Jun 242011
 

Schuldenkrise in Griechenland, Spanien und Italien als nächste Domino-Steine. Diskussionen über Ausgabenkürzungen in den USA, wirtschaftliche Abkühlung in China, Prognosekürzungen der US-Notenbank. Wo liegt der gemeinsame Nenner dieser Meldungen und Vorgänge? Die einfache Antwort: Deflation. Und mit dem Auslaufen des Quantitative Easing in den USA fällt zudem ein psychologischer Treiber des „Inflations-Trades“ weg.

Wir hatten schon vor Wochen gewarnt, dass sich eine Blase bei den Inflationserwartungen (http://www.kaufkraftschutz.de/blase-bei-den-inflationserwartungen/114) gebildet haben könnte. Nun platzt diese Blase mit zunehmender Dynamik und wir dürften abermals in das Gegenteil kippen: Angst vor Deflation. Dabei dürfte China eine nicht unwesentliche Rolle einnehmen, wo sich insbesondere im Bau-Sektor eine unnachhaltige Entwicklung zeigt. Markantes Beispiel: die „Geister-Stadt“ Kangbashi:

Ein Baustein, der dies noch nicht reflektiert ist Gold (1 Unze kostet aktuell 1.521 US-Dollar). Was uns „zuversichtlich“ stimmt, dass das Gold ein Topp ausgebildet hat ist, dass zuletzt zunehmend  Notenbanken als Käufer auftraten, die sich historisch als prozyklische Akteure gezeigt haben. Ferner, dass Gold angesichts der zahlreichen „dramatischen Meldungen“ in der Presse auffällig schwach war und nicht – wie zu erwarten gewesen wäre – dynamisch neue Hochs erzielen konnte. Und zuletzt, dass die Minenaktien schon länger eine Schwächephase antizipieren (negative Divergenz).

Wir erwarten bei Gold in Kürze einen ersten markanten Einbruch auf etwa 1.400 US-Dollar, dem ein weiterer schneller Rutsch auf ca. 1.200 US-Dollar folgen wird. Danach dürfte eine längere Seitswärtsbewegung folgen.

„Gewinner“ der nächsten Monate dürfte der US-Dollar sein, denn es wird ins allgemeine Bewusstsein rücken, dass das Quantitative Easing de facto „nur“ eine psychologische, aber keine direkt inflationäre Wirkung hat. Zudem gibt es kaum eine Anlage-Alternative. Euro und Yen weisen strukturelle Schwächen auf, Schweizer Franken und andere „gesundere Währungen“ sind inzwischen schlichtweg überbewertet. Der US-Dollar-Index scheint einen Boden gebildet zu haben. Ein Kaufsignal wird aktiviert, sobald er über 76 Punkte steigt. Eine Aufwertung deutet sich insbesondere gegen den Australischen Dollar an, doch auch andere Währungen dürften gegen den US-Dollar verlieren.

Ergo: Ja, Gold steht vor einem Einbruch, der US-Dollar vor einer Rallye.

  21 Responses to “Gold vor Crash – Dollar vor Rallye?!”

  1. Die Dow/Gold-Ratio sieht aber eher nach einem baldigen Rückfall aus:
    http://www.chartoftheday.com/20110624.htm?T

    Dazu müsste entweder das Gold steigen oder der Dow fallen – oder beides passieren.

    • Hallo Leser,

      die Dow/Gold-Ratio hat doch nach dem Chart den Abwärstrend verlassen… Und ganz grundsätzlich kann die Ratio auch fallen, wenn Gold fällt. Dazu muss dann „nur“ der Dow Jones noch schneller fallen… z.B. Gold auf 1.000, Dow auf 5.000: Dow/Gold-Ratio dann 5.

      Beste Grüße!

  2. Was macht Gold zu Geld?

    http://goo.gl/RBXIP

    • Ist der Bürger- und Völkerfrieden vereinbar mit der Goldwährung?

