versuchen sollte, QE zu beenden. Es ist daher schlichtweg nun ein guter Zeitpunkt um auszusteigen und ich bin mir recht sicher, dass wir in den nächsten Monaten immer öfter lesen werden, dass die chinesische Notenbank ihre Bestände an US-Anleihen weiter reduziert hat.

Die Folge davon ist, dass die reale Nachfrage – also jene abseits der Fed – nach US-Anleihen sinken und damit die Fed noch größere Schwierigkeiten bekommen wird, QE ohne sofortigen deutlichen Anstieg der Zinsen zu beenden. Gleiches gilt übrigens in etwas anderer Weise (dort sind es die eigenen Banken, die aussteigen werden) für Japan. Dies bzw. diese Erkenntnis wird den US-Dollar markant belasten, insbesondere wenn sich die US-Wirtschaft erneut in einer Rezession befindet. Aus meiner Sicht wird dies in 2014 der Fall sein.

Für die nächsten Monate erwarte ich jedoch zunächst noch durchaus stärkere Gewinne beim US-Dollar gegen nahezu alle anderen Währungen, insbesondere jedoch gegen den Australischen Dollar (AUD) und den Kanadischen Dollar (CAD). Die Illusion, dass sich die USA dem globalen Trend zur Ausgabendrosselung entziehen und die Wirtschaft durch QE auf einen selbsttragenden Aufschwung geführt werden kann, wird meiner Einschätzung nach erst im kommenden Jahr jäh platzen.

Da Gold und US-Dollar tendenziell negativ korrelieren, sollte sich demnach die Baisse bei den Edelmetallen weiter hinziehen, auch wenn mit dem Crash-Tief im April sicherlich ein erster Extrempunkt erreicht wurde. 2014 und 2015 erwarte ich dann ein “Umkippen” (wie mehrfach erwähnt erachte ich 2013 als “Wendejahr”), da derzeit vieles auf eine Eskalation hin zu einem großen Krieg in Nahost hindeutet. Dies wird der Auftakt sein für eine inflationäre Depression, die bis zum Ende der Dekade anhalten könnte.

Mrz 082013
 

Die US-Ölimporte sind im Dezember 2012 auf das niedrigste Niveau seit dem Jahr 1992 gefallen. Dies hat dazu geführt, dass China die USA als weltgrößter Importeur von Erdöl abgelöst hat. Die US-Ölproduktion ist zuletzt auf 7 Millionen Barrel pro Tag gestiegen.

us-öl-produktion

Mussten die USA vor sieben Jahren noch zwei Drittel ihres Erdöls importieren, so ist es heute nur noch ein Drittel.

Der Grund liegt im kontrovers diskutierten Fracking, das zu einem neuen Gas- und Öl-Boom in den USA geführt hat. Sie finden hier einen sehr lesenswerten Beitrag, der die Methode und die Risiken beleuchtet. Das Thema ist dermaßen bedeutend, dass selbst die US-Notenbank es jüngst in ihrem Beige Book mehrmals hervorgehoben hat. Doch die Mehr-Produktion in der US-Öl- und Gasbranche entspricht gerade mal knapp 0,2% des Bruttoinlandsprodukts.

Man sollte jedoch erwarten, dass sich die Entwicklung positiv auf die Handelsbilanz auswirkt, was wiederum den US-Dollar unterstützen würde. Doch nach den erst gestern gemeldeten Zahlen hat sich das US-Handelsbilanz-Defizit sogar noch ausgeweitet. Dennoch deutet sich längerfristig eine Wende in der Handelsbilanz an.

us-handelsbilanz-ab1992

Insofern könnte der US-Dollar in den nächsten Monaten weiter zulegen, zum Beispiel gegen den Kanadischen Dollar. Indes wird selbst eine stark ausgeweitete Öl-Produktion durch Fracking nicht ausreichen, um die nach China verlorene Güter-Produktion auszugleichen. Und der derzeit medial stark präsente 3D-Druck-Hype wird auch noch einige Jahre brauchen, um die Wirtschaft markant umzuwälzen.

