Jul 152015
 
goldbarren

Der Goldpreis notiert gerade bei 1.156 USD. Angesichts der Krisen (Ukraine, China, Griechenland, Puerto Rico) hätte man intuitiv annehmen können, dass der Goldpreis signifikant zulegt. Doch nichts. Nienete. Nada. Rien. Der Goldpreis hat sogar noch leicht abgegeben in den vergangenen Wochen. Spekuliert wurde bereits, ob womöglich Griechenland sein Gold verkauft.

Wie dem auch sei, nun da sich überall Anzeichen für Entspannung zeigen (Iran, Griechenland, Ukraine, China), könnte das genaue Gegenteil der ursprünglichen Annahme eintreten: ein stärkerer Sturz. Denn dafür lassen sich einige weitere Argumente anführen. So hat z.B. Fed-Chefin Yellen vergangene Woche recht klar gesagt, dass es einen Zinsschritt geben wird. Das entspricht auch klar meiner Meinung: Die US-Zinserhöhung kommt!

Nicht unterschätzen sollte man aber auch den Deal mit Iran sowie die jüngsten Verwerfungen in China. Der Iran hat für große Transaktionen in den letzten Jahren Gold genutzt und könnte nun als Verkäufer auftreten. Ebenso chinesische Privatinvestoren, die Liquidität benötigen wegen margin calls.

Hinzu kommt die brisante charttechnische Lage. Unter 1.140 USD sieht der Goldpreis immens kritisch aus.

Gegen einen Fall des Goldpreises sprechen recht klar die CoT-Daten, welche eher sogar eine unmittelbar bevorstehende Wende nach oben andeuten.

Was recht eindeutig ist: die Volatilität des Goldpreises steht auf sehr tiefem Niveau. In den letzten Jahren kam es ausgehend von diesem Niveau in der Folge zu stärkeren Bewegungen. Und da ich wie oben beschrieben eher mit einem Einbruch reche, könnte Gold bald schnell 150 USD und mehr verlieren. Ich sehe jedenfalls derzeit kein überzeugendes Pro-Gold-Argument.

Was denken Sie? Ich freue mich auf Ihren Kommentar!

Jun 302015
 

„Gold ist Geld“ heißt es oft und an der These ist auch einiges dran, wenn man sich z.B. klar macht, dass der Iran die Sanktionen der letzten Jahre durch Zahlungen in Gold umgehen konnte. Und auch Russland weitet nicht ohne Grund seine Goldreserven seit Jahren aus. Das Land will sich unabhängig machen vom internationalen Zahlungsverkehrssystem, welches durch die USA dominiert, wenn nicht gar kontrolliert wird.

Doch was ist mit privaten Personen? Zumindest bisher boten Edelmetalle zwar Schutz vor Systemrisiken, doch sie hatten keine wirkliche Zahlungsmittelfunktion. Mit Goldmünzen kann man faktisch nichts kaufen. Und dies war auch ein Grund dafür, warum das wie Gold ebenfalls limitierte Bitcoin einen immensen Aufschwung erfuhr. Denn Bitcoin erlaubt Online-Zahlungen.

Bitcoin plus Gold ergibt BitGold. Dabei handelt es sich um ein neues FinTech-Unternehmen, dessen Angebot mir sehr gut gefällt:

Es ist das erste Konto in echtem Gold – also Transaktionen werden wirklich in Gold ausgeführt. BitGold verdient an dem Wechsel in Gold 1% und ggf. bei physischer Lieferung. Das Konto selbst ist kostenlos. Lagerstätten sind in Zürich, Hong Kong, London, Singapur, Toronto oder Dubai – das kann man selbst auswählen. Der Goldwert ist versichert.

Hinter BitGold, ansässig im kanadischen Torono, stehen einige große finanzstarke Investoren (Sprott, Dundee, GMP, Soros, Canaccord u.a.). Das merkt man auch am professionellen und mehrsprachigen Webauftritt sowie der starken Online-Werbung.

Ich habe selbst ein BitGold-Konto eröffnet, was recht zügig ging. Denn noch erhält man als „Neukunde“ 0,5 Gramm Gold geschenkt und ich teste gerne neue Ansätze, möchte diesen Beitrag jedoch explizit nicht als Empfehlung verstehen. Dazu ist der Service zu neu und unerprobt. Ich glaube jedoch, dass BitGold eine wichtige Lücke schließt und durchaus ein Erfolg werden kann – weshalb man auch die BitGold-Aktie im Auge behalten sollte.

