Apr 152011
 

In seinem jüngsten Research-Report beschreibt der Chef-Ökonom von Gluskin Sheff’s, David Rosenberg, dass die von John and Jane Q Public ermittelten Inflationserwartungen einen sehr guten Kontraindikator darstellen:

“Die Tabelle unten zeigt […] die  12-Monats-Inflationserwartung von John und Jane Q Public. Deren Prognose-Treffsicherheit ist eine Katastrophe – sie ist sogar schlechter als die der meisten Ökonomen. Jedes Mal in der Vergangenheit, wenn sich die Inflationserwartungen des Conference Board der 6%-Marke genähert oder diese übertroffen haben, fiel die Inflation im darauffolgenden Jahr im Durchschnitt um mehr als drei Prozentpunkte. Wann stieg der Wert zuletzt über 6%? Im März. Und wie hoch war da die Kerninflationsrate? Rund 2,5%. [...] Wäre es möglich, dass wir 2012 wieder über Deflation sprechen?“

Auch hierzulande berichtet die Presse auffällig stark über Inflation, hohe Rohstoffpreise, lockere Geldpolitik und mögliche Staatspleiten. Diese Ausführungen mögen auch längerfristig zutreffend sein, aber es könnte dennoch derzeit eine Übertreibungsphase vorliegen und die Überraschung der kommenden 12 bis 24 Monate auf der anderen Seite (Deflation) liegen.

Es dürfte demnach ratsam sein, Investments im Rohstoff-Sektor und Ländern mit Rohstoff-Bezug sukzessive abzusichern.

Zur Vorsicht mahnen überdies der Kress-Zyklus sowie – wenngleich für Skeptiker womöglich weniger überzeugend – die Sonnenaktivität. Relativ übereinstimmend deuten beide Signale auf ein Hoch in 2011 und den Übergang in eine deflationäre Phase hin, die bis 2014 anhalten soll.

Auch auf Jahressicht sollte bedacht werden, dass sich das „Quantitative Easing 2.0“ der US-Notenbank dem Ende (30.06.) zuneigt. Dies könnte zu einer Phase des Wiedererstarkens des US-Dollar und damit begleitend rückläufigen Rohstoffpreisen führen. Wenn man dann noch bedenkt, dass in Europa nun bereits die Zinsen leicht angehoben wurden und auch China eine straffere Geldpolitik verfolgt, so wäre es durchaus denkbar, dass die Blase der Inflationserwartungen analog zu 2007 recht plötzlich im Jahresverlauf 2011 platzt. Dafür sprechen auch nicht zu verkennende Parallelen anderer Faktoren, zum Beispiel eine rückläufige Geldmenge M1 im Euroraum sowie die jüngst um 25% eingebrochenen Holz-Preise in den USA.