Apr 022015
 

Island plant einen geradezu revolutionären Schritt: man möchte sich vom Mindestreserve-System abwenden. Das würde bedeuten, dass nicht mehr die Geschäftsbanken „Geld aus dem Nichts erschaffen“ (Fiat Money), sondern künftig nur noch die Zentralbank. Als Hintergrund lesen Sie bitte noch mal meinen Beitrag „Die absehbare Krise des Fiat Money“ aus dem Jahr 2003. Wichtig zu wissen ist, dass in unserem heutigen Kreditgeldsystem die Notenbanken tatsächlich nur die physischen Geldscheine und Münzen „erschaffen“, Kredit jedoch von den Geschäftsbanken erzeugt wird.

Nach einer Studie von vier isländischen Zentralbänkern erlebte das Land seit 1875 über 20 Finanzkrisen mit sechs wirklich ernsten Krisen alle 15 Jahre. Jedes mal entstanden die Probleme durch ausufernde Kredite in starken Wirtschaftszyklen. Dem möchte man nun begegnen und den Geschäftsbanken die Macht über die Geldschöpfung entziehen.

Stattdessen soll ein von der Regierung unabhängiger Ausschuss entscheiden, ob neues Geld geschöpft wird oder nicht. Er soll indes nicht darüber entscheiden können, was mit dem Geld geschieht. Über die Allokation soll demokratisch im Parlament entschieden werden.

Nach meiner bescheidenen Meinung ist der Vorschlag eine Sensation und könnte in den nächsten Monaten noch „einiges an Wellen schlagen“. So klein Island sein mag: „Auch der längste Marsch beginnt mit dem ersten Schritt“ (Laotse). Die Isländer wagen als erste die Systemfrage ernsthaft nicht nur zu diskutieren, sondern womöglich gar einen tatsächlichen Wechsel zu vollziehen. Daher möchte ich den Beitrag anreichern mit einem weiteren Zitat, in diesem Fall von Victor Hugo:

„Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“

Auch in den USA wird seit geraumer Zeit die Idee diskutiert, das Federal Reserve System abzuschaffen („End the Fed“). Erleben wir hier gerade den Beginn einer Revolution unseres Geldsystems?

Feb 282015
 
blase

Im Mai 2011 schrieb ich im Beitrag „Wann kommt die Zinswende?“, dass ich für 2012 mit einem Tief rechne und die Zinsen „tendenziell ab Ende 2012 ihren Anstieg beginnen, die Anleihenmärkte dann in einen nachhaltigen Bärenmarkt übergehen“ werden. Bezogen war der Beitrag primär auf die 30-jährigen US-Bonds. Mit der Einschätzung lag ich bis Anfang dieses Jahres richtig, dann wurden sogar kurzfristig neue Tiefs erreicht. Ich sehe dies jedoch als finale Übertreibung an, die durch das Quantitative Easing (QE) der Notenbanken befeuert wurde.

Wenn Sie mich fragen, wo gerade die größte Blase schlummert, dann würde ich sagen: im Glauben an dauerhaft niedrige Zinsen und die Allmacht der Notenbanken. Beides wird noch in diesem Jahr seinen „Peak“ sehen. Ich rechne fest damit, dass wir im dritten Quartal ein „plötzliches Erwachen“ erleben werden. Irgendein Auslöser wird dazu führen, dass DIE Zinswende ihren Anfang nimmt (die Bodenbildung läuft wie beschrieben seit 2012), d.h. eine nachhaltige Wende an den globalen Bondsmärkten, die 2016 und 2017 deutlich an Momentum aufnehmen wird.

Global? Ja! Ich denke nicht, dass Europa den japanischen Weg gehen wird. Es mag sein, dass einzelne Länder hinsichtlich der demografischen Entwicklung ähnlich wie Japan in einer strukturellen Deflation stecken. Indes bedeutet das keineswegs, dass auch die Zinsen in Europa über eine Dekade lang tief bleiben müssen. Denn während Japan nur ein einzelnes Land ist, ist die Euro-Zone eine politisch motivierte Schicksalsgemeinschaft, der man immer weniger vertrauen wird. Heißt: die aktuellen Anleihenrenditen sind absurd und spiegeln in keinster Weise die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der einzelnen Länder wider. Griechenland ist nur ein Vorbeben. Das eigentliche Beben wird in Frankreich beginnen und damit einen der Grundpfeiler des Euro treffen. Die Parität zum US-Dollar könnte also noch in diesem Jahr erreicht werden, was 2013 bereits hier beschrieben wurde.

Ab 2016 rechne ich also mit global deutlich steigenden Zinsen. Da ich dann auch ein Wiedererwachen der Inflation erwarte, werden Investoren immer stärker in Aktien fliehen und dort die nächste gigantische Blase aufpumpen. Ich halte es für durchaus denkbar, dass der DAX Ende des Jahrzehnts über 20.000 Punkten notieren wird, der Dow Jones womöglich bei 35.000 Punkten.

