Jun 262017
 

Derzeit noch weitestgehend unbeachtet kündigt sich ein neues Drama um die US-Schuldenobergrenze („debt ceiling“) an, das die Märkte im Spätsommer und Herbst noch erheblich belasten könnte. Seit dem 16. März gilt wieder die offizielle Schuldengrenze von derzeit 19,808 Billionen US-Dollar – diese hatte Trumps Vorgänger Barack Obama im November 2015 nach zähem Ringen mit dem Kongress ausgesetzt.

US-Finanzminister Steven Mnuchin hat in den zurückliegenden Wochen mehrfach betont, dass die US-Schuldenobergrenze möglichst noch vor August angehoben werden solle, denn die Steuereinnahmen liegen hinter den Erwartungen und täglich verpulvert „Uncle Sam“ weitere 3,2 Milliarden US-Dollar. Schon seit Monaten agiert das US-Finanzministerium, in dem Schulden vorübergehend als „außergewöhnliche Maßnahme“ deklariert und somit legitimiert werden. Nun droht im September final das Geld auszugehen.

Doch jahrelang haben die republikanischen Hardliner im Kongress eine Anhebung des Schuldenlimits verhindert, um Obamas Politik zu blockieren. Gerade der ideologische Dauerkrieg hat sie mächtig gemacht und noch immer stellen sie die Mehrheit in der Partei: Zwei Drittel der Republikaner stimmten 2013 gegen den „Waffenstillstand“ mit Obama im Schuldenkrieg – und damit gegen ihre eigene Parteiführung. Obama bezeichnete diese Phase als die beängstigende während seiner Zeit als Präsident – er bereitete bereits eine Erklärung zum Zahlungsausfall vor. Nun dürfte Trump etwas ähnliches bevorstehen und die möglichen Folgen könnten verheerend sein.

Gibt es keine politische Einigung, darf das US-Finanzministerium keine neuen Anleihen mehr verkaufen. Dann müsste die Regierung mit dem Geld aus den laufenden Einnahmen auskommen und Ausgaben priorisieren. Etwaige Steuersenkungen oder gar Konjunkturprogramme (wie sie Trump versprochen hat) wären dann nicht mehr möglich. Und auch eine weitere Abstufung der US-Kreditwürdigkeit – wie schon 2011 – wäre denkbar.

Dass es durchaus so weit kommen könnte liegt auch daran, dass einer jüngeren Umfrage zufolge 64% der republikanischen Wähler eine weitere Erhöhung der Schuldenobergrenze ablehnen. Einige Marktbeobachter sehen daher schon die „Mutter aller Schuldengrenzen-Krisen“ kommen und erwarten eine wochenlange Phase der Handlungsunfähigkeit der US-Regierung.

Wie in einer solchen Phase der für seine reißerischen Tweets bekannte Trump reagiert ist ein weiterer Unsicherheitsfaktor. Trump war als Geschäftsmann selbst mehrfach nahe der Pleite und wird diesen Vorgang womöglich in seiner ganz eigenen Art interpretieren. Schon vor der Wahl verkündete er, mit den US-Gläubigern gegebenenfalls einen „Haircut“ zu vereinbaren. Was im Geschäftsleben denkbar ist, wäre jedoch für die USA und das globale Finanzsystem ein Super-GAU. Das dürften ihm auch seine Berater vermitteln können. Nichtsdestotrotz muss eine voreilige Aussage von Trump als Risiko berücksichtigt werden.

