Jan 172011
 

„Geldsystem: Die Lunte brennt“ heißt es bei mmnews.de. Zitat: „Das Finanzsystem liegt am Boden, viele westliche Staaten sind bankrott und die Regierungen nehmen immer mehr Schulden auf – Schulden, die niemals mit normalem Geld bezahlt werden können.“

Dies ist für uns nichts Neues. Tatsächlich habe ich schon im Jahr 2003, als noch niemand das Thema auf der Agenda hatte, die absehbare Krise des Fiat Money angekündigt (siehe http://www.kaufkraftschutz.de/wp-content/uploads/2011/01/fiatmoney.pdf sowie auch hier). Womöglich werde ich in den nächsten Wochen ein Update dazu verfassen. Aber um eines vorweg zu nehmen: ich rechne fest mit einem umfassenden „Umbau“ unseres Weltfinanz- bzw. Geldsystems innerhalb der nächsten vier bis fünf Jahre. Es spricht vieles dafür, dass sich Regierungen und globale Institutionen wie der IWF bereits mit dieser Neuordnung auseinander setzen.

Interessant in diesem Zusammenhang sind die Ausführungen von „Jacques“ im „Gelben Forum“. Demnach bereiten die Notenbanken weltweit einen Schnitt vor. Sobald die wenig werthaltigen (Staats-)Anleihen an entsprechenden Stellen gesammelt sind und keine negativen Überraschungen mehr drohen, wird ein Schulden- und Vermögensschnitt durchgeführt.

Dies würde also auch bedeuten, dass die Altersvorsorge-Ersparnisse von Millionen von Menschen beschnitten würden, da die Lebensversicherer bekanntlich in exorbitantem Ausmaß in Staatsanleihen investiert sind. Sollte daher eine solche Vorgehensweise zu früh bekannt werden, müsste mit einem „Versicherungs-Run“ gerechnet werden. Dies würde u.a. zu einem plötzlichen und massiven Anstieg der Renditen führen, was weitere negative Effekte haben würde. Daher ist davon auszugehen, dass ein solcher Schnitt – so er denn kommt – mehr oder weniger über Nacht geschehen wird. „fait accompli“ ist hier die treffende Bezeichnung.

Es ist daher längst an der Zeit, Vermögen aus Anleihen in andere Werte zu transformieren. Ausschließlich auf Edelmetalle zu setzen ist allerdings wohl keine gute Idee. Selbstverständlich würden im Falle eines Schnitts Eigentümer von Edelmetallen auch belastet werden (z.B. Sonder-Steuer, Handels-Verbot) – es soll ja schließlich keine Krisengewinnler geben, die sich zudem staatlicher Kontrolle entziehen könnten. Der persönliche Kaufkraftschutz sollte demnach auf mehreren Beinen stehen.

Zuletzt: Währungsschnitte hat es immer wieder gegeben. Die Welt wird nicht unter gehen. Uns erfüllt die medial inszenierte Krisen-Suggestion mit einiger Sorge, weil sie Potenzial für soziale Unruhen aufbaut. Krise kommt vom lateinischen ‚crisis‘ und bedeutet „mit einem Wendepunkt verknüpfte Entscheidungssituation“. Ein Neuanfang ist nicht immer das schlechteste. Unser Blog soll Ihnen die Angst vor den kommenden Entwicklungen nehmen und nicht eben solche schüren. Bleiben Sie rational und vergessen Sie nicht, dass der größte Wert niemals in Geldscheinen sondern ausschließlich in Ihnen selbst liegt.

verfasst am 17.01.2011 von Marco Feiten / www.kaufkraftschutz.de

  8 Responses to “Die absehbare Krise des Fiat Money”

  1. Wo werden die Staatsanleihen gesammelt?
    Wird der Nennwert (Stock) und/oder Kupon (Flow) der Anleihe beschnitten?
    Werden Ersparnisse tatsächlich erst durch den Schnitt selbst beschnitten oder schon durch den Verkauf der Anleihen von Versicherungen an die Sammelstelle, zum Marktpreis?
    Was ist ein ‚Versicherungs-Run‘, eine einseitige Vertragskündigung mit entsprechend hohen Abschlägen?
    Warum führt dies zu einem ‚massiven Anstieg der Renditen‘? Welche Renditen? Welche negativen Effekte?