Es ist also JETZT an der Zeit, sich auf die Zinswende vorzubereiten. Was heißt das konkret? Nun:

  1. Wenn Sie einen Kredit oder Darlehen aufnehmen wollen, dann zeitnah. Bedenken Sie jedoch: ein Kredit ist kein Selbstzweck. Überprüfen Sie sehr genau, ob Sie wirklich auf Kreditbasis etwas erwerben bzw. investieren möchten.
  2. Kaufen Sie keine Immobilien als Anlage! Dazu als Anregung auch nochmal der Beitrag: Was gegen die Immobilie als Inflationsschutz spricht
  3. Meiden Sie jegliche Anleihen, insbesondere Risikoanleihen!
  4. Shorten Sie keine Aktienindizes (auch wenn es sicher auch starke Rückschläge wie im Herbst 2014 geben könnte).
  5. Meiden Sie Aktien von Unternehmen mit hohen Schulden und niedrigem Cashflow.
  6. Legen Sie sich bei Edelmetallen auf die Lauer. Hier sollte es – nach einem weiteren starken Rutsch auf <1.000 US-Dollar – wieder nachhaltig aufwärts gehen.
  7. Suchen Sie sich einen guten Steuerberater. Wenn die Zinswende kommt, werden die Staaten noch stärker die Steuern erhöhen (müssen), weil die Finanzierung über Anleihen teurer werden wird.
  8. Überprüfen Sie Ihre privaten Finanzen langfristig im Hinblick auf die Frage: Inwiefern könnten sich stark steigende Zinsen negativ auf mich bzw. meinen Haushalt auswirken?
  9. Vertrauen Sie keinen Aussagen von Regierungen und Notenbanken! Deren Möglichkeiten sind begrenzt und häufig mehr psychologischer Natur.
  10. Vergessen Sie nicht, dass auch Bargeld eine Anlageklasse ist und Liquidität in den kommenden Jahren immer wichtiger werden wird. Zur Erinnerung: Bargeld lacht! Cash is king!

Ihr Feedback ist jederzeit willkommen.

Feb 252014
 

Auf fuw.ch war kürzlich der folgende Chart zu finden:

Japan_Demografie_Deflation

Wichtig ist demnach die Erkenntnis, dass es eine sehr enge Korrelation zwischen Deflation und Bevölkerungsentwicklung gibt.

Die japanische Notenbank bzw. die Regierung haben es sich zum Ziel gesetzt, die Inflation auf etwa zwei Prozent anzuheben um damit neues Wachstum zu erreichen. Die Idee ist also, die Konsumenten aus Angst vor Geldentwertung zu Ausgaben zu animieren.

Nun, wenn wir uns die Grafik ansehen, sollte klar werden, dass dies kein leichtes Unterfangen ist. Bei wikipedia erfahren wir zudem zur Demografie Japans:

„Die Bevölkerung begann 2005 zu schrumpfen, als 1,067 Mio. Geburten 1,077 Mio. Todesfälle gegenüberstanden. Unter Annahme der derzeitigen Geburts- und Todesraten wird die Bevölkerung von 127 Millionen im Jahre 2005 auf 100 Millionen im Jahr 2050 und gar auf nur 64 Millionen im Jahr 2100 gefallen sein.“

Wenn man sich mal den typischen Ausgabenzyklus eines Menschen vorstellt, so leuchtet es ein, dass die größte „Konsumfreude“ vorherrscht, wenn eine Familie gegründet wird – also im Alter zwischen 30 und 40 Jahren. Ich kann das aus persönlicher Erfahrung (3 Kinder) voll bestätigen… :-) Konsum hat doch weniger mit „Spaß“ oder „Präferenzen“ denn mit „Notwendigkeiten“ zu tun.

Und genau hier liegt das Problem: die japanische Geld- und Fiskalpolitik kann daran nichts wesentlich ändern. Im Gegenteil: Jeder Konsum in höherem Alter belastet künftigen Konsum, ohne dass „Ersatz“ nachkäme. Die Demografie-Kurve Japans weist unerbitterlich und klar in eine einzige Richtung: abwärts.

Ich bin daher davon überzeugt, dass Quantitative Easing in Japan scheitern wird. Mehr noch: der anhaltende Versuch, Japans Wirtschaft wieder in Gang zu setzen („Abenomics“), wird einen „Infarkt“ bzw. Kollaps auslösen. Man stelle sich mal vor, man würde einem betagten 65-Jährigen ständig Anabolika spritzen, damit er wieder so schnell läuft und so stark wird wie ein 20-Jähriger. Das mag eine Zeit lang scheinbar klappen. Doch es braucht nicht viel Verstand um einzusehen, dass man damit eher ein Risiko verstärkt denn eine Chance schafft.