Hinweis: Wenn Sie über den folgenden Link ebenfalls ein Konto eröffnen, erhalten Sie und ich jeweils 0,5 Gramm Gold geschenkt:
www.BitGold.com/r/HS4OJL

Man darf gespannt sein, wie sich BitGold entwickelt. Ich halte es für durchaus denkbar, dass es mehr und mehr Anhänger finden wird – allein schon wegen der Einfachheit und der Möglichkeit, Gold in verschiedenen Lagerstätten zu „parken“.

Jun 122015
 

Die jüngsten Beiträge auf kaufkraftschutz.de trafen allesamt ins Schwarze. Wir haben einen ersten starken Anstieg der Zinsen gesehen und der Euro konnte sich deutlich von seinen Tiefs erholen. Aus meiner Sicht könnte das zweite Halbjahr durch einen sehr starken Anstieg der Börsen gekennzeichnet sein, begleitet oder vorangehend durch einen Kursrutsch bei Euro, Öl und Gold.

Die Mehrheit der Marktbeobachter geht inzwischen davon aus, dass die Fed die Zinsen erst im kommenden Jahr anheben wird – wenn überhaupt. Ich teile diese Ansicht nicht und erwarte sogar schon recht bald den ersten kleinen Zinsschritt nach oben und wie hier beschrieben eine sich verstärkende Zinswende in den kommenden beiden Jahren. Denn aus meiner Sicht muss die Fed das jetzt tun: Wenn sie jetzt die Zinsen anhebt, wird das den Konsum sogar beflügeln, weil viele sozusagen noch „schnell die niedrigen Zinsen nutzen“ werden wollen. Außerdem muss die Fed anheben, um auch wieder Möglichkeiten zu haben, wenn die nächste Rezession kommt (was vermutlich um 2017 der Fall sein wird). Und sie muss es tun, um ihre Glaubwürdigkeit zu erhalten.

Insofern glaube ich, dass sowohl der Euro als auch Gold vor einem neuerlichen Kursrutsch stehen. Bei EUR/USD könnte die Parität ins Ziel rücken, bei Gold die 1.000 USD. Und der Ölpreis wird vermutlich ebenfalls stärker fallen, weil es weiterhin ein deutliches Überangebot gibt und alle Zeichen weiterhin auf eine Einigung mit Iran und die Ablösung ölangetriebener Fahrzeuge hindeuten.

Generell denke ich, dass man Öl- und Gas-Aktien in den nächsten Jahren (!) strikt meiden sollte und empfehle dazu den Artikel von Clemens Schmale „Die CarbonBubble: Öl am Ende?“. Die Aktie von Exxon Mobil hat kürzliches ein sehr klares Chartsignal geliefert, dass eine Zeitenwende ankündigt.

Ein fallender Euro und ein fallender Ölpreis sind wiederum starke Antreiber der Börsen – genauso wie eine Entspannung an der „außenpolitischen Front“.

Ich favorisiere weiterhin Technologie-Werte und denke, dass die Themen E-Cars, Augmented Reality (z.B. Datenbrillen, 3D-Projektionen), Cyber-Security und Biotech weiter laufen werden. Euro, Öl und Gold sind hingegen für mich nun Short-Kandidaten.

Mrz 242015
 

Aufmerksamen Beobachtern wird aufgefallen sein, dass derzeit sehr gravierende Dinge geschehen. Hier eine kleine unsortierte Auflistung:

Das sind allesamt Bausteine für eine „große Überraschung“ in den nächsten vier Wochen. Denkbar sind ein US-Anleihen und/oder Aktien Flash Crash, ein „Grexit“, eine historische Annäherung an den Iran oder aber auch ein möglicher neuer Krieg. Es laufen „Tage der Entscheidung“.

Man sollte sich also auf eine hochvolatile Phase vorbereiten. Der jüngste US-Dollar Flash Crash hat einen kleinen Vorgeschmack gegeben.

In Anbetracht der Spannungen mit Russland halte ich eine Einigung mit Iran für sehr wahrscheinlich – denn dies dürfte den Ölpreis auf neue Tiefs treiben. Wie bereits beschrieben sehe ich zudem gute Chancen für eine kleine Euro-Rallye in den nächsten Monaten, wozu durchaus auch ein weiterer Schuldenschnitt mit ergänzendem, von Deutschland finanziertem „Griechenland-Aufbaufonds“ beitragen könnte.

