Jun 122015
 

Die jüngsten Beiträge auf kaufkraftschutz.de trafen allesamt ins Schwarze. Wir haben einen ersten starken Anstieg der Zinsen gesehen und der Euro konnte sich deutlich von seinen Tiefs erholen. Aus meiner Sicht könnte das zweite Halbjahr durch einen sehr starken Anstieg der Börsen gekennzeichnet sein, begleitet oder vorangehend durch einen Kursrutsch bei Euro, Öl und Gold.

Die Mehrheit der Marktbeobachter geht inzwischen davon aus, dass die Fed die Zinsen erst im kommenden Jahr anheben wird – wenn überhaupt. Ich teile diese Ansicht nicht und erwarte sogar schon recht bald den ersten kleinen Zinsschritt nach oben und wie hier beschrieben eine sich verstärkende Zinswende in den kommenden beiden Jahren. Denn aus meiner Sicht muss die Fed das jetzt tun: Wenn sie jetzt die Zinsen anhebt, wird das den Konsum sogar beflügeln, weil viele sozusagen noch „schnell die niedrigen Zinsen nutzen“ werden wollen. Außerdem muss die Fed anheben, um auch wieder Möglichkeiten zu haben, wenn die nächste Rezession kommt (was vermutlich um 2017 der Fall sein wird). Und sie muss es tun, um ihre Glaubwürdigkeit zu erhalten.

Insofern glaube ich, dass sowohl der Euro als auch Gold vor einem neuerlichen Kursrutsch stehen. Bei EUR/USD könnte die Parität ins Ziel rücken, bei Gold die 1.000 USD. Und der Ölpreis wird vermutlich ebenfalls stärker fallen, weil es weiterhin ein deutliches Überangebot gibt und alle Zeichen weiterhin auf eine Einigung mit Iran und die Ablösung ölangetriebener Fahrzeuge hindeuten.

Generell denke ich, dass man Öl- und Gas-Aktien in den nächsten Jahren (!) strikt meiden sollte und empfehle dazu den Artikel von Clemens Schmale „Die CarbonBubble: Öl am Ende?“. Die Aktie von Exxon Mobil hat kürzliches ein sehr klares Chartsignal geliefert, dass eine Zeitenwende ankündigt.

Ein fallender Euro und ein fallender Ölpreis sind wiederum starke Antreiber der Börsen – genauso wie eine Entspannung an der „außenpolitischen Front“.

Ich favorisiere weiterhin Technologie-Werte und denke, dass die Themen E-Cars, Augmented Reality (z.B. Datenbrillen, 3D-Projektionen), Cyber-Security und Biotech weiter laufen werden. Euro, Öl und Gold sind hingegen für mich nun Short-Kandidaten.

Feb 212014
 

Im vergangenen Sommer hatte ich Sie auf die sich abzeichnende Wende beim Kaffee-Preis hingewiesen und eine spekulative Long-Chance nahe gelegt. Es ging dann noch bis in den Herbst leicht abwärts, bevor der Kaffee-Preis einen Boden ausbildete und jüngst um weit über 50% in die Höhe schoss. Ich hoffe, Sie waren dabei! Wenn nicht, ist die „gute Nachricht“, dass der Kaffee-Preis nach einer „Verschnaufpause“ weiter ansteigen dürfte.

Der Grund des extremen Anstieges ist das Wetter sowie der Kaffee-Rost in Peru. In Brasilien, dem größten Kaffee-Produzenten der Welt, war der Januar 2014 der heißeste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen, gleichzeitig fiel zuletzt so wenig Regen wie seit 20 Jahren nicht mehr. Dagegen wird Indonesien, auch ein wesentlicher Kaffee-Produzent, von starkem Regen belastet. Die folgende Grafik von Businessweek zeigt anschaulich, wie bedeutsam Produktionsausfälle in diesen Ländern sind:

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Das Wetter ist kaum vorherzusagen, aber es sprechen einige fundamentale Aspekte dafür, dass der Kaffee-Preis (wie auch andere Agrarrohstoffe) vor einer anhaltenden Hausse steht. Dazu verweise ich nochmals auf meinen Artikel „Für Spekulanten: Long-Chance bei Kaffee“.