Man sollte die überschwänglichen Berichterstattungen zum Fracking und zur neuen US-Ölimport-Unabhängigkeit nicht überbewerten. Längerfristig sind zudem die wahren Kosten und Risiken des Fracking nicht abzusehen. Kommt es z.B. zu einem schweren “Unfall”, der auf das Fracking zurückgeführt werden kann, dürfte das Thema womöglich einen größeren Schaden erleiden als die Kernkraft durch den Vorfall in Fukushima. Und dann würde sich die US-Handelsbilanz womöglich schlagartig wieder deutlich verschlechtern.

Ein steigender US-Dollar ist somit keineswegs sicher. Es ist sogar nicht ganz abwegig, dass der US-Dollar kurz vor einem zyklischen Hoch steht und wir in den nächsten Monaten eine neuerliche Talfahrt des US-Dollar-Index sehen werden. Der auf Zyklen fokussierte Charles Nenner sieht hingegen erst für 2014 den Beginn einer ernsten Dollar-Krise.

Wie dem auch sei: Fracking wird voraussichtlich keine nachhaltig positive Wirkung auf den US-Dollar haben.

Aug 102011
 

Am 24. Juni publizierten wir einen Beitrag hier als auch im goldseiten-Blog, welcher zu einer Welle an Empörung und Anfeindungen führte. Wir erklärten, dass Gold vor einem Crash und der Dollar vor einer Rally stehe, was vielen angesichts der Euro-Krise, Quantitative Easing und ausufernder Staatsverschuldung undenkbar erscheint.

Inzwischen hat die Dollar-Rally begonnen – wie erwartet zunächst gegen die Rohstoff-Währungen Australischer und Kanadischer Dollar. Gegen den Euro blieb der US-Dollar in etwa auf dem gleichen Niveau, gegen den Schweizer Franken und den Japanischen Yen hat er massiv verloren. Wir gehen davon aus, dass in Kürze der US-Dollar auch gegen diese Währungen zu steigen beginnen wird.

Als die US-Zentralbank gestern erklärte, der Leitzins werde noch bis “mindestens Mitte 2013 extrem niedrig bleiben”, stiegen die Aktienbörsen markant nach oben. Nicht wenige Marktkommentatoren sehen durch die dauerhaft niedrigen Zinsen Inflation heraufziehen, was die Aktienmärkte unterstützen sollte. Interessanter war indes die Reaktion der Anleihen-Märkte, denn was diese mitteilten, deutet eher auf eine deflationäre Depression hin: Die Renditen fielen auf ein noch tieferes Niveau als vor dem jüngsten Aktiencrash (die Grafik zeigt die Renditen der 5-jähringen US-Bonds): Quelle: istockanalyst.com

Es mag sein, dass dies auch in Antizipation eines neuerlichen Quantitative Easing geschah, doch wenn man sich die Entwicklungen der letzten Jahre anschaut, so kommt man nicht umher zu erkennen, dass vieles einem Déjà-vu gleicht. Wir haben das alles schon mal gesehen: in Japan.

Auch die Intraday-Bewegung des Goldes (rote Linie im folgenden Chart) war interessant. Erst schoss es massiv nach oben, fiel dann jedoch wieder deutlich ab. Nach der Ankündigung der Fed ging es erneut massiv nach oben und dann ebenso schnell wieder runter. Wir sehen hierin keine Marktintervention, wie dies regelmäßig von Gold Bugs postuliert wird. Vielmehr haben wir gestern über den ganzen Tag massive Distribution gesehen. Gold wanderte von den großen strategischen Playern in die Hände der „Schafe“.Quelle: kitco.com

Zugegeben: entgegen unserer Erwartung hat der Goldpreis nochmals einen beeindruckenden Spike geschafft und legte seit unserem ersten Beitrag deutlich zu. Eine Warnung indes sollte immer etwas früher erfolgen und niemand sollte ernsthaft glauben, dass man Märkte dauerhaft richtig timen kann – insbesondere nicht, wenn die Entscheidungen von Politikern immer marktrelevanter werden.

