Jul 302014
 

Seit geraumer Zeit beschäftigt mich ein Gedanke. Ich verfolge sehr intensiv verschiedene Technologien und habe den Eindruck, dass in sehr vielen Bereichen „Durchbrüche“ stattfinden, die seit Jahrzehnten stabile Branchen völlig „durchrütteln“ werden. Schumpeter würde hier womöglich von „kreativer Zerstörung“ sprechen.

Per se ist das eine positive und notwendige Entwicklung. Doch wie mir scheint gehen viele dieser Entwicklungen zu schnell. Zu schnell für unsere Sozialsysteme. Zu schnell für unsere Arbeitsmärkte. Zu schnell für weite Teile der Bevölkerung, die „nicht mehr mithalten“ können. Zu schnell, dass sich vorherige Investitionen noch amortisieren könnten. Und das wird nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung einen „starken Dämpfer“, eine Gegenbewegung  hervorrufen. Es wird zu erheblich steigender Arbeitslosigkeit führen und viele Investitionen unrentabel werden lassen.

Strukturwandel hat es immer gegeben, Jobs verloren auch früher schon ihre Relevanz. Doch dies ging noch nie so schnell wie heute vor sich. Jobs werden wesentlich schneller vernichtet, als neue entstehen, es gibt Schätzungen wonach rund die Hälfte aller Jobs vor dem Aus stehen. Welche Folgen dies auf die Sozialsysteme, Staatsfinanzen und insbesondere auf die Stabilität unserer Gesellschaft hat, kann man sich leicht vorstellen. Die Folgen einer weiter steigenden Kluft zwischen Arm und Reich habe ich hier beschrieben.

Diese Erkenntnis ist in der globalen Politik leider immer noch nicht angekommen, denn überall versuchen die Regierungen eher, über Währungsabwertungen und Handelsbeschränkungen Vorteile zulasten anderer Staaten zu gewinnen um damit den eigenen Arbeitsmarkt und die eigene Wirtschaft zu stärken. Dies funktioniert jedoch nicht, da das Problem nicht primär in niedrigeren Human-Kosten, sondern in sinkenden Produktionskosten und gesättigten Märkten liegt. Und ich habe den Verdacht, dass die zunehmende Durchdringung energieeffizienter Technologien bei gleichzeitiger Erhöhung der Energieproduktion durch Solaranlagen u.a. auch die Energiekosten dauerhaft senken wird (das könnte jedoch durch einen neuerlichen „Weltkrieg“ anders kommen), womit die Produktionskosten noch weiter sinken würden. Die Ironie ist dabei, dass dadurch noch weniger Menschen zur Arbeit gebraucht werden und damit – schon rein technisch bedingt – die Arbeitslosigkeit noch weiter steigt.

Beschleunigt wird dieser Trend durch die globale Nullzinspolitik. Sie treibt Technologie voran und wertet menschliche Arbeit ab. Sie ist wie Adrenalin. Und wie wir wissen, führt zu viel Adrenalin zu Herzrasen und womöglich sogar zum Infarkt. Die Nullzinspolitik leitet Kapital aus einem „Anlagenotstand“ heraus in immer riskantere Anlagen. Die Börsen werden womöglich bald ihre Aufwärtstrend noch weiter verschärfen, wobei ich denke, dass sich das eher in den USA und Asien vollziehen und Kapital aus Europa ein wesentlicher Treiber sein wird.

Dies ist ein „Cocktail“, der binnen weniger Jahre zu dramatischen und sehr schnellen Umbrüchen führen wird. Vielleicht ist Ihnen das Phänomen der Interferenz bekannt. Aus meiner Sicht erzeugt die globale Nullzinspolitik eine gefährliche Synchronisation von wirtschaftlichen Entwicklungen. Durch die Globalisierung erscheinen alle Märkte (womöglich abgesehen von kleinen afrikanischen Märkten) immer stärker positiv korrelierend und wir sind mehr denn je anfällig für systemische Krisen. Daher wird die nächste Krise vermutlich wesentlich heftiger als jene in 2008, deren psychologische Basis meines Erachtens ohnehin nie ausreichend untersucht wurde. Die Reaktionen von Notenbanken und Politik werden dann womöglich noch extremer ausfallen. Und „mehr Adrenalin“ könnte dann den Patienten „umbringen“…

In diesem Kontext möchte ich Ihnen nochmals meinen Beitrag „Kaufkraftschutz in Zeiten von Anlagenotstand und Finanzrepression“ zur Lektüre empfehlen. Es ist Zeit für ein neues Denken. Und Handeln!

Feb 252014
 

Auf fuw.ch war kürzlich der folgende Chart zu finden:

Japan_Demografie_Deflation

Wichtig ist demnach die Erkenntnis, dass es eine sehr enge Korrelation zwischen Deflation und Bevölkerungsentwicklung gibt.

Die japanische Notenbank bzw. die Regierung haben es sich zum Ziel gesetzt, die Inflation auf etwa zwei Prozent anzuheben um damit neues Wachstum zu erreichen. Die Idee ist also, die Konsumenten aus Angst vor Geldentwertung zu Ausgaben zu animieren.

