“BILD.de erklärt das Kursfeuerwerk” können wir heute lesen. Der Artikel hat indes durchaus auch einen mahnenden Tenor, sodass man daraus keine Rückschlüsse auf das Sentiment ziehen kann. Interessant ist jedoch einer der Kommentare:

Meines Erachtens kann man diesem Beitrag eine gewisse Repräsentativität für den “Normalbürger” unterstellen. Zumindest ist dies mein persönlicher Eindruck bei Gesprächen in meinem Umfeld. Nicht wenige sind nun eingestiegen, da man auf der Zinsseite nichts mehr verdient.
Was hierbei natürlich übersehen wird ist, dass man eine Rendite am besten risikoadjustiert betrachtet, also die Schwankungsbreite bzw. Volatilität über einen vernünftigen Anlagezeitraum mit berücksichtigt. Seit dem Jahr 2000 haben wir immens große Kursschwankungen erlebt – ein Traum für Trader, ein Alptraum für viele Investoren.
Nun gibt es nicht wenige Strategen, die eine neue Hausse sehen, da wir eindeutig neue Allzeithochs erreicht und damit neue technische Kaufsignale ausgelöst haben. An anderer Stelle las ich, die aktuelle Rallye sei historisch jene der am meisten misstraut wird – was ebenfalls eigentlich ein gutes Zeichen für weitere steigende Kurse ist. Der Unglaube resultiert natürlich aus der Tatsache, dass inzwischen selbst ein Laie weiß, dass die Notenbanken “billiges Geld” zur Verfügung stellen und deshalb die Kurse geradezu nur steigen können. Und genau mit dieser “Gewissheit” habe ich ein Problem.
“Never fight the Fed” ist inzwischen derart populär, dass ich in mir drin eine lautstarke Warnung wahrnehme, denn zu oft sind es gerade diese vermeintlich “sicheren” Gründe gewesen, die zu den extremsten Enttäuschungen geführt haben. Ich hatte das gleiche Gefühl 2011, als die Edelmetallpreise extrem stark und schnell anstiegen. Damals war es “sicher”, dass Gold schon 2012 auf 3.000 US-Dollar und mehr und Silber gar weit über 100 US-Dollar steigen würde. Die Gründe dafür waren auch einleuchtend, nur dachte ich damals, dass das eben prinzipiell keine neuen Erkenntnisse sind und wir eher am Ende der Bewegung als am Start einer nachhaltigen Rally sind. Somit kam ich zu dem Schluss dass es an der Zeit war, weitere Edelmetall-Käufe nicht nur einzustellen, sondern sogar Bestände abzugeben, was ich auch tat.
Zurück zu den Aktienmärkten: ich weiß nicht was der Auslöser sein wird, aber ich bin mir recht sicher, dass wir irgendwann ein Ereignis erleben werden, das den Glauben an die Macht der Notenbanken in ihren Grundfesten erschüttern wird. Bis dahin könnte natürlich noch etwas Zeit vergehen. Dennoch denke ich, dass jetzt keine gute Zeit ist zu kaufen, sondern das genaue Gegenteil zu tun.
Mein Short-Einstieg war natürlich nun etwas verfrüht, indes habe ich hier nur einen “Fuß in die Tür” gesetzt und ein Derivat gewählt, das meiner Prognose noch etwas Zeit lässt, um aufzugehen. Ggf. werde ich meine Strategie in den nächsten Tagen hier konkretisieren. Auf jeden Fall möchte ich betonen, dass wir uns in einer Zeit befinden, in der KapitalERHALT ganz eindeutig Vorrang vor Rendite haben muss. Sie werden regelmäßig nicht das genaue Hoch oder Tief erwischen. In Anbetracht der neuen Allzeithochs und der zuletzt euphorischen Titelblätter kann ich Ihnen jedoch versichern, dass wir uns eher in einer Topp-Bildung als am Anfang einer neuen Hausse befinden.




