Jun 172016
 

Nach lange Phase der Abstinenz (andere Prioritäten) mal wieder ein Beitrag meinerseits:

Ich rechne mit einer fulminanten Rallye an den Aktienmärkten im zweiten Halbjahr. Das Thema Brexit ist m.E. eingepreist (persönlich denke ich ohnehin, dass es nicht zum Brexit kommen wird) und die US-Konjunktur sowie auch die Wirtschaft in Europa stärker als viele glauben. Außerdem: Donald Trump hat keine wirkliche Chance. Wenn man davon ausgeht, dass Republikaner und Demokraten bei den Wählern grundsätzlich etwa gleich auf liegen, Trump aber selbst bei den Republikanern stark umstritten ist und nie und nimmer von Hispanics, Schwarzen und anderen Einwanderern gewählt werden wird, so ergibt sich schon jetzt: der nächste US-Präsident ist eine Sie, Hillary Clinton.

Insofern sind politische Themen „aufgeblasen“ und dürften keinen großen Impact mehr haben. Die Angst am Markt ist spürbar und aus meiner Sicht überzogen. Interessanter war, dass die Entscheidung der Fed, die Zinsen noch nicht anzuheben, eher negativ an den Börsen wirkte. Ergo wird die Reaktion der Börse bei steigenden Zinsen womöglich „überraschend“ positiv sein. Die US-Notenbank wird meiner Meinung nach bei der nächsten Sitzung die Zinsen um 0,15-0,25 Basispunkte anheben. Das Quantitative Easing ist an seine Grenzen gestoßen und hat eine Blase bei Anleihen geschaffen. Die US-Notenbank wird eine (sehr langsame) Wende vollziehen, was meines Erachtens zu einer Rotationswelle aus Anleihen zu Aktien führen wird.

Wenn man sich nun noch klar macht, dass Fonds weltweit laut jüngster BofA-Studie höchste Barquoten seit 2001 (!) und tiefste Aktiengewichtungen seit vier Jahren haben, Anleihen kaum noch Renditen bieten und es auch sonst an sinnvollen Investitionsalternativen ermangelt, dann ergibt sich eine Konstellation, aus der regelmäßig neue Hausse-Phasen bzw. starke Rallyes geboren werden.

Jul 152015
 
goldbarren

Der Goldpreis notiert gerade bei 1.156 USD. Angesichts der Krisen (Ukraine, China, Griechenland, Puerto Rico) hätte man intuitiv annehmen können, dass der Goldpreis signifikant zulegt. Doch nichts. Nienete. Nada. Rien. Der Goldpreis hat sogar noch leicht abgegeben in den vergangenen Wochen. Spekuliert wurde bereits, ob womöglich Griechenland sein Gold verkauft.

Wie dem auch sei, nun da sich überall Anzeichen für Entspannung zeigen (Iran, Griechenland, Ukraine, China), könnte das genaue Gegenteil der ursprünglichen Annahme eintreten: ein stärkerer Sturz. Denn dafür lassen sich einige weitere Argumente anführen. So hat z.B. Fed-Chefin Yellen vergangene Woche recht klar gesagt, dass es einen Zinsschritt geben wird. Das entspricht auch klar meiner Meinung: Die US-Zinserhöhung kommt!

Nicht unterschätzen sollte man aber auch den Deal mit Iran sowie die jüngsten Verwerfungen in China. Der Iran hat für große Transaktionen in den letzten Jahren Gold genutzt und könnte nun als Verkäufer auftreten. Ebenso chinesische Privatinvestoren, die Liquidität benötigen wegen margin calls.

Hinzu kommt die brisante charttechnische Lage. Unter 1.140 USD sieht der Goldpreis immens kritisch aus.

Gegen einen Fall des Goldpreises sprechen recht klar die CoT-Daten, welche eher sogar eine unmittelbar bevorstehende Wende nach oben andeuten.

Was recht eindeutig ist: die Volatilität des Goldpreises steht auf sehr tiefem Niveau. In den letzten Jahren kam es ausgehend von diesem Niveau in der Folge zu stärkeren Bewegungen. Und da ich wie oben beschrieben eher mit einem Einbruch reche, könnte Gold bald schnell 150 USD und mehr verlieren. Ich sehe jedenfalls derzeit kein überzeugendes Pro-Gold-Argument.

