Jun 122015
 

Die jüngsten Beiträge auf kaufkraftschutz.de trafen allesamt ins Schwarze. Wir haben einen ersten starken Anstieg der Zinsen gesehen und der Euro konnte sich deutlich von seinen Tiefs erholen. Aus meiner Sicht könnte das zweite Halbjahr durch einen sehr starken Anstieg der Börsen gekennzeichnet sein, begleitet oder vorangehend durch einen Kursrutsch bei Euro, Öl und Gold.

Die Mehrheit der Marktbeobachter geht inzwischen davon aus, dass die Fed die Zinsen erst im kommenden Jahr anheben wird – wenn überhaupt. Ich teile diese Ansicht nicht und erwarte sogar schon recht bald den ersten kleinen Zinsschritt nach oben und wie hier beschrieben eine sich verstärkende Zinswende in den kommenden beiden Jahren. Denn aus meiner Sicht muss die Fed das jetzt tun: Wenn sie jetzt die Zinsen anhebt, wird das den Konsum sogar beflügeln, weil viele sozusagen noch „schnell die niedrigen Zinsen nutzen“ werden wollen. Außerdem muss die Fed anheben, um auch wieder Möglichkeiten zu haben, wenn die nächste Rezession kommt (was vermutlich um 2017 der Fall sein wird). Und sie muss es tun, um ihre Glaubwürdigkeit zu erhalten.

Insofern glaube ich, dass sowohl der Euro als auch Gold vor einem neuerlichen Kursrutsch stehen. Bei EUR/USD könnte die Parität ins Ziel rücken, bei Gold die 1.000 USD. Und der Ölpreis wird vermutlich ebenfalls stärker fallen, weil es weiterhin ein deutliches Überangebot gibt und alle Zeichen weiterhin auf eine Einigung mit Iran und die Ablösung ölangetriebener Fahrzeuge hindeuten.

Generell denke ich, dass man Öl- und Gas-Aktien in den nächsten Jahren (!) strikt meiden sollte und empfehle dazu den Artikel von Clemens Schmale „Die CarbonBubble: Öl am Ende?“. Die Aktie von Exxon Mobil hat kürzliches ein sehr klares Chartsignal geliefert, dass eine Zeitenwende ankündigt.

Ein fallender Euro und ein fallender Ölpreis sind wiederum starke Antreiber der Börsen – genauso wie eine Entspannung an der „außenpolitischen Front“.

Ich favorisiere weiterhin Technologie-Werte und denke, dass die Themen E-Cars, Augmented Reality (z.B. Datenbrillen, 3D-Projektionen), Cyber-Security und Biotech weiter laufen werden. Euro, Öl und Gold sind hingegen für mich nun Short-Kandidaten.

  2 Responses to “Kursrutsch bei Euro, Öl und Gold voraus?”

  1. Vielleicht kommt die nächste Rezession auch früher = die Zinserhöhung käme eben doch nicht mehr „rechtzeitig“. Ein klasse Beitrag dazu im heutigen Economist – mit entsprechendem Titelbild: http://www.economist.com/printedition/covers/2015-06-11/ap-e-eu-la-me-na-uk

    • Womit wir bei der Frage sind, was genau eine Rezession ist bzw. ausmacht. Ich denke, die nächste große Krise wird von China ausgehen und vor allem Länder wie Deutschland treffen. Zeitgleich dürfte auch in Japan die Situation kippen – siehe dazu http://www.kaufkraftschutz.de/quantitative-easing-japan-wird-scheitern-und-zum-kollaps-fuehren/983 Das erwarte ich aber nicht vor 2017/2018 und es wird auch eher etappenweise eskalieren. Denkbar ist ein kleiner Durchhänger im laufenden Jahr. Das haben die Börsen aber schon eingepreist. Daher läuft die US Börse ja seit geraumer Zeit seitwärts… Warten wir es ab. Ich denke, wir werden bald sehen: Sell the rumour, by the facts. Und facts = „Griechenlandlösung“, „Iran“, „Ukraine“. Der Economist ist ein prima Erklärer bereits laufender Entwicklungen, aber kein Medium für künftige Entwicklungen.

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