      Der folgende Vortrag aus dem Jahr 1916 ist heute aktueller denn je. Im Unterschied zu allen Oberflächlichkeiten, die so genannte Friedensforscher bis heute hervorgebracht haben, wird hier erstmals die wirkliche Ursache der Bürger- und Völkerkriege auf wissenschaftlicher Grundlage erklärt: eine seit jeher fehlerhafte Geld- und Bodenordnung und die daraus resultierende systemische Ungerechtigkeit, die Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz.

      Der wissenschaftliche Inhalt des Vortrages wird in keiner Weise dadurch berührt, dass es heute keine Goldwährung (bzw. Golddeckung des Papiergeldes) mehr gibt. Der entscheidende Fehler auch des heutigen Papiergeldes ist eine parasitäre – der wesentlichen Tauschfunktion widersprechende – Wertaufbewahrungsfunktion, die gänzlich unreflektiert dem Goldgeld der Antike nachgeäfft wurde. Erst dadurch erhält auch das Papiergeld seine erpresserische Eigenschaft als Zinsgeld, welches die Gesellschaft – sowohl innerhalb der Nationalstaaten als auch zwischen den Staaten – in Zinsverlierer (Proletariat) und Zinsgewinner (Dekadenz) aufspaltet, bis der nächste Krieg unvermeidlich wird.

      Wenn im Folgenden von „Rentnern“ die Rede ist, so sind damit Zinsrentner (Kapitalisten) gemeint, die auf Kosten der Mehrarbeit anderer existieren, und nicht etwa Altersrentner, die eine Versicherungsleistung beziehen, für die sie zuvor selbst gearbeitet haben.

      Allein die Notwendigkeit dieser kurzen Einwandvorwegbehandlung beweist die grenzenlose Unwissenheit – insbesondere der Politiker und so genannter Wirtschaftsexperten – der halbwegs zivilisierten Menschheit des 21. Jahrhunderts gegenüber der grundlegendsten zwischenmenschlichen Beziehung, dem Geld:

      http://www.swupload.com//data/Krieg_SG.pdf

  3. „Zunächst muss daher allgemein erkannt und anerkannt werden, dass bei den gegenwärtigen Geldordnungen ein grundlegender und gravierender Fehler vorliegt, der die gesamte Gesellschaft destabilisieren wird“: http://www.deweles.de/files/mathematik.pdf

    Dr. Jürgen Kremer, Prof. für Wirtschaftsmathematik

    Wenn das Geld selbst fehlerhaft ist, gibt es keine wie auch immer geartete „Finanzpolitik“, um den bevorstehenden Zusammenbruch des Geldkreislaufs – und damit unserer gesamten „modernen Zivilisation“ – aufzuhalten!

    Das sollte sogar „Spitzenpolitikern“ und „Wirtschaftsexperten“ einleuchten; tut es aber nicht, denn wer seine sinnfreie Aufgabe darin sieht, etwas „regeln“ zu wollen, was nicht geregelt werden kann, solange es sich durch das vom Kapitalismus befreite Spiel der Marktkräfte nicht selbst regelt, kann die „banalsten Selbstverständlichkeiten“ (Zitat: Silvio Gesell) nicht mehr verstehen, um sich selbst nicht „überflüssig“ vorzukommen:

    „Ich glaube – und hoffe – auch, dass Politik und Wirtschaft in der Zukunft nicht mehr so wichtig sein werden wie in der Vergangenheit. Die Zeit wird kommen, wo die Mehrzahl unserer gegenwärtigen Kontroversen auf diesen Gebieten uns ebenso trivial oder bedeutungslos vorkommen werden wie die theologischen Debatten, an welche die besten Köpfe des Mittelalters ihre Kräfte verschwendeten. Politik und Wirtschaft befassen sich mit Macht und Wohlstand, und weder dem einen noch dem anderen sollte das Hauptinteresse oder gar das ausschließliche Interesse erwachsener, reifer Menschen gelten.“

    Sir Arthur Charles Clarke (Profile der Zukunft)

    „Wenn ein ausgezeichneter, aber ältlicher Wissenschaftler erklärt, etwas sei möglich, so hat er fast immer Recht. Wenn er erklärt, etwas sei unmöglich, so irrt er sich mit großer Wahrscheinlichkeit.“

    (1. Gesetz der Zukunft)

    Studierte Volkswirtschaftler sind deshalb ratlos gegenüber der „Finanzkrise“, weil sie über die noch bestehende, seit jeher fehlerhafte Makroökonomie nicht hinaus denken können.