Was denken Sie? Ich freue mich auf Ihren Kommentar!

Jul 072015
 

Ob Griechenland austritt oder nicht wird sich zeigen. Persönlich denke ich, dass es nur zwei Lösungen der Euro-Krise gibt: Entweder eine vollständige Union mit EU-Finanzministerium, EU-Steuern und -Transfers analog dem Länderfinanzausgleich der Bundesländer. Oder aber Griechenland sowie alle anderen Länder, deren ökonomische Basis nicht rausreichend ist im Vergleich zu den anderen Länder der Euro-Zone, treten aus. Ich habe die Vermutung, dass die Euro-Zone längerfristig wieder deutlich kleiner werden wird… Das dürfte insbesondere Deutschland treffen. Doch noch ist es nicht so weit.

Kurzfristig denke ich, dass das Thema Griechenland bzw. „Grexit“ ausgereizt ist und fast schon „Blasen-Charakter“ annimmt. Das wird schnell deutlich bei einer Auswertung mit Google Trends:

grexit_bubble

Aus meiner Sicht sind wir gerade am Peak und ich erwarte bis spätestens Ende des Monats (wenn nicht gar bis Ende der laufenden Woche) eine „Lösung“. Ob diese die strukturellen Probleme lösen wird darf freilich bezweifelt werden, doch für ein Aufatmen an den Börsen dürfte es reichen.

Daher: Kaufen Sie die Angst (DAX bei 10.800 Punkten). Ich rechne fest damit, dass der Euro in den nächsten Monaten Richtung Parität zum US-Dollar fallen wird, was entsprechend den DAX „befeuern“ sollte. Zu meinen Favoriten gehören Bank-Aktien, denn die Banken haben längst ihren „Müll“ an die EZB entsorgt und sollten sich nun nachhaltig besser entwickeln als der allgemeine Markt. Dazu eine „nette Grafik“ von zerohedge:

bank exposure to greek

Jul 022015
 

Die heutigen US-Konjunkturdaten waren nicht besonders überzeugend und es finden sich bereits wieder zahlreiche Einschätzungen, wonach die Fed in diesem Jahr keine Zinserhöhung mehr durchführen wird. Ich bin hier explizit anderer Ansicht und wiederhole:

Die Fed MUSS JETZT die Zinsen anheben. Denn wenn sie jetzt die Zinsen anhebt, wird das den Konsum sogar beflügeln, weil viele sozusagen noch „schnell die niedrigen Zinsen nutzen“ werden wollen. Außerdem muss die Fed anheben, um auch wieder Möglichkeiten zu haben, wenn die nächste Rezession kommt (was vermutlich um 2017 der Fall sein wird). Und sie muss es tun, um ihre Glaubwürdigkeit zu erhalten. Zudem glaube ich, dass die Fed „Luft aus den Märkten nehmen“ will und tatsächlich auch möglichen Inflationsrisiken begegnen möchte.

Ich erwarte daher den ersten kleinen Zinsschritt im September.

Und jetzt kommt das, was Sie womöglich überraschen wird: Die US-Börsen werden trotzdem haussieren. Denn die US-Märkte haben die Zinserhöhung längst eingepreist. Nicht richtig eingepreist sind jedoch eine Friedensdividende (Iran) und ein Ende des Griechenland-Spektakels (egal welches es auch sein mag).

Was denken Sie?

Jun 122015
 

Die jüngsten Beiträge auf kaufkraftschutz.de trafen allesamt ins Schwarze. Wir haben einen ersten starken Anstieg der Zinsen gesehen und der Euro konnte sich deutlich von seinen Tiefs erholen. Aus meiner Sicht könnte das zweite Halbjahr durch einen sehr starken Anstieg der Börsen gekennzeichnet sein, begleitet oder vorangehend durch einen Kursrutsch bei Euro, Öl und Gold.