Nun, wenn wir uns die Grafik ansehen, sollte klar werden, dass dies kein leichtes Unterfangen ist. Bei wikipedia erfahren wir zudem zur Demografie Japans:

„Die Bevölkerung begann 2005 zu schrumpfen, als 1,067 Mio. Geburten 1,077 Mio. Todesfälle gegenüberstanden. Unter Annahme der derzeitigen Geburts- und Todesraten wird die Bevölkerung von 127 Millionen im Jahre 2005 auf 100 Millionen im Jahr 2050 und gar auf nur 64 Millionen im Jahr 2100 gefallen sein.“

Wenn man sich mal den typischen Ausgabenzyklus eines Menschen vorstellt, so leuchtet es ein, dass die größte „Konsumfreude“ vorherrscht, wenn eine Familie gegründet wird – also im Alter zwischen 30 und 40 Jahren. Ich kann das aus persönlicher Erfahrung (3 Kinder) voll bestätigen… :-) Konsum hat doch weniger mit „Spaß“ oder „Präferenzen“ denn mit „Notwendigkeiten“ zu tun.

Und genau hier liegt das Problem: die japanische Geld- und Fiskalpolitik kann daran nichts wesentlich ändern. Im Gegenteil: Jeder Konsum in höherem Alter belastet künftigen Konsum, ohne dass „Ersatz“ nachkäme. Die Demografie-Kurve Japans weist unerbitterlich und klar in eine einzige Richtung: abwärts.

Ich bin daher davon überzeugt, dass Quantitative Easing in Japan scheitern wird. Mehr noch: der anhaltende Versuch, Japans Wirtschaft wieder in Gang zu setzen („Abenomics“), wird einen „Infarkt“ bzw. Kollaps auslösen. Man stelle sich mal vor, man würde einem betagten 65-Jährigen ständig Anabolika spritzen, damit er wieder so schnell läuft und so stark wird wie ein 20-Jähriger. Das mag eine Zeit lang scheinbar klappen. Doch es braucht nicht viel Verstand um einzusehen, dass man damit eher ein Risiko verstärkt denn eine Chance schafft.

Wie mehrfach hier auf kaufkraftschutz.de beschrieben wird Japan im Ruin enden. Und ich glaube, es wird eine Art von Ruin sein, die wir lange Zeit nicht vergessen werden. Konkret erwarte ich, dass sich Japans Staatsverschuldung so lange weiter aufblähen wird, bis der Glaube an den Yen und die Macht von Regierung und Zentralbank vollkommen erodiert ist – insbesondere bei der eigenen Bevölkerung. Sobald dieser psychologische Wendepunkt erreicht ist, wird irgendein Auslöser – z.B. ein stärkeres Erdbeben, ein Crash in China, ein lokaler Krieg – zu einer Panik führen, den keine Notenbank und kein Staat der Welt mehr aufhalten können wird. Kapital wird aus Japan abrupt fliehen und die Wirtschaftsleistung in einer Schockstarre geradezu zum Erliegen kommen – ähnlich wie 2008, nur noch wesentlich dramatischer.

Ein Extrem-Szenario? Vielleicht. Doch genau damit rechne ich. Und zwar um das Jahr 2020. Erinnern Sie sich an mich und diese Seite, wenn es so weit ist. Niemand soll sagen, es wäre nicht vorhersehbar gewesen! Die größte Blase heute ist nicht das QE oder die Bewertungen von Wertpapieren oder Immobilien, sondern der blinde Glaube an staatliche Institutionen, staatliche Versprechen und die „Steuerbarkeit“ von Wirtschaft abseits von fundamentalen Entwicklungen wie der Demografie.

Jun 112013
 
china_flagge

Am 21.07.2011 schrieb ich im Kontext der Euro-Krise: „Es könnte jedoch sein, dass sich nun der „Sorgen-Fokus“ nach Asien und Australien verschieben wird. Womöglich kommt das Thema Schuldenkrise in Japan zu neuer Blüte. Oder aber China mit seinem Schatten-Banken-System und seiner immensen Fehl-Allokation im Bau-Sektor rückt näher in den Fokus. Eng mit der Entwicklung Chinas verknüpft ist auch das Schicksal Australiens, wo sich ebenfalls eine gewaltige Immobilien-Blase gebildet hat.“

Genau dies ist geschehen. Die Wirtschaft Australiens schwächelt, die Immobilienpreise haben gedreht. Und auch das hier bereits frühzeitig behandelte Thema Schuldenkrise in Japan beherrscht inzwischen die Schlagzeilen und ich denke, dass Japan nach einer kurzen Scheinblüte im Ruin enden wird. Als wäre das nicht genug, wird die eigentliche Krise jedoch jene Chinas sein, welche die globale Wirtschaft in die Depression mitreißen wird.

