Jul 152015
 
goldbarren

Der Goldpreis notiert gerade bei 1.156 USD. Angesichts der Krisen (Ukraine, China, Griechenland, Puerto Rico) hätte man intuitiv annehmen können, dass der Goldpreis signifikant zulegt. Doch nichts. Nienete. Nada. Rien. Der Goldpreis hat sogar noch leicht abgegeben in den vergangenen Wochen. Spekuliert wurde bereits, ob womöglich Griechenland sein Gold verkauft.

Wie dem auch sei, nun da sich überall Anzeichen für Entspannung zeigen (Iran, Griechenland, Ukraine, China), könnte das genaue Gegenteil der ursprünglichen Annahme eintreten: ein stärkerer Sturz. Denn dafür lassen sich einige weitere Argumente anführen. So hat z.B. Fed-Chefin Yellen vergangene Woche recht klar gesagt, dass es einen Zinsschritt geben wird. Das entspricht auch klar meiner Meinung: Die US-Zinserhöhung kommt!

Nicht unterschätzen sollte man aber auch den Deal mit Iran sowie die jüngsten Verwerfungen in China. Der Iran hat für große Transaktionen in den letzten Jahren Gold genutzt und könnte nun als Verkäufer auftreten. Ebenso chinesische Privatinvestoren, die Liquidität benötigen wegen margin calls.

Hinzu kommt die brisante charttechnische Lage. Unter 1.140 USD sieht der Goldpreis immens kritisch aus.

Gegen einen Fall des Goldpreises sprechen recht klar die CoT-Daten, welche eher sogar eine unmittelbar bevorstehende Wende nach oben andeuten.

Was recht eindeutig ist: die Volatilität des Goldpreises steht auf sehr tiefem Niveau. In den letzten Jahren kam es ausgehend von diesem Niveau in der Folge zu stärkeren Bewegungen. Und da ich wie oben beschrieben eher mit einem Einbruch reche, könnte Gold bald schnell 150 USD und mehr verlieren. Ich sehe jedenfalls derzeit kein überzeugendes Pro-Gold-Argument.

Was denken Sie? Ich freue mich auf Ihren Kommentar!

Jun 122015
 

Die jüngsten Beiträge auf kaufkraftschutz.de trafen allesamt ins Schwarze. Wir haben einen ersten starken Anstieg der Zinsen gesehen und der Euro konnte sich deutlich von seinen Tiefs erholen. Aus meiner Sicht könnte das zweite Halbjahr durch einen sehr starken Anstieg der Börsen gekennzeichnet sein, begleitet oder vorangehend durch einen Kursrutsch bei Euro, Öl und Gold.

Die Mehrheit der Marktbeobachter geht inzwischen davon aus, dass die Fed die Zinsen erst im kommenden Jahr anheben wird – wenn überhaupt. Ich teile diese Ansicht nicht und erwarte sogar schon recht bald den ersten kleinen Zinsschritt nach oben und wie hier beschrieben eine sich verstärkende Zinswende in den kommenden beiden Jahren. Denn aus meiner Sicht muss die Fed das jetzt tun: Wenn sie jetzt die Zinsen anhebt, wird das den Konsum sogar beflügeln, weil viele sozusagen noch „schnell die niedrigen Zinsen nutzen“ werden wollen. Außerdem muss die Fed anheben, um auch wieder Möglichkeiten zu haben, wenn die nächste Rezession kommt (was vermutlich um 2017 der Fall sein wird). Und sie muss es tun, um ihre Glaubwürdigkeit zu erhalten.

Insofern glaube ich, dass sowohl der Euro als auch Gold vor einem neuerlichen Kursrutsch stehen. Bei EUR/USD könnte die Parität ins Ziel rücken, bei Gold die 1.000 USD. Und der Ölpreis wird vermutlich ebenfalls stärker fallen, weil es weiterhin ein deutliches Überangebot gibt und alle Zeichen weiterhin auf eine Einigung mit Iran und die Ablösung ölangetriebener Fahrzeuge hindeuten.

Generell denke ich, dass man Öl- und Gas-Aktien in den nächsten Jahren (!) strikt meiden sollte und empfehle dazu den Artikel von Clemens Schmale „Die CarbonBubble: Öl am Ende?“. Die Aktie von Exxon Mobil hat kürzliches ein sehr klares Chartsignal geliefert, dass eine Zeitenwende ankündigt.