Die Mehrheit der Marktbeobachter geht inzwischen davon aus, dass die Fed die Zinsen erst im kommenden Jahr anheben wird – wenn überhaupt. Ich teile diese Ansicht nicht und erwarte sogar schon recht bald den ersten kleinen Zinsschritt nach oben und wie hier beschrieben eine sich verstärkende Zinswende in den kommenden beiden Jahren. Denn aus meiner Sicht muss die Fed das jetzt tun: Wenn sie jetzt die Zinsen anhebt, wird das den Konsum sogar beflügeln, weil viele sozusagen noch „schnell die niedrigen Zinsen nutzen“ werden wollen. Außerdem muss die Fed anheben, um auch wieder Möglichkeiten zu haben, wenn die nächste Rezession kommt (was vermutlich um 2017 der Fall sein wird). Und sie muss es tun, um ihre Glaubwürdigkeit zu erhalten.

Insofern glaube ich, dass sowohl der Euro als auch Gold vor einem neuerlichen Kursrutsch stehen. Bei EUR/USD könnte die Parität ins Ziel rücken, bei Gold die 1.000 USD. Und der Ölpreis wird vermutlich ebenfalls stärker fallen, weil es weiterhin ein deutliches Überangebot gibt und alle Zeichen weiterhin auf eine Einigung mit Iran und die Ablösung ölangetriebener Fahrzeuge hindeuten.

Generell denke ich, dass man Öl- und Gas-Aktien in den nächsten Jahren (!) strikt meiden sollte und empfehle dazu den Artikel von Clemens Schmale „Die CarbonBubble: Öl am Ende?“. Die Aktie von Exxon Mobil hat kürzliches ein sehr klares Chartsignal geliefert, dass eine Zeitenwende ankündigt.

Ein fallender Euro und ein fallender Ölpreis sind wiederum starke Antreiber der Börsen – genauso wie eine Entspannung an der „außenpolitischen Front“.

Ich favorisiere weiterhin Technologie-Werte und denke, dass die Themen E-Cars, Augmented Reality (z.B. Datenbrillen, 3D-Projektionen), Cyber-Security und Biotech weiter laufen werden. Euro, Öl und Gold sind hingegen für mich nun Short-Kandidaten.

Mrz 242015
 

Aufmerksamen Beobachtern wird aufgefallen sein, dass derzeit sehr gravierende Dinge geschehen. Hier eine kleine unsortierte Auflistung:

Das sind allesamt Bausteine für eine „große Überraschung“ in den nächsten vier Wochen. Denkbar sind ein US-Anleihen und/oder Aktien Flash Crash, ein „Grexit“, eine historische Annäherung an den Iran oder aber auch ein möglicher neuer Krieg. Es laufen „Tage der Entscheidung“.

Man sollte sich also auf eine hochvolatile Phase vorbereiten. Der jüngste US-Dollar Flash Crash hat einen kleinen Vorgeschmack gegeben.

In Anbetracht der Spannungen mit Russland halte ich eine Einigung mit Iran für sehr wahrscheinlich – denn dies dürfte den Ölpreis auf neue Tiefs treiben. Wie bereits beschrieben sehe ich zudem gute Chancen für eine kleine Euro-Rallye in den nächsten Monaten, wozu durchaus auch ein weiterer Schuldenschnitt mit ergänzendem, von Deutschland finanziertem „Griechenland-Aufbaufonds“ beitragen könnte.

Auch die Börsen erscheinen mir gerade reif für einen stärkeren Einbruch. In jedem Fall ist eine gewisse Vorsicht angebracht. Es häufen sich zuletzt die Anzeichen für spekulative Blase, z.B. im Biotech-Sektor. Und ich meine eine Rotation zu Versorgern und Telekom-Werten zu sehen, also eine Bewegung in defensive Sektoren. Auch das könnte ein Warnsignal sein.

Feb 282015
 
blase

Im Mai 2011 schrieb ich im Beitrag „Wann kommt die Zinswende?“, dass ich für 2012 mit einem Tief rechne und die Zinsen „tendenziell ab Ende 2012 ihren Anstieg beginnen, die Anleihenmärkte dann in einen nachhaltigen Bärenmarkt übergehen“ werden. Bezogen war der Beitrag primär auf die 30-jährigen US-Bonds. Mit der Einschätzung lag ich bis Anfang dieses Jahres richtig, dann wurden sogar kurzfristig neue Tiefs erreicht. Ich sehe dies jedoch als finale Übertreibung an, die durch das Quantitative Easing (QE) der Notenbanken befeuert wurde.

