Dez 012014
 

Nein, es ist kein Fehler in der Überschrift. Wie oftmals hier erläutert rechne ich fest damit, dass Japan im Ruin enden und die Euro-Zone letztlich aufbrechen wird, doch schon früher – voraussichtlich irgendwann im kommenden Jahr – wird in der Schweiz eine Finanzkrise beginnen, aus der sich gar eine Wirtschaftskrise entwickeln könnte.

Ich rechne damit, dass die Schweizer Nationalbank (SNB) gezwungen sein wird, die Zinsen anzuheben, um der sich entwickelnden Immobilienpreisblase entgegen zu wirken. Die Schweiz hat inzwischen Hypothekendarlehen in Höhe von 140% des BIP ausstehend! Mit Zürich, Genf und Bern sind drei Schweizer Städte unter den Top zehn der teuersten Städte weltweit vertreten. Selbst wenn die Schweiz ein schönes, friedliches und politisch stabiles Land sein mag: eine solche Bewertung erscheint überzogen und der Verschuldungsgrad ist besorgniserregend.

Die SNB hat sich dazu verpflichtet, den Schweizer Franken gegen den Euro nicht weiter als auf 1,20 CHF aufwerten zu lassen und kauft daher seit September 2011 in immensem Umfang Euro auf und investiert dazu in europäische Anleihen und Aktien. Dadurch hat sich die SNB Bilanz inzwischen auf ein nicht nachhaltiges Niveau von über 80% des Bruttoinlandsprodukts aufgebläht.

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Wird die SNB gezwungen, die Zinsen anzuheben, wird sie die Währungsanbindung an den Euro kaum aufrecht erhalten können. Ich vermute, dass dann viele Carry Trades aufgelöst werden, was zu deutlich höherer Volatilität an den europäischen Finanzmärkten führen könnte. Noch wesentlicher erscheint mir aber, dass damit für die SNB gewaltige Verluste in ihren Vermögenswerten entstehen könnten. Denn anders als die japanische Notenbank, die mit ihrem extremen Quantitative Easing derzeit im Fokus steht, trägt die SNB Fremdwährungsrisiken. Eine neue Euro-Krise würde die SNB entsprechend in erheblichem Ausmaß belasten. Ich vermute, dass es dann als spätere Folge sogar  zu einem Ergebnis kommen könnte, dass derzeit überhaupt niemand auf dem Schirm hat: Kapitalflucht aus dem Schweizer Franken!

Noch sind wir nicht da und es ist zugegebenermaßen ein gewagtes Szenario. Doch auf einer Website wie kaufkraftschutz.de müssen wir genau solche Überlegungen anstellen. Sollte es tatsächlich zu einer Kapitalflucht aus der Schweiz kommen, hätte dies das Potenzial, das Land in eine nicht mehr selbst zu beherrschende Wirtschaftskrise zu führen. Und die oben beschriebe Immobilienpreisblase könnte dann recht zügig “Luft ablassen”, was wiederum ein Desaster für die finanzierenden Banken wäre.

Insofern warne ich hiermit eindringlich und meiner Kenntnis nach bisher als einziger Marktstratege explizit vor Investments jeglicher Art in der Schweiz.Die SNB hat sich zu einem “Hedgefonds mit einem sehr einseitigen Trade” entwickelt. Geht dieser schief, könnte selbst dieses scheinbar so stabile Land eine ungeahnte Finanzkrise erleben – noch vor Japan…

Jul 232013
 

Cullen Roche beschreibt in seinem Blog-Beitrag “The Fear Trade Has Been Demolished“, dass viele Anleger verärgert sind, weil sie “Experten” und Gurus folgten und in Antizipation einer Hyperinflation, eines Anleihen-, Aktien- oder Dollar-Crashs auf die falschen Investments gesetzt haben. Zum Beitrag gab es bis jetzt 91 Kommentare, was ungewöhnlich viel ist und zeigt, dass Roche wohl “einen Nerv getroffen” hat.

In eine ähnliche Richtung geht der heutige sehr lesenswerte Beitrag von “Hari” auf “Mr. Market”, der “von Untergangspropheten und Erfolg an den Finanzmärkten” schreibt. Quintessenz ist, dass man sich nicht zu sehr auf Szenarien versteifen darf, im Hier und Jetzt leben soll und der Vorteil in der “wachen Beobachtung und nicht der vorschnellen Handlung” liegt.