Dez 192013
 

Optimismus und Zuversicht allerorten. Das ist derzeit mein Eindruck beim Lesen der Prognosen für das kommende Jahr. Indes gibt es auch diverse bearishe Stimmen, zum Beispiel  Ned Davis („Bereiten Sie sich auf einen 20%-Rückgang bei Aktien vor„), Tom DeMark („etwas vergleichbares zu 1929 kommt„), Bob Janjuah („Ein heftiger Fall ist auf dem Weg„), John Hussman („Die Bewertungsblase bei Aktien erkennen„) oder Harry Dent („Amerika steuert auf ein demografisches Kliff zu und eine weitere Krise ist nahe„).

Tatsächlich gibt es zahlreiche mahnende Signale. Ich teile jedoch die Ansicht von Christine Hughes, Präsidentin und Chef-Investmentstrategin bei OtterWood Capital Management: Wir sind in einer Blase, aber noch ist es zu früh, um eine beginnende Baisse auszurufen:

Kurzfristig spricht viel für eine Korrektur, doch danach dürfte sich die Hausse erst mal noch fortsetzen. Wie lange wird davon abhängen, wie stark die Rallye verläuft. Mein Verdacht ist, dass wir die eigentliche Übertreibungsphase bei Aktien erst noch vor uns haben.

Was danach kommt dürfte jedoch überaus „unschön“ werden. Die Jahre von 2015 bis 2020 werden dramatische Veränderungen bringen. Dazu jedoch mehr in einem anderen Beitrag. 2014 wird jedenfalls vermutlich mit einer Konsolidierung bei Aktien beginnen, der das Finale der Hausse folgt.

Mai 222013
 

Am 01.02.2013 habe ich Sie auf eine mögliche bevorstehende Hausse bei Uran-Aktien hingewiesen. Seit dem scheint nicht viel geschehen zu sein, denn der Spot-Preis für Uran „dümpelt vor sich hin“ (aktuell 40,75 USD pro Pfund). Doch es gibt gleich drei Katalysatoren, welche schon bald eine neue Hausse begründen können:

  1. China hat sein Atom-Programm wieder aufgenommen. 30 Reaktoren befinden sich dort derzeit im Bau, 49 weitere sind in Planung. Jährlich werden derzeit 22 Mio. Pfund Uran verbraucht, jedoch nur 3 Mio. Pfund produziert. Und der Verbrauch Chinas soll bis 2030 auf 73 Mio. Pfund ansteigen. China wird daher jede Gelegenheit nutzen (müssen), seine Reserven und Ressourcen an Uran zu erhöhen.
  2. Japan, vor Fukushima der weltweit drittgrößte Nutzer von Kernenergie, wird seine Atomkraftwerke wieder anschalten, präziser: anschalten müssen. Denn mit der jüngsten Abwertung des Yen werden Rohstoffe für die Japaner markant teurer, was die ohnehin schon negative Handelsbilanz belastet. Die Kosten für Energieimporte haben sich gegenüber 2011 bereits verdoppelt. Folglich werden die Japaner mit großer Wahrscheinlichkeit wieder mehr auf Eigenproduktion setzen, was kurzfristig nur via Atomenergie möglich ist. Da derzeit nur zwei der 50 Reaktoren in Betrieb sind, wird die Uran-Nachfrage aus Japan tendenziell wieder stark zunehmen.
  3. Wie bereits berichtet läuft zum Jahresende ein vor 20 Jahren geschlossener Vertrag aus, wonach waffenfähiges Uran aus Russland verarbeitet und an die USA geliefert wird. Dies machte immerhin 15% des globalen Uran-Gesamtangebotes aus. Die USA verbrauchen jährlich 55 Mio. Pfund Uran, produzieren derzeit aber nur 4 Mio. Pfund. Zwar dürften die Russen weiter die USA beliefern, jedoch sicherlich nicht mehr zu den derzeitigen Preisen. Zudem dürften die USA generell daran interessiert sein, sich nicht zu sehr von Uran-Importen aus Russland und dem unter russischen Einfluss stehenden Kasachstan abhängig zu machen. Doug Casey skizziert bereits einen russischen Corner des Uran-Marktes. Das erscheint mir zwar überzogen, aber Russland hat in der Tat nicht nur in den Bereichen Gas und Öl eine globale Vormachtstellung.

