Jan 212014
 

Häufig findet sich im Moment das Argument, die Hausse an den Aktienmärkten wird weitergehen, denn die breite Masse sei ja noch gar nicht eingestiegen. Daher würde die typische Euphorie fehlen, die sich bei Markthochs zeigt. Dazu möchte ich auf zwei Dinge hinweisen:

1. 2011, als die Edelmetalle immer stärker nach oben liefen und es erste Warnungen vor einer Blase gab, wurde genau das gleiche Argument dafür aufgeführt, dass Gold auf 5.000 USD und Silber über 100 USD steigen würden. Auch hier wiesen zahlreiche Strategen darauf hin, dass die Mehrheit in ihrem persönlichem Umfeld noch gar nicht investiert sei. Wie es weiter ging wissen Sie – ich hatte mehrfach gewarnt.

2. Könnte es sein, dass die „breite Masse“ gar nicht die Mittel hat, um an den Märten „mitzuspielen“? Wird nicht die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer? Ist nicht Quantitative Easing eine Einladung an die Vermögenden zur Spekulation, während der „kleine Mann“ schauen muss, wie er seinen Lebensunterhalt finanziert? 

Zu letzterem Argument ein markanter Kommentar zu einem Artikel von Cliff Droke, in dem dieser einen Vergleich der heutigen Situation mit 1929 ablehnt, da eben genau die Masse nicht bei der Hausse dabei ist:

Kommentar_2014-01-21

Ergo: Ein Aktienmarkthoch ohne die breite Masse ist durchaus vorstellbar! Indes denke ich, dass es noch nicht so weit ist.

Dez 192013
 

Optimismus und Zuversicht allerorten. Das ist derzeit mein Eindruck beim Lesen der Prognosen für das kommende Jahr. Indes gibt es auch diverse bearishe Stimmen, zum Beispiel  Ned Davis („Bereiten Sie sich auf einen 20%-Rückgang bei Aktien vor„), Tom DeMark („etwas vergleichbares zu 1929 kommt„), Bob Janjuah („Ein heftiger Fall ist auf dem Weg„), John Hussman („Die Bewertungsblase bei Aktien erkennen„) oder Harry Dent („Amerika steuert auf ein demografisches Kliff zu und eine weitere Krise ist nahe„).

Tatsächlich gibt es zahlreiche mahnende Signale. Ich teile jedoch die Ansicht von Christine Hughes, Präsidentin und Chef-Investmentstrategin bei OtterWood Capital Management: Wir sind in einer Blase, aber noch ist es zu früh, um eine beginnende Baisse auszurufen:

Kurzfristig spricht viel für eine Korrektur, doch danach dürfte sich die Hausse erst mal noch fortsetzen. Wie lange wird davon abhängen, wie stark die Rallye verläuft. Mein Verdacht ist, dass wir die eigentliche Übertreibungsphase bei Aktien erst noch vor uns haben.

Was danach kommt dürfte jedoch überaus „unschön“ werden. Die Jahre von 2015 bis 2020 werden dramatische Veränderungen bringen. Dazu jedoch mehr in einem anderen Beitrag. 2014 wird jedenfalls vermutlich mit einer Konsolidierung bei Aktien beginnen, der das Finale der Hausse folgt.

Mai 152013
 

Nach gründlicher Analyse sehe ich die Zeit für Shorts auf die Aktienindizes nun gekommen. Ob es DIE Wende wird, kann ich noch nicht sicher sagen, doch binnen der kommenden drei Monate sehe ich den DAX (aktuell 8.363) bis auf ca. 7.300 Punkte zurückfallen, was immerhin einem Minus von rund 13% entspricht.

Ich weiß, Ihr Anlageberater, die Medien, die Fed und alle anderen sagen Ihnen etwas anderes, insbesondere dass Aktien gar nicht mehr fallen können, weil ja die Notenbanken die Märkte mit Liquidität fluten und damit die goldene Ära risikofreier Gewinne bei Aktien eingeleitet wurde. Das ist indes inzwischen wohl selbst dem absoluten Börsenneuling bekannt und damit keine relevante Information mehr.

