Jul 072015
 

Ob Griechenland austritt oder nicht wird sich zeigen. Persönlich denke ich, dass es nur zwei Lösungen der Euro-Krise gibt: Entweder eine vollständige Union mit EU-Finanzministerium, EU-Steuern und -Transfers analog dem Länderfinanzausgleich der Bundesländer. Oder aber Griechenland sowie alle anderen Länder, deren ökonomische Basis nicht rausreichend ist im Vergleich zu den anderen Länder der Euro-Zone, treten aus. Ich habe die Vermutung, dass die Euro-Zone längerfristig wieder deutlich kleiner werden wird… Das dürfte insbesondere Deutschland treffen. Doch noch ist es nicht so weit.

Kurzfristig denke ich, dass das Thema Griechenland bzw. „Grexit“ ausgereizt ist und fast schon „Blasen-Charakter“ annimmt. Das wird schnell deutlich bei einer Auswertung mit Google Trends:

grexit_bubble

Aus meiner Sicht sind wir gerade am Peak und ich erwarte bis spätestens Ende des Monats (wenn nicht gar bis Ende der laufenden Woche) eine „Lösung“. Ob diese die strukturellen Probleme lösen wird darf freilich bezweifelt werden, doch für ein Aufatmen an den Börsen dürfte es reichen.

Daher: Kaufen Sie die Angst (DAX bei 10.800 Punkten). Ich rechne fest damit, dass der Euro in den nächsten Monaten Richtung Parität zum US-Dollar fallen wird, was entsprechend den DAX „befeuern“ sollte. Zu meinen Favoriten gehören Bank-Aktien, denn die Banken haben längst ihren „Müll“ an die EZB entsorgt und sollten sich nun nachhaltig besser entwickeln als der allgemeine Markt. Dazu eine „nette Grafik“ von zerohedge:

bank exposure to greek

Dez 012014
 

Nein, es ist kein Fehler in der Überschrift. Wie oftmals hier erläutert rechne ich fest damit, dass Japan im Ruin enden und die Euro-Zone letztlich aufbrechen wird, doch schon früher – voraussichtlich irgendwann im kommenden Jahr – wird in der Schweiz eine Finanzkrise beginnen, aus der sich gar eine Wirtschaftskrise entwickeln könnte.

Ich rechne damit, dass die Schweizer Nationalbank (SNB) gezwungen sein wird, die Zinsen anzuheben, um der sich entwickelnden Immobilienpreisblase entgegen zu wirken. Die Schweiz hat inzwischen Hypothekendarlehen in Höhe von 140% des BIP ausstehend! Mit Zürich, Genf und Bern sind drei Schweizer Städte unter den Top zehn der teuersten Städte weltweit vertreten. Selbst wenn die Schweiz ein schönes, friedliches und politisch stabiles Land sein mag: eine solche Bewertung erscheint überzogen und der Verschuldungsgrad ist besorgniserregend.

Die SNB hat sich dazu verpflichtet, den Schweizer Franken gegen den Euro nicht weiter als auf 1,20 CHF aufwerten zu lassen und kauft daher seit September 2011 in immensem Umfang Euro auf und investiert dazu in europäische Anleihen und Aktien. Dadurch hat sich die SNB Bilanz inzwischen auf ein nicht nachhaltiges Niveau von über 80% des Bruttoinlandsprodukts aufgebläht.

snb_assets_1997-2014

Wird die SNB gezwungen, die Zinsen anzuheben, wird sie die Währungsanbindung an den Euro kaum aufrecht erhalten können. Ich vermute, dass dann viele Carry Trades aufgelöst werden, was zu deutlich höherer Volatilität an den europäischen Finanzmärkten führen könnte. Noch wesentlicher erscheint mir aber, dass damit für die SNB gewaltige Verluste in ihren Vermögenswerten entstehen könnten. Denn anders als die japanische Notenbank, die mit ihrem extremen Quantitative Easing derzeit im Fokus steht, trägt die SNB Fremdwährungsrisiken. Eine neue Euro-Krise würde die SNB entsprechend in erheblichem Ausmaß belasten. Ich vermute, dass es dann als spätere Folge sogar  zu einem Ergebnis kommen könnte, dass derzeit überhaupt niemand auf dem Schirm hat: Kapitalflucht aus dem Schweizer Franken!

