Feb 212014
 

In meinem Beitrag „Katalysatoren einer Hausse bei Uran-Aktien“ habe ich drei Auslöser einer neuerlichen Hausse bei Uran bzw. Uran-Aktien beschrieben. Einer davon bezog sich auf Japan:

„Japan, vor Fukushima der weltweit drittgrößte Nutzer von Kernenergie, wird seine Atomkraftwerke wieder anschalten, präziser: anschalten müssen. Denn mit der jüngsten Abwertung des Yen werden Rohstoffe für die Japaner markant teurer, was die ohnehin schon negative Handelsbilanz belastet. Die Kosten für Energieimporte haben sich gegenüber 2011 bereits verdoppelt.“

Gestern war nun folgendes zu lesen: „Japan verbucht Rekord-Handelsbilanzdefizit – Schuld waren vor allem die durch den schwachen Yen verteuerten Energieimporte“. Es ist also genau das eingetroffen, was ich vermutet habe. Schauen wir uns das grafisch an, bekommen wir einen noch klareren Blick dafür, wie erheblich diese Entwicklung ist:

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Japan reagiert nun auch genau so, wie antizipiert, denn Japan beschleunigt den Neustart seiner Reaktoren. Es bleibt den Japanern faktisch auch gar keine andere Wahl, wenn sie ihre Wirtschafts- und Geldpolitik (extremes Quantitative Easing) fortsetzen wollen, ohne dass der Yen unmittelbar in den freien Fall übergeht.

Uran-Aktien sind in den letzten Monaten schon teils recht stark gestiegen, was jedoch primär auf die Konsolidierung in der Branche zurückzuführen ist. Doch der eigentliche Uran-Bulle steht noch bevor und es ist mitnichten zu spät, sich in dem Sektor zu positionieren. Einige konkrete Anlage-Ideen hatte ich Ihnen hier bereits vorgestellt.

An meinem Basis-Szenario für Japan ändert dies alles jedoch nichts. Japan wird im Ruin enden. Diese These vertreten inzwischen nicht wenige bekannte Strategen. Die Erfahrungen der letzten 20 Jahre haben mich jedoch gelehrt, dass solche Entwicklungen Zeit brauchen. Wirklich dramatisch dürfte es für Japan daher wohl erst in etwa fünf Jahren werden. Es ist also noch zu früh, sich hier zu positionieren. Bis dahin können wir jedoch im Uran-Sektor einiges an Geld verdienen…

Mai 222013
 

Am 01.02.2013 habe ich Sie auf eine mögliche bevorstehende Hausse bei Uran-Aktien hingewiesen. Seit dem scheint nicht viel geschehen zu sein, denn der Spot-Preis für Uran „dümpelt vor sich hin“ (aktuell 40,75 USD pro Pfund). Doch es gibt gleich drei Katalysatoren, welche schon bald eine neue Hausse begründen können:

