Jul 132011
 

Bei der heutigen Anhörung Ben Bernankes vor dem Bankenausschuss des Senats erklärte der Abgeordnete Ron Paul unter anderem, dass sich die Regierung besser auf die Haushalte denn auf die Banken konzentriert hätte. In der letzten seiner 5-minütigen Redezeit wies er darauf hin, dass der Goldpreis heute bei 1.580 Dollar notiere und der Dollar in den vergangenen 3 Jahren 50% abgewertet habe. Dann fragte er Bernanke, ob sich dieser, wenn er morgens aufwache, Gedanken um den Goldpreis mache.

Bernanke antwortete dass Menschen Gold halten, um sich vor wirklich großen Krisen zu schützen. Dann fragte Paul: „Denken Sie Gold ist Geld?“. Nach auffälligem Zögern antwortete Bernanke, dass Gold kein Geld sei, sondern ein Edelmetall. Auf Pauls Hinweis, dass es seit 6.000 Jahren Geld sei, antwortete Bernanke, es sei ein „Vermögenswert“. Paul hakte nach, warum Zentralbanken dann Gold halten, worauf Bernanke entgegnete, es sei eine Form von Reserve. Paul ließ nicht locker und fragte, warum dann nicht etwa Diamanten als Reserven dienten. Bernankes Antwort: „Es ist Tradition“.

Hier das Video:

Feb 082011
 

In letzter Zeit waren zahlreiche Beiträge in der Mainstream-Presse, die sich mit Anlagen zum Inflationsschutz befassten (siehe z.B. Wirtschaftswoche oder Manager-Magazin). Regelmäßig werden Aktien, Immobilien und Edelmetalle genannt. Dies ist auch richtig und die Finanzmärkte haben dies auch längst erkannt. Aktien eilen von Rekord zu Rekord, die Edelmetalle haben neue Hausse-Höchstmarken erlangt und selbst in Deutschland belebt sich der Immobilienmarkt, weil nicht wenige Anleger geneigt sind, das niedrige Zinsniveau zu nutzen und sich mit „Beton-Gold“ abzusichern.

Aber es gibt auch noch andere Anlageformen, die einen soliden Schutz bieten und weniger im Fokus der breiten Masse stehen. Dazu gehören Kunst-Objekte, Antiquitäten, Oldtimer, Land (Agrarflächen) oder Holz-Investments. Salopp gesprochen sind es „Sachen“ bzw. „Sach-Werte“, welche in einer inflationären Phase Stabilität versprechen. Warum ist das so?

Sach-Werte bieten einen über eine Rendite hinaus gehenden Nutzen für den Investor. Eine Anleihe ist eine Anleihe. Sie bringt Ihnen im Normalfall Zinsen und ihr Geld wieder zurück. In einer Immobilie können Sie jedoch auch wohnen, Edelmetalle als Schmuck tragen, mit Holz Ihren Boden belegen und sich an den Gemälden an Ihren Wänden erfreuen. Dieser Nutzen überdauert Währungskrisen, weil er davon unabhängig ist.

Es wird oft das Argument vorgebracht, dass man „Gold nicht essen kann“. In einer wirklichen Krise, bei der dauerhafte Versorgungsengpässe auftreten oder zum Beispiel Ihr leibliches Wohl durch Plünderer gefährdet ist, verlieren auch Sach-Werte tendenziell an Wert, da ihr Nutzen zweitrangig wird. Allerdings: in einem solchen Fall gibt es überhaupt kein Investment, das dann noch bedeutsam ist. Insofern ist dieses Argument kein sinnvolles, zumal irgendwann wieder eine Ordnung hergestellt ist, und dann die „Sachen“ wieder schnell ihren Nutzwert reflektieren.

Voltaire sagte einst: „Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück – Null.“ Genau so ist es. Papier- bzw. Finanz-Werte (Geldscheine, Anleihen, Sparbücher, etc.) haben keinen Wert in sich selbst. Der Wert liegt einzig und allein im Vertrauen auf das „Geld-System“. Geld hat eine Werterhaltungsfunktion, deren Maß an Wirksamkeit die Kaufkraft ausdrückt. Diese kann es jedoch nur erhalten, wenn es nicht beliebig und vor allem über das Wachstum der Wirtschaft hinausgehend vermehrt wird (Inflation) und die staatliche Ordnung inklusive dem staatlichen Geld-Monopol erhalten bleibt.