Noch sind wir nicht da und es ist zugegebenermaßen ein gewagtes Szenario. Doch auf einer Website wie kaufkraftschutz.de müssen wir genau solche Überlegungen anstellen. Sollte es tatsächlich zu einer Kapitalflucht aus der Schweiz kommen, hätte dies das Potenzial, das Land in eine nicht mehr selbst zu beherrschende Wirtschaftskrise zu führen. Und die oben beschriebe Immobilienpreisblase könnte dann recht zügig „Luft ablassen“, was wiederum ein Desaster für die finanzierenden Banken wäre.

Insofern warne ich hiermit eindringlich und meiner Kenntnis nach bisher als einziger Marktstratege explizit vor Investments jeglicher Art in der Schweiz.Die SNB hat sich zu einem „Hedgefonds mit einem sehr einseitigen Trade“ entwickelt. Geht dieser schief, könnte selbst dieses scheinbar so stabile Land eine ungeahnte Finanzkrise erleben – noch vor Japan…

Mrz 242014
 

Der Euroraum erwirtschaftete im Januar einen Überschuss von 0,9 Mrd. Euro. Demnach ist der Euro fundamental relativ gut untermauert und inzwischen wächst die Zahl der Optimisten, die einen deutlichen Anstieg des Euro gegen den US-Dollar erwarten. Doch während die „Euro-Krise“ während des Zenits der Austrittsspekulationen hinsichtlich „PIIGS“ aus meiner Sicht übertrieben inszeniert wurde, ergeben sich nun Kräfte, die dem Euro tatsächlich den Boden entziehen können: eine die europäischen Nationalstaaten übergreifende Allianz der Rechten, die stetig wachsende Anzahl an Konfliktherden in und um Europa sowie eine wirtschaftliche Abschwächung bei vielen Handelspartnern.

Die Rechtsextremen sind auf dem Weg, sich als dritte politische Kraft Frankreichs zu etablieren – einem Kernland des Euroraums. Auch in anderen Ländern sind die Rechten auf der Vormarsch, teilweise sogar deutlich (z.B. in Ungarn) und insbesondere bei der jüngeren Generation. Und die Rechten Bewegungen arbeiten immer öfter supranational zusammen (was schon fast eine Ironie an sich ist). Es ist daher nicht abwegig anzunehmen, dass sie bei der Wahl zum Europaparlament am 22. bis 25. Mai deutliche Zugewinne verzeichnen werden. Das könnte eine Krise der EU aus dem Inneren heraus hervorbringen.

Zudem nehmen die Konfliktfelder in bzw. um Europa stetig zu. Separationsbewegungen in Spanien, Italien, Belgien und Großbritannien rütteln an der politischen Ordnung. Die gesamte Mittelmeerregion hat sich zu einem Pulverfass entwickelt. Zahlreiche Konflikte – religiös oder ethnisch getragen – scheinen eine Tendenz zu Aktion im Sinne physischer Gewalt zu entwickeln.

Auch die Unruhen in Nordafrika, im Nahen Osten sowie nun in der Krim wirken wie eine gewaltige Sturmfront. Die Energieversorgung Europas scheint durchaus gefährdet für temporäre Schocks. Und dies trifft zusammen mit Wirtschafts- und Währungskrisen in wichtigen Abnehmerländern wie China, Brasilien, Indien, Japan und die Türkei, was insbesondere die Exportländer wie Deutschland treffen wird.

In der Summe ist das ein Cocktail, der aus meiner Sicht dazu geeignet ist, einen scharfen Abwärtstrend im Euro zu initiieren. Das Kapital, das in den letzten zwei Jahren in den Euroraum floss, könnte schneller wieder abgezogen werden als viele ahnen. Sollte die Fed dann zudem noch ihre Ankündigung wahr machen und das Tapering beibehalten, dürften sich die USA als DER Zielhafen für großes Kapital herausstellen.

Aus meiner Sicht ist EUR/USD ein strategischer Short. Eine Zielzone könnte zunächst bei 1,25 USD liegen – ein Abwärtspotenzial von 10%.