Wir bekräftigen unsere These und mahnen bei den vermeintlich sicheren Häfen wie Gold oder Schweizer Franken zur Vorsicht. Wir haben jüngst den Auftakt gesehen zu einer deflationären Entwicklung, die sich – wie von der Fed richtig antizipiert – bis ins Jahr 2013 ziehen dürfte. Schon Mitte April schrieben wir in unserem Beitrag „Blase bei den Inflationserwartungen“: „Zur Vorsicht mahnen überdies der Kress-Zyklus sowie – wenngleich für Skeptiker womöglich weniger überzeugend – die Sonnenaktivität. Relativ übereinstimmend deuten beide Signale auf ein Hoch in 2011 und den Übergang in eine deflationäre Phase hin, die bis 2014 anhalten soll.“

Inflation gibt es derzeit vor allem in China, doch auch diese wird bald zurückgehen. Auch China steht vor einer „Wachstumsschwäche“. Die Märkte antizipieren bereits die heraufziehende Deflation. Nur Gold tut dies nicht. Noch nicht.

Jul 282011
 

 

Weltmacht USA: kein Nachruf – zur Schuldengrenze in den USA 

Was ist das für ein Wahnsinn, den die US-Politiker-Elite sich leistet? Seit Wochen diskutieren die Damen und Herren und suchen nach einer „Lösung“. Was für eine Show! Diese Politiker sind wie es scheint schuld , dass die USA derzeit auf eine Zahlungsunfähigkeit zusteuern, wie auch der Economist konstatiert http://www.economist.com/node/18988614. Oder nicht? Die Nervosität wird jedenfalls größer, was sich in den Ausfallwahrscheinlichkeiten für US-Staatsanleihen zeigt, die im 1-Jahresbereich erstmals höher sind als im 5-Jahresbereich http://pragcap.com/politics-vs-economics , sowie in nervösen Aktien- und Rentenmärkten und einem selbst gegen den arg gebeutelten Euro schwachen USD zuletzt zeigt. Leichtfertig wird ein weiterer Einbruch an den Finanzmärkten wie nach Lehman im Jahr 2008 riskiert! Freilich würde erst die Nicht-Bedienung einer US-Staatsanleihe ein Erdbeben auslösen. Die Auswirkungen wären weitaus verheerender, als nach dem Lehman-Kollaps. 

Und es gibt einige Gründe, die immer wieder an der US-Bonität zweifeln lassen. Zuerst haben sich die Unternehmen verschuldet, dann die Bürger, nun der Staat. Das ist kein neues Phänomen, auch wenn die Auseinandersetzung aktuell sehr akut ist.  Denn eigentlich war die Grenze von 14.294 Mrd. USD schon im Mai erreicht und wurde nur „Bilanztricks“ bis zum 02. August gerettet. Auch wenn einige Bundesstaaten, z.B. Kalifornien, von den Ratingagenturen schon längst als kreditunwürdig bezeichnet werden. Anders als z.B. in Deutschland der Staat für das Bundesland Bremen (nur daher ist ein Triple-AAA haltbar), haften die USA nicht für ihre Bundesstaaten. 

