Mrz 242015
 

Aufmerksamen Beobachtern wird aufgefallen sein, dass derzeit sehr gravierende Dinge geschehen. Hier eine kleine unsortierte Auflistung:

Das sind allesamt Bausteine für eine „große Überraschung“ in den nächsten vier Wochen. Denkbar sind ein US-Anleihen und/oder Aktien Flash Crash, ein „Grexit“, eine historische Annäherung an den Iran oder aber auch ein möglicher neuer Krieg. Es laufen „Tage der Entscheidung“.

Man sollte sich also auf eine hochvolatile Phase vorbereiten. Der jüngste US-Dollar Flash Crash hat einen kleinen Vorgeschmack gegeben.

In Anbetracht der Spannungen mit Russland halte ich eine Einigung mit Iran für sehr wahrscheinlich – denn dies dürfte den Ölpreis auf neue Tiefs treiben. Wie bereits beschrieben sehe ich zudem gute Chancen für eine kleine Euro-Rallye in den nächsten Monaten, wozu durchaus auch ein weiterer Schuldenschnitt mit ergänzendem, von Deutschland finanziertem „Griechenland-Aufbaufonds“ beitragen könnte.

Auch die Börsen erscheinen mir gerade reif für einen stärkeren Einbruch. In jedem Fall ist eine gewisse Vorsicht angebracht. Es häufen sich zuletzt die Anzeichen für spekulative Blase, z.B. im Biotech-Sektor. Und ich meine eine Rotation zu Versorgern und Telekom-Werten zu sehen, also eine Bewegung in defensive Sektoren. Auch das könnte ein Warnsignal sein.

Mai 232013
 

Intraday verlor der Nikkei heute Nacht von seinem Hoch aus rund 10%, sodass ich mit meiner Annahme eines neuerlichen Flash Crashs richtig lag. Natürlich ist der Nikkei per heute nüchtern betrachtet noch immer in 2013 hervorragend gelaufen (wie im Jahresausblick angekündigt), doch nicht wenige werden nun schon eine innere Panik spüren und ich denke, dass es nun – wieder einmal – zu einer Welle an Carry Trade Auflösungen kommen wird.

Auslöser des Einbruchs war, dass der chinesische Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC auf 49,6 Punkte gefallen ist und damit eine Kontraktion der Wirtschaft anzeigt. Zudem dürften die Unstimmigkeiten innerhalb der Fed (sowie im Übrigen auch innerhalb der englischen Zentralbank) hinsichtlich Reduzierung oder gar Ausdehnung des Quantitative Easing beigetragen haben.

Persönlich denke ich, dass die Notenbanken schon bald wieder unmissverständlich klar machen werden, dass sie weiter mit QE fortfahren. Bis dahin dürfte es jedoch nun erst mal eine markante Konsolidierung an den Aktienmärkten geben, welche meinen Puts auf den DAX und EUR/JYP zugute kommen wird.

Bemerkenswert ist, dass der Einbruch des Nikkei von weiteren Verlusten bei japanischen 10-jährigen Staatsanleihen begleitet wird. Sollte sich das fortsetzen, könnte es überraschend schnell zu einer Krise in Japan kommen.

Eines hat diese Nacht jedenfalls gezeigt: QE ist kein Garant für „sicher steigende Kurse“ und wie zuletzt mehrfach betont haben viele Anleger inzwischen jegliche Risiken gänzlich ausgeblendet. Nun gilt es genau zu beobachten, ob und ggf. wie schnell der Markt durch „starke Hände“ aufgefangen wird und welche Sektoren relative Stärke und Schwäche zeigen.

Mai 022013
 

Ein wesentlicher Treiber der Börsenkurse weltweit ist das künstliche Niedrighalten der Zinsen durch die Käufe von Staatsanleihen durch Notenbanken. Dies erhöht den Anreiz, zu vermeintlich niedrigen Kreditkosten hohe Risiken einzugehen. Der Fachbegriff für das Vorgehen der Notenbanken ist bekanntlich „Quantitative Easing“ und in den zurückliegenden Monaten hat sich hier vor allem die Bank of Japan „einen Namen gemacht“, wie wir es seinerzeit auch erwartet hatten.

Nun hat der Yen schon markant abgewertet und es gibt inzwischen nicht wenige Investoren, die sogar mit einem Yen-Crash rechnen. Ich sehe das – kurzfristig – anders und glaube, dass es sogar eine überraschende Yen-Rally geben könnte, was wiederum zu Auflösungen zahlreicher Carry Trades und damit womöglich einer recht scharfen Kursreaktion an den Börsen führen könnte.

Schauen Sie sich dazu auch diesen Beitrag an, der auf eine Divergenz hinsichtlich des Yen/US-Dollar zur Zinsdifferenz bei 10-jährigen Staatsanleihen USA/Japan hinweist. Ich vermute, dass diese Lücke durch einen recht schnellen Anstieg des Yen gefüllt werden wird. Warum? Versetzen Sie sich einfach in die Situation der Portfoliomanager, die via Yen Carry Trade die Märkte „spielen“. Diese haben immense Buchgewinne zu verzeichnen, denn zu den steigenden Börsenkursen kamen noch der Yen-Absturz UND fallende Zinsen dazu. Im Prinzip kann es damit – kurzfristig – fast nicht mehr besser werden und die Verlockung muss immens groß sein, Gewinne zu realisieren.

Wenn man sich dann klar macht, dass wir inzwischen statistisch gesehen eine bemerkenswerte Kaufpanik gesehen haben und die Märke nun auch saisonal anfällig sind für Kursverluste, so glaube ich, dass sich hier Potenzial für einen neuerlichen „Flash Crash“ ergibt, da eine Wende bei einigen dieser Indikatoren dazu führen wird, dass – wieder einmal – alle Handelssysteme recht gleichzeitig zum Ausstieg blasen.

Und schaut man sich den Nikkei rein charttechnisch an, so sind wir nun bei einem Widerstandsbereich angekommen, der geradezu zu einer ersten Konsolidierung einlädt. Diese könnte den Nikkei m.E. durchaus bis auf ca. 11.000 Punkte zurückführen (aktuell 13.700), was immerhin einem Rückschlag von 20% entsprechen würde. Eine solche Entwicklung dürfte von Kursrückgängen an nahezu allen anderen Märkten begleitet sein. Persönlich habe ich daher nun meine ersten Puts (auf den DAX) erworben, welche angesichts der niedrigen Volatilität noch „günstig“ sind.

Abschließend jedoch ein mahnender Hinweis: technische Indikatoren und insbesondere Divergenzen verlieren durch den zunehmend staatsplanerischen Charakter der Märkte markant an Aussagekraft. Und ein „Flash Crash“ ist statistisch gesehen extrem unwahrscheinlich, darauf zu setzen also ein „Zock“. Den Put habe ich primär gekauft, weil auch andere Aspekte für eine nahende Wende an den Börsen sprechen. Wichtig ist jedoch zu sehen, dass sich aus den Yen Carry Trades – auch längerfristig – nicht unwesentliche Risiken ergeben, welche m.E. früher oder später zu unerwarteten, schnellen und unkontrollierbaren Entwicklungen führen können.