  1. China hat sein Atom-Programm wieder aufgenommen. 30 Reaktoren befinden sich dort derzeit im Bau, 49 weitere sind in Planung. Jährlich werden derzeit 22 Mio. Pfund Uran verbraucht, jedoch nur 3 Mio. Pfund produziert. Und der Verbrauch Chinas soll bis 2030 auf 73 Mio. Pfund ansteigen. China wird daher jede Gelegenheit nutzen (müssen), seine Reserven und Ressourcen an Uran zu erhöhen.
  2. Japan, vor Fukushima der weltweit drittgrößte Nutzer von Kernenergie, wird seine Atomkraftwerke wieder anschalten, präziser: anschalten müssen. Denn mit der jüngsten Abwertung des Yen werden Rohstoffe für die Japaner markant teurer, was die ohnehin schon negative Handelsbilanz belastet. Die Kosten für Energieimporte haben sich gegenüber 2011 bereits verdoppelt. Folglich werden die Japaner mit großer Wahrscheinlichkeit wieder mehr auf Eigenproduktion setzen, was kurzfristig nur via Atomenergie möglich ist. Da derzeit nur zwei der 50 Reaktoren in Betrieb sind, wird die Uran-Nachfrage aus Japan tendenziell wieder stark zunehmen.
  3. Wie bereits berichtet läuft zum Jahresende ein vor 20 Jahren geschlossener Vertrag aus, wonach waffenfähiges Uran aus Russland verarbeitet und an die USA geliefert wird. Dies machte immerhin 15% des globalen Uran-Gesamtangebotes aus. Die USA verbrauchen jährlich 55 Mio. Pfund Uran, produzieren derzeit aber nur 4 Mio. Pfund. Zwar dürften die Russen weiter die USA beliefern, jedoch sicherlich nicht mehr zu den derzeitigen Preisen. Zudem dürften die USA generell daran interessiert sein, sich nicht zu sehr von Uran-Importen aus Russland und dem unter russischen Einfluss stehenden Kasachstan abhängig zu machen. Doug Casey skizziert bereits einen russischen Corner des Uran-Marktes. Das erscheint mir zwar überzogen, aber Russland hat in der Tat nicht nur in den Bereichen Gas und Öl eine globale Vormachtstellung.

Nun bin ich bei Prognosen die mehr als 5 Jahre in die Zukunft gehen regelmäßig skeptisch, doch das Szenario eines Angebotsdefizits zu derzeitigen Preisen ist durchaus überzeugend. So hatten z.B. BHP Billiton, Cameco und Areva im vergangenen Jahr diverse Projekte aus wirtschaftlichen Gründen gestoppt. Der Uran-Preis müsste auf über 70 US-Dollar pro Pfund steigen, damit sich diese Projekte wieder lohnen. Und sollte es so kommen, würde doch einige Zeit vergehen, bis sich die Lage entspannen dürfte.

Dies ist also durchaus ein Szenario, aus dem man eine bullishe Prognose ableiten kann. Und ich denke, dass „saubere“ Alternativen wie Solar- und Windenergie selbst bei größten Anstrengungen die Kernenergie nicht in einem überschaubaren Zeitfenster ersetzen können. Demnach wird voraussichtlich schon bald einer neuer Bullenmarkt bei Uran einsetzen, wovon insbesondere die Uran-Produzenten profitieren sollten.

Ich wurde bereits nach meinem ersten Beitrag gebeten, doch einige konkrete Werte zu nennen, die ich als interessant erachte. Dem komme ich hiermit nach, möchte jedoch betonen, dass dies keine Anlageberatung ist und Sie für Ihre Investmententscheidungen selbst verantwortlich sind:

  • Uranium Participation (ISIN: CA9170171057, 3,78 EUR): Mit dieser Aktie können Sie mehr oder weniger direkt auf den Uran-Preis setzen, da das Unternehmen nichts anderes tut, als seine Vermögenswerte in Uran zu investieren.
  • Cameco (ISIN: CA13321L1085, 17,14 EUR): Das kanadische Unternehmen ist einer der weltweit größten Uran-Förderer. Damit ist die Aktie geradezu ein Muss für Institutionelle Anleger, die das Thema abdecken möchten.
  • Paladin Energy (ISIN: AU000000PDN8, 0,71 EUR): Einer der größten Uran-Förderer Australiens (wobei die Produktionsstätten in Afrika liegen) und ebenfalls ein „Blue Chip“ innerhalb des Uran-Sektors.
  • Uranium Energy (ISIN: US9168961038, 1,48 EUR): Produktion in Texas und Explorationsziele in Paraguay. Das Unternehmen ist schuldenfrei, das Management hält 20% der Aktien.
  • Energy Fuels (ISN: CA2926711045, 0,11 EUR): Analytisch gesehen einer der günstigsten Uran-Produzenten (USA) und damit ein interessantes Übernahmeziel.
  • Uranerz Energy (ISIN: US91688T1043, 1,08 EUR): Angehender Uran-Produzent in den USA mit voraussichtlich sehr geringen Förderkosten und bereits abgeschlossenen Verträgen u.a. mit Exelon, dem größten Kernkraftwerksbetreiber in den USA.
  • Ur-Energy (ISIN: CA91688R1082, 0,68 EUR): Ebenfalls ein angehender Produzent (USA), der sehr niedrige Produktionskosten haben wird und bereits Abnahme-Verträge geschlossen hat.
  • Strathmore Minerals (ISIN: CA8630771035, 0,12 EUR): Der spekulativste Wert, da noch keine finalen Genehmigungen vorliegen, jedoch mit starken Partnern (Sumitomo, Kepco) und gleich zwei „Company Maker“-Projekten in den USA, für welche noch im laufenden Jahr mit Entscheidungen der Behörden zu rechnen ist.