Nun bin ich bei Prognosen die mehr als 5 Jahre in die Zukunft gehen regelmäßig skeptisch, doch das Szenario eines Angebotsdefizits zu derzeitigen Preisen ist durchaus überzeugend. So hatten z.B. BHP Billiton, Cameco und Areva im vergangenen Jahr diverse Projekte aus wirtschaftlichen Gründen gestoppt. Der Uran-Preis müsste auf über 70 US-Dollar pro Pfund steigen, damit sich diese Projekte wieder lohnen. Und sollte es so kommen, würde doch einige Zeit vergehen, bis sich die Lage entspannen dürfte.

Dies ist also durchaus ein Szenario, aus dem man eine bullishe Prognose ableiten kann. Und ich denke, dass „saubere“ Alternativen wie Solar- und Windenergie selbst bei größten Anstrengungen die Kernenergie nicht in einem überschaubaren Zeitfenster ersetzen können. Demnach wird voraussichtlich schon bald einer neuer Bullenmarkt bei Uran einsetzen, wovon insbesondere die Uran-Produzenten profitieren sollten.

Ich wurde bereits nach meinem ersten Beitrag gebeten, doch einige konkrete Werte zu nennen, die ich als interessant erachte. Dem komme ich hiermit nach, möchte jedoch betonen, dass dies keine Anlageberatung ist und Sie für Ihre Investmententscheidungen selbst verantwortlich sind:

  • Uranium Participation (ISIN: CA9170171057, 3,78 EUR): Mit dieser Aktie können Sie mehr oder weniger direkt auf den Uran-Preis setzen, da das Unternehmen nichts anderes tut, als seine Vermögenswerte in Uran zu investieren.
  • Cameco (ISIN: CA13321L1085, 17,14 EUR): Das kanadische Unternehmen ist einer der weltweit größten Uran-Förderer. Damit ist die Aktie geradezu ein Muss für Institutionelle Anleger, die das Thema abdecken möchten.
  • Paladin Energy (ISIN: AU000000PDN8, 0,71 EUR): Einer der größten Uran-Förderer Australiens (wobei die Produktionsstätten in Afrika liegen) und ebenfalls ein „Blue Chip“ innerhalb des Uran-Sektors.
  • Uranium Energy (ISIN: US9168961038, 1,48 EUR): Produktion in Texas und Explorationsziele in Paraguay. Das Unternehmen ist schuldenfrei, das Management hält 20% der Aktien.
  • Energy Fuels (ISN: CA2926711045, 0,11 EUR): Analytisch gesehen einer der günstigsten Uran-Produzenten (USA) und damit ein interessantes Übernahmeziel.
  • Uranerz Energy (ISIN: US91688T1043, 1,08 EUR): Angehender Uran-Produzent in den USA mit voraussichtlich sehr geringen Förderkosten und bereits abgeschlossenen Verträgen u.a. mit Exelon, dem größten Kernkraftwerksbetreiber in den USA.
  • Ur-Energy (ISIN: CA91688R1082, 0,68 EUR): Ebenfalls ein angehender Produzent (USA), der sehr niedrige Produktionskosten haben wird und bereits Abnahme-Verträge geschlossen hat.
  • Strathmore Minerals (ISIN: CA8630771035, 0,12 EUR): Der spekulativste Wert, da noch keine finalen Genehmigungen vorliegen, jedoch mit starken Partnern (Sumitomo, Kepco) und gleich zwei „Company Maker“-Projekten in den USA, für welche noch im laufenden Jahr mit Entscheidungen der Behörden zu rechnen ist.

Jetzt mögen Sie sich vielleicht fragen: „Welchen Wert soll ich denn nun kaufen?“. Nun, per se kann ich Ihnen das nicht beantworten. Jeder dieser Werte hat (s)eine „Story“ und jeweils ein anderes Chance/Risiko-Profil. Zudem empfiehlt sich bei Einzelwerten generell eine breitere Streuung. Anhand der Auswahl können Sie indes erkennen, dass ich generell den Fokus eher auf Werte mit US-Produktion legen würde, da dies das größte Abnehmerland ist und politische Risiken noch am überschaubarsten erscheinen. Alternativ zu Einzeltiteln gibt es auch einige Zertifikate und Fonds, wobei ich mir da kein Urteil erlaube und Ihnen eine eigene Recherche nahe lege.

