Mrz 052015
 

Am 24. März 2014 schrieb ich im Beitrag „Steht ein Einbruch des Euro gegen den US-Dollar bevor?“:

„In der Summe ist das ein Cocktail, der aus meiner Sicht dazu geeignet ist, einen scharfen Abwärtstrend im Euro zu initiieren. Das Kapital, das in den letzten zwei Jahren in den Euroraum floss, könnte schneller wieder abgezogen werden als viele ahnen. Sollte die Fed dann zudem noch ihre Ankündigung wahr machen und das Tapering beibehalten, dürften sich die USA als DER Zielhafen für großes Kapital herausstellen. Aus meiner Sicht ist EUR/USD ein strategischer Short. Eine Zielzone könnte zunächst bei 1,25 USD liegen – ein Abwärtspotenzial von 10%.“

Zwischenzeitlich hatte ich den Zielbereich noch deutlich nach unten korrigiert und seit Ankündigung hat der Euro gegenüber dem US-Dollar um über 20% auf aktuell 1,10 US-Dollar verloren. Doch nun ist es aus meiner Sicht an der Zeit, die Short-Gewinne zu realisieren. Das Sentiment ist meiner Beobachtung nach extrem pro US-Dollar bzw. sehr negativ hinsichtlich des Euro. Dabei ist das Thema Griechenland vorläufig vom Tisch, das große Anleihenkaufprogramm der EZB bekannt, die Ukraine-Krise „gelaufen“. Und ich sehe auch sonst keine neuen Nachrichten, die den Euro weiter belasten könnten.

Ich erwarte daher für die nächsten Monate eine Stabilisierung, wenn nicht gar eine Erholung des Euro in Richtung 1,20 USD. Die Wirtschaftsdaten lassen dies durchaus zu. Echte Probleme für den Euro erwarte ich erst wieder ab dem kommenden Jahr, wenn die avisierte Zinswende an Fahrt gewinnt und die Schuldenkrise mit voller Wucht zurückkehrt.

In den nächsten Wochen wird jedoch eher der Yen wieder Aufmerksamkeit erregen, wenn er seinen Absturz gegen nahezu alle Währungen fortsetzt. Denn Japan bleibt „Vorreiter“ auf dem Weg in den Ruin.

Dez 212011
 

Zuletzt gab es eine deutliche Entspannung hinsichtlich der Zinsentwicklung europäischer Staatsanleihen. So konnte sich Spanien erheblich günstiger finanzieren als noch vor wenigen Wochen. Der Grund: die EZB hat die Liquiditätssituation der Banken durch extrem günstige Kredite massiv entschärft und damit Anreize gesetzt, dass diese mit diesen Mitteln u.a. hoch verzinsliche europäische Staatsanleihen kaufen, welche sie dann wiederum bei der EZB als „Sicherheiten“ hinterlegen.

Das klingt fast wie die Geschichte des Baron Münchhausen, der sich bekanntlich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen haben soll. Tatsächlich ist dies nichts anderes als eine verstecke Form von Quantitative Easing. Die Börsen feierten dies und auch der Euro konnte stärker zulegen. Ist die Euro-Krise nun also vorbei?

Wohl kaum, denn weiterhin fehlt ein innereuropäischer Länderfinanzausgleich. Dass sich die Situation an der Zinsfront entspannt darf nicht darüber hinweg täuschen, dass zum einen nach wie vor keine Lösung für die strukturell schwachen Länder vorliegt. Und zum anderen liegt nun noch mehr „Ramsch“ in den Büchern der EZB. Irgendwann kommt der Tag der Offenbarung. Doch bis dahin kann noch einiges an Zeit vergehen.

Wenn man die jüngsten Äußerungen von Angela Merkel ernst nehmen kann, wonach der Weg zur Fiskalunion unwiderruflich ist, so deutet sich auch hier Bewegung an. Dass diese womöglich zunächst nur von einem Teil der Euro-Länder getragen wird ist kurzfristig zweitrangig. Immerhin tut sich etwas. Längerfristig birgt dies indes immenses Konfliktpotenzial. Aber hier gilt wohl Keynes berühmte Aussage „In the long run we are all dead.“ Mit anderen Worten: Da können sich dann andere drum kümmern.

Kurzfristig stehen die Zeichen nun jedoch auf Entspannung. Wie von uns erwartet kam es zur Eskalation der Euro-Krise. Diese ist nicht vorbei, aber es wurde Zeit eingekauft und vermutlich wird sich der „Krisen-Fokus“ in den kommenden Monaten in Richtung Asien verschieben.

Auf die Probleme Chinas und Japans haben wir bereits mehrfach hingewiesen. In China ist eine Immobilienblase geplatzt und es gibt eine gewaltige Schieflage im Schattenbankensystem. Wir rechnen hier jedoch damit, dass die eigentliche China-Krise erst in zwei bis drei Jahren einsetzt. Bis dahin kann die chinesische Staatsplanung noch einiges mit ihren immensen Devisenreserven verschleiern. Interessant: Jüngst musste die chinesische Notenbank erstmals den Yuan stützen! Soweit zum sicheren Aufwertungs-Trade…

Weniger „zuversichtlich“ sind wir da für Japan. Japan wird voraussichtlich das Jahr 2011 mit einem Handelsbilanzdefizit abschließen. Sollte sich die globale Wirtschaft in 2012 weiter eintrüben, wird sich diese Situation eher noch verschlechtern. Und damit könnte sich in Japan die nächste Schuldenkrise auftun. Der Yen bleibt somit ein strategischer Short. Die ersten Hedge Fonds haben bereits Blut geleckt.