Ein fallender Euro und ein fallender Ölpreis sind wiederum starke Antreiber der Börsen – genauso wie eine Entspannung an der „außenpolitischen Front“.

Ich favorisiere weiterhin Technologie-Werte und denke, dass die Themen E-Cars, Augmented Reality (z.B. Datenbrillen, 3D-Projektionen), Cyber-Security und Biotech weiter laufen werden. Euro, Öl und Gold sind hingegen für mich nun Short-Kandidaten.

Apr 162013
 

Die Spekulationsblase bei Bitcoins ist jäh in sich zusammengefallen, was jedoch niemanden der schon einige „Übertreibungscharts“ gesehen hat, überrascht haben sollte. Via Twitter hatte ich frühzeitig gewarnt. Ich denke, dass die Bitcoin-Idee per se gut ist, jedoch die Blasenbildung im wahrsten Sinne des Wortes „einprogrammiert“ ist und eine künftige digitale Währung aus dem Konzept vieles lernen wird. Kaufen würde ich Bitcoins nicht.

Ebenfalls einen Crash haben wir bei Gold gesehen. Da ich gerade erst von einer Familien-Kur an der Ostsee zurückkomme und mich dort in Online-Abstinenz geübt habe, hier meine ersten Gedanken dazu:

  • Der Chart hat lange an einer oberen Umkehr „gebaut“ und es war zu erwarten, dass ein solcher Sell-off kommen würde. Persönlich habe ich ihn schon wesentlich früher erwartet
  • Auch Ratios, z.B. gegenüber dem Dow oder Einfamilienhäusern haben frühzeitig eine Wende angekündigt.
  • Wie sich – wieder einmal – zeigt, ist auch Gold nicht gegen Einbrüche immun. Absolute Sicherheit gibt es nicht. Was zählt sind relative Werte.
  • Der Einbruch signalisiert aus meiner Sicht ein Scheitern der Inflationspolitik der Notenbanken. Das sollte ernsthaft zu denken geben!
  • Da auch andere Rohstoffe stärker eingebrochen sind, kündigt sich aus meiner Sicht hier die nächste deflationäre Zerstörungswelle an. Diese wird die heftigste werden.

Was kommt als nächstes?

Nun, ich vermute, dass die Börsen eine ähnliche Entwicklung nehmen werden, wobei ich mir noch nicht sicher bin, ob es einen schnellen Crash oder eine neue Baisse geben wird. Insofern gilt weiterhin: Gewinne mitnehmen!

Noch ein Wort zu Goldminenaktien: Diese wurden ebenfalls „zerrissen“, sodass ich mit dem Einstieg eindeutig zu früh dran war. Wer jedoch dem skizzierten Plan gefolgt ist und gleichzeitig Gold geshortet hat, sollte in etwa ein ausgeglichenes Ergebnis haben. Auf dem aktuellen Niveau würde ich nun die Gewinne bei dem Gold-Short realisieren und die Minenaktien halten.

Mrz 082013
 

Sie wissen, dass ich für die Edelmetalle für 2013 relativ skeptisch bin (wenngleich ich kurzfristig ein Tief erwarte, von dem aus es nochmal etwas nach oben gehen könnte). Daher wird Sie der Titel dieses Beitrags womöglich überraschen. Doch wie so oft lege ich den Fokus auf relative Werte. Und relativ gesehen sind Goldminenaktien inzwischen sehr günstig – vor allem in Gold.

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Solche Verhältniszahlen bzw. Ratios sind jedoch oftmals „tricky“: die Ratio kann sich nämlich auch wieder zum langjährigen Mittelwert begeben, in dem Gold und Minenaktien weiter fallen, wobei der Goldpreis dann schon regelrecht zusammenbrechen müsste. Und genau hierin liegt die Chance:

Sie können zum Beispiel Minenaktien über den Index kaufen (hier der Philadelphia Gold and Silver Index, XAU) und gleichzeitig Gold via Derivat verkaufen. Sie würden dann einfach nur darauf setzen, dass sich Minen in den nächsten Jahren wieder besser entwickeln als Gold, wofür es angesichts des Charts eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit gibt.

Und ironischer Weise könnte sogar gerade ein weiterer Fall des Goldes dem Sektor gut tun, da damit etliche Juniors pleite gehen dürften und der Sektor sich weiter konsolidieren würde. Dies wiederum würde längerfristig das Angebotspotenzial reduzieren.