Ich kann dem weitestgehend zustimmen und verweise dazu auch auf meine folgenden Beiträge:

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es regelmäßig unklug ist, aus Angst heraus zu handeln. Angst hat sicherlich ihren Zweck. In gefährlichen Situationen erzeugt sie gewisse Energien, die nützlich sein können. Manchmal sind es jedoch auch nicht. Und was Kapitalanlagen betrifft, so führt Angst sogar eher öfter zu falschen Entscheidungen. Dabei sind die dann aufgeführten Argumente oftmals sogar richtig, doch Sie sollten sich immer die Frage stellen: Ist die Information neu? Meistens ist dem nicht so, sodass das Geschehen längst antizipiert wurde.

Es kommt jedoch durchaus auch vor, dass eine “offensichtliche Entwicklung” viel länger von den Märkten ignoriert wird, als Sie es für möglich halten. Persönlich bin ich z.B. schon Ende 2002 in ein Short-Instrument auf Fannie Mae eingestiegen, da ich das Platzen der US-Immobilienblase für 2003 erwartete. Wie Sie wissen, kam es dazu erst im Jahr 2008. Fünf Jahre lang daneben zu liegen kann Sie ruinieren, insbesondere wenn Sie sich zu sehr auf ein Szenario versteift haben (keine Sorge – ich habe zwar Geld verloren, war jedoch nicht so “verrückt” und habe 5 Jahre lang geshortet ;-)).

Im Übrigen hat mich die fehlgeschlagene Fannie Mae-Short-Spekulation noch etwas anderes gelehrt, was intuitiv geradezu absurd klingt: wenn man nur lang genug falsch liegt (Timing), wird man mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit dann ausgerechnet nicht handeln, wenn es an der Zeit wäre, wenn sich also die Fundamentaldaten letztlich doch durchsetzen. So habe ich z.B. trotz meiner Kenntnis der US-Immobilienblase und der erheblichen Schieflage die Fannie Mae-Aktie 2008 nicht mehr geshortet, was sich ja als durchaus extrem profitabel herausgestellt hätte

Und damit bin ich bei der letzten Botschaft, die mir sehr wichtig ist: Nicht wenige Argumente der “Untergangspropheten” sind richtig. Es ist jedoch anzunehmen, dass eine echte Krise erst auftreten wird, wenn genau diese Menschen nicht mehr ernst genommen werden und sie längst selbst zu zweifeln begonnen haben. Vermutlich wird auch der Auslöser ein anderer sein als angenommen oder aber der Verlauf “überraschen”. Und es ist anzunehmen, dass genau dann die meisten Menschen nicht handeln werden, wenn es an der Zeit ist. Insofern lautet mein Rat:

Ähnlich wie man in ein Investment nach gründlicher Recherche sukzessive – also in mehreren kleinen Positionen – einsteigen kann, so können Sie es auch mit der Krisenvorsorge handhaben. Es muss nicht gleich ein Bunker sein, den Sie bauen. Sie müssen nicht gleich ihren Job schmeißen, ein Schießtraining absolvieren und Vermögenswerte ins Ausland schaffen. Aber sich zu informieren, einige wesentliche Lebensmittel und Medikamente systematisch einzulagern und Szenarien durch zu denken, wie Sie im Falle von bestimmten Entwicklungen agieren würden und entsprechende “Pläne” vorzuhalten ist sicher richtig. Und wenn Sie eines aus Krisen lernen konnten, dann das Sie regelmäßig – trotz aller individuellen Vorkehrungen – auf andere Menschen angewiesen sein werden. Ein gereiftes persönliches Netzwerk, echte Freundschaften und eine intakte Familie sind es täglich wert, in sie zu “investieren”. Beginnen Sie damit JETZT!

Mrz 052013
 

Schauen Sie sich noch einmal den Beitrag “So sehen Blasen aus! China vor einer Krise” an. Seit dem hat sich scheinbar nicht viel getan, die Krise ist ausgeblieben. Also falscher Alarm? Nein, alles hat seine Zeit.