Auch die Börsen erscheinen mir gerade reif für einen stärkeren Einbruch. In jedem Fall ist eine gewisse Vorsicht angebracht. Es häufen sich zuletzt die Anzeichen für spekulative Blase, z.B. im Biotech-Sektor. Und ich meine eine Rotation zu Versorgern und Telekom-Werten zu sehen, also eine Bewegung in defensive Sektoren. Auch das könnte ein Warnsignal sein.

Feb 282015
 
blase

Im Mai 2011 schrieb ich im Beitrag „Wann kommt die Zinswende?“, dass ich für 2012 mit einem Tief rechne und die Zinsen „tendenziell ab Ende 2012 ihren Anstieg beginnen, die Anleihenmärkte dann in einen nachhaltigen Bärenmarkt übergehen“ werden. Bezogen war der Beitrag primär auf die 30-jährigen US-Bonds. Mit der Einschätzung lag ich bis Anfang dieses Jahres richtig, dann wurden sogar kurzfristig neue Tiefs erreicht. Ich sehe dies jedoch als finale Übertreibung an, die durch das Quantitative Easing (QE) der Notenbanken befeuert wurde.

Wenn Sie mich fragen, wo gerade die größte Blase schlummert, dann würde ich sagen: im Glauben an dauerhaft niedrige Zinsen und die Allmacht der Notenbanken. Beides wird noch in diesem Jahr seinen „Peak“ sehen. Ich rechne fest damit, dass wir im dritten Quartal ein „plötzliches Erwachen“ erleben werden. Irgendein Auslöser wird dazu führen, dass DIE Zinswende ihren Anfang nimmt (die Bodenbildung läuft wie beschrieben seit 2012), d.h. eine nachhaltige Wende an den globalen Bondsmärkten, die 2016 und 2017 deutlich an Momentum aufnehmen wird.

Global? Ja! Ich denke nicht, dass Europa den japanischen Weg gehen wird. Es mag sein, dass einzelne Länder hinsichtlich der demografischen Entwicklung ähnlich wie Japan in einer strukturellen Deflation stecken. Indes bedeutet das keineswegs, dass auch die Zinsen in Europa über eine Dekade lang tief bleiben müssen. Denn während Japan nur ein einzelnes Land ist, ist die Euro-Zone eine politisch motivierte Schicksalsgemeinschaft, der man immer weniger vertrauen wird. Heißt: die aktuellen Anleihenrenditen sind absurd und spiegeln in keinster Weise die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der einzelnen Länder wider. Griechenland ist nur ein Vorbeben. Das eigentliche Beben wird in Frankreich beginnen und damit einen der Grundpfeiler des Euro treffen. Die Parität zum US-Dollar könnte also noch in diesem Jahr erreicht werden, was 2013 bereits hier beschrieben wurde.

Ab 2016 rechne ich also mit global deutlich steigenden Zinsen. Da ich dann auch ein Wiedererwachen der Inflation erwarte, werden Investoren immer stärker in Aktien fliehen und dort die nächste gigantische Blase aufpumpen. Ich halte es für durchaus denkbar, dass der DAX Ende des Jahrzehnts über 20.000 Punkten notieren wird, der Dow Jones womöglich bei 35.000 Punkten.

Es ist also JETZT an der Zeit, sich auf die Zinswende vorzubereiten. Was heißt das konkret? Nun:

  1. Wenn Sie einen Kredit oder Darlehen aufnehmen wollen, dann zeitnah. Bedenken Sie jedoch: ein Kredit ist kein Selbstzweck. Überprüfen Sie sehr genau, ob Sie wirklich auf Kreditbasis etwas erwerben bzw. investieren möchten.
  2. Kaufen Sie keine Immobilien als Anlage! Dazu als Anregung auch nochmal der Beitrag: Was gegen die Immobilie als Inflationsschutz spricht
  3. Meiden Sie jegliche Anleihen, insbesondere Risikoanleihen!
  4. Shorten Sie keine Aktienindizes (auch wenn es sicher auch starke Rückschläge wie im Herbst 2014 geben könnte).
  5. Meiden Sie Aktien von Unternehmen mit hohen Schulden und niedrigem Cashflow.
  6. Legen Sie sich bei Edelmetallen auf die Lauer. Hier sollte es – nach einem weiteren starken Rutsch auf <1.000 US-Dollar – wieder nachhaltig aufwärts gehen.
  7. Suchen Sie sich einen guten Steuerberater. Wenn die Zinswende kommt, werden die Staaten noch stärker die Steuern erhöhen (müssen), weil die Finanzierung über Anleihen teurer werden wird.
  8. Überprüfen Sie Ihre privaten Finanzen langfristig im Hinblick auf die Frage: Inwiefern könnten sich stark steigende Zinsen negativ auf mich bzw. meinen Haushalt auswirken?
  9. Vertrauen Sie keinen Aussagen von Regierungen und Notenbanken! Deren Möglichkeiten sind begrenzt und häufig mehr psychologischer Natur.
  10. Vergessen Sie nicht, dass auch Bargeld eine Anlageklasse ist und Liquidität in den kommenden Jahren immer wichtiger werden wird. Zur Erinnerung: Bargeld lacht! Cash is king!

Ihr Feedback ist jederzeit willkommen.

Jul 252013
 

Zu diesem markanten Schluss kommen Marco Lombardi und Francesco Ravazzolo in ihrem Arbeitspapier „Zur Korrelation von Rohstoff- und Aktienrenditen“, das am 11. Juli 2013 auf der Website der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) veröffentlicht wurde. Demnach können zwar höhere Renditen erreicht werden, wenn Aktien auch Rohstoffe im Portfolio beigefügt werden (und die Portfoliomanager die Entwicklung beider Anlageklassen richtig einschätzen), doch dadurch wird auch die Volatilität des Portfolios erheblich erhöht und nicht immer wird eine höhere Sharpe-Ratio erreicht.

Ich hatte bereits vor einigen Wochen in Frage gestellt, ob man wirklich Rohstoffe im Portfolio braucht. Es gibt jedoch einen wichtigen Satz in der Studie, der nicht verschwiegen werden sollte: „Dieses Arbeitspapier hat gezeigt, dass die Korrelation zwischen Rohstoff- und Aktienrenditen seit dem Ausbruch der Finanzkrise substanziell gestiegen ist.“

Dieser Satz ist meines Erachtens deshalb so wichtig, weil er darauf hindeutet, dass die „Geldschwemme“ der Notenbanken, die durchaus den Charakter einer Liquiditätsblase annimmt, frühere Marktsignale und Korrelationen – zumindest temporär – außer Kraft setzt. Salopp gesagt: „Die Flut hebt alle Boote“, Rohstoffe sind inzwischen stark „financialized“, also mehr Finanzinstrument als Wirtschaftsgut. Entsprechend ist auch ein Szenario in der Zukunft denkbar, wonach alle Boote gleichzeitig sinken, wir also einen deflationären Crash hinsichtlich aller Anlageklassen erleben könnten – ähnlich wie 2008, nur dass dieses Mal womöglich auch Anleihen betroffen wären. Dazu muss es natürlich nicht kommen, aber es erscheint vernünftig, dieses Szenario im Hinterkopf zu halten.

Persönlich denke ich, dass Rohstoffe als Input-Faktor in der Produktion generell einem gewissen langfristigen deflationären Trend unterliegen, einfach weil es einen permanenten Anreiz zur Substitution und Einsatz-Optimierung gibt. Natürlich kann man plausibel argumentieren, dass Rohstoffe wie Öl und Gas, die faktisch verbraucht und nicht recycelt werden können, längerfristig teurer werden müssen. Doch auch hier bin ich geneigt zur These, dass die Märkte dies regulieren werden. Ich kann mir durchaus ein Szenario in einigen Dekaden vorstellen, in dem sich jeder Haushalt über Solarenergie seinen eigenen Strom produziert und Fahrzeuge sowie Heizungen ausschließlich mit elektrischer Energie betrieben werden.

Insofern bin ich weiterhin der Ansicht, dass Rohstoffe allgemein kein sinnvoller langfristiger Depotbaustein sind, doch dass es durchaus Sinn machen kann, spezifische Rohstoffe ins Portfolio aufzunehmen, wenn sich eine markante relative Unterbewertung zu anderen Anlageklassen ergibt – so wie es zur Jahrtausendwende der Fall war. In einem Zeitfenster von drei bis fünf Jahren können auch strukturelle Marktungleichgewichte bzw. kurzfristige Versorgungsengpässe Chancen bieten. So sehe ich zum Beispiel durchaus ansprechende Chancen bei Uran und Kaffee. Doch dies hat klar spekulativen Charakter  und erfordert ein aktives Management statt einer passiven Kaufen-und-Halten-Strategie mittels eines Indexproduktes.