Derzeit ist letzteres massiv in Frage gestellt. Der strukturelle Trend in den USA sowie Europa und Japan ist deflationär. Wir haben ein hohes Maß an Sättigung erreicht und ächzen unter einer enormen Kredit- bzw. Schuldenlast (was übrigens gleichzeitig auch eine „Vermögenslast“ ist!). Die Privathaushalte entschulden daher freiwillig oder gezwungenermaßen. Da über Jahre hinweg das Wachstumsparadigma verfestigt wurde, möchte kein Politiker das Japan-Szenario einer jahrelangen Stagnation bzw. Deflation wiederholen. Ergo: die Entschuldung der privaten wird durch beschleunigte Verschuldung der Staaten „ausgeglichen“ – so zumindest der aktuelle Versuch.

Die US-Notenbank will, dass alle Menschen von Inflation sprechen. Sie will, dass die Menschen genauso reagieren wie sie es gerade tun und ihr Geld eben nicht bunkern, sondern in den Kreislauf geben. Sie will den Crack-Up-Boom! Nur hat die Notenbank nicht unter Kontrolle, wohin das Geld gegeben wird. Und es ist fraglich, ob sie später den „Inflations-Geist“ wieder in die Flasche zurück bekommt, den sie nun entlassen hat – ein Spiel mit dem Feuer.

Und die Notenbank kann auch nichts dagegen tun, dass immer mehr Menschen gar nicht mehr in der Lage sind, zu konsumieren oder zu investieren, also gewissermaßen längst „aus dem Spiel“ draußen sind. Sie kann auch nichts dagegen tun, dass die entfachte Inflation zu einer weiteren Verschärfung der sozialen Spaltung führt und Unruhen zunehmen werden, was wiederum die Risikoprämien an den Finanzmärkten steigen lassen wird. Willkommen im Bullenmarkt für Volatilität!

Es wird keinen leichten Weg geben. Inflation oder Pleite sind die beiden Optionen und die Notenbanken versuchen letzteres hinauszuzögern, in der Annahme, künftiges „Wachstum“ würde alles wieder in Ordnung bringen. Es ist leider anzunehmen, dass damit der größte schwarze Schwan erzeugt wird, den es je gegeben hat. Wie an anderer Stelle beschrieben, rechnen wir binnen vier Jahren mit einer globalen Währungsreform. Je länger das System künstlich am Leben gehalten wird, desto schwerwiegender wird der unvermeidliche Umbruch sein. Oder in den Worten des österreichischen Ökonom Ludwig von Mises:

„Es gibt keinen Weg, den finalen Zusammenbruch eines Booms zu vermeiden, der durch Kreditexpansion erzeugt worden ist.“
Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel – Ludwig von Mises, 1912

Das Thema soll an dieser Stelle nicht weiter vertieft werden. Wir möchten zur Eingangsfrage mitteilen, dass wir selbst uns über Jahre intensiv mit Land- und Forst-Investments befasst haben (siehe z.B. hier: „Investieren in Edelhölzer“) und dort gute Lösungen sehen, Kaufkraft zu erhalten bzw. sich vor Inflation zu schützen. In Bälde werden wir hierzu konkrete Lösungen vorstellen.

In jedem Fall ist es ratsam, eine gute Mischung an eher sachwertorientierten Investments zu halten, diese jedoch nicht über zu bewerten. Wenn der von uns erwartete Umbruch kommt, wird niemand verschont bleiben. Mit der Neuordnung des Geldsystems wird z.B. zwingend auch eine Neuordnung der staatlichen Alters- und Krankenversicherungssysteme einher gehen. Renten werden Vermögendere nicht mehr bekommen und für die weniger betuchten wird es sich auf eine Grundabsicherung reduzieren.

Ihre Anlagen sollten daher so gewählt sein, dass sie im Idealfall ein passives Einkommen (Mieterträge, Dividenden, Ernten, etc.) generieren und sich dem staatlichen Zugriff bestmöglich entziehen. Dass hierbei Zielkonflikte entstehen (Vermögen im Ausland, geringe Liquidität, höhere Intransparenz), dürfte klar sein. Aber Sie sollten relative Vorteile anstreben. Absolute Vorteile sind kaum zu erwarten, wenn das System neu gestartet werden muss. Wichtig ist, sich eine gute Ausgangssituation für den nächsten Zyklus zu verschaffen.