    „Die einzige Möglichkeit, die Grenzen des Möglichen zu entdecken, ist, sich über diese hinaus ein Stück ins Unmögliche zu wagen.“

    (2. Gesetz der Zukunft)

    Gewählte Politiker sind deshalb ratlos, weil es ihnen aufgrund ihrer „gesellschaftlichen Position“ unmöglich ist, sich ins „Unmögliche“ zu wagen.

    „Jede weit genug entwickelte Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“

    (3. Gesetz der Zukunft)

    Das gilt auch für die Technologie der Makroökonomie, deren Verständnis, solange sie noch fehlerhaft ist, dem arbeitenden Volk verwehrt werden muss. Anderenfalls hätte das, was wir heute „moderne Zivilisation“ nennen, gar nicht erst entstehen können! Das war (und ist noch) der einzige Zweck der Religion.

    Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert:

    „Der Weisheit letzter Schluss“
    http://www.deweles.de/willkommen.html

    • Stefan Wehmeier, der Scientologe spammt seit Wochen in allen möglichen Blogs. Schaut ruhig mal auf die Seite http://www.deweles.de; aber Vorsicht schwachsinnige pseudoreligiöse Texte erwarten dich.

      • Der Ausdruck „pseudoreligiös“ ist unsinnig. Entweder man (oder Frau) ist religiös (hat mit „Glaube“ oder „Unglaube“ nichts zu tun) oder ist bereits aus der religiösen Verblendung auferstanden.

        Sie sind offenbar sehr religiös und versuchen es zu bleiben, indem Sie mit dumpfer Polemik (Erwähnung der Schublade „Scientologie“) auf wissenschaftlich einwandfreie Aufklärung reagieren. Ich wünsche Ihnen dennoch Viel Erfolg bei Ihrer Auferstehung.

  4. Schneller Rutsch auf 1.200 $? Genauso lächerlich wie eure HP!

    • Hallo Duftmarke,

      was genau gefällt Ihnen an der HP nicht? Was können wir optimieren?

      Beste Grüße,
      kaufkraftschutz.de

  5. Hallo Marco, müsste bei Deinem Szenario, der Yuan nicht noch als der USD besser performen?
    – Mindestperformance, da gebunden an USD
    – bei gleichzeitiger mittelfristiger Tendenz der Aufwertung.
    – China ist eine aufstrebenender Wirtschaft
    usw.

    Bin gespannt auf Deine Antwort

    Gruss

    • Hallo Oogway,

      möglich ist das, wenn es China gelingt, ein „hard landing“ zu vermeiden. Dann dürfte auch die chinesische Börse ins Laufen kommen. Es gibt allerdings auch Strategen wie z.B. den Perma-Bär von SocGen Albert Edwards, der sogar eine Yuan-ABwertung für möglich hält. Persönlich meide ich China wegen der mehr als fragwürdigen Statistiken, gigantischen Fehl-Investitionen und demografischen Zeitbombe.

      Beste Grüße,
      kaufkraftschutz.de

      • Lieber Marco,

        zunächst einmal vielen Dank für Deine Antwort.
        1. Ich unterscheide nochmal die Währung von der Börse .. Bsp CHF stark, Börseentwicklung schwach oder Yen stark, Jap. Börse schwach usw ..
        2. Sind die Statistiken bzgl. der USA wirklich glaubhaft ?
        3. Die demographische Entwicklung ist doch eher ein Problem was China in ein paar Jahrzehnten bevorsteht – oder?

        Liebe Grüsse und vielen Dank für Deine immer wieder interessanten Artikel hier und bei tac 2000

        Freue mich auf Antwort

        Oogway

        • Hallo Oogway,

          der CHF sollte bald drehen, also schwächer werden.
          Die Statistiken in den USA sind sicherlich zum Teil fraglich, aber das gilt streng genommen für alle Länder.
          Die demografische Entwicklung in China wird m.E. schon ab 2014 beginnen, nachhaltig negativ zu wirken. Es ist ja nicht nur die Alterung der Bevölkerung, sondern auch das „Frauen-Defizit“, das wirtschaftliche Auswirkungen hat.