Wie mehrfach hier auf kaufkraftschutz.de beschrieben wird Japan im Ruin enden. Und ich glaube, es wird eine Art von Ruin sein, die wir lange Zeit nicht vergessen werden. Konkret erwarte ich, dass sich Japans Staatsverschuldung so lange weiter aufblähen wird, bis der Glaube an den Yen und die Macht von Regierung und Zentralbank vollkommen erodiert ist – insbesondere bei der eigenen Bevölkerung. Sobald dieser psychologische Wendepunkt erreicht ist, wird irgendein Auslöser – z.B. ein stärkeres Erdbeben, ein Crash in China, ein lokaler Krieg – zu einer Panik führen, den keine Notenbank und kein Staat der Welt mehr aufhalten können wird. Kapital wird aus Japan abrupt fliehen und die Wirtschaftsleistung in einer Schockstarre geradezu zum Erliegen kommen – ähnlich wie 2008, nur noch wesentlich dramatischer.

Ein Extrem-Szenario? Vielleicht. Doch genau damit rechne ich. Und zwar um das Jahr 2020. Erinnern Sie sich an mich und diese Seite, wenn es so weit ist. Niemand soll sagen, es wäre nicht vorhersehbar gewesen! Die größte Blase heute ist nicht das QE oder die Bewertungen von Wertpapieren oder Immobilien, sondern der blinde Glaube an staatliche Institutionen, staatliche Versprechen und die „Steuerbarkeit“ von Wirtschaft abseits von fundamentalen Entwicklungen wie der Demografie.

Feb 212014
 

In meinem Beitrag „Katalysatoren einer Hausse bei Uran-Aktien“ habe ich drei Auslöser einer neuerlichen Hausse bei Uran bzw. Uran-Aktien beschrieben. Einer davon bezog sich auf Japan:

„Japan, vor Fukushima der weltweit drittgrößte Nutzer von Kernenergie, wird seine Atomkraftwerke wieder anschalten, präziser: anschalten müssen. Denn mit der jüngsten Abwertung des Yen werden Rohstoffe für die Japaner markant teurer, was die ohnehin schon negative Handelsbilanz belastet. Die Kosten für Energieimporte haben sich gegenüber 2011 bereits verdoppelt.“

Gestern war nun folgendes zu lesen: „Japan verbucht Rekord-Handelsbilanzdefizit – Schuld waren vor allem die durch den schwachen Yen verteuerten Energieimporte“. Es ist also genau das eingetroffen, was ich vermutet habe. Schauen wir uns das grafisch an, bekommen wir einen noch klareren Blick dafür, wie erheblich diese Entwicklung ist:

1a_87[1]

Japan reagiert nun auch genau so, wie antizipiert, denn Japan beschleunigt den Neustart seiner Reaktoren. Es bleibt den Japanern faktisch auch gar keine andere Wahl, wenn sie ihre Wirtschafts- und Geldpolitik (extremes Quantitative Easing) fortsetzen wollen, ohne dass der Yen unmittelbar in den freien Fall übergeht.

Uran-Aktien sind in den letzten Monaten schon teils recht stark gestiegen, was jedoch primär auf die Konsolidierung in der Branche zurückzuführen ist. Doch der eigentliche Uran-Bulle steht noch bevor und es ist mitnichten zu spät, sich in dem Sektor zu positionieren. Einige konkrete Anlage-Ideen hatte ich Ihnen hier bereits vorgestellt.

An meinem Basis-Szenario für Japan ändert dies alles jedoch nichts. Japan wird im Ruin enden. Diese These vertreten inzwischen nicht wenige bekannte Strategen. Die Erfahrungen der letzten 20 Jahre haben mich jedoch gelehrt, dass solche Entwicklungen Zeit brauchen. Wirklich dramatisch dürfte es für Japan daher wohl erst in etwa fünf Jahren werden. Es ist also noch zu früh, sich hier zu positionieren. Bis dahin können wir jedoch im Uran-Sektor einiges an Geld verdienen…

Jan 162014
 
trends

Die letzten Monate habe ich sehr viel – noch mehr als sonst – gelesen und mich bewusst mit dem Schreiben zurückgehalten. Ich musste erst mal einiges genauer recherchieren und „wirken lassen“. Nun möchte ich Sie an einigen Reflexionen dazu teilhaben lassen.

Stichworte: Technologischer Fortschritt / Weltwirtschaftssystem. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass sich der technologische Fortschritt beschleunigt und damit immense „Sprengkraft“ auf ganze Wirtschaftszweige ausübt. Mehr noch: ich sehe einen Trend zu strukturell steigender Arbeitslosigkeit, da immer mehr menschliche Arbeit – auch geistige – von Software und Maschinen übernommen wird. Dies ist wahrlich kein neuer Trend. Neu ist aber die Geschwindigkeit, in der das passiert. Dieser Trend wird aus meiner Sicht bis ca. 2020 zu einer „Welt-Depression“ führen und eine völlige Neuorientierung hinsichtlich unserer Wirtschafts- und Sozialsysteme erzwingen. Effektivität wird dann wieder mehr im Fokus stehen als Effizienz.