Bei iknews.de lesen wir: “Während die Peoples Bank of China (PBoC) versuchte, die Kreditvergabe drastisch einzuschränken, entstand ein unglaublicher und unüberschaubarer Schattenbankenmarkt. Ein System am Kollaps. Die Subprimekrise in den USA brachte den Atem der Welt zum Stocken, ein Platzen der Blase in China hingegen, hätte nahezu unkalkulierbare Folgen und würde alles Vorangegangene aussehen lassen wie einen sonnigen Tag am Strand.”

Dies ist in der Tat eine sehr treffende Beschreibung. Die chinesische Führung versucht mit immer rabiateren Mitteln, einer weiteren Zuspitzung der Fehlentwicklungen entgegen zu wirken. Doch die eigentliche Schieflage befindet sich im Schattenbankensystem, das  – wie der Name schon andeutet – nur schwer überhaupt zu erfassen ist. Die chinesische Immobilienblase kann nur bedingt durch staatliche Eingriffe “gelöst” werden. Die chinesische Führung wird jedoch alles tun, um die Krise weiter zu kaschieren.

Wie gravierend die Lage ist, können Sie diesem aktuellen Beitrag von CBS News entnehmen:

Ein markantes Beispiel daraus: Ein Apartment in Shanghai kostet rund das 45-fache dessen, was ein Arbeiter im Jahr (!) verdient. Bloomberg berichtet, dass der durchschnittliche Quadratmeterpreis in 100 Städten beim fünffachen durchschnittlich verfügbaren Monatseinkommen liegt.

Direkt verbunden mit dieser Immobilienblase ist ein nicht nachhaltiges Kreditvolumen. Dazu Bert Dohmen: “In China haben die Banken Kredite im Wert von 21 Billionen Dollar laufen. Das ist ein gewaltiger Betrag, wenn man sieht, dass es in China nur 3 Billionen Reserven gibt. Wirtschaftsprüfungsunternehmen schätzen, dass der Prozentsatz der schlechten Kredite in den chinesischen Bankenbilanzen bei ganzen 40% – 50% liegt. Sie haben also schlechte Kredite in Höhe von 10 Billionen Dollar – und das ist unhaltbar. Das könnte eine gewaltige Krise verursachen.”

Anders als Jens Erhardt es in der “Finanzwoche” postuliert, kann ich nur abraten, in China zu investieren. Denn ab 2015 wird sich auch die Demografie Chinas immer negativer auswirken. Insofern finden wir hier die Zutaten für einen geradezu “perfekten Sturm”. Wenn diese Blase platzt, wird es ein “Beben” geben, das die globale Wirtschaft nahe an eine Depression führen wird. Und derzeit erschließt sich mir nicht, wie die chinesische Immobilienblase ohne erhebliche Verwerfungen gelöst werden kann.

Dez 212011
 

Zuletzt gab es eine deutliche Entspannung hinsichtlich der Zinsentwicklung europäischer Staatsanleihen. So konnte sich Spanien erheblich günstiger finanzieren als noch vor wenigen Wochen. Der Grund: die EZB hat die Liquiditätssituation der Banken durch extrem günstige Kredite massiv entschärft und damit Anreize gesetzt, dass diese mit diesen Mitteln u.a. hoch verzinsliche europäische Staatsanleihen kaufen, welche sie dann wiederum bei der EZB als „Sicherheiten“ hinterlegen.

Das klingt fast wie die Geschichte des Baron Münchhausen, der sich bekanntlich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen haben soll. Tatsächlich ist dies nichts anderes als eine verstecke Form von Quantitative Easing. Die Börsen feierten dies und auch der Euro konnte stärker zulegen. Ist die Euro-Krise nun also vorbei?

Wohl kaum, denn weiterhin fehlt ein innereuropäischer Länderfinanzausgleich. Dass sich die Situation an der Zinsfront entspannt darf nicht darüber hinweg täuschen, dass zum einen nach wie vor keine Lösung für die strukturell schwachen Länder vorliegt. Und zum anderen liegt nun noch mehr „Ramsch“ in den Büchern der EZB. Irgendwann kommt der Tag der Offenbarung. Doch bis dahin kann noch einiges an Zeit vergehen.

Wenn man die jüngsten Äußerungen von Angela Merkel ernst nehmen kann, wonach der Weg zur Fiskalunion unwiderruflich ist, so deutet sich auch hier Bewegung an. Dass diese womöglich zunächst nur von einem Teil der Euro-Länder getragen wird ist kurzfristig zweitrangig. Immerhin tut sich etwas. Längerfristig birgt dies indes immenses Konfliktpotenzial. Aber hier gilt wohl Keynes berühmte Aussage „In the long run we are all dead.“ Mit anderen Worten: Da können sich dann andere drum kümmern.