Neu ist vielleicht eher, dass sich einige Divergenzen gebildet haben. So wurden z.B. die neuen Hochs nicht mehr durch den VIX und das Volumen unterstützt. Schaut man sich Einzelwerte an, so zeigen manche bereits abgeschlossene Wendeformationen, während andere gerade den „Buying Climax“ erleben, also die finale Trendbeschleunigungsphase.

Zu oft schon habe ich diese Phase erlebt um sie nicht zu kennen. Die letzten Bären werden brutal geschlachtet, Skeptiker mitleidig belächelt. Die einzige wichtige Frage für den „gewöhnlichen Fondsmanager“ lautet: Wie komme ich noch in den Aktienmarkt rein? Zur gleichen Zeit verkaufen die Insider massiv ihre Bestände, denn sie wissen letztlich am besten, wie ihr Geschäft relativ zu den Aktienkursen läuft.

Ja, genau in dieser Phase sind wir nun und es ist natürlich ein geradezu aussichtsloses Unterfangen, DAS Hoch zu erwischen. Ich habe mir angewöhnt, in solchen Phasen gestaffelte Put-Käufe durchzuführen und dann zu warten. Die Kunst liegt darin, gegen Ihre Panik zu handeln – so wie Sie es 2009 hätten tun sollen, als das „Ende der Welt“ nahe schien.

Und denken Sie daran, dass gerade „die ganze Welt“ mit weiterer Yen-Schwäche rechnet. Ein derart hoher Konsens führt regelmäßig zum genauen Gegenteil , wie hier beschrieben. Ich bin jedenfalls nun auch short EUR/JPY (aktuell 132,15).

Sep 222011
 

Ja, wir haben eine Schuldenkrise. Ja, die Sparprogramme werden vermutlich zu einer Rezession führen. Ja, die Aktienmärkte sind technisch seit Sommer in einem Bärenmarkt.

ABER: Die Börsen haben nun schon vieles eingepreist und der Bärenmarkt dürfte sich durchaus eine Pause gönnen. Wir sind sehr nahe zu einem „Selling Climax“, dem eine sehr starke Erholung folgen dürfte.

Deutsche oder US-Anleihen sind nun auf einem Niveau, das wahrlich nicht mehr als attraktiv bezeichnet werden kann. Daher gibt es eine durchaus größere Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein Teil dieser Kapitalströme wieder in den Aktienmarkt fließen wird.

Rohstoffwerte sollten Sie jedoch meiden. Hier hat der Trend nun wie von uns erwartet gedreht und es dürfte hier zu weiteren Abgaben kommen. Die Blase bei den Inflationserwartungen ist eindeutig geplatzt.

Fallende Rohstoffpreise wirken deflationär, haben jedoch auch einen positiven Effekt: sie entlasten die produzierende Wirtschaft und im Falle des Ölpreises auch die Haushalte. Auch die Rückgänge des Euro und Schweizer Franken (ebenfalls durch uns angekündigt) wirken für Europa positiv, da sie die die Exportwirtschaft entlasten und die Kreditsituation (Fremdwährungskredite) entschärfen.

Vermutlich sieht sich in Anbetracht der Turbulenzen in Kürze auch die Politik zu einem bedeutsamen Schritt genötigt, da – wie von uns ebenfalls angekündigt – die Euro-Krise eskaliert und nun der eigentliche Abstieg der Währung begonnen hat.

Dies sind sehr gute „Zutaten“ um schon bald ein Tief an den Börsen zu erzeugen, von dem eine markante Erholungsrallye einsetzt. Wir können uns durchaus vorstellen, dass der DAX in den kommenden Wochen wieder Regionen um 6.000 erreicht. Ausgehend vom aktuellen Niveau (5.150) ein Plus von über 16%!

Und Unternehmen wie E.ON (aktuell 14,55 EUR) oder Henkel (37,93 EUR) bieten definitiv Substanz und werden auch in einer Rezession noch Geld verdienen. Ob es indes ratsam ist, jetzt langfristig in Aktien zu investieren, wollen wir an dieser Stelle noch offen lassen.