Wenn Sie mich fragen, wo gerade die größte Blase schlummert, dann würde ich sagen: im Glauben an dauerhaft niedrige Zinsen und die Allmacht der Notenbanken. Beides wird noch in diesem Jahr seinen „Peak“ sehen. Ich rechne fest damit, dass wir im dritten Quartal ein „plötzliches Erwachen“ erleben werden. Irgendein Auslöser wird dazu führen, dass DIE Zinswende ihren Anfang nimmt (die Bodenbildung läuft wie beschrieben seit 2012), d.h. eine nachhaltige Wende an den globalen Bondsmärkten, die 2016 und 2017 deutlich an Momentum aufnehmen wird.

Global? Ja! Ich denke nicht, dass Europa den japanischen Weg gehen wird. Es mag sein, dass einzelne Länder hinsichtlich der demografischen Entwicklung ähnlich wie Japan in einer strukturellen Deflation stecken. Indes bedeutet das keineswegs, dass auch die Zinsen in Europa über eine Dekade lang tief bleiben müssen. Denn während Japan nur ein einzelnes Land ist, ist die Euro-Zone eine politisch motivierte Schicksalsgemeinschaft, der man immer weniger vertrauen wird. Heißt: die aktuellen Anleihenrenditen sind absurd und spiegeln in keinster Weise die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der einzelnen Länder wider. Griechenland ist nur ein Vorbeben. Das eigentliche Beben wird in Frankreich beginnen und damit einen der Grundpfeiler des Euro treffen. Die Parität zum US-Dollar könnte also noch in diesem Jahr erreicht werden, was 2013 bereits hier beschrieben wurde.

Ab 2016 rechne ich also mit global deutlich steigenden Zinsen. Da ich dann auch ein Wiedererwachen der Inflation erwarte, werden Investoren immer stärker in Aktien fliehen und dort die nächste gigantische Blase aufpumpen. Ich halte es für durchaus denkbar, dass der DAX Ende des Jahrzehnts über 20.000 Punkten notieren wird, der Dow Jones womöglich bei 35.000 Punkten.

Es ist also JETZT an der Zeit, sich auf die Zinswende vorzubereiten. Was heißt das konkret? Nun:

  1. Wenn Sie einen Kredit oder Darlehen aufnehmen wollen, dann zeitnah. Bedenken Sie jedoch: ein Kredit ist kein Selbstzweck. Überprüfen Sie sehr genau, ob Sie wirklich auf Kreditbasis etwas erwerben bzw. investieren möchten.
  2. Kaufen Sie keine Immobilien als Anlage! Dazu als Anregung auch nochmal der Beitrag: Was gegen die Immobilie als Inflationsschutz spricht
  3. Meiden Sie jegliche Anleihen, insbesondere Risikoanleihen!
  4. Shorten Sie keine Aktienindizes (auch wenn es sicher auch starke Rückschläge wie im Herbst 2014 geben könnte).
  5. Meiden Sie Aktien von Unternehmen mit hohen Schulden und niedrigem Cashflow.
  6. Legen Sie sich bei Edelmetallen auf die Lauer. Hier sollte es – nach einem weiteren starken Rutsch auf <1.000 US-Dollar – wieder nachhaltig aufwärts gehen.
  7. Suchen Sie sich einen guten Steuerberater. Wenn die Zinswende kommt, werden die Staaten noch stärker die Steuern erhöhen (müssen), weil die Finanzierung über Anleihen teurer werden wird.
  8. Überprüfen Sie Ihre privaten Finanzen langfristig im Hinblick auf die Frage: Inwiefern könnten sich stark steigende Zinsen negativ auf mich bzw. meinen Haushalt auswirken?
  9. Vertrauen Sie keinen Aussagen von Regierungen und Notenbanken! Deren Möglichkeiten sind begrenzt und häufig mehr psychologischer Natur.
  10. Vergessen Sie nicht, dass auch Bargeld eine Anlageklasse ist und Liquidität in den kommenden Jahren immer wichtiger werden wird. Zur Erinnerung: Bargeld lacht! Cash is king!

