Apr 262013
 
bearish

So lautet eine „alte Börsenregel“, die auf einem durchaus überzeugenden Fundament ruht: der Saisonalität. Und gleich noch einer: „If the VIX is low it’s time to go.“ Der Volatilitätsindex VIX misst die Angst im Markt, welche derzeit nicht mehr vorhanden ist. Insofern mahnt auch diese Regel zum Ausstieg aus den Aktienmärkten.

Ich habe mir in den vergangenen Tagen gründliche Gedanken dazu gemacht, ob man bereits short gehen sollte. Ja, Sie haben richtig gelesen. Während ich bisher lediglich zu Gewinnmitnahmen riet, bin ich drauf und dran das mittelfristige Lager zu wechseln. Wenn ich Blog-Beiträge wie diesen lese denke ich, dass inzwischen nicht wenige Anleger im Markt agieren, die „nur noch“ wegen der vermeintlichen Alternativlosigkeit von Aktien investiert sind, jedoch allmählich ein flaues Gefühl in der Magengegend haben. Das ist eine gute Basis für schnelle und heftige Verkäufe, wenn der Markt mal dreht und bestimmte Chart-Marken reißt.

Generell haben wir fast alle Zutaten für ein längerfristiges Markt-Hoch: ein statistisch mit vier Jahren erschöpfter Bullenmarkt, verstärkte Insider-Verkäufe, schwächere Konjunkturdaten, Unternehmen die schwächere Ausblicke geben, eine ans „Anziehen der Zügel“ denkende US-Notenbank, heftigere Einbrüche bei Einzelwerten, relativ hohen Anleger-Optimismus, sehr bullishe Titel bei Börsenmagazinen, erste technische Warnsignale (z.B. Hindenburg-Omen),… Lediglich die US-Blogger sind derzeit sehr bearish (63% Bären, 19% Bullen), was nicht so ganz ins Bild passt. Vielleicht brauchen wir nochmals ein neues Hoch in den USA, damit auch noch die letzten Bären kippen.

Wie dem auch sei sehe ich derzeit immenses Enttäuschungs- und negatives Überraschungspotenzial, nicht nur hinsichtlich eines Krieges gegen den Iran. Japan hat z.B. die schwächsten Inflationsdaten seit 2010 gemeldet, was doch Zweifel daran aufkommen lässt, ob die Notenbanken selbst mit extremsten Mitteln unmittelbar Inflation erzeugen können.

Insofern liege ich nun für ein Short-Engagement auf der Lauer. Und selbstverständlich habe ich vor diesem Hintergrund nicht vor, irgendein neues Aktienengagement zu eröffnen. Selbst bei den japanischen Aktien, die ich mehrfach und frühzeitig angeraten habe, würde ich nun eher Gewinne sichern und abwarten.

Ergo: Sell in may and go away!

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