Ein überaus spannender Wert, der jedoch nichts mit der Uran-Förderung sondern mit der Uran-Anreicherung zu tun hat, ist das australische Unternehmen Silex Systems (ISIN: AU000000SLX4, 1,96 EUR). Das Unternehmen hat eine Technologie entwickelt, mittels derer Uran mit Lasern angereichert werden kann. Die Technologie steht kurz vor dem Durchbruch, eine Test-Phase wurde gerade erfolgreich beendet. Setzt sich die Technologie nachhaltig durch, wird Silex durch Lizenz-Einnahmen eine wahre „Cashcow“ werden. Aber natürlich sind auch hier die Risiken beträchtlich (das Unternehmen wird ohne relevante Umsätze bereits mit 450 Mio. CAD bewertet) und Investoren sollten neben der Risikofreude auch entsprechende Geduld mitbringen.

Abschließend ein wichtiger Hinweis:
Es gibt eine durchaus hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass sich die 4-jährige „allgemeine“ Aktien-Hausse ihrem Ende nähert. Sollte im Sommer eine neue Baisse beginnen, müsste das oben beschriebene Szenario ungeachtet der bullishen fundamentalen Basis überprüft werden, da man bereits 2008/2009 sehen konnte, dass Märkte auch extreme Unterbewertungen erreichen können und einige der oben genannten Unternehmen dann womöglich existenziell bedroht wären.

Mai 152013
 

Nach gründlicher Analyse sehe ich die Zeit für Shorts auf die Aktienindizes nun gekommen. Ob es DIE Wende wird, kann ich noch nicht sicher sagen, doch binnen der kommenden drei Monate sehe ich den DAX (aktuell 8.363) bis auf ca. 7.300 Punkte zurückfallen, was immerhin einem Minus von rund 13% entspricht.

Ich weiß, Ihr Anlageberater, die Medien, die Fed und alle anderen sagen Ihnen etwas anderes, insbesondere dass Aktien gar nicht mehr fallen können, weil ja die Notenbanken die Märkte mit Liquidität fluten und damit die goldene Ära risikofreier Gewinne bei Aktien eingeleitet wurde. Das ist indes inzwischen wohl selbst dem absoluten Börsenneuling bekannt und damit keine relevante Information mehr.

Neu ist vielleicht eher, dass sich einige Divergenzen gebildet haben. So wurden z.B. die neuen Hochs nicht mehr durch den VIX und das Volumen unterstützt. Schaut man sich Einzelwerte an, so zeigen manche bereits abgeschlossene Wendeformationen, während andere gerade den „Buying Climax“ erleben, also die finale Trendbeschleunigungsphase.

Zu oft schon habe ich diese Phase erlebt um sie nicht zu kennen. Die letzten Bären werden brutal geschlachtet, Skeptiker mitleidig belächelt. Die einzige wichtige Frage für den „gewöhnlichen Fondsmanager“ lautet: Wie komme ich noch in den Aktienmarkt rein? Zur gleichen Zeit verkaufen die Insider massiv ihre Bestände, denn sie wissen letztlich am besten, wie ihr Geschäft relativ zu den Aktienkursen läuft.

Ja, genau in dieser Phase sind wir nun und es ist natürlich ein geradezu aussichtsloses Unterfangen, DAS Hoch zu erwischen. Ich habe mir angewöhnt, in solchen Phasen gestaffelte Put-Käufe durchzuführen und dann zu warten. Die Kunst liegt darin, gegen Ihre Panik zu handeln – so wie Sie es 2009 hätten tun sollen, als das „Ende der Welt“ nahe schien.

Und denken Sie daran, dass gerade „die ganze Welt“ mit weiterer Yen-Schwäche rechnet. Ein derart hoher Konsens führt regelmäßig zum genauen Gegenteil , wie hier beschrieben. Ich bin jedenfalls nun auch short EUR/JPY (aktuell 132,15).

Mai 072013
 

„BILD.de  erklärt das Kursfeuerwerk“ können wir heute lesen. Der Artikel hat indes durchaus auch einen mahnenden Tenor, sodass man daraus keine Rückschlüsse auf das Sentiment ziehen kann. Interessant ist jedoch einer der Kommentare:
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Meines Erachtens kann man diesem Beitrag eine gewisse Repräsentativität für den „Normalbürger“ unterstellen. Zumindest ist dies mein persönlicher Eindruck bei Gesprächen in meinem Umfeld. Nicht wenige sind nun eingestiegen, da man auf der Zinsseite nichts mehr verdient.