In meinen Beiträgen „So sehen Blasen aus! China vor einer Krise“, „Ein erschütterndes Video aus China“ und „Die chinesische Immobilienblase wird zur Depression führen“ habe ich Ihnen bereits einige markante sozioökonomische Entwicklungen vorgestellt. Nun findet sich weiteres Indiz:

„Wellenreiter Invest“ hatte in einem Beitrag auf einen interessanten Zusammenhang zwischen dem Bau gewaltiger Wolkenkratzer und der Wirtschaftslage hingewiesen: „Die Jagd nach Höhenweltrekorden folgt einem Normalschema. Baubeginn ist in der Regel in einer bullischen oder gar euphorischen Aktienmarktphase, die Fertigstellung erfolgt fast ausschließlich in einer Phase wirtschaftlicher Rezession oder gar Depression.“ Zu einem ähnlichen Schluss kam die Barclays Bank: Wo Gebäude immer höher in den Himmel wachsen, folge meist der finanzielle Crash.

In China wurde nun die Genehmigung für den Bau des größten Gebäudes der Welt „Sky City“ erteilt. Besonders bemerkenswert hierbei ist, dass der Bau binnen 90 Tagen (!) erfolgen soll. Man fühlt sich schon ein wenig an den Turmbau zu Babel und menschlichen Übermut erinnert. Das aktuell höchste Gebäude („Burj Khalifa“) findet sich übrigens in Dubai und konnte Anfang 2010 nur fertigstellt werden, weil Abu Dhabi eine finanzielle Notunterstützung leistete…

Nun befindet sich China schon seit Monaten in einem „Wachstumsabwärtstrend“ und gab auch gestern wieder schwache Wirtschaftsdaten bekannt. Es ist also nicht so, dass der Bau dieses Gebäudes aus überschwänglicher Euphorie heraus geboren wird. Dennoch denke ich, dass dieses Vorhaben etwas über China und das Denken dort aussagt, was sich auch generell im exorbitanten Bau-Boom der vergangenen Jahre zeigt. Es gelingt der chinesischen Staatsführung indes weiterhin nicht, die Preisblasen einzudämmen, die sich im Immobiliensektor in vielen Regionen gebildet haben.

Unterschwellig braut sich hier ein Sturm zusammen, der meiner Einschätzung nach binnen zwei bis drei Jahren offen ausbrechen wird: eine gewaltige Wirtschafts- und Finanzkrise, die auch das globale Finanzsystem erschüttern und womöglich sogar den Zusammenbruch der Euro-Zone begleiten könnte.

Wie komme ich zu dieser extrem pessimistischen Einschätzung?

Nun, es ist ein Zusammenspiel zahlreicher Faktoren. So liegen inzwischen die Löhne im Süden Chinas in etwa auf dem Niveau Mexikos, was bedeutet, dass für viele US-Unternehmen die Produktion in China nicht mehr so rentabel ist. Hinzu kommt, dass die Masse der Chinesen weiterhin Arbeiten ausführt, die „anfällig“ dafür sind, durch Roboter ersetzt zu werden. Foxconn, der Hersteller des iPhone & Co., hatte zum Beispiel Endes des vergangenen Jahres angekündigt, bis zu eine Millionen Arbeiter durch Roboter zu ersetzen. Das sind also durchaus relevante Zahlen und ich nehme an, dass auch China immer mehr Probleme bekommen wird, seine Menschen in Beschäftigung zu halten. Und dies, obwohl sich auch in China ab 2015 der demografische Wandel bemerkbar machen wird.

Genau in der Demografie liegt das nächste große Problem. Da es einen klaren Zusammenhang zwischen Lebensabschnitt und Konsumfreude gibt, sollte die Binnenwirtschaft – die China gerade versucht zu stärken – strukturell bedingt in den nächsten Jahren eher sogar schwächer werden. Auch eine Untersuchung des US-Ökonom Barry Eichengreen spricht dafür, dass sich das Wachstum in China ab 2014 dauerhaft verringern wird, denn dann erreicht das Land ein Niveau beim Pro-Kopf-Einkommen, ab dem in anderen wirtschaftlich aufstrebenden Ländern regelmäßig schwächeres Wachstum folgte.

Ein weiterer neuer Aspekt ist die Abwertung des Yen, wodurch Japan gewissermaßen Deflation in andere Länder exportiert. Da jüngst zudem der chinesische Yuan gegen den US-Dollar aufwertet, sollten die chinesischen Unternehmen auch diesen Währungseffekt schon bald deutlich negativ spüren. Und dies zu einer Zeit, wo ohnehin wichtige Absatzmärkte Chinas schwächeln.

Der zentrale Aspekt ist jedoch die immense Kreditblase, die sich in Chinas Schattenbankensystem (Treuhandfonds, „Vermögensverwaltungen“, Finanzierungsvehikel kommunaler Regierungen) gebildet hat und womöglich schon in wenigen Monaten ihre ersten Opfer finden wird. Denn „viele Produkte die gegenwärtig angeboten werden, gleichen den forderungsbesicherten Schuldverschreibungen (CDO), die in den USA vor der Finanzkrise angeboten wurden – wenngleich ohne Aufsicht und Überwachung“ schrieb die Crédit Suisse in einer Analyse.

