Jan 242014
 

Auf die Anzeichen einer Blasenbildung in China habe ich frühzeitig und mehrfach hingewiesen und eine chinesische Wirtschafts- und Finanzkrise angekündigt. Im Sommer 2013 kam es aus meiner Sicht zum „Knacks“, als die Zinsen im Interbankenmarkt besorgniserregende Höhen erreichten. Ähnliches geschah erneut im Dezember. Natürlich ist jeweils sofort die chinesische Notenbank eingesprungen und hat die Banken mit Liquidität versorgt, doch die fundamentalen Schieflagen können so nicht behoben werden. Der chinesische Immobilienexperte Niu Dao schrieb in seinem Blog: „Wenn man im Jahr 2008 einen Yuan investierte, konnten dafür 1,4 Yuan Bruttoinlandsprodukt (BIP) erzeugt werden. Investierte man im Jahr 2013 einen Yuan, bekam man nur noch 0,5 Yuan an BIP.“

Ironischerweise könnte das Tapering der Fed die chinesische Misere noch verstärken, da somit noch weniger ausländisches Kapital nach China fließt. Auch die Erwägungen zur Einführung einer Tobin-Steuer könnten den Kapitalzufluss aus dem Ausland erheblich bremsen. Nicht wenige Strategen befürchten daher einen unmittelbar bevorstehenden neuerlichen „Lehman-Brothers-Moment“.

Auch wenn ich dies nicht ausschließen kann, so habe ich doch dein Eindruck, dass es noch zu früh ist, um schon den großen Crash auszurufen. Wenn Sie im Web nach „China Finanzkrise“ suchen, finden Sie bereits immens viele Artikel dazu. Ein Thema, das bereits so präsent ist, verliert schnell seine Wirkung. Womöglich kommt es zu einer neuen konzertierten Aktion der Notenbanken. Und vergessen Sie nicht: Mit 3,82 Billionen US-Dollar besitzt China die weltweit größten Devisenreserven. Damit lässt sich einiges „gestalten“.

Was jedoch kaum aufzuhalten sein wird ist eine langjährige Rezession in China und ich denke, das diese bereits begonnen hat. IBM meldete jüngst einen Rückgang der Umsätze in China von 23%, was keiner weiteren Kommentierung bedarf. Der Einkaufsmanagerindex von Markit und HSBC ist wieder unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten gefallen. Ich denke, dass wir uns daran gewöhnen sollten.

China wird sicherlich den Bankensektor auffangen können, doch eben nicht das ausgeprägte Schattenbankensystem. Jeder Boom kommt zu einem Ende. Die chinesische Wirtschaft ist 20 Jahre lang jedes Jahr stark gewachsen. Nun folgt die Stagnation. Ich denke indes nicht, dass wir es zeitnah mit einer „Explosion“ zu tun haben werden. Die Chinesen werden versuchen, eine „Anpassungskrise“ zu steuern. Und die Leidtragenden werden nicht nur die eigenen Bürger sein. Brasilien, Kanada, Australien und natürlich auch Deutschland werden die chinesische Rezession erheblich zu spüren bekommen.

Jun 132013
 

Damit es nicht untergeht, nochmals der explizite Hinweis, dass ich die hier beschriebenen Shorts auf DAX und EUR/JPY mit ansehnlichen Gewinnen veräußert habe. Ich denke, kurzfristig besteht eine gewisse Chance auf Stabilisierung/Gegenbewegung. Zudem steigen für die Shorties die Risiken, dass die Fed bei ihrer Sitzung kommende Woche zurückrudert hinsichtlich der Reduzierung des Quantitative Easing. Ich sehe sogar die Möglichkeit, dass die US-Indizes nochmals auf neue Hochs gepusht werden, wenn die US-Notenbank ein Festhalten an QE signalisiert.