    Wenn Ihr Blog tatsächlich Angst nehmen anstatt schüren soll, dann verbreiten Sie doch gesicherte Informationen anstatt Gerüchte und private Meinungen.

    • Haben Sie das Posting von „Jacques“ gelesen? Da finden sich einige Antworten zu Ihren Fragen.

      Der „Versicherungs-Run“ findet mit langsamen Tempo längst statt. In Zeiten niedrigster Garantie-Zinsen werden immer weniger Lebens-Versicherungen abgeschlossen bzw. bestehende Verträge zunehmend gekündigt. Auch der betrieblichen Altersvorsorge wird zunehmend misstraut. Was ich aber hiermit andeuten wollte war vielmehr der Aspekt, dass die großen Versicherer und Pensionsfonds primär in Staatsanleihen investiert sind. Käme es hier wie beschrieben zu der Erkenntnis eines bevorstehenden Schnitts (selbstverständlich des Nennwerts!), würden die Versicherer selbst (also gar nicht einmal zwingend „der kleine Mann“) die Flucht in Liquidität suchen und damit die Zinsen im Zuge deutlich nachgebender Anleihen-Kurse nach oben katapultieren. Schauen Sie, was aktuell mit den Munis passiert. Solche Flucht-Bewegungen sind wirklich gefährlich. Aus meiner Sicht war z.B. der Lehman-Kollaps per se nicht so problematisch, sondern die Geschwindigkeit der Entwicklung, welche es Marktteilnehmern unmöglich machte, Risiken korrekt einzuschätzen und es durch Interdependenzen zu einem „unkontrollierten Aufschaukeln“ kam.

      Steigende Zinsen sind jedenfalls nur bis zu einem gewissen Maß durch die großen Schuldner zu verkraften. Daher nehme ich an, dass entweder auch diese Giganten gar nicht informiert sein oder sogar zuvor unter (supra-)staatliche Kontrolle gebracht werden. Die Versicherer wissen ohnehin längst, dass wir womöglich vor einer historischen Zins-Wende stehen (dazu: http://img.godmode-trader.de/charts/3/2011/1/download17012011.pdf). Zentraler ist die Frage, ob das System selbst vor einem „Re-Boot“ steht – so wie ich es binnen der genannten 4-5 Jahre erwarte. Lesen Sie auch den verlinkten FAZ-Beitrag. Es wäre wahrlich nicht das erste mal… Leider waren fühere „Re-Boots“ oftmals durch Kriege und soziale Katastrophen geprägt.

      „Gesicherte Erkenntnisse“ hat niemand – nicht einmal Institutionen wie die Fed, die EZB oder der IWF. Was hier beschrieben wurde ist ein Szenario, welches ohne Extremst-Entwicklungen wie z.B. Hyperinflation oder deflationärer Kollaps auskommt. Es wäre ein System-Neustart, der tendenziell ohne Krieg oder eine soziale Katastrophe vonstatten gehen könnte. Dies soll also als Diskussionsbeitrag verstanden werden. Wenn Sie auf „gesicherte Erkenntnisse“ warten, wird Ihnen keine Reaktionszeit mehr für eine eigene Strategie bleiben…

      Mit besten Wünschen,
      Marco Feiten / kaufkraftschutz.de

  2. Ein Schnitt ist doch auch wieder nur eine Symptombekämpfung!? Nachher kann man wieder weiter machen wie zuvor und früher oder später sind wir wieder gleich weit.
    Notwendig wäre eine gleichzeitige Änderung einiger Regeln im Geldsystem. Ein gute Ansatz dazu liefert meiner Ansicht nach das „Vollgeld“ a la Joseph Huber.

  3. …aus der Sicht des Normalos (Arbeit, Schlaf, Essen, Kinder)

    Jeder Wachsame zergrübelt sich zur Zeit den Kopf, jeweils innerhalb seines Wissensradius´, ein Stück der besseren Zeiten in die schlechteren hinüberzuretten.
    Oft gescholten werden Häuser.