Achten Sie in nächster Zeit mal auf die Gold- und Silberminenindizes HUI (aktuell 349,91 Punkte) und insbesondere dem XAU (aktuell 132,61 Punkte) relativ zu Gold (aktuell 1.565 USD/oz). Wenn sich hier eine gewisse relative Stärke andeutet, könnte das Tief bei den Minen gefunden sein. Dafür spricht in jedem Fall auch das Sentiment, denn nicht wenige Investoren haben zuletzt entnervt ihre Engagements in dem Sektor verkauft. Nach einer dramatisch schlechten Performance seit fast 5 Jahren auch nicht verwunderlich – und nun womöglich Ihre antizyklische Chance.

Feb 212013
 

Es fällt auf, dass immer öfter ein eher skeptischer – wenn nicht gar negativer – Ausblick auf Gold gegeben wird:

Auch bei den Marktstrategen in Deutschland zeigt sich immer mehr Skepsis:

Also „Kaufen wenn die Kanonen donnern“?!

Ende 2012 – also vor rund drei Monaten –  konnten wir noch in der renommierten „Bild“ lesen: „Gold glänzt auch 2013“. Das hatte mich schon recht bedenklich gestimmt. Und es war nicht nur die „Bild“, für die weiter steigende Goldpreise völlig klar waren. Wie schnell sich das Blatt wendet… Insofern sollte man vorsichtig sein. Stimmungen sind durchaus wechselhaft und nicht immer ein gutes Signal für Investitionsentscheidungen.

Am vernünftigsten erscheint mir noch die Einschätzung von Felix Zulauf: „Gold ist dann interessant, wenn das System kriselt. Es ist eine Versicherung gegen den Zerfall der Papierwährungen. Dass der Goldpreis in den vergangenen anderthalb Jahren gefallen ist, ist ganz normal. Der Anstieg auf fast 2000 Dollar im Sommer 2011 war eine temporäre Übertreibung. Ich habe damals meinen Kunden gesagt, dass wir uns auf eine längere Korrektur einstellen müssen. Momentan laufen Zwangsliquidation einiger Goldfonds ab, was schnelle Kursabschläge, aber auch jeweils das Ende einer Bewegung bedeutet. Wie weit es noch runter geht, weiß ich nicht. Ich denke, dass die Korrektur im Laufe dieses Frühjahres auslaufen wird, wenn die Weltwirtschaft enttäuscht. Langfristig ist der Aufwärtstrend intakt.“

Als langfristig agierender Halter von physischen Edelmetallen sollte man also die täglichen News ignorieren und eher dem Beispiel Marc Fabers folgen:

„Ich habe auf meiner Toilette ein Bild von Ben Bernanke hängen. Jedes Mal, wenn ich an einen Goldverkauf denke, schaue ich es mir an und weiß es danach besser!“

Gold ist eine Versicherung und kein originäres Investment. Wenn man das verinnerlicht hat, betrachtet man das ganze anders. Es macht aus diesem Blickwinkel nämlich wenig Sinn, den Kurs in Euro, US-Dollar o.ä. zu verfolgen oder Charts auszuwerten. Es geht ja gerade darum, ein von Währungen gelöstes „Geld“ zu halten für den Fall, dass Währungen diese Funktion nur noch eingeschränkt erfüllen können. Daher muss die eigentliche Frage sein: Warum haben Sie Gold gekauft bzw. möchten dies tun? Je nachdem welche Antwort Sie darauf geben kommen Sie zu einem anderen Schluss.

Die Argumente der Bären sind jedenfalls teils durchaus überzeugend. Persönlich glaube ich, dass Gold in Kürze ein Tief ausbilden, dann wieder steigen und letztlich wieder nachgeben wird. Zitat aus meinem Jahresausblick: „Die Edelmetalle werden auch in 2013 enttäuschen, jedoch wird sich dies rückblickend aus 2014/2015 als gute Investitionsgelegenheit erweisen.“ An dieser Meinung halte ich weiterhin fest.

Dez 222011
 

„Gold und Schweizer Franken bieten den Anlegern nach Ansicht der UBS keine Zuflucht mehr vor der Euro-Schuldenkrise und den Turbulenzen an den Finanzmärkten“ lesen wir bei der Wirtschaftswoche.