Genau letzteres macht die Situation besonders kritisch, da selbst die chinesischen Behörden nicht wissen, wie groß die Schieflagen im Schattenbankensystem sind. Die Crédit Suisse schätzt den Umfang der informellen Kreditvergabe im vergangenen Jahr auf gigantische 22,8 Billionen Yuan, umgerechnet 2,8 Billionen Euro, oder 44% der Wirtschaftsleistung Chinas!

Die gesamte Kreditvergabe in China lag nach Schätzung von Charlene Chu von Fitch Ratings im vergangenen Jahr bei 198% des BIP nach 126% im Jahr 2011. Chinesische Banken steigern ihre Assets binnen 5 Jahren um die Größe des gesamten US-Bankensystems! Sie können sich demnach vorstellen, dass hier etwas nicht stimmen kann und die Assets in nicht allzuferner Zukunft neu bewertet werden müssen – mit der wahrscheinlichen Folge, dass das chinesische Bankensystem in eine Situation geraten wird, wie wir sie 2008/2009 in den USA gesehen haben.

Wie Chu weiter ausführt, gibt es keinen Ausweg, da das Kreditvolumen doppelt so hoch ist wie die Wirtschaftsleistung und doppelt so schnell wächst. Und ein schneller Sprung der Verschuldung relativ zum BIP ging regelmäßig Finanzkrisen voraus. Wenn Sie dann die oben beschriebenen Aspekte bedenken und sich klar machen, dass ein BIP, das zu fast 70% durch Bau- und Infrastrukturprojekte getragen ist, ohnehin niemals nachhaltig sein kann, so dürften Sie verstehen, warum ich eine ernste Wirtschafts- und Finanzkrise in China erwarte.

Wir werden in den nächsten Monaten immer öfter von Kredit- und Anleihenausfällen sowie Unternehmenspleiten in China hören. Ich vermute jedoch, dass vieles sich zunächst noch weiter unterschwellig verschlimmern und erst in zwei bis drei Jahren offen ausbrechen wird. Dann jedoch wird es global zu einem Schock und heftigen Turbulenzen kommen. Wie oben schon angedeutet wird eine Krise in China z.B. auch erheblich auf Deutschland und damit auf den Euro rückwirken, die Rohstoffpreise könnten dramatisch einbrechen, was wiederum Australien weiter in die Krise treiben wird. Die zu erwartenden Folgen werde ich hier auf kaufkraftschutz.de in einem weiteren Beitrag beleuchten.

Jun 032013
 

„Ein ehemaliger deutscher Bundesverfassungsrichter und Europarechtler kommen in einem Gutachten zu dem Schluss, dass Deutschland bei einer Verletzung des Verbots der Staatsfinanzierung durch die EZB zum Austritt aus der Euro-Zone verpflichtet sei“ finden wir heute bei fondsprofessionell.de.

Nun mag das nicht wahrscheinlich sein, aber Juristen halten sich in der Regel sehr genau an das geltende Recht und wenn eben jenes zu einem solchen Urteil führt, könnte schon allein eine solche Andeutung einen immensen Rutsch des Euro bewirken – insbesondere wenn man bedenkt, dass der Euro inzwischen primär durch Deutschland getragen wird. Die Verhandlungen finden übernächste Woche statt und ich denke es macht Sinn, sich das in den Börsen-Kalender einzutragen.

Generell fällt auf, dass der US-Dollar seit Wochen Stärke gegen fast alle Währungen entwickelt, was ganz klar deflationär wirkt und sich zunehmend negativ auf die Gewinne der US-Unternehmen auswirken wird. Für eine neuerliche Deflationsgefahr spricht auch, dass sich inflationsgeschützte Anleihen zuletzt miserabel entwickelt haben und die Rohstoffpreise „schwächeln“. Und ich bin weiterhin der Ansicht, dass der Yen für eine sprunghafte Erholung gut ist, was wiederum entsprechende Folgen (Carry-Trade-Auflösungen) mit sich bringen würde. So ist zum Beispiel die Erholung der PIIGS-Anleihen (hier rate ich zu Gewinnmitnahmen, nachdem wir in 2011 den Einstieg nahe gelegt hatten) in nicht unwesentlichem Maße auf Carry Trades zurückzuführen.

Insofern stehen gerade alle Zeichen auf Deflation und der große Gewinner hierbei ist der US-Dollar. Und sollte das Bundesverfassungsgericht nur andeutungsweise das Agieren der EZB kritisieren, könnte es schon bald einen mächtigen Euro-Rutsch geben, sodass der US-Dollar-Index geradezu nach oben springen würde. Und das trotz Quantitative Easing. Womöglich ist genau das die nächste große Blase die platzen wird: die völlig überschätzte Allmacht der Notenbanken. Doch wer soll die Welt dann noch vor einem deflationären Endspiel bewahren?

Warten wir es ab. Die nächsten Wochen werden spannend und ich fühle mich weiterhin recht wohl mit meinen Puts auf DAX und EUR/JPY. Und im Übrigen liege ich auf der Lauer bei den Edelmetallminenaktien und Edelmetallen. Noch ist es jedoch etwas zu früh, denn sollte es zum avisierten Rutsch an den Märkten kommen, dürften auch die Edelmetalle und Minenaktien nochmals belastet sein. Dann jedoch könnte ein wahrlicher Anstieg wie Phönix aus der Asche anstehen. Wenn es so weit ist, werde ich hier informieren.