    „Und dann kommt der Lastenausgleich!!!“

    Sowas in der Art, und sei es durch die vorgesehene Änderung der Bewertungsgrundlage, kommt vielleicht.
    Und bestimmt wird der Eigentümer des durchschnittlichen 1-Familienhauses wider proportional mehr belastet werden als der Immofond und dessen Kundschaft.

    –> An der Stelle sei auf die Ungerechtigkeit der Spekulationssteuer bei privaten Gewerbeimmos oder gemischt genutzten Wohngebäuden hingewiesen.

    Ein Lokalbesitzer, der es schafft, im Lebensherbst endlich ein Gebäude zu kaufen, welcher saniert, einen Teil vermietet, selbst drin arbeitet und nach 8 Jahren verkauft, wird bei diesem Altersversorgungsgeschäft anhand der EKSt. versteuert.

    Hat er einen einmaligen Gewinn in Kalenderjahr X, dann wird der Gewinn aus dem Hauskauf mit Einkommenssteuer belegt.

    Da ackert einer sein Leben lang – und ganz zum Schluss kommt der Staat und langt nochmal bis zu 50% zu auf bereits versteuertes Eigentum (MwSt., Grundsteuer etc.).

    <–

    Aber die LV kann mehr Verlust bringen, Fonds schmelzen zum Teil wie Eis in der Sonne oder werden geschlossen.
    EM notfalls verboten.

    Der Staat lauert überall – bereit zum finalen Cut.

    Da ist uns persönlich der gefürchtete Lastenausgleich lieber als papierner Totalverlust.

    Nur sollte man nie den Fehler machen, eine reine selbstgenutzte Immo zu erwerben, zumindest die fixen Kosten sollte das Gebäude erwirtschaften.
    Durch Kurzzeitvermietung ohne langfristige Vertragsbindungen, um flexibel zu bleiben z.B..

    Ein Haus nur um es "schön zu haben" ist fatal und ein reiner Kostenproduzent.

  4. Die Ideen von Jacques sind vorstellbar. Aber wer ist „Jacues“???

  5. das gelbe Forum als Quelle? Unseriöser geht es nun wirklich nicht. Eigentlich schade.

  6. @familie,

    was spricht denn für den ‚kleinen‘ familienvater gegen eine selbstgenutzte iimobilie? wohnen muss man so oder so, warum sollte man den mietziens zahlen wenn man meist für den gleichen betrag bereits eine immobilie finanzieren kann.
    wenigstens hat man da was (zumindest solange die kreditgebende bank keinen grund zur pfändung findet) und auch der potentielle lastenausgleich wird geringer ausfallen als der verlust mit den papierwährungen.
    das grösste risiko haben doch die halten von zukünftigen zahlungsverpflichtungen, hier könnte ein guthabenschnitt von 80-90% drohen. der staat hätte sich auf kosten der renten (staatliche, lebensversicherungen, sparbücher, festgelder) saniert und wäre nahezu schuldenfrei.
    der immo-besitz dürfte doch allenfalls 30%-50% belastet werden. die eigenen verbindlichkeiten, z.b. die hypothek, 20-40%.

    ganz ohne verluste wird man da nicht rauskommen, auf gold usw wird es eine neue steuer bzw festgelegte kaufkurse geben (der verlkauf im ausland/schwarzmarkt wird mit gefängniss angedroht).

    Die anlage in waschmaschienen, autos usw halte ich nichts davon da man dazu liquide käufer bräuchte. die werden allerdings nach so einem ‚guthabenschock‘ ihre konsumausgaben aufs notwendigste einschränken und noch notwendige ersatzkäufe tätigen. es wird anderst sein als 1948/49.

    gruss, is

  7. […] und globale Institutionen wie der IWF bereits mit dieser Neuordnung auseinander setzen.. ….. http://www.kaufkraftschutz.de/krise-des-fiat-money/36 es scheint immer ein wenig "Zeitgeist" enthalten zu sein, die Zukunft ist aber trotzdem "im […]

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