Jun 032013
 

“Ein ehemaliger deutscher Bundesverfassungsrichter und Europarechtler kommen in einem Gutachten zu dem Schluss, dass Deutschland bei einer Verletzung des Verbots der Staatsfinanzierung durch die EZB zum Austritt aus der Euro-Zone verpflichtet sei” finden wir heute bei fondsprofessionell.de.

Nun mag das nicht wahrscheinlich sein, aber Juristen halten sich in der Regel sehr genau an das geltende Recht und wenn eben jenes zu einem solchen Urteil führt, könnte schon allein eine solche Andeutung einen immensen Rutsch des Euro bewirken – insbesondere wenn man bedenkt, dass der Euro inzwischen primär durch Deutschland getragen wird. Die Verhandlungen finden übernächste Woche statt und ich denke es macht Sinn, sich das in den Börsen-Kalender einzutragen.

Generell fällt auf, dass der US-Dollar seit Wochen Stärke gegen fast alle Währungen entwickelt, was ganz klar deflationär wirkt und sich zunehmend negativ auf die Gewinne der US-Unternehmen auswirken wird. Für eine neuerliche Deflationsgefahr spricht auch, dass sich inflationsgeschützte Anleihen zuletzt miserabel entwickelt haben und die Rohstoffpreise “schwächeln”. Und ich bin weiterhin der Ansicht, dass der Yen für eine sprunghafte Erholung gut ist, was wiederum entsprechende Folgen (Carry-Trade-Auflösungen) mit sich bringen würde. So ist zum Beispiel die Erholung der PIIGS-Anleihen (hier rate ich zu Gewinnmitnahmen, nachdem wir in 2011 den Einstieg nahe gelegt hatten) in nicht unwesentlichem Maße auf Carry Trades zurückzuführen.

Insofern stehen gerade alle Zeichen auf Deflation und der große Gewinner hierbei ist der US-Dollar. Und sollte das Bundesverfassungsgericht nur andeutungsweise das Agieren der EZB kritisieren, könnte es schon bald einen mächtigen Euro-Rutsch geben, sodass der US-Dollar-Index geradezu nach oben springen würde. Und das trotz Quantitative Easing. Womöglich ist genau das die nächste große Blase die platzen wird: die völlig überschätzte Allmacht der Notenbanken. Doch wer soll die Welt dann noch vor einem deflationären Endspiel bewahren?

Warten wir es ab. Die nächsten Wochen werden spannend und ich fühle mich weiterhin recht wohl mit meinen Puts auf DAX und EUR/JPY. Und im Übrigen liege ich auf der Lauer bei den Edelmetallminenaktien und Edelmetallen. Noch ist es jedoch etwas zu früh, denn sollte es zum avisierten Rutsch an den Märkten kommen, dürften auch die Edelmetalle und Minenaktien nochmals belastet sein. Dann jedoch könnte ein wahrlicher Anstieg wie Phönix aus der Asche anstehen. Wenn es so weit ist, werde ich hier informieren.

Jul 212011
 

Offensichtlich wird es eine Art Eurobonds geben, so zumindest der Chef der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker beim heutigen Sondergipfel der Eurozone zur Schuldenkrise.

Der Euro legt aktuell gegen den US-Dollar um über 1% zu, gegenüber dem Schweizer Franken immerhin 0,85% und gegenüber dem japanischen Yen 0,58%. Wie es scheint ist der Euro „gerettet“.

Noch sind die Details unklar, doch der Markt spricht ein klares Urteil:Quelle: pigbonds.info

Während die Renditen der „PIIGS“ deutlich sinken, steigen jene der „solideren“ Staaten erheblich an. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass heute der eigentliche Untergang des Euro-Systems besiegelt wurde, weil nun die tragenden Säulen angeschlagen wurden. Wöglich werden die langfristigen Folgen der heutigen Beschlüsse noch viel dramatischer sein als eine echte Pleite Griechenlands es je hätte sein können.

Wenn sich die chinesische Wirtschaft weiter abkühlt, wird darunter vor allem das nun so stark wirkende Deutschland leiden. Da nun auch die USA auf einen „Sparkurs“ zusteuern, werden wir uns spätestens in 2012 wieder in einer Rezession befinden. Sinkende Steuereinnahmen werden dann plötzlich die Bonität Deutschlands in ein anderes Licht stellen. Doch so weit sind wir noch nicht.

Kurz- bis mittelfristig  könnte der Euro „stärker“ tendieren. Das Sentiment war jüngst sehr negativ. Nahezu alle Wirtschaftsmagazine und Zeitungen hatten Todesanzeigen und Horror-Zeichnungen auf ihren Titelbildern, z.B. „Focus Money“, „Der Spiegel“ oder die „Wirtschaftswoche“. Auch weit über Deutschland hinaus war die Stimmung zum Euro sehr negativ.

Längerfristig sind keine Probleme gelöst sondern nur weiter in die Zukunft geschoben worden. Es könnte jedoch sein, dass sich nun der „Sorgen-Fokus“ nach Asien und Australien verschieben wird. Womöglich kommt das Thema Schuldenkrise in Japan zu neuer Blüte. Oder aber China mit seinem Schatten-Banken-System und seiner immensen Fehl-Allokation im Bau-Sektor rückt näher in den Fokus. Eng mit der Entwicklung Chinas verknüpft ist auch das Schicksal Australiens, wo sich ebenfalls eine gewaltige Immobilien-Blase gebildet hat:
Quelle: Broyhill Asset Management

Griechenland ist “gerettet”, der Euro ist “gerettet” – auf zur nächsten Krise!