Stichworte: Überwachung / „Bürgerkrieg“. Es wird global zu immer größeren sozialen Unruhen und Aufbegehren gegen Staaten und Großunternehmen kommen. Daher wird immer mehr Hightech zur Kontrolle der Bevölkerung eingesetzt werden. Auch das ist kein neuer Trend, wenn man an Nackt-Scanner, Video-Überwachung, Vorratsdatenspeicherung und Waffen wie den Taser denkt. Auch die Enthüllungen zu den Aktivitäten der NSA zeigen nun ganz eindeutig und offen den Trend. Daher werden Gruppierungen wie Anonymous oder WikiLeaks wachsen, immer mehr Menschen beginnen, sich anders zu organisieren und aktiv zu werden. Überwachung wird ein Massen-Phänomen sein. Jeder wird jeden in nie gekannter Dimension überwachen (Trojaner, Mini-Kameras in „Smart Devices“ und Drohnen, etc.), Technologie immer mehr manipulativ eingesetzt werden. Wir werden in vielen Ländern „Bürgerkriege“ eines neuen Typs erleben.

Stichworte: Social Media / World Wide WebIm kommenden Umbruch wird die bisherige Skepsis gegenüber Großunternehmen in Ablehnung ihrer Produkte und Dienstleistungen übergehen. Dies wird allmählich geschehen und erst in einigen Jahren wird man die heutige Zeit als Zenit der offenen Vernetzung und der global agierenden Großunternehmen erkennen. Das World Wide Web wie wir es kennen (Browser, HTML-Seiten) wird erheblich an Bedeutung verlieren und durch Apps, Darknets und Freenet abgelöst werden. Insofern könnte 2014 ein hervorragendes Jahr sein, um Facebook & Co. zu shorten. 

Stichwort: Bitcoin. Alternative Zahlungsmittel schießen gerade wie Pilze aus dem Boden, wobei Bitcoin als „First Mover“ der unabhängigen Digitalwährungen besonderes Interesse generiert. Ich gehe davon aus, dass Bitcoin als Muster für eine neue Ordnung steht – eine Ordnung, in der das staatliche Geldmonopol und damit ein Eckpfeiler staatlicher Macht zerfällt. Das bedeutet nicht, dass Sie ihr Vermögen in Bitcoin transferieren sollen! Aus meiner Sicht hatte der Anstieg alle Charakteristika einer Blase. Doch die Idee hinter Bitcoin wird bleiben und den Zusammenbruch der derzeitigen Währungsordnung abmildern.

Stichwort: Energie. Die Zeit des Erdöls geht zu Ende. Peak Oil kommt, aber nicht angebotsinduziert, sondern nachfrageinduziert! Folglich rechne ich damit, dass der Ölpreis begonnen hat, langfristig und dauerhaft zu fallen. Dies bedeutet indes nicht, dass der Ölpreis abstürzt – es ist eher ein Prozess über viele Jahre. Die Auswirkungen werden jedoch immens sein. Damit meine ich weniger die Automobilindustrie, die gerade von Tesla „aufgemischt“ wird. Nein, ich denke an den Nahen und Mittleren Osten. Ein fallender Ölpreis wird mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit die gesamte Region in eine wirtschaftliche Depression stürzen und damit den politischen Umwälzungsprozess noch verstärken. Saudi Arabien könnte dann schnell „Geschichte“ sein. Ergo: Öl-Aktien würde ich dauerhaft meiden.

Stichwort: China. Ich habe hier bereits einige Beiträge zur kommenden Wirtschaftskrise Chinas verfasst. Nach meiner Einschätzung wird diese Krise spätestens 2016 offen ausbrechen, was weltweit zu Verwerfungen führen und sogar eine neuerliche Euro-Krise bewirken wird. Generell sehe ich eine neue Asien-Krise am Horizont, welche aber mehr politischer Natur sein wird. Erste Ausläufer davon sehen wir bereits im Konflikt zwischen China und Japan sowie den Unruhen in vielen asiatischen Ländern.

Weitere Gedanken in Kürze – Ihr Feedback ist sehr willkommen!

Jun 142013
 

In einem Blog verliert sich leider viel zu schnell ein hochwertiger Beitrag im Archiv, obwohl die grundlegenden Recherche-Ergebnisse und daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen nachhaltigere Relevanz haben. Daher möchte ich diesen Beitrag nutzen, um Ihnen nochmals einen Überblick über meine aktuellen Szenarien hinsichtlich Anlagetrends und Investmentideen für die kommenden zwei Jahre zu verschaffen.