Aha. Gut, dass die UBS darauf hinweist. Schöner wäre es indes gewesen, wenn sie dies vor den jeweiligen Einbrüchen getan hätte. So wie wir zum Beispiel:

09.08.2011 Vorsicht vor den “sicheren Häfen” (Gold, CHF, JPY)!

10.08.2011 Gold vor Crash, Dollar vor Rallye – Update

16.09.2011 Gold bildet obere Umkehr aus

19.09.2011 Silber vor weiterem Absturz

Derzeit warnen wir insbesondere vor dem Yen, denn in Japan deutet sich eine „Zeitenwende“ in den kommenden Monaten an. An anderer Stelle schrieben wir bereits:

Weniger „zuversichtlich“ sind wir da für Japan. Japan wird voraussichtlich das Jahr 2011 mit einem Handelsbilanzdefizit abschließen. Sollte sich die globale Wirtschaft in 2012 weiter eintrüben, wird sich diese Situation eher noch verschlechtern. Und damit könnte sich in Japan die nächste Schuldenkrise auftun. Der Yen bleibt somit ein strategischer Short. Die ersten Hedge Fonds haben bereits Blut geleckt.

Bei Gold und Schweizer Franken sehen wir im übrigen auch vorerst keine neuen Anstiege mehr gegen den Euro. Relativ betrachtet hat noch am ehesten der US-Dollar weiteres Aufwertungspotenzial, allerdings sprechen das Sentiment sowie die Positionierung der Commercials klar dagegen.

Einen sicheren Hafen gibt es nicht und hat es auch noch nie gegeben. Was zählt sind relative Werte.

Sep 162011
 

Vom Hoch bei 1.910 USD aus hat Gold inzwischen 6,5% verloren. Wir gehen jedoch weiter davon aus, dass die eigentlichen Preisrückgänge erst noch bevorstehen. Gold bildet derzeit ein Topping-Muster aus.

Gründe für eine Umkehr gibt es einige:

  1. Die chinesische Zinsstrukturkurve droht in Kürze zu invertieren und signalisiert eine wirtschaftliche Abkühlung. Da die Chinesen und Inder wegen hoher Inflation starke Käufer waren (nun kommen auch die Goldautomaten nach China), ist hier mit einem Nachlassen des Kaufdrucks zu rechnen – wenn nicht gar dem Gegenteil.
  2. Weiterhin findet sich Gold markant in der Presse – teils mit extrem hohen Kurszielen (siehe z.B. „Die Welt“: Steigt der Goldpreis bis auf 10.000 Dollar?) Bei forbes.com findet sich gar ein Artikel, in dem der Goldstandard gefordert wird. Warum gab es solche Artikel nicht im Jahr 2000, als der Bullenmarkt in Gold begann? Was bedeutet es, wenn wir sie heute in großer Zahl vorfinden?
  3. Die Schuldenkrise in Euroland wird vermutlich binnen weniger Wochen zu einer „Lösung“ gelangen (müssen). Ob diese langfristig tragfähig sein wird, sei an dieser Stelle offen gelassen. Wichtig ist der psychologische Effekt.
  4. Der Ausbruch der Minenaktien wurde jüngst abverkauft. Noch kann es sich nur um einen „Test“ handeln, doch die Bewegung lässt dennoch Zweifel aufkommen.
  5. Der Iran hat bekannt gegeben, große Teile seines Auslandsvermögens zum Schutz vor dem „Einfrieren seiner Guthaben“ in Gold getauscht zu haben. Per se ein weiser Schachzug, aber es gibt auch einen Anreiz, dies zu „bestrafen“.
  6. Einige europäische Banken haben Probleme, sich Liquidität in US-Dollar zu verschaffen. Die EZB und die Fed sind bereits eingesprungen, doch generell deutet dies wie schon in 2008 auf eine deflationäre Kettenreaktion hin.
  7. Sollte der deflationäre Impuls Preisanstiege nachhaltig drosseln während große Anlageströme von den Anleihen in die Aktienmärkte drehen, könnte der Realzins in den nächsten Monaten positiv werden.

Für eine Fortsetzung der Gold-Rallye spricht hingegen primär nur ein Argument: Angst. Angst vor einem Zusammenbruch des Euro, des US-Dollar, der Wirtschaft. Angst ist jedoch oftmals kein guter (Anlage)Berater.