Ihr Feedback ist jederzeit willkommen.

Jan 272015
 

Das würde Hamlet womöglich heute fragen, wenn er aufmerksamer Börsenbeobachter wäre und den südkoreanischen Aktienindex KOSPI vor Augen hätte:

kospi

Chart-Quelle: Yahoo

Wie man sieht, erweist sich Südkorea schon seit geraumer Zeit als Underperformer. Dies überrascht, wenn man an bekannte Marken wie Daewoo, Hyundai oder Samsung denkt, die allesamt immer „präsenter“ erscheinen. Was also ist „faul“ in der viertgrößten Volkswirtschaft Asiens?

Seit 2009 hat der südkoreanische Won signifikant gegen Euro, Yen und US-Dollar aufgewertet. Abenomics in Japan dürfte insbesondere Südkorea belasten, da die beiden Länder in vielen Bereichen konkurrieren. Doch auch der zunehmende Wettbewerb aus China ist nicht zu unterschätzen. China mausert sich immer mehr auch zu einem starken Hightech-Konkurrenten, der nicht selten preislich deutlich überlegen ist, z.B. bei Smartphones, Tablets etc. Und die Länder in Südostasien (Thailand, Vietnam, Indien) streben ebenfalls nach ihrem Anteil am Weltmarkt, etwa in der Autoindustrie. Zudem dürfte Südkorea die Konjunkturflaute in Europa spüren. Die EU ist für Südkorea nach China der zweitwichtigste Abnehmer von Waren.

Der KOSPI läuft Gefahr, eine große Top-Formation auszubilden. Es ist zwar denkbar, dass auch die südkoreanische Notenbank stärker in den „Währungskrieg“ einsteigt, doch Japan und nun Europa sind bereits wesentlich exzessiver unterwegs. Es ist für Südkorea – ähnlich wie für die Schweiz – überhaupt nicht möglich, dieses „Spiel“ zu gewinnen. Die Chancen für einen Ausbruch des KOSPI nach oben erscheinen daher aus meiner Sicht wesentlich geringer als ein Ausbruch nach unten. Sollte der südkoreanische Aktienmarkt unter 1.800 Punkte fallen, könnte sogar eine sehr dynamische Abwärtsbewegung einsetzen.

Vermutlich wird darüber die weitere Entwicklung des Yen entscheiden. Sollte die japanische Währung weiter abwerten, was aus meiner Sicht sehr wahrscheinlich ist, dürfte die südkoreanische Wirtschaft noch mehr unter Druck geraten. In diesem Fall könnte sich eine „Long Nikkei-Short Kospi-Strategie“ als sehr lukrativ erweisen.

Jan 152015
 

Die Schweizer Nationalbank (SNB) hat überraschend ihren Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro aufgehoben und die Zinsen gesenkt. Das Währungspaar EUR/CHF bricht dramatisch ein – zwischenzeitlich um über 25%! Dieser Schritt wird zahlreiche Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischt haben und dürfte – wie so häufig in den letzten Jahren – diverse Schieflagen erzeugen.

Damit hat die SNB meiner Einschätzung nach die Büchse der Pandora geöffnet. Wie im Beitrag „Die Schweiz steuert auf eine Finanzkrise zu“ dargestellt, ist sie ein unglaublich hohes Fremdwährungsrisiko eingegangen, das jetzt voll zum tragen kommt.

Für heute ist mit Stützungskäufen zu rechnen. Doch wie viele Marktteilnehmer dürften noch immer im Schweizer Franken Schulden halten, die im Euro-Raum investiert sind? Das gilt insbesondere auch für die SNB selbst.

Ich denke, dass die SNB den Schweizer Franken mit dem exorbitanten Quantitative Easing nachhaltig geschwächt und in geradezu unverantwortlicher Weise das Schweizer Finanzsystem einem systemischen Risiko ausgesetzt hat. Die Folgen wird man meines Erachtens in zwei bis drei Jahren erst wirklich erkennen.