Abschließend noch eine gewagte These: ich halte es für durchaus denkbar, dass die Menschheit binnen eines Jahrhunderts nahezu alle Rohstoffe – selbst Gold und Silber – synthetisch herstellen kann. Wir werden also zu Alchemisten. :-) Ob das wirtschaftlich sinnvoll sein wird, ist indes eine andere Frage…

Jun 142013
 

In einem Blog verliert sich leider viel zu schnell ein hochwertiger Beitrag im Archiv, obwohl die grundlegenden Recherche-Ergebnisse und daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen nachhaltigere Relevanz haben. Daher möchte ich diesen Beitrag nutzen, um Ihnen nochmals einen Überblick über meine aktuellen Szenarien hinsichtlich Anlagetrends und Investmentideen für die kommenden zwei Jahre zu verschaffen.

  1. Grundsätzlich haben wir bedingt durch die Finanzrepression der Notenbanken einen Anlagenotstand. Dies wird bis auf weiteres auch so bleiben. Eine Folge davon wird sein, dass die Kluft wischen Arm und Reich größer und damit soziale Spannungen und Aufbegehren gegen Regierungen zunehmen werden.
  2. Anleihen sind aus meiner Sicht noch nicht besonders gefährdet, aber längerfristig zu meiden, weil sie künstlich gepreist und fundamental völlig überbewertet sind. Es spricht einiges dafür, dass wir bald eine längerfristige Zinswende an den etablierten Märkten erleben (oder schon erlebt haben), wobei stärkere Sprünge sofort durch die Notenbanken begrenzt werden dürften.
  3. Japan hat nach zwanzig Jahren wirtschaftlicher Stagnation eine bedeutsame Wende vollzogen. Der Yen dürfte nachhaltig schwächer werden, japanische Aktien davon profitieren. Der jüngste Crash ist aus meiner Sicht nun ausgestanden. Ich erwarte nach einer Seitwärtsbewegung irgendwann im Herbst eine Wiederaufnahme der Hausse. Längerfristig rechne ich mit einem Scheitern der „Abenomics“ und einem Ende im Ruin.
  4. Im Nahen Osten deutet sich mittelfristig eine Eskalation an, die für höhere Öl-Preise sorgen dürfte. Auch mit einem Krieg gegen den Iran muss man weiterhin rechnen, sobald Militärstrategen Syrien als annähernd geschlagen betrachten.
  5. Durch den schwächeren Yen und steigende Öl-Preise wird Japan nicht daran vorbeikommen, seine Kernreaktoren wieder hochzufahren. Neben diesen gibt es weitere Aspekte, die für eine Hausse bei Uran-Aktien in den nächsten Jahren sprechen.
  6. Europa hat mit strukturellen Schwächen (Demografie, Verschuldung, Euro-Fehlkonstruktion) zu kämpfen und wird wirtschaftlich stagnieren, was weiter zu politischen Spannungen führen wird. Auch in Deutschland droht eine Rezession. Der Euro dürfte daher schon bald eine neue längere Abwertungsrunde starten, insbesondere gegen den US-Dollar.
  7. Nicht besser sieht es in Großbritannien aus. Das Pfund wird sich strukturell weiter abschwächen.
  8. Die USA stehen trotz hoher Verschuldung teilweise besser da. Eine echte Schuldenkrise in den USA ist nicht zu erwarten. Es spricht sogar einiges dafür, dass sich die Defizite reduzieren werden. Der US-Dollar sollte demnach gegen nahezu alle Währungen stärker tendieren.
  9. Industrierohstoffe sind generell zu meiden, solange der deflationäre Zyklus anhält. Zudem sind die großen Wachstumsraten Chinas passé – eher droht sogar dort eine Wirtschafts- und Finanzkrise binnen drei Jahren. Daher bezieht sich dieser Text auch lediglich auf die kommenden zwei Jahre. Was dann womöglich kommt werde ich in einem anderen Beitrag behandeln. An Anlagen wird man dann jedenfalls nicht mehr denken…
  10. Relativ gute Chancen sehe ich bei Argrarrohstoffen, insbesondere Kaffee oder Zucker, wobei dies für Privatanleger schwierig zu handeln ist. Eine damit sowie den Unruhen/Kriegen in Nordafrika verbundene Investmentchance stellt das Thema Phosphate dar. Einen Beitrag dazu werden ich in den nächsten Wochen verfassen.
  11. Die Edelmetalle sind in einer Baisse, jedoch denke ich, dass man Gold bei ca. 1.200 US-Dollar wieder physisch kaufen kann, um sich gegen systemische Risiken abzusichern. Ähnliches gilt für Silber. Schon jetzt interessant sind jedoch ausgewählte Juniorminenaktien.
  12. Hinsichtlich den Aktienmärkten favorisiere ich derzeit den Beginn einer Baisse ab Sommer, bin mir jedoch diesbezüglich noch nicht sicher – primär wegen den Punkten 1 und 2.