  1. Grundsätzlich haben wir bedingt durch die Finanzrepression der Notenbanken einen Anlagenotstand. Dies wird bis auf weiteres auch so bleiben. Eine Folge davon wird sein, dass die Kluft wischen Arm und Reich größer und damit soziale Spannungen und Aufbegehren gegen Regierungen zunehmen werden.
  2. Anleihen sind aus meiner Sicht noch nicht besonders gefährdet, aber längerfristig zu meiden, weil sie künstlich gepreist und fundamental völlig überbewertet sind. Es spricht einiges dafür, dass wir bald eine längerfristige Zinswende an den etablierten Märkten erleben (oder schon erlebt haben), wobei stärkere Sprünge sofort durch die Notenbanken begrenzt werden dürften.
  3. Japan hat nach zwanzig Jahren wirtschaftlicher Stagnation eine bedeutsame Wende vollzogen. Der Yen dürfte nachhaltig schwächer werden, japanische Aktien davon profitieren. Der jüngste Crash ist aus meiner Sicht nun ausgestanden. Ich erwarte nach einer Seitwärtsbewegung irgendwann im Herbst eine Wiederaufnahme der Hausse. Längerfristig rechne ich mit einem Scheitern der „Abenomics“ und einem Ende im Ruin.
  4. Im Nahen Osten deutet sich mittelfristig eine Eskalation an, die für höhere Öl-Preise sorgen dürfte. Auch mit einem Krieg gegen den Iran muss man weiterhin rechnen, sobald Militärstrategen Syrien als annähernd geschlagen betrachten.
  5. Durch den schwächeren Yen und steigende Öl-Preise wird Japan nicht daran vorbeikommen, seine Kernreaktoren wieder hochzufahren. Neben diesen gibt es weitere Aspekte, die für eine Hausse bei Uran-Aktien in den nächsten Jahren sprechen.
  6. Europa hat mit strukturellen Schwächen (Demografie, Verschuldung, Euro-Fehlkonstruktion) zu kämpfen und wird wirtschaftlich stagnieren, was weiter zu politischen Spannungen führen wird. Auch in Deutschland droht eine Rezession. Der Euro dürfte daher schon bald eine neue längere Abwertungsrunde starten, insbesondere gegen den US-Dollar.
  7. Nicht besser sieht es in Großbritannien aus. Das Pfund wird sich strukturell weiter abschwächen.
  8. Die USA stehen trotz hoher Verschuldung teilweise besser da. Eine echte Schuldenkrise in den USA ist nicht zu erwarten. Es spricht sogar einiges dafür, dass sich die Defizite reduzieren werden. Der US-Dollar sollte demnach gegen nahezu alle Währungen stärker tendieren.
  9. Industrierohstoffe sind generell zu meiden, solange der deflationäre Zyklus anhält. Zudem sind die großen Wachstumsraten Chinas passé – eher droht sogar dort eine Wirtschafts- und Finanzkrise binnen drei Jahren. Daher bezieht sich dieser Text auch lediglich auf die kommenden zwei Jahre. Was dann womöglich kommt werde ich in einem anderen Beitrag behandeln. An Anlagen wird man dann jedenfalls nicht mehr denken…
  10. Relativ gute Chancen sehe ich bei Argrarrohstoffen, insbesondere Kaffee oder Zucker, wobei dies für Privatanleger schwierig zu handeln ist. Eine damit sowie den Unruhen/Kriegen in Nordafrika verbundene Investmentchance stellt das Thema Phosphate dar. Einen Beitrag dazu werden ich in den nächsten Wochen verfassen.
  11. Die Edelmetalle sind in einer Baisse, jedoch denke ich, dass man Gold bei ca. 1.200 US-Dollar wieder physisch kaufen kann, um sich gegen systemische Risiken abzusichern. Ähnliches gilt für Silber. Schon jetzt interessant sind jedoch ausgewählte Juniorminenaktien.
  12. Hinsichtlich den Aktienmärkten favorisiere ich derzeit den Beginn einer Baisse ab Sommer, bin mir jedoch diesbezüglich noch nicht sicher – primär wegen den Punkten 1 und 2.

Was denken Sie? Ich freue mich auf Ihr Feedback!

Jun 072013
 

Am 15. Mai 2013 schrieb ich im Beitrag „DAX: Zeit zu shorten“: „Und denken Sie daran, dass gerade “die ganze Welt” mit weiterer Yen-Schwäche rechnet. Ein derart hoher Konsens führt regelmäßig zum genauen Gegenteil, wie hier beschrieben. Ich bin jedenfalls nun auch short EUR/JPY (aktuell 132,15).“

Gestern konnte der Yen gegen nahezu alle Währungen erheblich zugewinnen und hat damit  – kurzfristig – eine Wende eingeleitet. Ich rechne nun wie bereits via Twitter kommuniziert mit einer recht schnellen Aufwertung des Yen, da nun wie hier beschrieben in durchaus beträchtlichem Maße Carry Trades geschlossen werden dürften.

Für einen schnellen „Konter“ von ca. 5-10% gegen Euro und US-Dollar spricht auch die Divergenz, die sich zum Nikkei aufgebaut hat. Diese hat Robert Schröder von elliott-waves.com hier schön dargestellt.

