Mrz 242015
 

Aufmerksamen Beobachtern wird aufgefallen sein, dass derzeit sehr gravierende Dinge geschehen. Hier eine kleine unsortierte Auflistung:

Das sind allesamt Bausteine für eine „große Überraschung“ in den nächsten vier Wochen. Denkbar sind ein US-Anleihen und/oder Aktien Flash Crash, ein „Grexit“, eine historische Annäherung an den Iran oder aber auch ein möglicher neuer Krieg. Es laufen „Tage der Entscheidung“.

Man sollte sich also auf eine hochvolatile Phase vorbereiten. Der jüngste US-Dollar Flash Crash hat einen kleinen Vorgeschmack gegeben.

In Anbetracht der Spannungen mit Russland halte ich eine Einigung mit Iran für sehr wahrscheinlich – denn dies dürfte den Ölpreis auf neue Tiefs treiben. Wie bereits beschrieben sehe ich zudem gute Chancen für eine kleine Euro-Rallye in den nächsten Monaten, wozu durchaus auch ein weiterer Schuldenschnitt mit ergänzendem, von Deutschland finanziertem „Griechenland-Aufbaufonds“ beitragen könnte.

Auch die Börsen erscheinen mir gerade reif für einen stärkeren Einbruch. In jedem Fall ist eine gewisse Vorsicht angebracht. Es häufen sich zuletzt die Anzeichen für spekulative Blase, z.B. im Biotech-Sektor. Und ich meine eine Rotation zu Versorgern und Telekom-Werten zu sehen, also eine Bewegung in defensive Sektoren. Auch das könnte ein Warnsignal sein.

Sep 192011
 

Ähnlich wie Gold, bei dem wir eine obere Umkehr erwarten, scheint auch Silber vor einem markanten Absturz zu stehen. Zumindest kommen zu diesem Ergebnis einige Vertreter der Elliott-Wellen-Analyse (siehe hier und hier).

Tatsächlich steht Silber nun exakt am Support. Da der US-Dollar wie von uns erwartet bereits massiv aufwertet, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Bereich um 39 US-Dollar bald nach unten verlassen wird.

Ein Kursziel könnte im Bereich um die 30 US-Dollar liegen, was demnach einem Rückgang von rund 25% entspräche:

Quelle: clivemaund.com

Allerdings sollte bedacht sein, dass die US-Fed morgen und am Mittwoch tagt. Sollte Bernanke weitere „Unterstützungsmaßnahmen“ bekannt geben, könnte dies die Edelmetalle abermals befeuern. Auf der anderen Seite ist das Enttäuschungspotenzial auch nicht zu verkennen, wenn es nicht – oder noch nicht – zu einem „Quantitative Easing 3.0“ kommt.

Der Anstieg des US-Dollar spricht jedenfalls derzeit eher dafür, dass sich die deflationären Tendenzen durchsetzen. Und Einsparungen von 3 Billionen US-Dollar in den USA und zunehmende Diskussionen über ein Hard Landing in China (siehe auch „So sehen Blasen aus! China vor einer Krise„) oder eine womöglich unmittelbar bevorstehende Pleite Griechenlands deuten auch nicht gerade auf Inflation hin…

Die Edelmetalle wirken angeschlagen. Auch „Dr. Kupfer“ signalisiert eine Wende. Noch haben die Bullen die Chance auf ein Fehlsignal. Aber wehe wenn Ben sie enttäuscht…

Aug 302011
 

Im kommenden Monat wird es insbesondere hinsichtlich der „Euro-Krise“ einige markante Entscheidungen und Entwicklungen geben. Doch auch aus den USA werden nachhaltig relevante Meldungen kommen. Hier ein Überblick über bedeutsame Termine:

  • 07.09.  Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über die Griechenland-Hilfen
  • 11.09.  10-Jahrestag der Terroranschläge in den USA
  • 21.09.  Fed-Meeting zu weiteren Maßnahmen zur Stimulierung der Wirtschaft
  • 23.09.  Entscheidung des Bundestags über den Euro-Rettungsschirm

Auch in anderen europäischen Ländern wird im September über die Griechenland-Hilfen abgestimmt. Wie schon beschrieben, birgt der Monat September somit ausreichend Potenzial für eine finale Eskalation der Euro-Krise.

Daher erscheint Vorsicht hinsichtlich jedweder Spekulationen zum Währungspaar EUR/USD ratsam. Auch die weitere Entwicklung an den Börsen dürfte durch die bevorstehenden Entscheidungen geprägt werden. Es deutet sich ein „heißer Herbst“ an…

Jul 212011
 

Offensichtlich wird es eine Art Eurobonds geben, so zumindest der Chef der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker beim heutigen Sondergipfel der Eurozone zur Schuldenkrise.

Der Euro legt aktuell gegen den US-Dollar um über 1% zu, gegenüber dem Schweizer Franken immerhin 0,85% und gegenüber dem japanischen Yen 0,58%. Wie es scheint ist der Euro „gerettet“.