Jun 132013
 

Damit es nicht untergeht, nochmals der explizite Hinweis, dass ich die hier beschriebenen Shorts auf DAX und EUR/JPY mit ansehnlichen Gewinnen veräußert habe. Ich denke, kurzfristig besteht eine gewisse Chance auf Stabilisierung/Gegenbewegung. Zudem steigen für die Shorties die Risiken, dass die Fed bei ihrer Sitzung kommende Woche zurückrudert hinsichtlich der Reduzierung des Quantitative Easing. Ich sehe sogar die Möglichkeit, dass die US-Indizes nochmals auf neue Hochs gepusht werden, wenn die US-Notenbank ein Festhalten an QE signalisiert.

Indes glaube ich, dass der Grund der Kursrückgänge NICHT primär die Angst vor einem Ende der expansiven Notenbankpolitik ist, sondern eine Antizipation einer nahenden globalen Rezession. Auch das habe ich hier schon frühzeitig angedeutet und nun hat auch die Weltbank ihre Prognose gekürzt.

In jedem Fall zeigen die jüngsten Tage, wie fragil die „Hausse“ ist und wie schnell der Wind drehen kann. Ich nehme an, die nächste „Überraschung“ wird ein neuerliches Abtauchen des Euro gegen den US-Dollar (aktuell 1,33) in den nächsten Wochen sein, denn der Euro profitierte am stärksten durch Carry Trades. Durch die global nun anziehenden Zinsen und schwächer werdende Weltwirtschaft werden die Schuldenstaaten in Euroland wieder mehr unter Druck geraten. Kommt es zudem zu der von mir erwarteten Rezession in Deutschland, werden die Märkte berechtigerweise fragen, wer die „schwachen Euro-Länder“ noch stützen soll. Der Euro wird entsprechend nachgeben.

Insofern könnte man in Erwägung ziehen, jetzt US-Anleihen zu kaufen. Ich sehe mich nach einem adäquaten Investment um und werde ggf. informieren, was ich gekauft habe.

Jun 032013
 

„Ein ehemaliger deutscher Bundesverfassungsrichter und Europarechtler kommen in einem Gutachten zu dem Schluss, dass Deutschland bei einer Verletzung des Verbots der Staatsfinanzierung durch die EZB zum Austritt aus der Euro-Zone verpflichtet sei“ finden wir heute bei fondsprofessionell.de.

Nun mag das nicht wahrscheinlich sein, aber Juristen halten sich in der Regel sehr genau an das geltende Recht und wenn eben jenes zu einem solchen Urteil führt, könnte schon allein eine solche Andeutung einen immensen Rutsch des Euro bewirken – insbesondere wenn man bedenkt, dass der Euro inzwischen primär durch Deutschland getragen wird. Die Verhandlungen finden übernächste Woche statt und ich denke es macht Sinn, sich das in den Börsen-Kalender einzutragen.

Generell fällt auf, dass der US-Dollar seit Wochen Stärke gegen fast alle Währungen entwickelt, was ganz klar deflationär wirkt und sich zunehmend negativ auf die Gewinne der US-Unternehmen auswirken wird. Für eine neuerliche Deflationsgefahr spricht auch, dass sich inflationsgeschützte Anleihen zuletzt miserabel entwickelt haben und die Rohstoffpreise „schwächeln“. Und ich bin weiterhin der Ansicht, dass der Yen für eine sprunghafte Erholung gut ist, was wiederum entsprechende Folgen (Carry-Trade-Auflösungen) mit sich bringen würde. So ist zum Beispiel die Erholung der PIIGS-Anleihen (hier rate ich zu Gewinnmitnahmen, nachdem wir in 2011 den Einstieg nahe gelegt hatten) in nicht unwesentlichem Maße auf Carry Trades zurückzuführen.

Insofern stehen gerade alle Zeichen auf Deflation und der große Gewinner hierbei ist der US-Dollar. Und sollte das Bundesverfassungsgericht nur andeutungsweise das Agieren der EZB kritisieren, könnte es schon bald einen mächtigen Euro-Rutsch geben, sodass der US-Dollar-Index geradezu nach oben springen würde. Und das trotz Quantitative Easing. Womöglich ist genau das die nächste große Blase die platzen wird: die völlig überschätzte Allmacht der Notenbanken. Doch wer soll die Welt dann noch vor einem deflationären Endspiel bewahren?

