Schauen Sie sich noch einmal den Beitrag “So sehen Blasen aus! China vor einer Krise” an. Seit dem hat sich scheinbar nicht viel getan, die Krise ist ausgeblieben. Also falscher Alarm? Nein, alles hat seine Zeit.
Bei iknews.de lesen wir: “Während die Peoples Bank of China (PBoC) versuchte, die Kreditvergabe drastisch einzuschränken, entstand ein unglaublicher und unüberschaubarer Schattenbankenmarkt. Ein System am Kollaps. Die Subprimekrise in den USA brachte den Atem der Welt zum Stocken, ein Platzen der Blase in China hingegen, hätte nahezu unkalkulierbare Folgen und würde alles Vorangegangene aussehen lassen wie einen sonnigen Tag am Strand.”
Dies ist in der Tat eine sehr treffende Beschreibung. Die chinesische Führung versucht mit immer rabiateren Mitteln, einer weiteren Zuspitzung der Fehlentwicklungen entgegen zu wirken. Doch die eigentliche Schieflage befindet sich im Schattenbankensystem, das - wie der Name schon andeutet – nur schwer überhaupt zu erfassen ist. Die chinesische Immobilienblase kann nur bedingt durch staatliche Eingriffe “gelöst” werden. Die chinesische Führung wird jedoch alles tun, um die Krise weiter zu kaschieren.
Wie gravierend die Lage ist, können Sie diesem aktuellen Beitrag von CBS News entnehmen:
Ein markantes Beispiel daraus: Ein Apartment in Shanghai kostet rund das 45-fache dessen, was ein Arbeiter im Jahr (!) verdient. Bloomberg berichtet, dass der durchschnittliche Quadratmeterpreis in 100 Städten beim fünffachen durchschnittlich verfügbaren Monatseinkommen liegt.
Direkt verbunden mit dieser Immobilienblase ist ein nicht nachhaltiges Kreditvolumen. Dazu Bert Dohmen: “In China haben die Banken Kredite im Wert von 21 Billionen Dollar laufen. Das ist ein gewaltiger Betrag, wenn man sieht, dass es in China nur 3 Billionen Reserven gibt. Wirtschaftsprüfungsunternehmen schätzen, dass der Prozentsatz der schlechten Kredite in den chinesischen Bankenbilanzen bei ganzen 40% – 50% liegt. Sie haben also schlechte Kredite in Höhe von 10 Billionen Dollar – und das ist unhaltbar. Das könnte eine gewaltige Krise verursachen.”
Anders als Jens Erhardt es in der “Finanzwoche” postuliert, kann ich nur abraten, in China zu investieren. Denn ab 2015 wird sich auch die Demografie Chinas immer negativer auswirken. Insofern finden wir hier die Zutaten für einen geradezu “perfekten Sturm”. Wenn diese Blase platzt, wird es ein “Beben” geben, das die globale Wirtschaft nahe an eine Depression führen wird. Und derzeit erschließt sich mir nicht, wie die chinesische Immobilienblase ohne erhebliche Verwerfungen gelöst werden kann.

