Mrz 242015
 

Aufmerksamen Beobachtern wird aufgefallen sein, dass derzeit sehr gravierende Dinge geschehen. Hier eine kleine unsortierte Auflistung:

Das sind allesamt Bausteine für eine „große Überraschung“ in den nächsten vier Wochen. Denkbar sind ein US-Anleihen und/oder Aktien Flash Crash, ein „Grexit“, eine historische Annäherung an den Iran oder aber auch ein möglicher neuer Krieg. Es laufen „Tage der Entscheidung“.

Man sollte sich also auf eine hochvolatile Phase vorbereiten. Der jüngste US-Dollar Flash Crash hat einen kleinen Vorgeschmack gegeben.

In Anbetracht der Spannungen mit Russland halte ich eine Einigung mit Iran für sehr wahrscheinlich – denn dies dürfte den Ölpreis auf neue Tiefs treiben. Wie bereits beschrieben sehe ich zudem gute Chancen für eine kleine Euro-Rallye in den nächsten Monaten, wozu durchaus auch ein weiterer Schuldenschnitt mit ergänzendem, von Deutschland finanziertem „Griechenland-Aufbaufonds“ beitragen könnte.

Auch die Börsen erscheinen mir gerade reif für einen stärkeren Einbruch. In jedem Fall ist eine gewisse Vorsicht angebracht. Es häufen sich zuletzt die Anzeichen für spekulative Blase, z.B. im Biotech-Sektor. Und ich meine eine Rotation zu Versorgern und Telekom-Werten zu sehen, also eine Bewegung in defensive Sektoren. Auch das könnte ein Warnsignal sein.

Jul 282011
 

 

Weltmacht USA: kein Nachruf – zur Schuldengrenze in den USA 

Was ist das für ein Wahnsinn, den die US-Politiker-Elite sich leistet? Seit Wochen diskutieren die Damen und Herren und suchen nach einer „Lösung“. Was für eine Show! Diese Politiker sind wie es scheint schuld , dass die USA derzeit auf eine Zahlungsunfähigkeit zusteuern, wie auch der Economist konstatiert http://www.economist.com/node/18988614. Oder nicht? Die Nervosität wird jedenfalls größer, was sich in den Ausfallwahrscheinlichkeiten für US-Staatsanleihen zeigt, die im 1-Jahresbereich erstmals höher sind als im 5-Jahresbereich http://pragcap.com/politics-vs-economics , sowie in nervösen Aktien- und Rentenmärkten und einem selbst gegen den arg gebeutelten Euro schwachen USD zuletzt zeigt. Leichtfertig wird ein weiterer Einbruch an den Finanzmärkten wie nach Lehman im Jahr 2008 riskiert! Freilich würde erst die Nicht-Bedienung einer US-Staatsanleihe ein Erdbeben auslösen. Die Auswirkungen wären weitaus verheerender, als nach dem Lehman-Kollaps. 

Und es gibt einige Gründe, die immer wieder an der US-Bonität zweifeln lassen. Zuerst haben sich die Unternehmen verschuldet, dann die Bürger, nun der Staat. Das ist kein neues Phänomen, auch wenn die Auseinandersetzung aktuell sehr akut ist.  Denn eigentlich war die Grenze von 14.294 Mrd. USD schon im Mai erreicht und wurde nur „Bilanztricks“ bis zum 02. August gerettet. Auch wenn einige Bundesstaaten, z.B. Kalifornien, von den Ratingagenturen schon längst als kreditunwürdig bezeichnet werden. Anders als z.B. in Deutschland der Staat für das Bundesland Bremen (nur daher ist ein Triple-AAA haltbar), haften die USA nicht für ihre Bundesstaaten. 

Lange standen die USA für Vorzeige-Kapitalismus, wenn auch mit „Extremen“: Liberale Strukturen, nach denen sich Unternehmer andernorts sehnen und eine gigantische Kaufkraft durch eine konsumfreudige Bevölkerung. Die Achillesferse des Konzeptes: die Finanzierung auf Pump. Und nun verlieren vor allem die US-Bürger ihr größtes Kapital – das Vertrauen in die eigene Unantastbarkeit, die unbedingte Überzeugung, dass alles geht. Rückschläge, wie das Platzen der Internetblase, wurden schnell in „Chancen“ umgewandelt. Nicht ohne Grund stand von John F. Kennedy der prägnante Satz:   „The Chinese word for crisis, Wei Ji, is a compound of the characters for Danger (Wei), and Opportunity (Ji)“ – Das Wort Krise setzt sich im Chinesischen aus zwei Schriftzeichen zusammen, das eine bedeutet Gefahr und das andere Gelegenheit. 