Kurzfristig könnte Gold nochmals etwas hochlaufen (aktuell 1.780 USD), doch spätestens im Oktober sollte der Topping-Prozess vollendet sein und ein Abwärtstrend einsetzen. Negiert wird dieses Szenario erst durch einen dynamischen, von hohem Volumen begleiteten, Ausbruch auf ein neues Hoch.

Dafür dass gerade die saisonal stärkste Phase des Goldes ist, verhält es sich äußerst schwach. Insofern halten wir das Eintreffen des Wende-Szenarios für wahrscheinlicher.

Aug 302011
 

Zumindest für den Fall einer Naturkatastrophe. Er twitterte am 26.08.2011:Das ist genau das, was wir an anderer Stelle schrieben: Bargeld lacht! Cash is king!

Nouriel Roubini, Professor für Ökonomie an der renommierten Stern Business School, ist offensichtlich kein „Gold Bug“. In vielen seiner Tweets schreibt er, Gold sei kein Geld, was jüngst auch Ben Bernanke in einer Anhörung gegenüber Ron Paul äußerte.

Roubini widerspricht auch der steten These, Gold sei eine stabile Währung, weil es nicht wie Fiat Money aufgebläht werden könne. Zitat: „Kings debased gold coins for 1000s of years“. Ferner: „Many episodes of high inflation in gold regimes thru history due to debasement of gold coins &/or shocks to gold supply via discoveries“.

Er zeigt sich in seinen Tweets überzeugt, dass Gold in einer Blase ist, wofür er erwartungsgemäß reichlich Kritik erntet. Wir haben jüngst die gleiche Erfahrung gemacht, als wir vor den vermeintlich sicheren Häfen warnten. Nachdem der Schweizer Franken inzwischen um über 15% gegen den Euro verloren hat und auch das Gold erste Anzeichen von Schwäche zeigte und binnen zwei Tagen um 10% nachgab, sind die kritischen Stimmen ruhiger geworden.

Gold ist unfraglich ein hervorragendes Instrument zum Kaufkraftschutz. Aber dennoch muss man offen bleiben für kritische Stimmen. Schließlich dachten auch die Gold-Käufer im Jahr 1980, sie würden eine „todsichere Anlage“ kaufen. Sicher war sie auch. Aber Gold wurde 20 Jahre lang relativ und absolut betrachtet „günstiger“.

Werte sind relativ. In einer echten Krise, wie sie einige Gold Bugs geradezu herbeizusehnen scheinen, könnte Gold ein hochgradig „suboptimaler Schutz“ sein. Nicht mehr und nicht weniger hat Roubini mit seinem Tweet zum Ausdruck gebracht. Recht hat er!

Aug 172011
 

Wie erwartet kam es nun zu einem markanten Einbruch des Schweizer Franken. Dieser wurde durch die Schweizer Notenbank bewusst herbeigeführt. Der „Spiegel“ mahnt bereits vor einem „weltweiten Währungskrieg“. Tatsächlich mussten die Schweizer handeln, denn die Aufwertung der eigenen Währung hatte dramatische Züge angenommen.

Wer erst vor wenigen Tagen in den „sicheren Hafen“ Schweizer Franken geflohen ist, sitzt nun – zumindest temporär – auf einem Buchverlust von 12%. Genau davor hatten wir Sie an dieser Stelle gewarnt.

Ähnliche Rückgänge sind jederzeit auch beim Japanischen Yen oder bei Gold möglich. Bei letzterem gab es zuletzt weitere mahnende Stimmen. So hat z.B. das Volumen einen Spike gebildet und der Chart zeigt einen bevorstehenden Widerstand.

Gold kann in den kommenden Monaten ohne weiteres auf 1.200 USD zurückfallen, ohne dass der langfristige Aufwärtstrend gebrochen würde. Wer nun bei 1.800 USD noch einsteigt kann hoffen, dass JP Morgan mit seiner Prognose von 2.500 USD bis Jahresende richtig liegt. Aber wenn nicht, könnte auch hier ein Buchverlust im zweistelligen Prozentbereich entstehen.

Was die Entwicklung beim Schweizer Franken zeigt ist, dass ein echter „Zusammenbruch“ des US-Dollar oder des Euro gegen andere Währungen nicht zu erwarten ist, da eine solche Entwicklung die Exportwirtschaft dieser Länder und damit letztlich auch deren Währungen schwächen würde.