Es zeigt sich mal wieder, dass die Notenbanken die Märkte nicht wirklich kontrollieren, sondern sie eher psychologisch beeinflussen. Dass der Yen dennoch längerfristig weiter abwerten dürfte, liegt weniger an der Notenbankpolitik (Auslöser) und mehr an den strukturellen Ungleichgewichten Japans (Ursache).

Was die niedrigen Zinsen indes bewirken ist, wie auch in meinem Beitrag „Kaufkraftschutz in Zeiten von Anlagenotstand und Finanzrepression“ dargestellt, dass immer mehr Investoren (zu) hohe Risiken eingehen und kreditbasierte Spekulationen zunehmen. Dies verdeutlicht im Falle Japans auch die folgende Grafik, die das Marging Trading im Verhältnis zum TOPIX zeigt.

topix-margin_debt

Von 2001 bis 2006 hatte Japan es schon einmal mit Quantitative Easing versucht, was jedoch letztlich wieder in einem Absturz endete. Daraus dürfte auch die derzeitige Angst vor einem Ende des QE in den USA herrühren. Früher, also bevor sich „kapitalistische Länder“ der Planwirtschaft verschrieben, waren die Treiber der Börsenkurse noch Unternehmensgewinne. Nun ja, die Zeiten ändern sich…

Interessant ist, dass japanische Staatsanleihen von den – hier frühzeitig angekündigten – Nikkei-Turbulenzen zuletzt überhaupt nicht profitieren konnten. Demnach scheint der Druck dort auszusteigen immens groß zu sein, was zwar per se auch dem Willen der japanischen Notenbank entspricht, sicherlich jedoch nicht zu schnell und zu stark geschehen darf. Denn sonst könnte die Banc of Japan sehr schnell in eine Situation geraten, wo sie nicht nur alle neu ausgegebenen sondern auch die bereits bestehenden Staatsanleihen in ihre Bücher nehmen muss. Mit anderen Worten: sie müsste den gesamten Markt für japanische Staatsanleihen aufkaufen. Es bedarf nicht viel Fantasie um zu verstehen, dass damit das Vertrauen in den Yen völlig erodieren und eine „Katastrophenhausse“ mit immenser Kapitalflucht aus Japan einsetzen würde.

Kurzfristig erwarte ich dennoch einen schnellen und relativ starken Anstieg des Yen. Und womöglich wird genau dieser dazu führen, dass die Banc of Japan dann noch radikaler agieren wird. Entsprechend muss man jederzeit mit Interventionen rechnen und damit möglicherweise recht abrupten Trendwechseln. Daher werde ich den Gewinn aus dem „Yen-Konter-Trade“ auch eher früher als später absichern bzw. realisieren.

Mai 162013
 
japan-flagge

Wir haben hier den Weg Japans schon frühzeitig aufgezeigt und als treue Leser dürften Sie die radikalen Schritte der japanischen Notenbank nicht überrascht haben. Lesen Sie dazu nochmal den Beitrag vom 23.08.2011: „Verliert die Bank of Japan die Nerven“.

Wichtig zu verstehen ist jedoch, dass eine Schuldenkrise wie in Griechenland derzeit nicht wahrscheinlich ist, einfach weil die japanische Zentralbank „alles aufkaufen“ kann. Dazu sei nochmals auf diesen Artikel vom 17.03.2011 verwiesen: Japan vor Schuldenkrise?

Japan ist demnach nicht von externen Gläubigern abhängig, denen es eine ständig höhere Rendite bieten muss. ABER: die derzeitigen Halter von japanischen Anleihen, vorrangig eigene Banken und vor allem die eigenen Bürger, könnten in Panik geraten. Und eben da liegt die Gefahr, denn es könnte zu einer Art Kapitalflucht kommen, wenn größere Teile der japanischen Bevölkerung das Vertrauen in die Aktionen der Notenbank verlieren.

Der jüngste sprunghafte Anstieg bei den japanischen Renditen hat dazu einen „Vorgeschmack“ gegeben, sodass sich die Banc of Japan schon gezwungen sieht, den Anleihen-Sektor zu stützen. Das hat auch einen handfesten Grund, denn die japanischen Banken und Versicherungen haben in etwa das Neunfache ihrer Eigenkapitalbestände in japanische Staatsanleihen investiert. Bei einem Kursrückgang der Staatsanleihen um nur 10% (das würde einem Zinsanstieg auf 2,0% für 10-jährige Anleihen entsprechen) wären japanische Banken und Versicherungen faktisch allesamt konkurs.

Wenn wir das mal weiterdenken ergibt sich eine ganz simple Erkenntnis: es gibt keinen Weg zurück. Die japanische Notenbank hat – ähnliche wie die US-Notenbank – mit ihrer Inflationspolitik immense Anreize geschaffen, aus japanischen Staatsanleihen auszusteigen. Denn entweder interveniert die Notenbank mit der Folge niedrigster Renditen, die im Falle des „Erfolgs“ hinsichtlich des Inflationsziels von 2% real deutlich negativ wären. Oder aber sie tut dies nicht und die Zinsen steigen sogleich deutlich an, was also Kursverluste für die bestehenden Investoren bedeutet und den Schuldendienst verteuert.