Entsprechend sieht die Mehrheit der US-Bürger auch nicht mehr die USA, sondern China als die führende Wirtschaftsmacht. Indes: Rein nach der volkswirtschaftlichen Zahlenlehre dauert es noch ein wenig, bis dahin. Auch Innovationen, ein weiterer zentraler Faktor für den Aufstieg des US-Imperiums, Innovationen alleine reichen nicht mehr. Denn die US-Unternehmen verlieren in weiten Teilen den Anschluss:   http://www.wiwo.de/politik-weltwirtschaft/amerika-verliert-den-anschluss-474429/ 

Aber wer ist eigentlich schuld daran, dass die USA weiterhin das Schulden-Modell fortfahren, um einen nicht vorhandenen Sozialstaat zu subventionieren? Vor allem ist das Ausgabenproblem in Wirklichkeit – und das ist bedenklicher –  mehr ein Einnahmenproblem http://www.businessinsider.com/chart-of-the-day-washingtons-revenue-problem-2011-7?utm_source=Triggermail&utm_medium=email&utm_term=Money%20Game%20Chart%20Of%20The%20Day&utm_campaign=Moneygame_COTD_072511 

Und dennoch gilt auch hier Kennedys Satz und die aktuelle Gefahr für US-Anleihen ist, zumindest kurzfristig, auch eine Chance, die kurzfristig agierende Investoren nutzen können! In Anlehnung an den Bestseller von Emmanuel Todd http://de.wikipedia.org/wiki/Emmanuel_Todd#.E2.80.9EWeltmacht_USA_-_Ein_Nachruf.E2.80.9C  gilt also zunächst erstmal: Weltmacht USA: kein Nachruf.

Was denken Sie? Welche Aspekte gibt es, die im Hinblick auf die USA zuversichtlich stimmen?

 

 

 

Mai 132011
 

Wenn der Staat Pleite macht, dann geht natürlich nicht der Staat pleite sondern seine Bürger“ konstatierte bereits vor 100 Jahren Banquier Carl Fürstenberg – ein wahres Wort! Was aber, wenn ein Staat pleite macht, und nicht nur seine Staatsbürger pleitegehen, sondern dadurch auch Bürger, die gar nicht dem Pleite-Staat angehören?

Angesichts der wirtschaftlichen Relevanz der PIGS-Staaten für die EU respektive den EURO-Raum ein nicht sehr wahrscheinliches, aber aufgrund der Dynamik von Finanzmärkten, Marktteilnehmern und der Emotionen von Massen (vgl. hierzu die bahnbrechenden Erkenntnisse von Gustave Le Bon – ebenfalls 100 Jahre alt, aber zeitlos) zumindest ein Szenario, das sich Menschen mit Weitblick etwas näher anschauen sollten. Immerhin müssen die EU-Länder in diesem Jahr über 900 (!) Mrd. EUR refinanzieren, so viel wie noch nie – davon zwei Drittel die Staaten Italien, Spanien, Belgien und Portugal.

Hinzu kommen die europäischen Banken mit über 1.000 Mrd. EUR, ebenfalls ein Rekordwert, der dadurch eine besondere Relevanz erhält, dass insbesondere die europäischen Banken Investoren bei PIGS-Anleihen sind. Der Prozess verschärft sich mit jeder Abstufung der Krisen-Staaten, so wie unlängst erneut durch die Rating-Agentur S&P, die dabei sogar konkrete Prozentangaben für einen möglichen „Haircut“ der Griechen machte. Denn Banken haben gigantische Risikoabteilungen. Diese arbeiten oft mit sehr statischen Modellen: verschlechtert sich das Rating einer Anleihe im Handelsbestand, so wird das Risikobudget der Bank gesprengt und sie muss handeln – also Anleihen verkaufen. So entsteht schnell ein Kreislauf, an dessen Ende extrem niedrige Anleihekurse, also extrem hohe Renditen (im Falle der Rückzahlung) stehen können. So notiert eine Anleihe des Landes Griechenland, die Ende dieses Jahres fällig ist, bei unter 90% – und gleichzeitigem Zins von 5% p.a.! Noch dramatischer: für eine fünfjährige Griechenland-Anleihe bekommt man derzeit (immer unter der Prämisse ordnungsgemäßer Zahlungen) über 15% p.a. mehr als mit einer vergleichbaren deutschen Anleihe! (Zum Vergleich: Portugal +8%, Irland +9,4%, Spanien +2%, Italien +1,4%).