Was hierbei natürlich übersehen wird ist, dass man eine Rendite am besten risikoadjustiert betrachtet, also die Schwankungsbreite bzw. Volatilität über einen vernünftigen Anlagezeitraum mit berücksichtigt. Seit dem Jahr 2000 haben wir immens große Kursschwankungen erlebt – ein Traum für Trader, ein Alptraum für viele Investoren.

Nun gibt es nicht wenige Strategen, die eine neue Hausse sehen, da wir eindeutig neue Allzeithochs erreicht und damit neue technische Kaufsignale ausgelöst haben. An anderer Stelle las ich, die aktuelle Rallye sei historisch jene der am meisten misstraut wird – was ebenfalls eigentlich ein gutes Zeichen für weitere steigende Kurse ist. Der Unglaube resultiert natürlich aus der Tatsache, dass inzwischen selbst ein Laie weiß, dass die Notenbanken „billiges Geld“ zur Verfügung stellen und deshalb die Kurse geradezu nur steigen können. Und genau mit dieser „Gewissheit“ habe ich ein Problem.

„Never fight the Fed“ ist inzwischen derart populär, dass ich in mir drin eine lautstarke Warnung wahrnehme, denn zu oft sind es gerade diese vermeintlich „sicheren“ Gründe gewesen, die zu den extremsten Enttäuschungen geführt haben. Ich hatte das gleiche Gefühl 2011, als die Edelmetallpreise extrem stark und schnell anstiegen. Damals war es „sicher“, dass Gold schon 2012 auf 3.000 US-Dollar und mehr und Silber gar weit über 100 US-Dollar steigen würde. Die Gründe dafür waren auch einleuchtend, nur dachte ich damals, dass das eben prinzipiell keine neuen Erkenntnisse sind und wir eher am Ende der Bewegung als am Start einer nachhaltigen Rally sind. Somit kam ich zu dem Schluss dass es an der Zeit war, weitere Edelmetall-Käufe nicht nur einzustellen, sondern sogar Bestände abzugeben, was ich auch tat.

Zurück zu den Aktienmärkten: ich weiß nicht was der Auslöser sein wird, aber ich bin mir recht sicher, dass wir irgendwann ein Ereignis erleben werden, das den Glauben an die Macht der Notenbanken in ihren Grundfesten erschüttern wird. Bis dahin könnte natürlich noch etwas Zeit vergehen. Dennoch denke ich, dass jetzt keine gute Zeit ist zu kaufen, sondern das genaue Gegenteil zu tun.

Mein Short-Einstieg war natürlich nun etwas verfrüht, indes habe ich hier nur einen „Fuß in die Tür“ gesetzt und ein Derivat gewählt, das meiner Prognose noch etwas Zeit lässt, um aufzugehen. Ggf. werde ich meine Strategie in den nächsten Tagen hier konkretisieren. Auf jeden Fall möchte ich betonen, dass wir uns in einer Zeit befinden, in der KapitalERHALT ganz eindeutig Vorrang vor Rendite haben muss. Sie werden regelmäßig nicht das genaue Hoch oder Tief erwischen. In Anbetracht der neuen Allzeithochs und der zuletzt euphorischen Titelblätter kann ich Ihnen jedoch versichern, dass wir uns eher in einer Topp-Bildung als am Anfang einer neuen Hausse befinden.

Aug 232011
 

Der Yen steht derzeit gegenüber dem US-Dollar auf dem höchsten Niveau seit dem 2. Weltkrieg. Ein US-Dollar kostet aktuell 76,59 Japanische Yen. Über das Wochenende trug Japans Finanzminister Yoshihiko Noda mit einer neuerlichen verbalen Intervention dazu bei, dass er kurzfristig nachgab, doch heute steigt der Yen abermals deutlich an.

Japan hat im August bereits „real“ interveniert und 4.500 Mrd. Yen in den Markt gegeben. Nun hat der japanische Notenbankchef Masaaki Shirakawa „drastische und aggressive Schritte“ gegen den Höhenflug der eigenen Währung angekündigt. Man werde aufmerksam die Rede des US-Notenbankvorsitzenden Ben Bernanke am Freitag verfolgen und womöglich werde die Bank of Japan ihre reguläre geldpolitische Sitzung vom 6. September vorziehen.