Das ist eben das positive an flexiblen Wechselkursen: sie führen „automatisch“ zu einem Gleichgewicht bzw. fairen Niveau. Über- und Unterbewertungen sind nur vorübergehend. Dauerhafte Wechselkurs-Interventionen wie z.B. in China schaffen Ungleichgewichte, die letztlich das Land selbst treffen.

Kurzfristig könnte der Schweizer Franken wieder etwas zugewinnen, doch der mittelfristige Trend scheint gebrochen.

Aug 102011
 

Am 24. Juni publizierten wir einen Beitrag hier als auch im goldseiten-Blog, welcher zu einer Welle an Empörung und Anfeindungen führte. Wir erklärten, dass Gold vor einem Crash und der Dollar vor einer Rally stehe, was vielen angesichts der Euro-Krise, Quantitative Easing und ausufernder Staatsverschuldung undenkbar erscheint.

Inzwischen hat die Dollar-Rally begonnen – wie erwartet zunächst gegen die Rohstoff-Währungen Australischer und Kanadischer Dollar. Gegen den Euro blieb der US-Dollar in etwa auf dem gleichen Niveau, gegen den Schweizer Franken und den Japanischen Yen hat er massiv verloren. Wir gehen davon aus, dass in Kürze der US-Dollar auch gegen diese Währungen zu steigen beginnen wird.

Als die US-Zentralbank gestern erklärte, der Leitzins werde noch bis „mindestens Mitte 2013 extrem niedrig bleiben“, stiegen die Aktienbörsen markant nach oben. Nicht wenige Marktkommentatoren sehen durch die dauerhaft niedrigen Zinsen Inflation heraufziehen, was die Aktienmärkte unterstützen sollte. Interessanter war indes die Reaktion der Anleihen-Märkte, denn was diese mitteilten, deutet eher auf eine deflationäre Depression hin: Die Renditen fielen auf ein noch tieferes Niveau als vor dem jüngsten Aktiencrash (die Grafik zeigt die Renditen der 5-jähringen US-Bonds): Quelle: istockanalyst.com

Es mag sein, dass dies auch in Antizipation eines neuerlichen Quantitative Easing geschah, doch wenn man sich die Entwicklungen der letzten Jahre anschaut, so kommt man nicht umher zu erkennen, dass vieles einem Déjà-vu gleicht. Wir haben das alles schon mal gesehen: in Japan.

Auch die Intraday-Bewegung des Goldes (rote Linie im folgenden Chart) war interessant. Erst schoss es massiv nach oben, fiel dann jedoch wieder deutlich ab. Nach der Ankündigung der Fed ging es erneut massiv nach oben und dann ebenso schnell wieder runter. Wir sehen hierin keine Marktintervention, wie dies regelmäßig von Gold Bugs postuliert wird. Vielmehr haben wir gestern über den ganzen Tag massive Distribution gesehen. Gold wanderte von den großen strategischen Playern in die Hände der „Schafe“.Quelle: kitco.com

Zugegeben: entgegen unserer Erwartung hat der Goldpreis nochmals einen beeindruckenden Spike geschafft und legte seit unserem ersten Beitrag deutlich zu. Eine Warnung indes sollte immer etwas früher erfolgen und niemand sollte ernsthaft glauben, dass man Märkte dauerhaft richtig timen kann – insbesondere nicht, wenn die Entscheidungen von Politikern immer marktrelevanter werden.

Wir bekräftigen unsere These und mahnen bei den vermeintlich sicheren Häfen wie Gold oder Schweizer Franken zur Vorsicht. Wir haben jüngst den Auftakt gesehen zu einer deflationären Entwicklung, die sich – wie von der Fed richtig antizipiert – bis ins Jahr 2013 ziehen dürfte. Schon Mitte April schrieben wir in unserem Beitrag „Blase bei den Inflationserwartungen“: „Zur Vorsicht mahnen überdies der Kress-Zyklus sowie – wenngleich für Skeptiker womöglich weniger überzeugend – die Sonnenaktivität. Relativ übereinstimmend deuten beide Signale auf ein Hoch in 2011 und den Übergang in eine deflationäre Phase hin, die bis 2014 anhalten soll.“

Inflation gibt es derzeit vor allem in China, doch auch diese wird bald zurückgehen. Auch China steht vor einer „Wachstumsschwäche“. Die Märkte antizipieren bereits die heraufziehende Deflation. Nur Gold tut dies nicht. Noch nicht.