Lange standen die USA für Vorzeige-Kapitalismus, wenn auch mit „Extremen“: Liberale Strukturen, nach denen sich Unternehmer andernorts sehnen und eine gigantische Kaufkraft durch eine konsumfreudige Bevölkerung. Die Achillesferse des Konzeptes: die Finanzierung auf Pump. Und nun verlieren vor allem die US-Bürger ihr größtes Kapital – das Vertrauen in die eigene Unantastbarkeit, die unbedingte Überzeugung, dass alles geht. Rückschläge, wie das Platzen der Internetblase, wurden schnell in „Chancen“ umgewandelt. Nicht ohne Grund stand von John F. Kennedy der prägnante Satz:   “The Chinese word for crisis, Wei Ji, is a compound of the characters for Danger (Wei), and Opportunity (Ji)” – Das Wort Krise setzt sich im Chinesischen aus zwei Schriftzeichen zusammen, das eine bedeutet Gefahr und das andere Gelegenheit. 

Entsprechend sieht die Mehrheit der US-Bürger auch nicht mehr die USA, sondern China als die führende Wirtschaftsmacht. Indes: Rein nach der volkswirtschaftlichen Zahlenlehre dauert es noch ein wenig, bis dahin. Auch Innovationen, ein weiterer zentraler Faktor für den Aufstieg des US-Imperiums, Innovationen alleine reichen nicht mehr. Denn die US-Unternehmen verlieren in weiten Teilen den Anschluss:   http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/amerika-verliert-den-anschluss-474429/ 

Aber wer ist eigentlich schuld daran, dass die USA weiterhin das Schulden-Modell fortfahren, um einen nicht vorhandenen Sozialstaat zu subventionieren? Vor allem ist das Ausgabenproblem in Wirklichkeit – und das ist bedenklicher –  mehr ein Einnahmenproblem http://www.businessinsider.com/chart-of-the-day-washingtons-revenue-problem-2011-7?utm_source=Triggermail&utm_medium=email&utm_term=Money%20Game%20Chart%20Of%20The%20Day&utm_campaign=Moneygame_COTD_072511 

Und dennoch gilt auch hier Kennedys Satz und die aktuelle Gefahr für US-Anleihen ist, zumindest kurzfristig, auch eine Chance, die kurzfristig agierende Investoren nutzen können! In Anlehnung an den Bestseller von Emmanuel Todd http://de.wikipedia.org/wiki/Emmanuel_Todd#.E2.80.9EWeltmacht_USA_-_Ein_Nachruf.E2.80.9C  gilt also zunächst erstmal: Weltmacht USA: kein Nachruf.

Was denken Sie? Welche Aspekte gibt es, die im Hinblick auf die USA zuversichtlich stimmen?

 

 

 

Jun 242011
 

Schuldenkrise in Griechenland, Spanien und Italien als nächste Domino-Steine. Diskussionen über Ausgabenkürzungen in den USA, wirtschaftliche Abkühlung in China, Prognosekürzungen der US-Notenbank. Wo liegt der gemeinsame Nenner dieser Meldungen und Vorgänge? Die einfache Antwort: Deflation. Und mit dem Auslaufen des Quantitative Easing in den USA fällt zudem ein psychologischer Treiber des “Inflations-Trades” weg.

Wir hatten schon vor Wochen gewarnt, dass sich eine Blase bei den Inflationserwartungen (http://www.kaufkraftschutz.de/blase-bei-den-inflationserwartungen/114) gebildet haben könnte. Nun platzt diese Blase mit zunehmender Dynamik und wir dürften abermals in das Gegenteil kippen: Angst vor Deflation. Dabei dürfte China eine nicht unwesentliche Rolle einnehmen, wo sich insbesondere im Bau-Sektor eine unnachhaltige Entwicklung zeigt. Markantes Beispiel: die “Geister-Stadt” Kangbashi:

Ein Baustein, der dies noch nicht reflektiert ist Gold (1 Unze kostet aktuell 1.521 US-Dollar). Was uns “zuversichtlich” stimmt, dass das Gold ein Topp ausgebildet hat ist, dass zuletzt zunehmend  Notenbanken als Käufer auftraten, die sich historisch als prozyklische Akteure gezeigt haben. Ferner, dass Gold angesichts der zahlreichen “dramatischen Meldungen” in der Presse auffällig schwach war und nicht – wie zu erwarten gewesen wäre – dynamisch neue Hochs erzielen konnte. Und zuletzt, dass die Minenaktien schon länger eine Schwächephase antizipieren (negative Divergenz).

