
Deutschland erscheint gerade wie der Fels in der Brandung in Euroland. Spanien in der Depression, Italien im Chaos, Griechenland am Ende, Frankreich im sozialistischen Planungsdesaster… nur Deutschland strahlt und wird daher von vielen Seiten angefeindet. Doch schon in wenigen Monaten wird auch Deutschland in einer Rezession stecken.
Für diese Prognose reicht fast schon ein alleiniger Blick auf die Aktie von Volkswagen, welche in den vergangenen drei Monaten um 25% gefallen ist. Der Automarkt Westeuropas befindet sich auf dem schwächsten Niveau seit 20 Jahren, wobei es insbesondere in Deutschland miserabel aussieht. Hier finden Sie einige Hintergründe zur Bedeutung der deutschen Automobilindustrie. Jeder siebte Arbeitsplatz in Deutschland steht direkt oder indirekt mit dem Automobil in Verbindung.
Doch nicht nur in der Automobilindustrie läuft es nicht mehr rund, auch die Maschinenbauer vermelden zuletzt ein zunehmend schwierigeres Umfeld.
Wenn Sie nun eins und eins zusammenzählen und die Schwierigkeiten in den Hauptabnehmerländern des deutschen Exports bedenken, brauchen Sie kein Wirtschaftsstudium, um die richtigen Schlüsse zu ziehen. Weiter gedacht wird eine Schwäche in Deutschland jedoch mit hoher Gewissheit ein neues Kapitel in der Euro-Krise begründen. Und ich würde sogar so weit gehen und – je nach Geschwindigkeit der Entwicklungen – einen markanten Einfluss auf die Bundestagswahlen unterstellen, welcher “Anti-Euro” begünstigen wird.
Aus meinem Jahresausblick 2013:
“In Europa wird Frankreich immer mehr in den Krisen-Fokus rücken und die Spannungen zwischen Frankreich und Deutschland zunehmen. Zudem wird es generell einen starken Ruck in die extremen Lager (links und rechts) geben. Dies wird den Euro stark belasten. Ab einem Niveau von 1,40 US-Dollar ist der Euro wieder ein Short.”
Der Euro hatte es nur bis zur 1,37 USD-Marke geschafft. Und die Krise Frankreichs hat auch bereits die Medien erreicht. In einigen Monaten wird Deutschland in der Rezession stecken und Thema der Medien sein. Den treffenden “BILD”-Titel sehe ich auch schon vor Augen: “Was nun, Frau Merkel?”
Deutsche Aktien, insbesondere von exportorientierten Unternehmen, würde ich entsprechend bis auf weiteres meiden.