Jetzt mögen Sie sich vielleicht fragen: „Welchen Wert soll ich denn nun kaufen?“. Nun, per se kann ich Ihnen das nicht beantworten. Jeder dieser Werte hat (s)eine „Story“ und jeweils ein anderes Chance/Risiko-Profil. Zudem empfiehlt sich bei Einzelwerten generell eine breitere Streuung. Anhand der Auswahl können Sie indes erkennen, dass ich generell den Fokus eher auf Werte mit US-Produktion legen würde, da dies das größte Abnehmerland ist und politische Risiken noch am überschaubarsten erscheinen. Alternativ zu Einzeltiteln gibt es auch einige Zertifikate und Fonds, wobei ich mir da kein Urteil erlaube und Ihnen eine eigene Recherche nahe lege.

Ein überaus spannender Wert, der jedoch nichts mit der Uran-Förderung sondern mit der Uran-Anreicherung zu tun hat, ist das australische Unternehmen Silex Systems (ISIN: AU000000SLX4, 1,96 EUR). Das Unternehmen hat eine Technologie entwickelt, mittels derer Uran mit Lasern angereichert werden kann. Die Technologie steht kurz vor dem Durchbruch, eine Test-Phase wurde gerade erfolgreich beendet. Setzt sich die Technologie nachhaltig durch, wird Silex durch Lizenz-Einnahmen eine wahre „Cashcow“ werden. Aber natürlich sind auch hier die Risiken beträchtlich (das Unternehmen wird ohne relevante Umsätze bereits mit 450 Mio. CAD bewertet) und Investoren sollten neben der Risikofreude auch entsprechende Geduld mitbringen.

Abschließend ein wichtiger Hinweis:
Es gibt eine durchaus hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass sich die 4-jährige „allgemeine“ Aktien-Hausse ihrem Ende nähert. Sollte im Sommer eine neue Baisse beginnen, müsste das oben beschriebene Szenario ungeachtet der bullishen fundamentalen Basis überprüft werden, da man bereits 2008/2009 sehen konnte, dass Märkte auch extreme Unterbewertungen erreichen können und einige der oben genannten Unternehmen dann womöglich existenziell bedroht wären.

Feb 012013
 

In Anlehnung an einen Werbespruch Kostolanys für Audi möchte ich Ihr Interesse für den Uran-Sektor wecken. Sicherlich werden dem einen oder anderen von Ihnen Uran-Investments unter ethischen Aspekten missfallen. Und ich kann ihnen vergewissern, dass ich die deutsche Abkehr von der Kern-Energie generell sehr begrüße. Dennoch muss man sehen, dass es heute zur Kern-Energie für viele Länder keine echte Alternative gibt und jeder Energieträger irgendeinen Nachteil in sich trägt.