Mrz 122013
 

In seinem jüngsten Blog-Beitrag hat David Pieper eine Makro-Analyse von Charles Hugh Smith eingebunden – ein absolut sehenswertes Video. Es beschreibt das „globale Endspiel in 14 Punkten“, eine Makro-Analyse zu Kredit- und Wirtschaftszyklen. Besonders hervorgehoben wird der deflationäre Zyklus:

deflation-zyklus

Wir befinden uns demnach gerade in der Phase, in der Staaten über Strafzölle und Währungseingriffe versuchen, Vorteile gegenüber anderen Staaten zu gewinnen. Wie ich hier beschrieben habe ist ein Währungskrieg jedoch nicht zu „gewinnen“, wenn so viele Länder daran teilnehmen. Japan hat eher deshalb „Erfolg“ damit, da es einfach an der Zeit war/ist.

Folgt man dem Zyklus der Deflation, so werden wir spätestens im kommenden Jahr wieder verstärkt über Werksschließungen und Pleiten in der Presse lesen. Die Reflation über Quantitative Easing der Notenbanken wird scheitern, da sie nicht die strukturellen Aspekte (Überkapazitäten, zu hohe Verschuldung) löst, sondern diese nur verschleiert und zu finanzieller Spekulation führt, welche wiederum die Kluft zwischen Arm und Reich erweitert.

Ich rechne fest damit, dass noch im laufenden Jahr – von mir charakterisiert als Wendejahr – der nächste große wirtschaftliche Abschwung beginnen und womöglich um 2015 in einer Art Depression enden wird.

2015/2016 sind für mich generell weiterhin die heißesten Kandidaten für das „Finale“, da immer mehr „Baby- Boomer“ dann zeitgleich Liquidität aufbauen werden. Womöglich wird dann irgendein Auslöser dazu führen, dass die „Schein-Sicherheiten“ (Derivate) und aufgeblasenen „Finanzwerte“ (Anleihen, Aktien) plötzlich – binnen weniger Wochen – eine dramatische Neubewertung erfahren. Bis dahin könnte indes die „Reise nach Jerusalem“ an den Finanzmärkten noch eine Weile anhalten, sprich: Anleihekurse hoch und somit die Zinsen niedrig bleiben, eine neue Blase bei japanischen Aktien entstehen.

Okt 282011
 

Am 22. September schrieben wir: Jetzt Aktien kaufen! Zitat:

„Vermutlich sieht sich in Anbetracht der Turbulenzen in Kürze auch die Politik zu einem bedeutsamen Schritt genötigt, da – wie von uns ebenfalls angekündigt – die Euro-Krise eskaliert und nun der eigentliche Abstieg der Währung begonnen hat.

Dies sind sehr gute „Zutaten“ um schon bald ein Tief an den Börsen zu erzeugen, von dem eine markante Erholungsrallye einsetzt. Wir können uns durchaus vorstellen, dass der DAX in den kommenden Wochen wieder Regionen um 6.000 erreicht. Ausgehend vom aktuellen Niveau (5.150) ein Plus von über 16%!“

Aktuell notiert der DAX bei 6.400 Punkten – hoffentlich sind Sie unserem Hinweis gefolgt. Das ist ein Plus von über 25%!

Doch was jetzt? Kann man immer noch kaufen? Oder soll man eher Gewinne mitnehmen?

Wir tendieren zu letzterem, denn wir sehen den DAX nicht auf wesentlich mehr als 6.600 Punkte steigen und rechnen im November mit einer Seitwärtsbewegung, die dann ab spätestens Dezember in eine sehr dynamische Abwärtsbewegung übergehen wird. Im ersten Halbjahr 2012 könnte der DAX sogar unter 4.000 Punkte fallen.

Wie jetzt? Die Euro-Krise ist doch gelöst, oder nicht?

Die Euro-Krise ist aus unserer Sicht nicht gelöst, denn weiterhin besteht das Problem, dass der Euro für einen Teil der Länder zu stark, für andere zu schwach ist. Dies ist nur lösbar, indem entweder die schwächeren Länder aus der Euro-Zone austreten, oder aber ein dauerhafter Ausgleich implementiert wird, z.B. via EU-Fiskalpolitik. Weder das eine noch das andere ist derzeit zu erwarten. Leider wird somit die „Unruhe“ in der Euro-Zone ein dauerhafter Zustand bleiben und es ist durchaus möglich, dass gerade die unvollendete Union letztlich zu ihrem nachhaltigen Scheitern führen wird.

Die Fokussierung auf Eindämmung von Schulden wirkt konjunkturbremsend. Der Deleveraging-Prozess wird Jahre anhalten und zu wirtschaftlicher Stagnation und Deflation führen. Ungeachtet dessen mehren sich auch die Signale, die auf eine markante Abkühlung in China hinweisen. Kommt es dort im kommenden Jahr zu einer Art Rezession, dürfte das insbesondere die exportorientierten Länder treffen – also vor allem Deutschland.