Zuletzt: Am meisten vor Inflation schützen Sie sich, wenn Sie in sich selbst investieren. Zusätzliche Qualifikationen erhöhen Ihren eignen Nutzwert für die Gesellschaft, was wiederum Ihren Cash Flow, also Ihr Einkommen tendenziell sichert. Und denken Sie dabei auch mal um die Ecke. Es ist keineswegs sicher, dass Ihr jetziger Beruf in 10 Jahren noch in heutigem Maße gebraucht wird. Daher könnte es Sinn machen, Ihr Wissen und Können in Gebieten zu vertiefen, die für Sie eigentlich „themenfremd“ sind.

Jan 172011
 

„Geldsystem: Die Lunte brennt“ heißt es bei mmnews.de. Zitat: „Das Finanzsystem liegt am Boden, viele westliche Staaten sind bankrott und die Regierungen nehmen immer mehr Schulden auf – Schulden, die niemals mit normalem Geld bezahlt werden können.“

Dies ist für uns nichts Neues. Tatsächlich habe ich schon im Jahr 2003, als noch niemand das Thema auf der Agenda hatte, die absehbare Krise des Fiat Money angekündigt (siehe http://www.kaufkraftschutz.de/wp-content/uploads/2011/01/fiatmoney.pdf sowie auch hier). Womöglich werde ich in den nächsten Wochen ein Update dazu verfassen. Aber um eines vorweg zu nehmen: ich rechne fest mit einem umfassenden „Umbau“ unseres Weltfinanz- bzw. Geldsystems innerhalb der nächsten vier bis fünf Jahre. Es spricht vieles dafür, dass sich Regierungen und globale Institutionen wie der IWF bereits mit dieser Neuordnung auseinander setzen.

Interessant in diesem Zusammenhang sind die Ausführungen von „Jacques“ im „Gelben Forum“. Demnach bereiten die Notenbanken weltweit einen Schnitt vor. Sobald die wenig werthaltigen (Staats-)Anleihen an entsprechenden Stellen gesammelt sind und keine negativen Überraschungen mehr drohen, wird ein Schulden- und Vermögensschnitt durchgeführt.

Dies würde also auch bedeuten, dass die Altersvorsorge-Ersparnisse von Millionen von Menschen beschnitten würden, da die Lebensversicherer bekanntlich in exorbitantem Ausmaß in Staatsanleihen investiert sind. Sollte daher eine solche Vorgehensweise zu früh bekannt werden, müsste mit einem „Versicherungs-Run“ gerechnet werden. Dies würde u.a. zu einem plötzlichen und massiven Anstieg der Renditen führen, was weitere negative Effekte haben würde. Daher ist davon auszugehen, dass ein solcher Schnitt – so er denn kommt – mehr oder weniger über Nacht geschehen wird. „fait accompli“ ist hier die treffende Bezeichnung.

Es ist daher längst an der Zeit, Vermögen aus Anleihen in andere Werte zu transformieren. Ausschließlich auf Edelmetalle zu setzen ist allerdings wohl keine gute Idee. Selbstverständlich würden im Falle eines Schnitts Eigentümer von Edelmetallen auch belastet werden (z.B. Sonder-Steuer, Handels-Verbot) – es soll ja schließlich keine Krisengewinnler geben, die sich zudem staatlicher Kontrolle entziehen könnten. Der persönliche Kaufkraftschutz sollte demnach auf mehreren Beinen stehen.

Zuletzt: Währungsschnitte hat es immer wieder gegeben. Die Welt wird nicht unter gehen. Uns erfüllt die medial inszenierte Krisen-Suggestion mit einiger Sorge, weil sie Potenzial für soziale Unruhen aufbaut. Krise kommt vom lateinischen ‚crisis‘ und bedeutet „mit einem Wendepunkt verknüpfte Entscheidungssituation“. Ein Neuanfang ist nicht immer das schlechteste. Unser Blog soll Ihnen die Angst vor den kommenden Entwicklungen nehmen und nicht eben solche schüren. Bleiben Sie rational und vergessen Sie nicht, dass der größte Wert niemals in Geldscheinen sondern ausschließlich in Ihnen selbst liegt.

verfasst am 17.01.2011 von Marco Feiten / www.kaufkraftschutz.de