In diesem Kontext ist die Lektüre dieser Kolumne von Wellenreiter-Invest sehr erhellend, welche die Nachteile der Kohle aufzeigt. Ein Land wie China wird im Interesse der Gesundheit seiner Bürger künftig noch viel stärker auf Kernenergie setzen. Bis 2015 werden 26 neue Reaktoren fertiggestellt, weitere 51 befinden sich in der Planung und 120 weitere sollen noch dazu kommen. Und dazu braucht man Uran, wie dieser Beitrag schön zeigt: „Die derzeitigen Anlagen benötigen jährlich rund 6.550 Tonnen Uran, das Land fördert jedoch nur 1.500 Tonnen. Damit gibt es schon jetzt eine Schieflage, die noch größer wird, wenn die Kapazitäten ausgedehnt werden.“

Nicht nur China setzt weiterhin stark auf Atomkraft, auch die USA, Indien, Süd-Korea, Vietnam, Polen oder die Türkei bauen neue Atomkraftwerke. Und auch Japan scheint trotz Fukushima der Atomenergie treu zu bleiben. Nun endet im laufenden Jahr ein vor 20 Jahren geschlossener Vertrag, wonach waffenfähiges Uran aus Russland verarbeitet und an die USA geliefert wird. Dies machte immerhin 15% des globalen Uran-Gesamtangebotes aus. Die USA werden demnach zum Einen nicht mehr so günstig an Uran kommen und sich zum Anderen generell nach neuen Quellen umsehen müssen.

Es ist daher recht wahrscheinlich, dass der Uran-Preis in den kommenden Jahren markant steigen wird. Womöglich befinden wir uns gerade in einem Prozess der Bodenbildung.

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Natürlich stimmt der Chart dahingehend bedenklich, dass die Entwicklung von 2001 bis Anfang 2008 einen klaren „Hype-Charakter“ hatte und es in der Regel nach dem Platzen einer solchen Blase sehr lange braucht, bis sich der Basiswert wieder nachhaltig nach oben bewegen kann. Dennoch sprechen die Fundamentaldaten für sich.

Und auch die Umstürze und Unruhen in Afrika könnten zu einem Anstieg des Preises führen. Niger, das Nachbarland Malis, ist zum Beispiel seit Jahrzehnten Ursprung des Urans für französische Atomkraftwerke, weshalb die Franzosen auch bereits Elite-Einheiten zum Schutz der Anlagen entsandt haben. Es geht nicht immer nur ums Öl…

Doch welche Aktien soll man kaufen?

Die größten Chancen bieten sicherlich die Juniors bzw. die Unternehmen, die kurz vor der Produktion stehen. Die Übernahmen von Hathor Exploration, Fission Energy oder kürzlich Uraniun One zeigen, dass der Sektor in Bewegung ist. Wenn Sie nach einem solchen Wert suchen, sollten Sie darauf achten, dass sich das Unternehmen in einem politisch stabilen Land mit einer längeren Tradition des Uran-Abbaus und lokal vorhandener Infrastruktur befindet.  Maßgeblich ist jedoch bei solchen Werten immer auch das Management. Juniors sind jedoch in vielerlei Hinsicht generell sehr spekulativ und sicher nicht für jeden das geeignete Investment. Selbst eine Streuung über einen Junior-Basket schützt nicht vor dramatischen Verlusten, wie einige Uranaktien-Zertifikate gezeigt haben.

Ich möchte daher an dieser Stelle ungern konkrete Empfehlungen für Einzeltitel äußern (meinen persönlichen – sehr spekulativen – Favoriten finden Sie bei Interesse im Board des Trierer Aktienclub 2000, wo ich das Thema schon eine Weile verfolge). Der Beitrag ist eher investmentstrategischer Natur. Eine Übersicht über alle Uran-Aktien finden Sie jedoch hier. Und je nach Ihrem Risiko-Profil macht es mehr Sinn, auf einen Fonds oder ETF zu setzen. Entsprechende Anlage-Möglichkeiten finden sich relativ schnell über eine Google-Suche.

Das Thema werde ich zu gegebener Zeit wieder hier aufgreifen. Bleiben Sie dran und empfehlen Sie kaufkraftschutz.de weiter! Danke!