Es ist demnach aus meiner Sicht zu erwarten, dass sich die Bilanz der japanischen Notenbank sehr stark weiter aufblähen wird. Und ich vermute, dass dies zu einer nachhaltigen Schwäche des Yen führen wird. Zum Einen, weil immer mehr Japaner ihr Kapital ins Ausland schaffen werden. Zum Anderen, weil Yen-Carry Trades weiter zunehmen dürften und Spekulanten gezielt den Yen ins Visier nehmen werden.

Ein weiter fallender Yen wiederum wird den USA, Europa und China missfallen, zumal der effektive reale Wechselkurs ohnehin schon auf niedrigstem Niveau liegt. Die USA haben Japan daher bereits gemahnt. Sollte sich der Yen in den nächsten Jahren weiter abschwächen – was meiner Ansicht nach wie beschrieben sehr wahrscheinlich ist – dann werden aus verbalen Attacken Handlungen werden und protektionistische Maßnahmen ergriffen werden. Dies entspricht genau dem skizzierten Fahrplan des deflationären Zyklus.

Der Weg Japans ist meiner Einschätzung nach der Weg in den Ruin, denn selbst mit den extremsten Maßnahmen wird es Japan nicht gelingen können, die Wirtschaft nachhaltig zu befeuern, auch wenn auf Basis des niedrigen Niveaus anfängliche „Erfolge“ zu erwarten sind. Ein wesentlicher Grund der wirtschaftlichen Schwäche Japans ist die Demografie. Und zumindest diese können die Notenbanken nicht steuern.

Zudem – und das scheint einfach generell übersehen zu werden – ist das Nachfragepotenzial global sehr bescheiden. Der einzige Kontinent mit markantem Konsum(nachhol)potenzial ist Afrika, doch hier fehlt in den meisten Ländern noch die wirtschaftliche Basis, um sich relativ teure Güter und Dienstleistungen aus dem Ausland leisten zu können.

Persönlich erachte ich den Weg Japans noch aus anderen Gründen als sehr gefährlich. Das Land wird z.B. regelmäßig von Erdbeben heimgesucht und ein neues starkes Erdbeben mit katastrophalen Folgen würde Japan nun noch mehr treffen, da Staat und Notenbank bereits „aus allen Rohren schießen“.

Zudem begünstigt das japanische QE eine überzogene Asset Inflation (lokal wie auch international) und wie die Erfahrung gezeigt hat, führt dies regelmäßig zu neuen Problemen. Ich vermute daher, dass „Abenomics“ und „Quantitative Easing“ den Weg zu einer unkontrollierbaren Krise ebnen, die das Vertrauen in den Yen und in Notenbanken und Staaten generell global erschüttern wird. Bis dahin ist es aber wohl noch etwas Zeit.

Kurzfristig rechne ich wie hier beschrieben mit einer Erholung des Yen und damit einhergehend rückläufigen Börsen. Mittelfristig dürfte sich die Nikkei-Hausse fortsetzen, der Yen weiter nachgeben und die Inflation in Japan nun langsam beginnen zu steigen. Die Ironie wird demnach sein, dass anfänglich das von Premierminister Shinzo Abe gestartete Vorgehen wie ein Erfolg aussehen, sich in zwei bis drei Jahren jedoch als ruinös herausstellen wird.

Mrz 122013
 

In seinem jüngsten Blog-Beitrag hat David Pieper eine Makro-Analyse von Charles Hugh Smith eingebunden – ein absolut sehenswertes Video. Es beschreibt das „globale Endspiel in 14 Punkten“, eine Makro-Analyse zu Kredit- und Wirtschaftszyklen. Besonders hervorgehoben wird der deflationäre Zyklus:

deflation-zyklus

Wir befinden uns demnach gerade in der Phase, in der Staaten über Strafzölle und Währungseingriffe versuchen, Vorteile gegenüber anderen Staaten zu gewinnen. Wie ich hier beschrieben habe ist ein Währungskrieg jedoch nicht zu „gewinnen“, wenn so viele Länder daran teilnehmen. Japan hat eher deshalb „Erfolg“ damit, da es einfach an der Zeit war/ist.

Folgt man dem Zyklus der Deflation, so werden wir spätestens im kommenden Jahr wieder verstärkt über Werksschließungen und Pleiten in der Presse lesen. Die Reflation über Quantitative Easing der Notenbanken wird scheitern, da sie nicht die strukturellen Aspekte (Überkapazitäten, zu hohe Verschuldung) löst, sondern diese nur verschleiert und zu finanzieller Spekulation führt, welche wiederum die Kluft zwischen Arm und Reich erweitert.

Ich rechne fest damit, dass noch im laufenden Jahr – von mir charakterisiert als Wendejahr – der nächste große wirtschaftliche Abschwung beginnen und womöglich um 2015 in einer Art Depression enden wird.