Wir erwarten bei Gold in Kürze einen ersten markanten Einbruch auf etwa 1.400 US-Dollar, dem ein weiterer schneller Rutsch auf ca. 1.200 US-Dollar folgen wird. Danach dürfte eine längere Seitswärtsbewegung folgen.

“Gewinner” der nächsten Monate dürfte der US-Dollar sein, denn es wird ins allgemeine Bewusstsein rücken, dass das Quantitative Easing de facto “nur” eine psychologische, aber keine direkt inflationäre Wirkung hat. Zudem gibt es kaum eine Anlage-Alternative. Euro und Yen weisen strukturelle Schwächen auf, Schweizer Franken und andere “gesundere Währungen” sind inzwischen schlichtweg überbewertet. Der US-Dollar-Index scheint einen Boden gebildet zu haben. Ein Kaufsignal wird aktiviert, sobald er über 76 Punkte steigt. Eine Aufwertung deutet sich insbesondere gegen den Australischen Dollar an, doch auch andere Währungen dürften gegen den US-Dollar verlieren.

Ergo: Ja, Gold steht vor einem Einbruch, der US-Dollar vor einer Rallye.

Mai 302011
 

Es ist heute Konsens, dass alle Währungen in einem inflationären Finale untergehen werden. Ebenso ist es Konsens, dass es keine schlechtere Anlage zu geben scheint, als Bargeld zu halten – also nicht einmal Erträge durch „sichere Anlagen“ wie Geldmarktfonds, Tagesgeld oder ähnlichem zu generieren, um die Inflation wenigstens etwas auszugleichen. Und doch gibt es einen sehr überzeugenden Grund, Cash zu halten – physisch, „unter dem Kopfkissen“.

Schon seit Jahren verwende ich als Bild für unser heutiges Kreditgeldsystem den Turmbau zu Babel, denn der gewaltige Turm an Schulden und Vermögen wird früher oder später ebenso enden wie sein historisches Pendant: in einer Phase großer Desorientierung, in der sich Staaten und Bürger und Staaten untereinander “nicht mehr verstehen”, Leistungen einstellen und damit das Ende des Systems bewirken. Es muss immer wieder betont werden: die Schulden des einen, sind die Vermögen von anderen. Wann immer Sie von einer Schuldenkrise hören, müssen Sie mental auch die „Vermögenskrise“ mitdenken. Die eigentliche Krise besteht darin, dass wir in Anspielung an „Des Kaisers neue Kleider“ mehrheitlich „keine Kleider anhaben“.

In früheren Zeiten wurde dies offensichtlich durch zu viel gedrucktes Papier im Verhältnis zu einer begrenzten Menge an Gütern und Dienstleitungen. Es kam zu einem sich beschleunigenden Kaufkraftverlust des Geldes. Heute sind es NICHT die vielen Geldscheine, die umher schwirren, sondern die hohen rechtlich begründeten Forderungen und Verbindlichkeiten. Es ist die Summe an Buchvermögen, die so immens groß geworden ist. Es sind die Versprechungen (an Kranke, Rentner, Sparer) bzw. Forderungen, die künftig abzuleisten gar nicht möglich ist. Es sind die vermeintlichen „Sicherheiten“, die durch die gigantische Summe an Derivaten geschaffen wurden.

Wenn Sie aufmerksam waren, haben Sie jüngst etwas sehr Interessantes in den Medien erfahren, etwas, das mehr über die wahrscheinliche nahe Zukunft verrät als alle Spekulationen und Diskussionen über Inflation und Deflation zusammen: Ägypter und auch Griechen stürmten ihre Banken und hoben Bargeld ab.