Daher  gibt es inzwischen auch Stimmen, die erste Investments in den PIGS-Staaten wagen. Ein in dem Kontext viel diskutiertes Instrument unter Experten ist ein ETF auf die EURO-Staaten, die über kein AAA-Rating verfügen, wie z.B. der von Amundi (ISIN: FR0010892190, nähere Infos), der seit seinem Hoch von 167,79 EUR auf aktuell 153,83 EUR nur überschaubar gefallen ist. Das liegt allerdings daran, dass der Fonds erst im September letzten Jahres emittiert wurde, als die Staatsschuldenkrise schon voll entbrannt war…

„Verkehrte Welt“: Unterdessen hat sich die Qualität von klassischen Emerging Markets-Anleihen deutlich verbessert. Heute sind über 50% der EM-Staaten als „Investment Grade“ klassifiziert. Die prominentesten Heraufstufungen waren Mexiko im Jahr 2000 (aktuell Baa1), Russland 2003 (aktuell Baa1) sowie Brasilien 2008 (aktuell Baa3). 1993 lag der Anteil noch bei unter 2% und selbst Ende 1999 noch bei nur 15%. 2010 sind diesen Anleihen 75 Mrd. USD zugeflossen – 2002 waren es nur 2 Mrd. Dazwischen ist der Anteil, mit Ausnahme des Lehman-Jahres 2008, stetig gestiegen. Das zeigt: Investoren haben das Auszahlungsprofil von Anleihen „lieb gewonnen“. Läuft das eine Untersegment nicht, werden andere Segmente überflutet.

Doch auch das ist keine Einbahnstraße der Glückseligkeit. Auch Anleihen von vermeintlich oder wirklich potenten Staaten sind letztlich nur Zahlungsversprechen – im Zweifelsfall also ein wertloses Stück Papier. „Als erstes im Bankgeschäft lernt man den Respekt vor den Nullen“ – auch das ein Bonmot von Carl Fürstenberg. Damit meinte zumindest er damals noch Zahlen. Liebgewonnene Gewohnheit und Präferenzen (Staatsanleihen) können für den vernunftbedachten Investor niemals die alleinige Lösung sein – höchstens eine von vielen. Ergänzen Sie Ihr Portfolio durch Sachwerte!

Jan 262011
 
Historische Geldscheine

Der ehemalige französische Finanzminister Abbé Terray empfahl seinen Königen Mitte des 18. Jahrhunderts, mindestens alle 100 Jahre Pleite anzumelden, „um wieder ins Gleichgewicht zu kommen“. Und in der Tat: Kleinere Staatsbankrotte gab es bereits vor Jesu Geburt, als griechische Stadtstaaten ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen konnten.

Das wichtigste für Sie als Gläubiger vorab: eine Pleite impliziert in der Regel einen deutlichen Kapital- bzw. Kaufkraftverlust für Sie! 

Die erste berühmte Staatspleite ereignete sich dann im Jahr 1340 (!) in England – Edward III. hatte sich mit seinem Krieg gegen Frankreich übernommen. Es folgten Karl II. im 17. Jahrhundert und viele, viele weitere staatliche Pleiten. Von über 90 staatlichen Pleiten, gut verteilt über den Erdball, kann ausgegangen werden. Auch Deutschland war bereits mehrfach bankrott – 1923 sowie nach dem 2. Weltkrieg sind die prominentesten von insgesamt sieben Pleiten seit 1800, wenn man Preußen und andere Staaten als Vorgängernationen akzeptiert. Damit belegen wir einen ordentlichen Mittelfeldplatz. Venezuela beispielsweise war seit 1800 bereits zehn (!) Mal zahlungsunfähig, Österreich-Ungarn neun Mal, Spanien – Stand heute, 26.01.2011 – nur acht Mal (relativierend sei ergänzt, dass Spanien vor 1800 bereits fünf weitere Pleiten erlebt hatte), Griechenland kommt sogar – ebenfalls Stand heute, 26.01.2011 – auf nur fünf Pleiten.

Insofern: Seien Sie „beruhigt“, Sie reihen sich im Fall der Fälle ein in die lange Geschichte Ihrer Ahnen, die solche Pleiten ebenfalls durchleben mussten. Das ist keinesfalls zynisch gemeint, sondern soll vielmehr Ihre Angst etwas relativieren und Ihren Blick für das Wesentliche schärfen: das Leben der Betroffenen ging immer weiter.