Besteht also gar keine Chance auf eine nachhaltige Rallye bzw. eine neue Hausse?

Doch. Positive Signale kamen zuletzt tendenziell aus den USA. Zudem konzentrieren sich nahezu alle Länder darauf, Krisen zeitnah entgegen zu wirken. Es ist daher nicht abwegig, dass die Schuldenbremsen umgangen bzw. „aufgeschoben“ werden und ein neuer globaler Stimulus gestartet wird. Zudem ist mit weiteren Rating-Abstufungen von Ländern zu rechnen. Daher könnte eine nachhaltige Wende an den Anleihenmärkten einsetzen. Wenn dies geschieht, dürften sich die Kapitalströme zu einem großen Teil den Aktienmärkten zuwenden, zumal die Unternehmen über enorme Finanzmittel verfügen.

Die Entscheidung wird sehr bald fallen. Wir sind tendenziell bearish und erwarten in 2012 eine neuerliche Rezession in Europa, den USA und China. Sichern Sie daher Positionen mit Stopps ab. Von neuerlichen Käufen an den Aktienmärkten würden wir kurzfristig absehen, bis sich ein klareres Bild für die kommenden Monate ergibt.

Okt 112011
 

In vielen Ländern Nordafrikas sowie in einigen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens dominieren Krieg und Gewalt. Ein nüchterner Blick auf die Entwicklungen der vergangenen hundert Jahre zeigt, dass geopolitische Aspekte die Krisen treiben, welchen zum Teil religiöse Motive zugesprochen werden. Vieles deutet daraufhin, dass es in den kommenden Monaten zu einer Eskalation kommt, welche die gesamte Region nachhaltig verändern wird. Und dies betrifft durchaus auch Europa – nicht nur wegen des zu erwartenden Ölpreisanstiegs.

Dass das vor der Zahlungsunfähigkeit stehende Griechenland Panzer in den USA bestellt lässt ebenso aufhorchen wie die markanten Entwicklungen in der Türkei. Der türkische Ministerpräsident Erdogan hat fast die gesamte Führung des Militärs ausgetauscht und versucht, die Armee zu „islamisieren“. Zudem hat die Türkei die Beziehungen zu Israel eingefroren, droht unentwegt Syrien und führt Kampfeinsätze gegen die Kurden im Nordirak durch. Die Türkei als Nachfolgestaat des Osmanischen Reichs versucht demnach, ihre im vergangenen Jahrhundert verlorene Vormachtstellung in der Region wieder herzustellen und sich Rohstoffe im Mittelmeer zu sichern, auf welche auch Griechenland, Ägypten und Israel Anspruch erheben.

Israel sieht sich generell zunehmend isoliert. Ägypten, langjähriger Verbündeter Israels, versinkt im Chaos und die Palästinenser finden weltweit großen Zuspruch für ihre Initiative für einen eigenen Staat. Auch im Land selbst brodelt es. Hunderttausende Israelis demonstrieren für mehr soziale Gerechtigkeit. Das gleiche Ziel, das auch schon die Marokkaner und Tunesier verfolgen und welches von der NATO als Vorwand genutzt wurde, um Libyen zu „befreien“. Dass die Franzosen als maßgeblicher Treiber des Gaddafi-Sturzes nun 35% des libyschen Erdöls erhalten, ist sicher nur Zufall.

Zwischen der Türkei und Israel liegt Syrien, das auch an den bereits „demokratisierten“ Irak angrenzt. Einer Meldung der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Ria-Novosti zufolge, befindet sich ein militärisches Einschreiten in Syrien durch NATO-Kräfte bereits in Vorbereitung. Nach dem „Erfolg“ in Libyen fühlen sich demnach nicht wenige Köpfe in der längst ohne Daseinsberechtigung verweilenden NATO animiert, den nächsten Feldzug zu starten.

Zwischen Irak und Afghanistan wiederum liegt der Nachfolgestaat Persiens, Iran. Der Kandidat der US-Republikaner bei den künftigen Präsidentschaftswahlen Jon Huntsman, hat Iran jüngst mit einem Militärangriff gedroht. Auch Frankreichs Präsident Sarkozy sprach bereits von einem möglichen „Präventivschlag“ gegen den Iran. Irans Marine-Chefkommandeur hat indes angekündigt, dass sein Land Kriegsschiffe in die Nähe von US-Hoheitsgewässern entsenden will. Seit September ist das iranische Kernkraftwerk Buschehr am Netz. Der vermutlich durch Israel initiierte Cyber-Angriff mit dem Computerwurm Stuxnet konnte also nur eine Zeitverzögerung bewirken. Den Bau begleitet hat Russland, das in Übereinstimmung mit China regelmäßig Sanktionen gegen Iran sowie auch Syrien ablehnt. Auch hier ist die Interessenlage klar: Russland möchte wichtiger Öl- und Gas-Lieferant Europas bleiben, China seine Versorgung mit den Energieressourcen generell sicherstellen.

Unterhalb des dem Westen zugeneigten Saudi-Arabien, ein wahrlich undemokratischer Staat dem aber Deutschland gerne Panzer verkauft, finden sich Jemen und jenseits des Golf von Aden Somalia. In beiden Ländern führen die USA bewaffnete Drohneneinsätze durch.