Warten wir es ab. Die nächsten Wochen werden spannend und ich fühle mich weiterhin recht wohl mit meinen Puts auf DAX und EUR/JPY. Und im Übrigen liege ich auf der Lauer bei den Edelmetallminenaktien und Edelmetallen. Noch ist es jedoch etwas zu früh, denn sollte es zum avisierten Rutsch an den Märkten kommen, dürften auch die Edelmetalle und Minenaktien nochmals belastet sein. Dann jedoch könnte ein wahrlicher Anstieg wie Phönix aus der Asche anstehen. Wenn es so weit ist, werde ich hier informieren.

Feb 072013
 

Bei Spiegel Online lesen wir heute, dass der Euro zu stark sei und europäische Regierungschefs ähnlich wie in Japan und den USA die Währung abwerten wollen. Zitat „Der Befehl zum Euro-Drucken wird die Inflationsgefahr verschärfen.“

Wie jetzt? Gerade eben hatten wir noch die „Euro-Krise“ und der Euro schien mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu zerbrechen und jetzt ist er schon wieder zu stark?! Wie das?

„Der Euro steigt – weil andere Länder noch mehr Geld drucken“, so der Autor. Aha.

Die Formulierung des „Geldruckens“ kann ich inzwischen nicht mehr hören! Wo ist dann das ganze Geld, das gedruckt wird? Es dürften ja schon bald keine Bäume mehr da sein, wegen der Menge an Papier, die hierzu doch sicher gebraucht wird…

Nein, das ist Quatsch! Richtig ist, dass immer mehr Notenbanken den Staat finanzieren, in dem sie immer mehr Staatsanleihen in ihre Bücher nehmen. Doch das ist per se zunächst nur ein Buchungsvorgang. Real führt er natürlich dazu, dass wir sehr niedrige Zinsen haben, was im aktuellen Kontext einer ernsten Deflationsgefahr vermutlich richtig ist.

Doch einen echten Währungskrieg gibt es nicht! Es ist ein Mythos! Wie soll dieser auch aussehen? Wenn der Euro abwerten soll, der Yen abwerten soll, der US-Dollar abwerten soll, der brasilianische Real abwerten soll, ja sogar der Schweizer Franken abwerten soll, was bleibt denn dann noch übrig?! Wogegen soll dann noch abgewertet werden? Womöglich gegen Sachwerte, aber sicher nicht gegen die jeweils anderen Währungen. Insofern sollte man die Rhetorik der Politiker, die regelmäßig nicht gerade wirtschaftliche Experten sind, besser ignorieren.

Geht man zum Beisiel nach einem sehr simplen Indikator für Über- oder Unterbewertungen von Währungen wie dem „Big Mac Index“, kommt man zu ganz anderen Schlüssen. Demnach sind der Südafrikanische Rand und die Indische Rupie stark unterbewertet. Euro, Yen und US-Dollar geben und nehmen sich jedoch nicht viel. Insofern sind hier keine weiteren dramatischen Bewegungen zu erwarten.

Und dass eine Notenbank einfach auf Knopfdruck Inflation erzeugen kann ist ebenso ein Mythos. Wieso ist Japan sonst nicht schon viel früher auf die Idee gekommen? Wieso herrscht in dem Land schon seit fast 20 Jahren Deflation vor?

Alles hat seine Zeit. Und nun war die Zeit gekommen, wo der japanische Yen massiv abwertet. Dies haben wir hier im Blog mehrfach angekündigt, es fehlte nur ein Auslöser. Die Bank of Japan hat die Nerven verloren und einen Schwenk zu extremeren Maßnahmen vollzogen. Doch ob diese „erfolgreich“ sein werden bleibt abzuwarten.

Wie schon einmal geschrieben gilt hier das Sprichwort: „Sei vorsichtig mit dem was du dir wünschst, es könnte in Erfüllung gehen.“ Noch ist nichts wesentliches passiert und der Medienrummel um den „Währungskrieg“ nichts als irrelevantes „Rauschen“.

Und auch die Inflation wird so schnell noch nicht kommen. Alles hat seine Zeit.