Wenngleich eine staatliche Pleite immer eine große Zäsur darstellte, speziell natürlich in Sachen Wohlstand und finanzielle Absicherung. Als Beispiel sei hier Argentinien angeführt. Noch vor weniger als 100 Jahren zählte Argentinien zu den zehn reichsten Ländern der Welt, mit Wachstumsraten weit vor denen Deutschlands oder den USA. Seit den 1940er Jahren hinkte Argentinien aber stetig hinterher und es entwickelte sich eine – nicht nur im Nachhinein betrachtet – unnötige Inflation durch Missmanagement, die ihren Gipfel 1989 mit 5000% (!) erreichte, als der Staat dann wortwörtlich nicht mit mehr mit dem Drucken von Geld hinterher kam: es waren keine hierfür ausreichenden Papierreserven mehr vorhanden… Es folgte ein weiteres Jahrzehnt der Unsicherheit, bis der IWF endgültig seine Zahlungen einstellte und die Gläubiger von Argentinien-Anleihen sich mit nur noch im Schnitt einem Drittel ihres eingesetzten Kapitals zufrieden geben mussten. Im betroffenen Land selbst gipfelte das Drama in einem Quasi-Bank-Run.

Fortsetzung folgt.

Jan 242011
 

Heute vor exakt 299 Jahren wurde Friedrich der II., genannt „der Große“, geboren. Vom „alten Fritz“ stammt das Bonmot: „Die große Kunst besteht nur darin, die Steuern zu erheben, ohne die Staatsbürger zu bedrücken.“ Ein Schelm, wer dabei an staatliche Entschuldung durch Inflation denkt?

Im Moment ist das Thema Staatsverschuldung ein sehr stark beachtetes Thema an den Finanzmärkten. Die aktuelle Verschuldung ist allerdings unter dem Strich „nur“ so hoch wie nach den beiden Weltkriegen. Nur:  dieses Mal gab es keinen teuren, zerstörerischen Krieg. Wir erleben rückläufige Steuereinnahmen bei weiter massiv steigenden Staatsausgaben, was durch die  immer stärker werdende Krise des Sozialstaates aufgrund einer mehr und mehr überalternden Bevölkerung noch verstärkt wird. Also Inflation als einziger Ausweg?

Mitte der 1990er Jahre hat der Schuldenstand Kanadas mit fast 100% des BIP seinen Höchststand erreicht – und das bei einer Inflation von nur knapp über 0%. Auch danach stieg die Inflation nicht deutlich an und trotzdem gelang es Kanada, seine Staatsschulden erheblich zu senken, weit unter 70% des BIP. Von Staaten gewünschte Inflation muss also keinesfalls das generelle Erfolgsrezept zur Entschuldung sein. Zumal steigende Inflationserwartungen die Zinsen tendenziell in die Höhe treiben und damit auch die Refinanzierungskosten steigen.  Allerdings mussten in der Vergangenheit nie so viele bedeutende Industrienationen gleichzeitig konsolidieren. So haben sich etwa in den USA in den letzten 9 Jahren die Schulden zum BIP verdoppelt! Provokativ formuliert: Die USA und ihre Staatsanleihen als „sicherer Hafen“ erscheinen derzeit so sicher, wie der letzte historisch sichere Hafen der USA: Pearl Habour.

Steigende Zinsausgaben können schlichtweg künftiges Wirtschaftswachstum bremsen; insofern liegt Keynes in dem Punkt falsch, dass steigende Verschuldung zwangsläufig die Wirtsschaft ankurbelt. Bereits 1997 stellte die Bundesbank (!) fest: „Damit nährt sich die Verschuldung aus sich selbst heraus.“ Prominentes Beispiel: Japan, das eine Staatsverschuldungsquote von 226%  des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aufweist und damit selbst Griechenland mit 123% und Italien mit 112% deutlich in den Schatten stellt (an 4. Stelle folgen dann schon die USA). 1960 lag der Anteil der Staatsausgaben am BIP in Europa noch in einem kleinen, überschaubaren Korridor von 20% (damals Spanien…) bis 36% (Österreich). Wie die Zeiten sich ändern, nicht nur auf Spanien bezogen, sondern vor allem darauf, dass heute keines (!) der 27 EU-Länder mehr unter 40% liegt! Die Schuldenkrise verschärft sich von selbst. Ausufernde Ausgaben müssen durch eine immer höhere Kreditaufnahme gedeckt werden.