Zuletzt erscheint es auch erwähnenswert, dass die USA zunehmend Pakistan ins Visier nehmen und dort einen neuen Feind aufbauen, nachdem Al-Quaida nicht mehr „zieht“ und deren Führungsfigur zu einem geeigneten Moment gefasst, ermordet und auch gleich ohne jeglichen Beweis im Meer „bestattet“ wurde. Über das Haqqani-Netzwerk in Pakistan werden wir in den kommenden Monaten sicher noch öfter hören.

Wir könnten das hier weiter vertiefen, doch soll dies entsprechenden Kennern obliegen. Wichtig zu sehen ist, dass nüchtern betrachtet längst ein Dritter Weltkrieg im Gange ist und dass es offen ist, wie dieser ausgehen wird. Derzeit scheint „der Westen“ seine Interessen durchsetzen zu können, jedoch ist es ein Unterschied, ein Land zu bombardieren oder einzelne Führer oder Wissenschaftler zu liquidieren oder aber ein solches Land tatsächlich nachhaltig effektiv zu steuern. Es könnte geradezu eine Ironie der Geschichte werden, dass die teils initiierten Aufstände eine Bewegung in Gang gebracht haben, die so nicht beabsichtigt war. Die überwiegende Mehrheit der Menschen in der Region will keine westliche Dominanz mehr und lehnt weitere „Marionetten-Regime“ ab. Der Irak fordert z.B. offen den Abzug aller US-Soldaten und verweigert ihnen Immunität. Auch im wichtigsten „Stützpunkt“ Saudi-Arabien brodelt es immer mehr. Es ist daher durchaus denkbar, dass das „Große Spiel“ dieses Mal zu unseren Ungunsten und zum Wohle der jeweiligen Völker enden wird. Dies wird die Geschichte zeigen.

Indes – um den thematischen Bezug zu unserem Blog Kaufkraftschutz herzustellen: Kriege wirken per se inflationär. Eine durchaus denkbare Eskalation im Nahen Osten könnte in den kommenden Monaten zu einem starken Anstieg des Ölpreises führen, was wiederum generell preistreibend wirken würde. Demnach könnte der strukturell deflationäre Trend schon bald durch (geo-)politische Entwicklungen überdeckt werden. Wem käme das mehr entgegen als den überschuldeten westlichen Staaten? Ein strategisch agierender und auf Kaufkraftschutz abzielender Investor sollte einen Blick auf die Öl- und Gas-Werte werfen, welche im Idealfall nicht gerade ihre Schwerpunkte in der genannten Region haben. Und auch Hersteller von E-Fahrzeugen dürften profitieren.

Sep 222011
 

Ja, wir haben eine Schuldenkrise. Ja, die Sparprogramme werden vermutlich zu einer Rezession führen. Ja, die Aktienmärkte sind technisch seit Sommer in einem Bärenmarkt.

ABER: Die Börsen haben nun schon vieles eingepreist und der Bärenmarkt dürfte sich durchaus eine Pause gönnen. Wir sind sehr nahe zu einem „Selling Climax“, dem eine sehr starke Erholung folgen dürfte.

Deutsche oder US-Anleihen sind nun auf einem Niveau, das wahrlich nicht mehr als attraktiv bezeichnet werden kann. Daher gibt es eine durchaus größere Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein Teil dieser Kapitalströme wieder in den Aktienmarkt fließen wird.

Rohstoffwerte sollten Sie jedoch meiden. Hier hat der Trend nun wie von uns erwartet gedreht und es dürfte hier zu weiteren Abgaben kommen. Die Blase bei den Inflationserwartungen ist eindeutig geplatzt.

Fallende Rohstoffpreise wirken deflationär, haben jedoch auch einen positiven Effekt: sie entlasten die produzierende Wirtschaft und im Falle des Ölpreises auch die Haushalte. Auch die Rückgänge des Euro und Schweizer Franken (ebenfalls durch uns angekündigt) wirken für Europa positiv, da sie die die Exportwirtschaft entlasten und die Kreditsituation (Fremdwährungskredite) entschärfen.

Vermutlich sieht sich in Anbetracht der Turbulenzen in Kürze auch die Politik zu einem bedeutsamen Schritt genötigt, da – wie von uns ebenfalls angekündigt – die Euro-Krise eskaliert und nun der eigentliche Abstieg der Währung begonnen hat.

Dies sind sehr gute „Zutaten“ um schon bald ein Tief an den Börsen zu erzeugen, von dem eine markante Erholungsrallye einsetzt. Wir können uns durchaus vorstellen, dass der DAX in den kommenden Wochen wieder Regionen um 6.000 erreicht. Ausgehend vom aktuellen Niveau (5.150) ein Plus von über 16%!

Und Unternehmen wie E.ON (aktuell 14,55 EUR) oder Henkel (37,93 EUR) bieten definitiv Substanz und werden auch in einer Rezession noch Geld verdienen. Ob es indes ratsam ist, jetzt langfristig in Aktien zu investieren, wollen wir an dieser Stelle noch offen lassen.