Was denken Sie? Ich freue mich auf Ihr Feedback!

Jun 032013
 

„Ein ehemaliger deutscher Bundesverfassungsrichter und Europarechtler kommen in einem Gutachten zu dem Schluss, dass Deutschland bei einer Verletzung des Verbots der Staatsfinanzierung durch die EZB zum Austritt aus der Euro-Zone verpflichtet sei“ finden wir heute bei fondsprofessionell.de.

Nun mag das nicht wahrscheinlich sein, aber Juristen halten sich in der Regel sehr genau an das geltende Recht und wenn eben jenes zu einem solchen Urteil führt, könnte schon allein eine solche Andeutung einen immensen Rutsch des Euro bewirken – insbesondere wenn man bedenkt, dass der Euro inzwischen primär durch Deutschland getragen wird. Die Verhandlungen finden übernächste Woche statt und ich denke es macht Sinn, sich das in den Börsen-Kalender einzutragen.

Generell fällt auf, dass der US-Dollar seit Wochen Stärke gegen fast alle Währungen entwickelt, was ganz klar deflationär wirkt und sich zunehmend negativ auf die Gewinne der US-Unternehmen auswirken wird. Für eine neuerliche Deflationsgefahr spricht auch, dass sich inflationsgeschützte Anleihen zuletzt miserabel entwickelt haben und die Rohstoffpreise „schwächeln“. Und ich bin weiterhin der Ansicht, dass der Yen für eine sprunghafte Erholung gut ist, was wiederum entsprechende Folgen (Carry-Trade-Auflösungen) mit sich bringen würde. So ist zum Beispiel die Erholung der PIIGS-Anleihen (hier rate ich zu Gewinnmitnahmen, nachdem wir in 2011 den Einstieg nahe gelegt hatten) in nicht unwesentlichem Maße auf Carry Trades zurückzuführen.

Insofern stehen gerade alle Zeichen auf Deflation und der große Gewinner hierbei ist der US-Dollar. Und sollte das Bundesverfassungsgericht nur andeutungsweise das Agieren der EZB kritisieren, könnte es schon bald einen mächtigen Euro-Rutsch geben, sodass der US-Dollar-Index geradezu nach oben springen würde. Und das trotz Quantitative Easing. Womöglich ist genau das die nächste große Blase die platzen wird: die völlig überschätzte Allmacht der Notenbanken. Doch wer soll die Welt dann noch vor einem deflationären Endspiel bewahren?

Warten wir es ab. Die nächsten Wochen werden spannend und ich fühle mich weiterhin recht wohl mit meinen Puts auf DAX und EUR/JPY. Und im Übrigen liege ich auf der Lauer bei den Edelmetallminenaktien und Edelmetallen. Noch ist es jedoch etwas zu früh, denn sollte es zum avisierten Rutsch an den Märkten kommen, dürften auch die Edelmetalle und Minenaktien nochmals belastet sein. Dann jedoch könnte ein wahrlicher Anstieg wie Phönix aus der Asche anstehen. Wenn es so weit ist, werde ich hier informieren.

Apr 162013
 

Die Spekulationsblase bei Bitcoins ist jäh in sich zusammengefallen, was jedoch niemanden der schon einige „Übertreibungscharts“ gesehen hat, überrascht haben sollte. Via Twitter hatte ich frühzeitig gewarnt. Ich denke, dass die Bitcoin-Idee per se gut ist, jedoch die Blasenbildung im wahrsten Sinne des Wortes „einprogrammiert“ ist und eine künftige digitale Währung aus dem Konzept vieles lernen wird. Kaufen würde ich Bitcoins nicht.