Das ist das Ende des Finanzplatz Schweiz wie wir ihn über Dekaden kannten. Ich wiederhole aus meinem letzten Blog-Beitrag:

„Insofern warne ich hiermit eindringlich und meiner Kenntnis nach bisher als einziger Marktstratege explizit vor Investments jeglicher Art in der Schweiz.“

Heute fällt der Schweizer Aktienmarkt um fast 10%. Sie waren und sind gewarnt. Die Schweiz ist kein sicherer Hafen mehr – im Gegenteil.

Dez 012014
 

Nein, es ist kein Fehler in der Überschrift. Wie oftmals hier erläutert rechne ich fest damit, dass Japan im Ruin enden und die Euro-Zone letztlich aufbrechen wird, doch schon früher – voraussichtlich irgendwann im kommenden Jahr – wird in der Schweiz eine Finanzkrise beginnen, aus der sich gar eine Wirtschaftskrise entwickeln könnte.

Ich rechne damit, dass die Schweizer Nationalbank (SNB) gezwungen sein wird, die Zinsen anzuheben, um der sich entwickelnden Immobilienpreisblase entgegen zu wirken. Die Schweiz hat inzwischen Hypothekendarlehen in Höhe von 140% des BIP ausstehend! Mit Zürich, Genf und Bern sind drei Schweizer Städte unter den Top zehn der teuersten Städte weltweit vertreten. Selbst wenn die Schweiz ein schönes, friedliches und politisch stabiles Land sein mag: eine solche Bewertung erscheint überzogen und der Verschuldungsgrad ist besorgniserregend.

Die SNB hat sich dazu verpflichtet, den Schweizer Franken gegen den Euro nicht weiter als auf 1,20 CHF aufwerten zu lassen und kauft daher seit September 2011 in immensem Umfang Euro auf und investiert dazu in europäische Anleihen und Aktien. Dadurch hat sich die SNB Bilanz inzwischen auf ein nicht nachhaltiges Niveau von über 80% des Bruttoinlandsprodukts aufgebläht.

snb_assets_1997-2014

Wird die SNB gezwungen, die Zinsen anzuheben, wird sie die Währungsanbindung an den Euro kaum aufrecht erhalten können. Ich vermute, dass dann viele Carry Trades aufgelöst werden, was zu deutlich höherer Volatilität an den europäischen Finanzmärkten führen könnte. Noch wesentlicher erscheint mir aber, dass damit für die SNB gewaltige Verluste in ihren Vermögenswerten entstehen könnten. Denn anders als die japanische Notenbank, die mit ihrem extremen Quantitative Easing derzeit im Fokus steht, trägt die SNB Fremdwährungsrisiken. Eine neue Euro-Krise würde die SNB entsprechend in erheblichem Ausmaß belasten. Ich vermute, dass es dann als spätere Folge sogar  zu einem Ergebnis kommen könnte, dass derzeit überhaupt niemand auf dem Schirm hat: Kapitalflucht aus dem Schweizer Franken!

Noch sind wir nicht da und es ist zugegebenermaßen ein gewagtes Szenario. Doch auf einer Website wie kaufkraftschutz.de müssen wir genau solche Überlegungen anstellen. Sollte es tatsächlich zu einer Kapitalflucht aus der Schweiz kommen, hätte dies das Potenzial, das Land in eine nicht mehr selbst zu beherrschende Wirtschaftskrise zu führen. Und die oben beschriebe Immobilienpreisblase könnte dann recht zügig „Luft ablassen“, was wiederum ein Desaster für die finanzierenden Banken wäre.

Insofern warne ich hiermit eindringlich und meiner Kenntnis nach bisher als einziger Marktstratege explizit vor Investments jeglicher Art in der Schweiz.Die SNB hat sich zu einem „Hedgefonds mit einem sehr einseitigen Trade“ entwickelt. Geht dieser schief, könnte selbst dieses scheinbar so stabile Land eine ungeahnte Finanzkrise erleben – noch vor Japan…