Mrz 242014
 

Der Euroraum erwirtschaftete im Januar einen Überschuss von 0,9 Mrd. Euro. Demnach ist der Euro fundamental relativ gut untermauert und inzwischen wächst die Zahl der Optimisten, die einen deutlichen Anstieg des Euro gegen den US-Dollar erwarten. Doch während die „Euro-Krise“ während des Zenits der Austrittsspekulationen hinsichtlich „PIIGS“ aus meiner Sicht übertrieben inszeniert wurde, ergeben sich nun Kräfte, die dem Euro tatsächlich den Boden entziehen können: eine die europäischen Nationalstaaten übergreifende Allianz der Rechten, die stetig wachsende Anzahl an Konfliktherden in und um Europa sowie eine wirtschaftliche Abschwächung bei vielen Handelspartnern.

Die Rechtsextremen sind auf dem Weg, sich als dritte politische Kraft Frankreichs zu etablieren – einem Kernland des Euroraums. Auch in anderen Ländern sind die Rechten auf der Vormarsch, teilweise sogar deutlich (z.B. in Ungarn) und insbesondere bei der jüngeren Generation. Und die Rechten Bewegungen arbeiten immer öfter supranational zusammen (was schon fast eine Ironie an sich ist). Es ist daher nicht abwegig anzunehmen, dass sie bei der Wahl zum Europaparlament am 22. bis 25. Mai deutliche Zugewinne verzeichnen werden. Das könnte eine Krise der EU aus dem Inneren heraus hervorbringen.

Zudem nehmen die Konfliktfelder in bzw. um Europa stetig zu. Separationsbewegungen in Spanien, Italien, Belgien und Großbritannien rütteln an der politischen Ordnung. Die gesamte Mittelmeerregion hat sich zu einem Pulverfass entwickelt. Zahlreiche Konflikte – religiös oder ethnisch getragen – scheinen eine Tendenz zu Aktion im Sinne physischer Gewalt zu entwickeln.

Auch die Unruhen in Nordafrika, im Nahen Osten sowie nun in der Krim wirken wie eine gewaltige Sturmfront. Die Energieversorgung Europas scheint durchaus gefährdet für temporäre Schocks. Und dies trifft zusammen mit Wirtschafts- und Währungskrisen in wichtigen Abnehmerländern wie China, Brasilien, Indien, Japan und die Türkei, was insbesondere die Exportländer wie Deutschland treffen wird.

In der Summe ist das ein Cocktail, der aus meiner Sicht dazu geeignet ist, einen scharfen Abwärtstrend im Euro zu initiieren. Das Kapital, das in den letzten zwei Jahren in den Euroraum floss, könnte schneller wieder abgezogen werden als viele ahnen. Sollte die Fed dann zudem noch ihre Ankündigung wahr machen und das Tapering beibehalten, dürften sich die USA als DER Zielhafen für großes Kapital herausstellen.

Aus meiner Sicht ist EUR/USD ein strategischer Short. Eine Zielzone könnte zunächst bei 1,25 USD liegen – ein Abwärtspotenzial von 10%.

  One Response to “Steht ein Einbruch des Euro gegen den US-Dollar bevor?”

  1. […] kaufkraftschutz.de: Steht ein Einbruch des Euro gegen den US-Dollar bevor? […]

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