DAS ist es, worin die eigentliche Gefahr liegt: Der globale Bank Run. Denn in Wirklichkeit ist Bargeld extrem knapp und die ständige Wiederholung der „heiß laufenden Drucker-Presse“ ist schlichtweg falsch. Es wird eben nichts gedruckt, sondern es wird per Knopfdruck Liquidität erzeugt, die jedoch nicht über Kredite der Banken in die Wirtschaft gelangt. Kommt es zu einer wirklichen Krise, dann wird es insbesondere an einem mangeln: Bargeld! DAS gesetzliche Zahlungsmittel.

Wir denken nicht in Goldmengen relativ zu etwas anderem. Oder wissen Sie, wie viel Gold oder Silber ein Brot kosten sollte? Wir denken in Euro, in US-Dollar, in Yen. Der erste Impuls geht daher immer dahin, das Vermögen ausgedrückt in der Währung zu schützen. In einer echten Krise wollen wir unser Geld mitnehmen, es physisch sichern, aus dem Bankensystem lösen. Doch dies wird dann womöglich nicht funktionieren. Sei es, weil es das Bargeld gar nicht in einer derart großen Menge gibt. Oder sei es, weil die Banken einfach geschlossen sind. In einer solchen Phase wird Bargeld plötzlich sprunghaft an Kaufkraft gewinnen. Es gilt eben nach wie vor: Bargeld lacht. Cash is king. Daher könnte eben dieses eine nicht ganz unsinnige „Anlage“ sein. Um im Bild zu bleiben: Wenn der Tag kommt, an dem die Mehrheit merkt dass sie „nackt ist“, wird der Wert von Kleidung sprunghaft steigen…

Und da Diversifizierung auch hier sinnvoll erscheint, sollten Sie sich auch ein paar US-Dollar zulegen – physisch. Womöglich ist dies gerade der contrarian trade überhaupt.

Mai 062011
 

Für Aufsehen sorgte Anfang April die Nachricht, dass der “Anleihenguru” der Allianz-Tochter Pimco Bill Gross short in US-Bonds sei. Wie so oft wenn große Player ihre vermeindliche Positionierung publik machen, kam es seit dem genau zur gegenteiligen Entwicklung: die US-Bonds stiegen. Doch wie ist das möglich? Wie kann es sein, dass US-Anleihen trotz der ausufernden Verschuldung und der Diskussionen über das Ende des US-Dollar zulegen?

Wichtig zu sehen ist, dass weltweit genau wegen der exporbitanten Verschuldung auch entsprechende Vermögen vorhanden sind, die Anlage suchen. Und es gilt nach wie vor, dass der US-Anleihenmarkt der größte und liquideste Anlagemarkt der Welt ist. Zudem waren die Börsen und Rohstoffe jüngst exzellent gelaufen. Es hatte sich eine Blase bei den Inflationserwartungen gebildet, welche jüngst durch schwache Wirtschaftsdaten aus den USA und der EU zumindest einen Knacks bekommen hat. Wir haben in unserem kaufkraftschutz-Twitter-Feed mehrmals insbesondere auf die Risiken bei Silber hingewiesen, das dieser Blase Ausdruck verlieh.

Vieles spricht dafür, dass die kommenden Monate eher wieder deflationär geprägt sein werden, weshalb Anleihen noch gesucht sein dürften. Doch wenn man einen Blick auf die langfristige Entwicklung der US-Zinsen wirft, deutet sich eine Bodenbildung an. Die Zinsen dürften tendenziell ab Ende 2012 ihren Anstieg beginnen, die Anleihenmärkte dann in einen nachhaltigen Bärenmarkt übergehen. Für Sachwerte wird dies generell eher negative Implikationen begründen, was jedoch durch die zu erwartende Reaktion der Politiker und “Wirtschaftslenker” kompensiert werden dürfte.