Jan 242013
 

In einem Interview mit Handelsblatt Online prognostiziert Hans Redeker, Chefstratege bei Morgan Stanley, dass der Euro binnen der kommenden zwei Jahre auf 1,05 US-Dollar fallen wird. Er begründet dies mit dem Wiedererstarken der USA und damit, dass die EZB der Währungspolitik Japans folgen wird, um „die Gefahr einer Kreditimplosion zu verhindern“.

Aber die Euro-Krise ist doch vorbei, oder nicht?

Nein, ist sie nicht. Es wurde lediglich Zeit gekauft, aber keines der strukturellen Probleme wirklich gelöst. Das sieht auch Felix Zulauf so, der beim Barron’s Round Table eine ähnlich pessimistische Prognose wie Redeker äußerte und längerfristig weiterhin mit einem Austritt zahlreicher Länder aus dem Euro rechnet.

Also US-Dollar kaufen?!

Mit einer kleinen Gewichtung womöglich sinnvoll, wenngleich auch der US-Dollar inhärent keineswegs stabil ist. Auch wenn den USA keine Schuldenkrise a la Griechenland droht, so ist der US-Dollar letztlich auch nur ein Zahlungsversprechen, das vom Glauben seiner „Anwender“ lebt. Doch dieser Glaube könnte eben markant länger halten als jener an den Euro.

Wer einen Schutz seiner Kaufkraft sucht, kommt auch an Edelmetallen wie Gold und Silber kaum vorbei. Doch Edelmetallpreise sind sehr volatil. Und in einer ernsten Krise könnte doch ironischer Weise gelten, „Bargeld lacht!“. Denn die meisten Strategen, die eine ausufernde Inflation proklamieren, verkennen die Tatsache, dass wir heute in einem Kreditgeldsystem leben und Buchgeld quasi „über Nacht“ verschwinden kann. Fiat Money hat also prinzipiell „zwei Richtungen“. Insofern können Edelmetalle ebenfalls nur eine Ergänzung sein.

Ich kann an dieser Stelle nur wiederholen: was zählt sind relative Werte! Wie viel Öl kann ich mit einer Unze Gold kaufen? Wie viel „DAX“ erhalte ich für eine Tonne Weizen? Wie viele Jahresgehälter kostet ein Haus im Vergleich zum historischen Durchschnitt?

Damit kommen Sie zu einer strategischen Vermögensaufstellung. Relativ betrachtet sind zum Beispiel – trotz der imposanten und frühzeitig richtig von mir angekündigten Rallye – japanische Aktien sehr günstig. Und auch die Agrarrohstoffe (Kaffee, Weizen) sind strategisch ein Long. Auf der Währungsseite dürften ausgewählte Währungen einiger südasiatischer Länder weiter aufwerten. Und taktisch dürften Aktien aus den Bereichen Medizintechnik und Biotechnologie weiter outperformen.

Wenn Sie sich hier richtig aufstellen, wird es relativ „egal“ sein, ob der Euro auf 1,05 US-Dollar fällt oder nicht. Zur Erinnerung: 2003 standen wir schon mal auf diesem Niveau. Und wirklich gestört hat sich zumindest meiner Erinnerung nach niemand daran…

Dez 212011
 

Zuletzt gab es eine deutliche Entspannung hinsichtlich der Zinsentwicklung europäischer Staatsanleihen. So konnte sich Spanien erheblich günstiger finanzieren als noch vor wenigen Wochen. Der Grund: die EZB hat die Liquiditätssituation der Banken durch extrem günstige Kredite massiv entschärft und damit Anreize gesetzt, dass diese mit diesen Mitteln u.a. hoch verzinsliche europäische Staatsanleihen kaufen, welche sie dann wiederum bei der EZB als „Sicherheiten“ hinterlegen.

Das klingt fast wie die Geschichte des Baron Münchhausen, der sich bekanntlich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen haben soll. Tatsächlich ist dies nichts anderes als eine verstecke Form von Quantitative Easing. Die Börsen feierten dies und auch der Euro konnte stärker zulegen. Ist die Euro-Krise nun also vorbei?

Wohl kaum, denn weiterhin fehlt ein innereuropäischer Länderfinanzausgleich. Dass sich die Situation an der Zinsfront entspannt darf nicht darüber hinweg täuschen, dass zum einen nach wie vor keine Lösung für die strukturell schwachen Länder vorliegt. Und zum anderen liegt nun noch mehr „Ramsch“ in den Büchern der EZB. Irgendwann kommt der Tag der Offenbarung. Doch bis dahin kann noch einiges an Zeit vergehen.