Noch sind die Details unklar, doch der Markt spricht ein klares Urteil:Quelle: pigbonds.info

Während die Renditen der „PIIGS“ deutlich sinken, steigen jene der „solideren“ Staaten erheblich an. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass heute der eigentliche Untergang des Euro-Systems besiegelt wurde, weil nun die tragenden Säulen angeschlagen wurden. Wöglich werden die langfristigen Folgen der heutigen Beschlüsse noch viel dramatischer sein als eine echte Pleite Griechenlands es je hätte sein können.

Wenn sich die chinesische Wirtschaft weiter abkühlt, wird darunter vor allem das nun so stark wirkende Deutschland leiden. Da nun auch die USA auf einen „Sparkurs“ zusteuern, werden wir uns spätestens in 2012 wieder in einer Rezession befinden. Sinkende Steuereinnahmen werden dann plötzlich die Bonität Deutschlands in ein anderes Licht stellen. Doch so weit sind wir noch nicht.

Kurz- bis mittelfristig  könnte der Euro „stärker“ tendieren. Das Sentiment war jüngst sehr negativ. Nahezu alle Wirtschaftsmagazine und Zeitungen hatten Todesanzeigen und Horror-Zeichnungen auf ihren Titelbildern, z.B. „Focus Money“, „Der Spiegel“ oder die „Wirtschaftswoche“. Auch weit über Deutschland hinaus war die Stimmung zum Euro sehr negativ.

Längerfristig sind keine Probleme gelöst sondern nur weiter in die Zukunft geschoben worden. Es könnte jedoch sein, dass sich nun der „Sorgen-Fokus“ nach Asien und Australien verschieben wird. Womöglich kommt das Thema Schuldenkrise in Japan zu neuer Blüte. Oder aber China mit seinem Schatten-Banken-System und seiner immensen Fehl-Allokation im Bau-Sektor rückt näher in den Fokus. Eng mit der Entwicklung Chinas verknüpft ist auch das Schicksal Australiens, wo sich ebenfalls eine gewaltige Immobilien-Blase gebildet hat:
Quelle: Broyhill Asset Management

Griechenland ist „gerettet“, der Euro ist „gerettet“ – auf zur nächsten Krise!

Mai 232011
 

„USA: Staatsbankrott im August?“ schreibt mmnews.de. Im Artikel heißt es: „Was ist der Unterschied zwischen Griechenland und den USA? Eigentlich kein großer – nur über die USA spricht niemand.“

Beides ist vollkommen falsch. Es wird sehr viel über einen Staatsbankrott der USA „gesprochen“, was eine kurze entsprechende Suchanfrage bei Google zeigt. Und es gibt einen sehr großen und entscheidenden Unterschied zwischen den USA und Griechenland. Die Quintessenz können wir schon vorweg nehmen: die USA können nicht bankrott gehen!

Warren Buffet hat richtig erkannt: „Die USA werden keine Schuldenkrise erfahren, solange wir Schulden in unserer eigenen Währung begeben. Das einzige über das wir besorgt sein müssen ist die Druckerpresse und Inflation.“

Genau das ist der zentrale Unterschied zu Griechenland: die USA sind souveräner Herausgeber ihrer Währung. Ein US-Bankrott ist technisch vollkommen unmöglich, solange der US-Kongress diesen nicht beschließt.

Sicher werden Sie sich denken: „Das ist doch Quatsch! Irgendwann ist die Verschuldung so groß, dass niemand mehr US-Anleihen kauft und dann sind die USA sehr wohl bankrott.“

Nun, dem ist nicht so. Zumindest nicht nach der Argumentation der „Modern Monetary Theory“ (MMT), welche in den USA immer mehr Anhänger findet und deren Ansichten auch wir teilen. Was verbirgt sich dahinter?

MMT ist eine Beschreibung, keine Theorie. Sie bezieht sich ausschließlich auf eine Regierung, deren Währung flexibel handelbar und wo sie allein Herausgeber der Währung ist. Daher finanziert sich eine solche Regierung nicht über Steuer-Einnahmen oder Ausgabe von Schuldtiteln. Es ist genau anders herum: die Regierung muss selbst erst die Währung herausgeben, bevor sie Steuern erheben oder Anleihen begeben kann.

In einem solchen Fiat Money System finanzieren Staatsanleihen nichts – sie dienen lediglich als monetäres Instrument, mit dem die Notenbank die Zinssätze von Übernachtkrediten steuert. Auch die Aussage, China oder Japan finanzieren die USA, ist falsch.

Wir werden die MMT in den nächsten Tagen ausführlich vorstellen, denn der Sturm der Entrüstung dürfte groß sein. Auch wir haben lange gebraucht, um die Theorie und deren Implikationen zu begreifen. Daher auch unser jüngster Hinweis auf Twitter, Dollar zu kaufen.

Abschließend: Wichtig ist die Erkenntnis, dass es in einem Fiat Money System wie oben beschrieben technisch keinen Staatsbankrott der USA geben kann – es sei denn, dieser wird von den Staatsvertretern selbst „beschlossen“. Die einzige Gefahr ist, dass die Regierung mehr Währungseinheiten herausgibt als entsprechend der Produktionskapazität der Wirtschaft erforderlich ist. Dann ist die Folge dieses Inflationsprozesses der Kaufkraftverlust der Währung.

Die USA sind nicht Griechenland. Das Geldsystem der USA ist völlig anders als jenes der EU.