2015/2016 sind für mich generell weiterhin die heißesten Kandidaten für das „Finale“, da immer mehr „Baby- Boomer“ dann zeitgleich Liquidität aufbauen werden. Womöglich wird dann irgendein Auslöser dazu führen, dass die „Schein-Sicherheiten“ (Derivate) und aufgeblasenen „Finanzwerte“ (Anleihen, Aktien) plötzlich – binnen weniger Wochen – eine dramatische Neubewertung erfahren. Bis dahin könnte indes die „Reise nach Jerusalem“ an den Finanzmärkten noch eine Weile anhalten, sprich: Anleihekurse hoch und somit die Zinsen niedrig bleiben, eine neue Blase bei japanischen Aktien entstehen.

Mrz 112013
 

Ein Manager soll maximal 20-mal so viel verdienen wie sein am schlechtesten bezahlter Angestellter, forderte gestern Sahra Wagenknecht in der ARD-Sendung „Günther Jauch“. Per se war das für eine „Linke“ keine überraschende Forderung. Interessant war jedoch, dass sich auch das Publikum bei der Abstimmung zu dieser Forderung mehrheitlich (58%) für die Begrenzung von Manager-Gehältern aussprach. Und wenn man dem „Deutschlandtrend“ des Meinungsforschungsinstituts Dimap glauben darf, sind sogar 89% der Befragten für eine solche Regelung.

Was wir hier erleben, ist ein nicht zu unterschätzender Trend, wie auch die sehr erfolgreiche Schweizer Volksabstimmung über die „Initiative gegen die Abzockerei“ zeigt. Auch in den Vereinigten Staaten von Amerika ist die zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich inzwischen ein großes Thema. Schauen Sie sich zum Beispiel die Reaktionen zu diesem YouTube-Video über Vermögensungleichheit in den USA an:

Ich bin davon überzeugt, dass – wenn sich die Politik dieses Themas nicht ernsthaft und glaubwürdig annimmt – der Weg geebnet wird für extreme Positionen bis hin zu Entwicklungen abseits des politischen Prozesses. In anderen Worten: Zunehmende soziale Spannungen, Ausschreitungen, Unruhen.

Diesen Trend verfolge ich hier schon seit 2009 und denke, dass die Kombination aus Sparzwängen überschuldeter Staaten und erheblicher Job-Verluste durch eine zunehmende nie dagewesene Automatisierung unsere Gesellschaften erheblichen Zerreiß-Tests aussetzen werden. Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker sieht gar eine Kriegsgefahr in Europa.

Ob es so weit kommt weiß ich nicht. Aber schon vor zehn Jahren schrieb ich in meiner Recherche „Die absehbare Krise des Fiat Money“:

„Unser heutiges Geldsystem ist langfristig nicht tragfähig. Der japanische Weg der völligen Überschuldung in der Hoffnung, eine globale strukturelle Veränderung aufzuhalten, wird auch in den USA und in Europa nicht funktionieren. Die „neue Weltordnung“, wie es auf jedem 1 US-Dollar-Schein heißt, hat ihren Zenit überschritten. Ich glaube, dass diese strukturelle Krise (die sie ja lediglich aus unserer Sicht ist), noch viele Jahre andauern kann. Alles Bestreben das System zu erhalten wird letztlich nichts nützen. Der Turmbau zu Babel, die gigantische Schuldenpyramide welche dieses System geschaffen hat, wird früher oder später in sich zusammen fallen. Dem Geldvermögen, das wir angehäuft haben, steht eine entsprechende Summe an Schulden gegenüber. Es ist daher durchaus denkbar, dass sich unser Wohlstand in „Luft“ auflöst. Dabei liegt es an der Ein- und Weitsicht der Politik wie auch der Wirtschaft, welche sozialen und politischen Entwicklungen mit der Krise des Fiat Money einhergehen werden. Die Basis für eine Systemkrise ist jedenfalls gelegt.“

Seit dem hat die Krise nie wirklich geendet, sondern immer „nur“ neue Etappen eröffnet. Und womöglich ist der nächste Dominostein der Staat selbst, wie Markus Gaertner es hier skizziert. Keine erfreuliche Perspektive, doch letztlich – historisch betrachtet – nichts ungewöhnliches.

Was Sie indes sehen und in proaktive Handlungen umsetzen müssen ist, dass Kaufkraftschutz nicht nur ein Anlageaspekt ist und dass wir auf eine Neuordnung zusteuern, die weitaus umfassender sein wird als „nur“ eine Währungsreform. Ich rechne fest damit, dass aus einer Phase nahe des Chaos heraus in den kommenden zehn Jahren ein neues Weltwirtschaftssystem entstehen wird, das sich insbesondere durch mehr Lokalität, Teilen und weniger Effizienz bzw. mehr Lagerhaltung und Redundanz auszeichnen wird.

Bleibt zu hoffen, dass es nicht zuvor zu einem „Untergang“ kommt, wie er hier beschrieben wird…