Wenn man die jüngsten Äußerungen von Angela Merkel ernst nehmen kann, wonach der Weg zur Fiskalunion unwiderruflich ist, so deutet sich auch hier Bewegung an. Dass diese womöglich zunächst nur von einem Teil der Euro-Länder getragen wird ist kurzfristig zweitrangig. Immerhin tut sich etwas. Längerfristig birgt dies indes immenses Konfliktpotenzial. Aber hier gilt wohl Keynes berühmte Aussage „In the long run we are all dead.“ Mit anderen Worten: Da können sich dann andere drum kümmern.

Kurzfristig stehen die Zeichen nun jedoch auf Entspannung. Wie von uns erwartet kam es zur Eskalation der Euro-Krise. Diese ist nicht vorbei, aber es wurde Zeit eingekauft und vermutlich wird sich der „Krisen-Fokus“ in den kommenden Monaten in Richtung Asien verschieben.

Auf die Probleme Chinas und Japans haben wir bereits mehrfach hingewiesen. In China ist eine Immobilienblase geplatzt und es gibt eine gewaltige Schieflage im Schattenbankensystem. Wir rechnen hier jedoch damit, dass die eigentliche China-Krise erst in zwei bis drei Jahren einsetzt. Bis dahin kann die chinesische Staatsplanung noch einiges mit ihren immensen Devisenreserven verschleiern. Interessant: Jüngst musste die chinesische Notenbank erstmals den Yuan stützen! Soweit zum sicheren Aufwertungs-Trade…

Weniger „zuversichtlich“ sind wir da für Japan. Japan wird voraussichtlich das Jahr 2011 mit einem Handelsbilanzdefizit abschließen. Sollte sich die globale Wirtschaft in 2012 weiter eintrüben, wird sich diese Situation eher noch verschlechtern. Und damit könnte sich in Japan die nächste Schuldenkrise auftun. Der Yen bleibt somit ein strategischer Short. Die ersten Hedge Fonds haben bereits Blut geleckt.

Okt 282011
 

Am 22. September schrieben wir: Jetzt Aktien kaufen! Zitat:

„Vermutlich sieht sich in Anbetracht der Turbulenzen in Kürze auch die Politik zu einem bedeutsamen Schritt genötigt, da – wie von uns ebenfalls angekündigt – die Euro-Krise eskaliert und nun der eigentliche Abstieg der Währung begonnen hat.

Dies sind sehr gute „Zutaten“ um schon bald ein Tief an den Börsen zu erzeugen, von dem eine markante Erholungsrallye einsetzt. Wir können uns durchaus vorstellen, dass der DAX in den kommenden Wochen wieder Regionen um 6.000 erreicht. Ausgehend vom aktuellen Niveau (5.150) ein Plus von über 16%!“

Aktuell notiert der DAX bei 6.400 Punkten – hoffentlich sind Sie unserem Hinweis gefolgt. Das ist ein Plus von über 25%!

Doch was jetzt? Kann man immer noch kaufen? Oder soll man eher Gewinne mitnehmen?

Wir tendieren zu letzterem, denn wir sehen den DAX nicht auf wesentlich mehr als 6.600 Punkte steigen und rechnen im November mit einer Seitwärtsbewegung, die dann ab spätestens Dezember in eine sehr dynamische Abwärtsbewegung übergehen wird. Im ersten Halbjahr 2012 könnte der DAX sogar unter 4.000 Punkte fallen.

Wie jetzt? Die Euro-Krise ist doch gelöst, oder nicht?

Die Euro-Krise ist aus unserer Sicht nicht gelöst, denn weiterhin besteht das Problem, dass der Euro für einen Teil der Länder zu stark, für andere zu schwach ist. Dies ist nur lösbar, indem entweder die schwächeren Länder aus der Euro-Zone austreten, oder aber ein dauerhafter Ausgleich implementiert wird, z.B. via EU-Fiskalpolitik. Weder das eine noch das andere ist derzeit zu erwarten. Leider wird somit die „Unruhe“ in der Euro-Zone ein dauerhafter Zustand bleiben und es ist durchaus möglich, dass gerade die unvollendete Union letztlich zu ihrem nachhaltigen Scheitern führen wird.