Eine weitere Möglichkeit von Staaten, sich – vordergründig – zu entschulden ist, dass sie ihr Tafelsilber verkaufen, so wie z.B. Mexiko oder Russland an die USA im 19 Jahrhundert.  Oder die französische Kolonie Louisiana im Jahr 1803, die für auch damals recht bescheidene 80 Mio. Franc (15 Mio. US-Dollar) an die USA ging. Indes:  Auch in Deutschland werden derzeit beispielsweise Seen an Privatinvestoren verkauft, Immobilien veräußert usw. Verbessert sich damit die staatliche Bilanz? Mitnichten. Schließlich gehen die Vermögenswerte ja auch dauerhaft verloren und damit, ganz nebenbei, auch noch mögliche künftige Pacht- und Mieterträge.

Es wird demnach nicht ohne Einschnitte für alle gehen. Es gibt kein Entrinnen. Zentraler als die Frage welche „Lösung“ für die Staatsverschuldung kommen wird ist eher, wie erreicht wird, dass dieser Prozess möglichst „fair“ gestaltet wird – und zwar sowohl innerhalb als auch zwischen den Staaten. Keynes bietet dafür jedenfalls keine Lösung.

Jan 172011
 

„Geldsystem: Die Lunte brennt“ heißt es bei mmnews.de. Zitat: „Das Finanzsystem liegt am Boden, viele westliche Staaten sind bankrott und die Regierungen nehmen immer mehr Schulden auf – Schulden, die niemals mit normalem Geld bezahlt werden können.“

Dies ist für uns nichts Neues. Tatsächlich habe ich schon im Jahr 2003, als noch niemand das Thema auf der Agenda hatte, die absehbare Krise des Fiat Money angekündigt (siehe http://www.kaufkraftschutz.de/wp-content/uploads/2011/01/fiatmoney.pdf sowie auch hier). Womöglich werde ich in den nächsten Wochen ein Update dazu verfassen. Aber um eines vorweg zu nehmen: ich rechne fest mit einem umfassenden „Umbau“ unseres Weltfinanz- bzw. Geldsystems innerhalb der nächsten vier bis fünf Jahre. Es spricht vieles dafür, dass sich Regierungen und globale Institutionen wie der IWF bereits mit dieser Neuordnung auseinander setzen.

Interessant in diesem Zusammenhang sind die Ausführungen von „Jacques“ im „Gelben Forum“. Demnach bereiten die Notenbanken weltweit einen Schnitt vor. Sobald die wenig werthaltigen (Staats-)Anleihen an entsprechenden Stellen gesammelt sind und keine negativen Überraschungen mehr drohen, wird ein Schulden- und Vermögensschnitt durchgeführt.

Dies würde also auch bedeuten, dass die Altersvorsorge-Ersparnisse von Millionen von Menschen beschnitten würden, da die Lebensversicherer bekanntlich in exorbitantem Ausmaß in Staatsanleihen investiert sind. Sollte daher eine solche Vorgehensweise zu früh bekannt werden, müsste mit einem „Versicherungs-Run“ gerechnet werden. Dies würde u.a. zu einem plötzlichen und massiven Anstieg der Renditen führen, was weitere negative Effekte haben würde. Daher ist davon auszugehen, dass ein solcher Schnitt – so er denn kommt – mehr oder weniger über Nacht geschehen wird. „fait accompli“ ist hier die treffende Bezeichnung.

Es ist daher längst an der Zeit, Vermögen aus Anleihen in andere Werte zu transformieren. Ausschließlich auf Edelmetalle zu setzen ist allerdings wohl keine gute Idee. Selbstverständlich würden im Falle eines Schnitts Eigentümer von Edelmetallen auch belastet werden (z.B. Sonder-Steuer, Handels-Verbot) – es soll ja schließlich keine Krisengewinnler geben, die sich zudem staatlicher Kontrolle entziehen könnten. Der persönliche Kaufkraftschutz sollte demnach auf mehreren Beinen stehen.

Zuletzt: Währungsschnitte hat es immer wieder gegeben. Die Welt wird nicht unter gehen. Uns erfüllt die medial inszenierte Krisen-Suggestion mit einiger Sorge, weil sie Potenzial für soziale Unruhen aufbaut. Krise kommt vom lateinischen ‚crisis‘ und bedeutet „mit einem Wendepunkt verknüpfte Entscheidungssituation“. Ein Neuanfang ist nicht immer das schlechteste. Unser Blog soll Ihnen die Angst vor den kommenden Entwicklungen nehmen und nicht eben solche schüren. Bleiben Sie rational und vergessen Sie nicht, dass der größte Wert niemals in Geldscheinen sondern ausschließlich in Ihnen selbst liegt.

verfasst am 17.01.2011 von Marco Feiten / www.kaufkraftschutz.de