          Beste Grüße,
          kaufkraftschutz.de

  6. @kaufkraftschutz

    Hut ab vor ihnen und davor, dass sie alle Kommentare beantwortet haben ,obwohl einige nicht eben schmeichelhaft waren.

    Auch wenn ich mit ihren Ausführungen nicht einverstanden bin, so schätze ich sie ob des Zulassens der Kommentare,doch hoch ein.

    Wenn ich hingegen so diesen eingebildeten Pfau und Oberlehrer Frank Meyer betrachte ,der jedes Wort das ihm nicht passt zensiert, sind sie dagegen ein echter Kerl dem Achtung gebührt.

    Schreiber wie sie, auch wenn ich nicht ihrer Meinung bin, sind viel zu selten im Netz, bitte weiter so.
    MFG
    Raffael

  7. Hallo,

    diese Inflations/Deflationsdebatte ist sicherlich nicht einfach. Ich denke dass der Grat zwischen Inf./Defl. extrem schmal ist. Vermutlich wird es zunächst zu einem deflationären Schock kommen und dieser ist auch IMHO auch so gewollt, weil einfach noch zu viel Liquidität am Markt ist. Und genau dann finden große Umverteilungen von Vermögen statt und die Eliten decken sich dann mit EM ein.

    Was mir nich so ganz klar ist warum wird in diesm Artikel abschließend der australische Dollar mit dem USDX verglichen??? der AUD ist gar nicht in diesem Vergleichsindex enthalten!!

    Mit besten Grüßen,
    M.K.

    • Hallo Michael,

      der Einwand hinsichtlich des USDX ist berechtigt, das haben wir nicht klar genug dargestellt. Kern-Aussage war, dass der US-Dollar einen Boden auszubilden scheint, was gegen viele Währungen erfolgt (USDX). Eine besonders markante Erholung könnte jedoch gegen den AUD anstehen, da dieser primär rohstoff- und China-getrieben ist und sich in Australien ebenfalls eine nicht unwesentliche Immobilienblase gebildet hat, die zu platzen scheint.

      Beste Grüße,
      kaufkraftschutz.de

    • Lesenswert:

      5 Reasons Gold May Correct Significantly

      Beste grüße,
      kaufkraftschutz.de

  8. FvS schreiben in ihrem jüngsten Kommentar: „Seit Freigabe des Goldpreises im Jahre 1971
    waren durchschnittlich 4,6 Prozent der
    US-Schulden durch die Goldvorräte der
    USA (8.400 Tonnen) gedeckt. Am Ende der
    großen Goldhausse 1979/1980 waren es
    in der Spitze sogar 25 Prozent. Heute sind
    es nur 2,8 Prozent. Um die historische
    Durchschnittsdeckung zu erreichen,
    müsste der Goldpreis auf 2.400 US-Dollar
    steigen; für die am Ende der letzten großen
    Hausse erreichte Deckung von 25,3 Prozent
    sogar auf 13.200 US-Dollar.“

    Was mir schon auffällt: es werden fortlaufend solche historischen Vergleiche gewählt, aber wer weist eigentlich auf die mindestens zwei 50%-Einbrüche in den jeweiligen Gold-Haussen (70er und jetzt) hin? Egal wie bullish man als Investor (diejenigen, die Gold nicht als „Versicherung“ sehen) ist, das sollte man in der Allokation berücksichtigen!!

  9. […] ist es durchaus möglich, dass sich die Outperformance des Goldes relativ zu Aktien abschwächt oder gar in ihr Gegenteil verkehrt. Auch ist zu bedenken, dass sich die Ratio grundsätzlich auch in Richtung 1 bewegen kann, in dem […]

  10. […] goldseiten-Blog, welcher zu einer Welle an Empörung und Anfeindungen führte. Wir erklärten, dass Gold vor einem Crash und der Dollar vor einer Rally stehe, was vielen angesichts der Euro-Krise, Quantitative Easing und ausufernder Staatsverschuldung […]

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