Die Fokussierung auf Eindämmung von Schulden wirkt konjunkturbremsend. Der Deleveraging-Prozess wird Jahre anhalten und zu wirtschaftlicher Stagnation und Deflation führen. Ungeachtet dessen mehren sich auch die Signale, die auf eine markante Abkühlung in China hinweisen. Kommt es dort im kommenden Jahr zu einer Art Rezession, dürfte das insbesondere die exportorientierten Länder treffen – also vor allem Deutschland.

Besteht also gar keine Chance auf eine nachhaltige Rallye bzw. eine neue Hausse?

Doch. Positive Signale kamen zuletzt tendenziell aus den USA. Zudem konzentrieren sich nahezu alle Länder darauf, Krisen zeitnah entgegen zu wirken. Es ist daher nicht abwegig, dass die Schuldenbremsen umgangen bzw. „aufgeschoben“ werden und ein neuer globaler Stimulus gestartet wird. Zudem ist mit weiteren Rating-Abstufungen von Ländern zu rechnen. Daher könnte eine nachhaltige Wende an den Anleihenmärkten einsetzen. Wenn dies geschieht, dürften sich die Kapitalströme zu einem großen Teil den Aktienmärkten zuwenden, zumal die Unternehmen über enorme Finanzmittel verfügen.

Die Entscheidung wird sehr bald fallen. Wir sind tendenziell bearish und erwarten in 2012 eine neuerliche Rezession in Europa, den USA und China. Sichern Sie daher Positionen mit Stopps ab. Von neuerlichen Käufen an den Aktienmärkten würden wir kurzfristig absehen, bis sich ein klareres Bild für die kommenden Monate ergibt.

Sep 222011
 

Ja, wir haben eine Schuldenkrise. Ja, die Sparprogramme werden vermutlich zu einer Rezession führen. Ja, die Aktienmärkte sind technisch seit Sommer in einem Bärenmarkt.

ABER: Die Börsen haben nun schon vieles eingepreist und der Bärenmarkt dürfte sich durchaus eine Pause gönnen. Wir sind sehr nahe zu einem „Selling Climax“, dem eine sehr starke Erholung folgen dürfte.

Deutsche oder US-Anleihen sind nun auf einem Niveau, das wahrlich nicht mehr als attraktiv bezeichnet werden kann. Daher gibt es eine durchaus größere Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein Teil dieser Kapitalströme wieder in den Aktienmarkt fließen wird.

Rohstoffwerte sollten Sie jedoch meiden. Hier hat der Trend nun wie von uns erwartet gedreht und es dürfte hier zu weiteren Abgaben kommen. Die Blase bei den Inflationserwartungen ist eindeutig geplatzt.

Fallende Rohstoffpreise wirken deflationär, haben jedoch auch einen positiven Effekt: sie entlasten die produzierende Wirtschaft und im Falle des Ölpreises auch die Haushalte. Auch die Rückgänge des Euro und Schweizer Franken (ebenfalls durch uns angekündigt) wirken für Europa positiv, da sie die die Exportwirtschaft entlasten und die Kreditsituation (Fremdwährungskredite) entschärfen.

Vermutlich sieht sich in Anbetracht der Turbulenzen in Kürze auch die Politik zu einem bedeutsamen Schritt genötigt, da – wie von uns ebenfalls angekündigt – die Euro-Krise eskaliert und nun der eigentliche Abstieg der Währung begonnen hat.

Dies sind sehr gute „Zutaten“ um schon bald ein Tief an den Börsen zu erzeugen, von dem eine markante Erholungsrallye einsetzt. Wir können uns durchaus vorstellen, dass der DAX in den kommenden Wochen wieder Regionen um 6.000 erreicht. Ausgehend vom aktuellen Niveau (5.150) ein Plus von über 16%!

Und Unternehmen wie E.ON (aktuell 14,55 EUR) oder Henkel (37,93 EUR) bieten definitiv Substanz und werden auch in einer Rezession noch Geld verdienen. Ob es indes ratsam ist, jetzt langfristig in Aktien zu investieren, wollen wir an dieser Stelle noch offen lassen.