Kurzfristig stehen die Zeichen nun jedoch auf Entspannung. Wie von uns erwartet kam es zur Eskalation der Euro-Krise. Diese ist nicht vorbei, aber es wurde Zeit eingekauft und vermutlich wird sich der „Krisen-Fokus“ in den kommenden Monaten in Richtung Asien verschieben.

Auf die Probleme Chinas und Japans haben wir bereits mehrfach hingewiesen. In China ist eine Immobilienblase geplatzt und es gibt eine gewaltige Schieflage im Schattenbankensystem. Wir rechnen hier jedoch damit, dass die eigentliche China-Krise erst in zwei bis drei Jahren einsetzt. Bis dahin kann die chinesische Staatsplanung noch einiges mit ihren immensen Devisenreserven verschleiern. Interessant: Jüngst musste die chinesische Notenbank erstmals den Yuan stützen! Soweit zum sicheren Aufwertungs-Trade…

Weniger „zuversichtlich“ sind wir da für Japan. Japan wird voraussichtlich das Jahr 2011 mit einem Handelsbilanzdefizit abschließen. Sollte sich die globale Wirtschaft in 2012 weiter eintrüben, wird sich diese Situation eher noch verschlechtern. Und damit könnte sich in Japan die nächste Schuldenkrise auftun. Der Yen bleibt somit ein strategischer Short. Die ersten Hedge Fonds haben bereits Blut geleckt.

Jul 212011
 

Offensichtlich wird es eine Art Eurobonds geben, so zumindest der Chef der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker beim heutigen Sondergipfel der Eurozone zur Schuldenkrise.

Der Euro legt aktuell gegen den US-Dollar um über 1% zu, gegenüber dem Schweizer Franken immerhin 0,85% und gegenüber dem japanischen Yen 0,58%. Wie es scheint ist der Euro „gerettet“.

Noch sind die Details unklar, doch der Markt spricht ein klares Urteil:Quelle: pigbonds.info

Während die Renditen der „PIIGS“ deutlich sinken, steigen jene der „solideren“ Staaten erheblich an. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass heute der eigentliche Untergang des Euro-Systems besiegelt wurde, weil nun die tragenden Säulen angeschlagen wurden. Wöglich werden die langfristigen Folgen der heutigen Beschlüsse noch viel dramatischer sein als eine echte Pleite Griechenlands es je hätte sein können.

Wenn sich die chinesische Wirtschaft weiter abkühlt, wird darunter vor allem das nun so stark wirkende Deutschland leiden. Da nun auch die USA auf einen „Sparkurs“ zusteuern, werden wir uns spätestens in 2012 wieder in einer Rezession befinden. Sinkende Steuereinnahmen werden dann plötzlich die Bonität Deutschlands in ein anderes Licht stellen. Doch so weit sind wir noch nicht.

Kurz- bis mittelfristig  könnte der Euro „stärker“ tendieren. Das Sentiment war jüngst sehr negativ. Nahezu alle Wirtschaftsmagazine und Zeitungen hatten Todesanzeigen und Horror-Zeichnungen auf ihren Titelbildern, z.B. „Focus Money“, „Der Spiegel“ oder die „Wirtschaftswoche“. Auch weit über Deutschland hinaus war die Stimmung zum Euro sehr negativ.

Längerfristig sind keine Probleme gelöst sondern nur weiter in die Zukunft geschoben worden. Es könnte jedoch sein, dass sich nun der „Sorgen-Fokus“ nach Asien und Australien verschieben wird. Womöglich kommt das Thema Schuldenkrise in Japan zu neuer Blüte. Oder aber China mit seinem Schatten-Banken-System und seiner immensen Fehl-Allokation im Bau-Sektor rückt näher in den Fokus. Eng mit der Entwicklung Chinas verknüpft ist auch das Schicksal Australiens, wo sich ebenfalls eine gewaltige Immobilien-Blase gebildet hat:
Quelle: Broyhill Asset Management

Griechenland ist “gerettet”, der Euro ist “gerettet” – auf zur nächsten Krise!