Ebenfalls einen Crash haben wir bei Gold gesehen. Da ich gerade erst von einer Familien-Kur an der Ostsee zurückkomme und mich dort in Online-Abstinenz geübt habe, hier meine ersten Gedanken dazu:

  • Der Chart hat lange an einer oberen Umkehr „gebaut“ und es war zu erwarten, dass ein solcher Sell-off kommen würde. Persönlich habe ich ihn schon wesentlich früher erwartet
  • Auch Ratios, z.B. gegenüber dem Dow oder Einfamilienhäusern haben frühzeitig eine Wende angekündigt.
  • Wie sich – wieder einmal – zeigt, ist auch Gold nicht gegen Einbrüche immun. Absolute Sicherheit gibt es nicht. Was zählt sind relative Werte.
  • Der Einbruch signalisiert aus meiner Sicht ein Scheitern der Inflationspolitik der Notenbanken. Das sollte ernsthaft zu denken geben!
  • Da auch andere Rohstoffe stärker eingebrochen sind, kündigt sich aus meiner Sicht hier die nächste deflationäre Zerstörungswelle an. Diese wird die heftigste werden.

Was kommt als nächstes?

Nun, ich vermute, dass die Börsen eine ähnliche Entwicklung nehmen werden, wobei ich mir noch nicht sicher bin, ob es einen schnellen Crash oder eine neue Baisse geben wird. Insofern gilt weiterhin: Gewinne mitnehmen!

Noch ein Wort zu Goldminenaktien: Diese wurden ebenfalls „zerrissen“, sodass ich mit dem Einstieg eindeutig zu früh dran war. Wer jedoch dem skizzierten Plan gefolgt ist und gleichzeitig Gold geshortet hat, sollte in etwa ein ausgeglichenes Ergebnis haben. Auf dem aktuellen Niveau würde ich nun die Gewinne bei dem Gold-Short realisieren und die Minenaktien halten.

Mrz 082013
 

Sie wissen, dass ich für die Edelmetalle für 2013 relativ skeptisch bin (wenngleich ich kurzfristig ein Tief erwarte, von dem aus es nochmal etwas nach oben gehen könnte). Daher wird Sie der Titel dieses Beitrags womöglich überraschen. Doch wie so oft lege ich den Fokus auf relative Werte. Und relativ gesehen sind Goldminenaktien inzwischen sehr günstig – vor allem in Gold.

xau-in-gold

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Solche Verhältniszahlen bzw. Ratios sind jedoch oftmals „tricky“: die Ratio kann sich nämlich auch wieder zum langjährigen Mittelwert begeben, in dem Gold und Minenaktien weiter fallen, wobei der Goldpreis dann schon regelrecht zusammenbrechen müsste. Und genau hierin liegt die Chance:

Sie können zum Beispiel Minenaktien über den Index kaufen (hier der Philadelphia Gold and Silver Index, XAU) und gleichzeitig Gold via Derivat verkaufen. Sie würden dann einfach nur darauf setzen, dass sich Minen in den nächsten Jahren wieder besser entwickeln als Gold, wofür es angesichts des Charts eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit gibt.

Und ironischer Weise könnte sogar gerade ein weiterer Fall des Goldes dem Sektor gut tun, da damit etliche Juniors pleite gehen dürften und der Sektor sich weiter konsolidieren würde. Dies wiederum würde längerfristig das Angebotspotenzial reduzieren.

Achten Sie in nächster Zeit mal auf die Gold- und Silberminenindizes HUI (aktuell 349,91 Punkte) und insbesondere dem XAU (aktuell 132,61 Punkte) relativ zu Gold (aktuell 1.565 USD/oz). Wenn sich hier eine gewisse relative Stärke andeutet, könnte das Tief bei den Minen gefunden sein. Dafür spricht in jedem Fall auch das Sentiment, denn nicht wenige Investoren haben zuletzt entnervt ihre Engagements in dem Sektor verkauft. Nach einer dramatisch schlechten Performance seit fast 5 Jahren auch nicht verwunderlich – und nun womöglich Ihre antizyklische Chance.