Indes glaube ich, dass der Grund der Kursrückgänge NICHT primär die Angst vor einem Ende der expansiven Notenbankpolitik ist, sondern eine Antizipation einer nahenden globalen Rezession. Auch das habe ich hier schon frühzeitig angedeutet und nun hat auch die Weltbank ihre Prognose gekürzt.

In jedem Fall zeigen die jüngsten Tage, wie fragil die „Hausse“ ist und wie schnell der Wind drehen kann. Ich nehme an, die nächste „Überraschung“ wird ein neuerliches Abtauchen des Euro gegen den US-Dollar (aktuell 1,33) in den nächsten Wochen sein, denn der Euro profitierte am stärksten durch Carry Trades. Durch die global nun anziehenden Zinsen und schwächer werdende Weltwirtschaft werden die Schuldenstaaten in Euroland wieder mehr unter Druck geraten. Kommt es zudem zu der von mir erwarteten Rezession in Deutschland, werden die Märkte berechtigerweise fragen, wer die „schwachen Euro-Länder“ noch stützen soll. Der Euro wird entsprechend nachgeben.

Insofern könnte man in Erwägung ziehen, jetzt US-Anleihen zu kaufen. Ich sehe mich nach einem adäquaten Investment um und werde ggf. informieren, was ich gekauft habe.

Apr 182013
 
flagge-deutschland

Deutschland erscheint gerade wie der Fels in der Brandung in Euroland. Spanien in der Depression, Italien im Chaos, Griechenland am Ende, Frankreich im sozialistischen Planungsdesaster… nur Deutschland strahlt und wird daher von vielen Seiten angefeindet. Doch schon in wenigen Monaten wird auch Deutschland in einer Rezession stecken.

Für diese Prognose reicht fast schon ein alleiniger Blick auf die Aktie von Volkswagen, welche in den vergangenen drei Monaten um 25% gefallen ist. Der Automarkt Westeuropas befindet sich auf dem schwächsten Niveau seit 20 Jahren, wobei es insbesondere in Deutschland miserabel aussieht. Hier finden Sie einige Hintergründe zur Bedeutung der deutschen Automobilindustrie. Jeder siebte Arbeitsplatz in Deutschland steht direkt oder indirekt mit dem Automobil in Verbindung.

Doch nicht nur in der Automobilindustrie läuft es nicht mehr rund, auch die Maschinenbauer vermelden zuletzt ein zunehmend schwierigeres Umfeld.

Wenn Sie nun eins und eins zusammenzählen und die Schwierigkeiten in den Hauptabnehmerländern des deutschen Exports bedenken, brauchen Sie kein Wirtschaftsstudium, um die richtigen Schlüsse zu ziehen. Weiter gedacht wird eine Schwäche in Deutschland jedoch mit hoher Gewissheit ein neues Kapitel in der Euro-Krise begründen. Und ich würde sogar so weit gehen und – je nach Geschwindigkeit der Entwicklungen – einen markanten Einfluss auf die Bundestagswahlen unterstellen, welcher „Anti-Euro“ begünstigen wird.

Aus meinem Jahresausblick 2013:

„In Europa wird Frankreich immer mehr in den Krisen-Fokus rücken und die Spannungen zwischen Frankreich und Deutschland zunehmen. Zudem wird es generell einen starken Ruck in die extremen Lager (links und rechts) geben. Dies wird den Euro stark belasten. Ab einem Niveau von 1,40 US-Dollar ist der Euro wieder ein Short.“

Der Euro  hatte es nur bis zur 1,37 USD-Marke geschafft. Und die Krise Frankreichs hat auch bereits die Medien erreicht. In einigen Monaten wird Deutschland in der Rezession stecken und Thema der Medien sein. Den treffenden „BILD“-Titel sehe ich auch schon vor Augen: „Was nun, Frau Merkel?“

Deutsche Aktien, insbesondere von exportorientierten Unternehmen, würde ich entsprechend bis auf weiteres meiden.