Sep 192011
 

Ähnlich wie Gold, bei dem wir eine obere Umkehr erwarten, scheint auch Silber vor einem markanten Absturz zu stehen. Zumindest kommen zu diesem Ergebnis einige Vertreter der Elliott-Wellen-Analyse (siehe hier und hier).

Tatsächlich steht Silber nun exakt am Support. Da der US-Dollar wie von uns erwartet bereits massiv aufwertet, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Bereich um 39 US-Dollar bald nach unten verlassen wird.

Ein Kursziel könnte im Bereich um die 30 US-Dollar liegen, was demnach einem Rückgang von rund 25% entspräche:

Quelle: clivemaund.com

Allerdings sollte bedacht sein, dass die US-Fed morgen und am Mittwoch tagt. Sollte Bernanke weitere „Unterstützungsmaßnahmen“ bekannt geben, könnte dies die Edelmetalle abermals befeuern. Auf der anderen Seite ist das Enttäuschungspotenzial auch nicht zu verkennen, wenn es nicht – oder noch nicht – zu einem „Quantitative Easing 3.0“ kommt.

Der Anstieg des US-Dollar spricht jedenfalls derzeit eher dafür, dass sich die deflationären Tendenzen durchsetzen. Und Einsparungen von 3 Billionen US-Dollar in den USA und zunehmende Diskussionen über ein Hard Landing in China (siehe auch „So sehen Blasen aus! China vor einer Krise„) oder eine womöglich unmittelbar bevorstehende Pleite Griechenlands deuten auch nicht gerade auf Inflation hin…

Die Edelmetalle wirken angeschlagen. Auch „Dr. Kupfer“ signalisiert eine Wende. Noch haben die Bullen die Chance auf ein Fehlsignal. Aber wehe wenn Ben sie enttäuscht…

Sep 162011
 

Vom Hoch bei 1.910 USD aus hat Gold inzwischen 6,5% verloren. Wir gehen jedoch weiter davon aus, dass die eigentlichen Preisrückgänge erst noch bevorstehen. Gold bildet derzeit ein Topping-Muster aus.

Gründe für eine Umkehr gibt es einige:

  1. Die chinesische Zinsstrukturkurve droht in Kürze zu invertieren und signalisiert eine wirtschaftliche Abkühlung. Da die Chinesen und Inder wegen hoher Inflation starke Käufer waren (nun kommen auch die Goldautomaten nach China), ist hier mit einem Nachlassen des Kaufdrucks zu rechnen – wenn nicht gar dem Gegenteil.
  2. Weiterhin findet sich Gold markant in der Presse – teils mit extrem hohen Kurszielen (siehe z.B. „Die Welt“: Steigt der Goldpreis bis auf 10.000 Dollar?) Bei forbes.com findet sich gar ein Artikel, in dem der Goldstandard gefordert wird. Warum gab es solche Artikel nicht im Jahr 2000, als der Bullenmarkt in Gold begann? Was bedeutet es, wenn wir sie heute in großer Zahl vorfinden?
  3. Die Schuldenkrise in Euroland wird vermutlich binnen weniger Wochen zu einer „Lösung“ gelangen (müssen). Ob diese langfristig tragfähig sein wird, sei an dieser Stelle offen gelassen. Wichtig ist der psychologische Effekt.
  4. Der Ausbruch der Minenaktien wurde jüngst abverkauft. Noch kann es sich nur um einen „Test“ handeln, doch die Bewegung lässt dennoch Zweifel aufkommen.
  5. Der Iran hat bekannt gegeben, große Teile seines Auslandsvermögens zum Schutz vor dem „Einfrieren seiner Guthaben“ in Gold getauscht zu haben. Per se ein weiser Schachzug, aber es gibt auch einen Anreiz, dies zu „bestrafen“.
  6. Einige europäische Banken haben Probleme, sich Liquidität in US-Dollar zu verschaffen. Die EZB und die Fed sind bereits eingesprungen, doch generell deutet dies wie schon in 2008 auf eine deflationäre Kettenreaktion hin.
  7. Sollte der deflationäre Impuls Preisanstiege nachhaltig drosseln während große Anlageströme von den Anleihen in die Aktienmärkte drehen, könnte der Realzins in den nächsten Monaten positiv werden.

Für eine Fortsetzung der Gold-Rallye spricht hingegen primär nur ein Argument: Angst. Angst vor einem Zusammenbruch des Euro, des US-Dollar, der Wirtschaft. Angst ist jedoch oftmals kein guter (Anlage)Berater.

Kurzfristig könnte Gold nochmals etwas hochlaufen (aktuell 1.780 USD), doch spätestens im Oktober sollte der Topping-Prozess vollendet sein und ein Abwärtstrend einsetzen. Negiert wird dieses Szenario erst durch einen dynamischen, von hohem Volumen begleiteten, Ausbruch auf ein neues Hoch.

Dafür dass gerade die saisonal stärkste Phase des Goldes ist, verhält es sich äußerst schwach. Insofern halten wir das Eintreffen des Wende-Szenarios für wahrscheinlicher.