Wir gehen davon aus, dass Japan in Kürze etwas tun wird, was historisch bedeutsam sein könnte. Da Japan wie die USA autonomer Herausgeber der eigenen Währung ist, kann sie theoretisch unendlich viele Yen „produzieren“. Die Ausweitung der Geldmenge wird jedoch irgendwann inflationär wirken. Wir fühlen uns an den Spruch erinnert: „Sei vorsichtig mit dem was du dir wünschst. Es könnte in Erfüllung gehen.“

Wenn wir den ultra-langfristigen USD/JPY-Chart anschauen, erkennen wir, dass die Dynamik der Yen-Aufwertung gegen den US-Dollar nachlässt, auch wenn die kurzfristige Entwicklung für die japanischen Exporteure sicher belastend sein mag.Quelle: wikipedia.org

Japan befindet sich seit nunmehr 20 Jahren in einer deflationär geprägten „Wirtschaftskrise“. Extreme Fehlinvestitionen, eine massive Immobilienblase, Banken-Krise, Konjunktur-Programme, stark wachsende Staatsverschuldung, Sparkurs, erneuter Einbruch, weitere staatliche Programme… Wir kennen das aus den heutigen Nachrichten. Japan hat all dies schon hinter sich.

Die Frage die man sich stellen muss ist recht simpel: Wie lange kann eine solche Phase überhaupt anhalten. Muss es nicht zwingend irgendwann zu einer „Wende“ kommen?

Eines steht fest: WENN der Yen einst seine Richtung nachhaltig ändert – die Gründe hierzu werden zu gegebener Zeit kommen – werden japanische Aktien eine neue Hausse erleben. Japanische Werte gehören ohnehin global zu den günstigsten, gemessen am Kurs/Buchwert-Verhältnis.

Strategisch agierende Investoren legen sich hier für ein langfristiges Investment auf die Lauer. Womöglich verliert die Bank of Japan nun die Nerven und die „drastischen und aggressiven Schritte“ führen zu einer unumkehrbaren Entwicklung hinsichtlich des Yen und legen den Grundstein für eine neue Aktienhausse im Land der aufgehenden Sonne.

Jul 132011
 

Seit Monaten besticht der Deutsche Aktienmarkt (DAX) durch eine beeindruckende Stärke. Deutsche Unternehmen profitieren massiv durch die „Euro-Krise“, da nicht nur der schwache Euro den Export unterstützt, sondern auch das Zinsniveau relativ zu niedrig ist und Unternehmen sich somit sehr günstig refinanzieren können. Die Credit Suisse schreibt aktuell:

„In dieser Woche schauen wir uns Deutschland an, für das wir seit Monaten ‚Übergewichten‘ empfehlen und auch weiter daran festhalten. Wir haben vier Hauptgründe für unsere positive Einschätzung Deutschlands:

Erstens denken wir, dass deutsche Unternehmen sehr wahrscheinlich in der Lage sein werden, Lohnerhöhungen an ihre Kunden weiterzugeben. Auch die Kapazitätsauslastung impliziert Spielraum für Preiserhöhungen.

Zweitens, robustes Gewinnwachstum und abnehmende Risikoaversion eröffnen Spielraum für weitere Anstiege.

Drittens […] profitiert das Land durch seine Exportorientierung und dem Boom der Schwellenländer sowie dem Niveau des EUR. Deutschland profitiert stark von der weltweiten Nachfrage, denn sein Exportanteil beträgt rund 40% des BIP.

Und viertens, moderate Bewertung in Bezug auf die traditionellen Bewertungskennziffern […]. Würden sich die KGVs für DAX-Unternehmen auf ihrem historischen Durchschnitt von 15 für die Ergebnisse der kommenden 12 Monate befinden, würde der DAX auf Basis der aktuellen Gewinne oberhalb von 10.000 Punkten notieren, da die Gewinnzahlen nun höher liegen als 2007 (siehe Grafik).

Wir favorisieren Adidas, Allianz, BASF, BMW, Daimler, Deutsche Post, Fresenius Medical Care, Henkel Vz., Infineon, SAP, Siemens und Volkswagen.“

Schaut man sich einige Charts aus den Bereichen Banken und Versicherungen an, z.B. Deutsche Bank, Allianz oder Münchener Rück, erscheint es sehr fraglich, ob der DAX tatsächlich ein Niveau von 10.000 Punkten erreichen kann. Solange indes der Exportmotor läuft, spricht auch nicht viel für eine neuerliche Baisse. Die Grundtendenz ist demnach weiter positiv.