Während der Diskussionen über die US-Schuldenobergrenze im Jahr 2011 verlor der S&P 500 übrigens 17% an Wert…

Jul 022015
 

Die heutigen US-Konjunkturdaten waren nicht besonders überzeugend und es finden sich bereits wieder zahlreiche Einschätzungen, wonach die Fed in diesem Jahr keine Zinserhöhung mehr durchführen wird. Ich bin hier explizit anderer Ansicht und wiederhole:

Die Fed MUSS JETZT die Zinsen anheben. Denn wenn sie jetzt die Zinsen anhebt, wird das den Konsum sogar beflügeln, weil viele sozusagen noch „schnell die niedrigen Zinsen nutzen“ werden wollen. Außerdem muss die Fed anheben, um auch wieder Möglichkeiten zu haben, wenn die nächste Rezession kommt (was vermutlich um 2017 der Fall sein wird). Und sie muss es tun, um ihre Glaubwürdigkeit zu erhalten. Zudem glaube ich, dass die Fed „Luft aus den Märkten nehmen“ will und tatsächlich auch möglichen Inflationsrisiken begegnen möchte.

Ich erwarte daher den ersten kleinen Zinsschritt im September.

Und jetzt kommt das, was Sie womöglich überraschen wird: Die US-Börsen werden trotzdem haussieren. Denn die US-Märkte haben die Zinserhöhung längst eingepreist. Nicht richtig eingepreist sind jedoch eine Friedensdividende (Iran) und ein Ende des Griechenland-Spektakels (egal welches es auch sein mag).

Was denken Sie?

Jun 122015
 

Die jüngsten Beiträge auf kaufkraftschutz.de trafen allesamt ins Schwarze. Wir haben einen ersten starken Anstieg der Zinsen gesehen und der Euro konnte sich deutlich von seinen Tiefs erholen. Aus meiner Sicht könnte das zweite Halbjahr durch einen sehr starken Anstieg der Börsen gekennzeichnet sein, begleitet oder vorangehend durch einen Kursrutsch bei Euro, Öl und Gold.

Die Mehrheit der Marktbeobachter geht inzwischen davon aus, dass die Fed die Zinsen erst im kommenden Jahr anheben wird – wenn überhaupt. Ich teile diese Ansicht nicht und erwarte sogar schon recht bald den ersten kleinen Zinsschritt nach oben und wie hier beschrieben eine sich verstärkende Zinswende in den kommenden beiden Jahren. Denn aus meiner Sicht muss die Fed das jetzt tun: Wenn sie jetzt die Zinsen anhebt, wird das den Konsum sogar beflügeln, weil viele sozusagen noch „schnell die niedrigen Zinsen nutzen“ werden wollen. Außerdem muss die Fed anheben, um auch wieder Möglichkeiten zu haben, wenn die nächste Rezession kommt (was vermutlich um 2017 der Fall sein wird). Und sie muss es tun, um ihre Glaubwürdigkeit zu erhalten.

Insofern glaube ich, dass sowohl der Euro als auch Gold vor einem neuerlichen Kursrutsch stehen. Bei EUR/USD könnte die Parität ins Ziel rücken, bei Gold die 1.000 USD. Und der Ölpreis wird vermutlich ebenfalls stärker fallen, weil es weiterhin ein deutliches Überangebot gibt und alle Zeichen weiterhin auf eine Einigung mit Iran und die Ablösung ölangetriebener Fahrzeuge hindeuten.

Generell denke ich, dass man Öl- und Gas-Aktien in den nächsten Jahren (!) strikt meiden sollte und empfehle dazu den Artikel von Clemens Schmale „Die CarbonBubble: Öl am Ende?“. Die Aktie von Exxon Mobil hat kürzliches ein sehr klares Chartsignal geliefert, dass eine Zeitenwende ankündigt.

Ein fallender Euro und ein fallender Ölpreis sind wiederum starke Antreiber der Börsen – genauso wie eine Entspannung an der „außenpolitischen Front“.

Ich favorisiere weiterhin Technologie-Werte und denke, dass die Themen E-Cars, Augmented Reality (z.B. Datenbrillen, 3D-Projektionen), Cyber-Security und Biotech weiter laufen werden. Euro, Öl und Gold sind hingegen für mich nun Short-Kandidaten.

Mrz 242015
 

Aufmerksamen Beobachtern wird aufgefallen sein, dass derzeit sehr gravierende Dinge geschehen. Hier eine kleine unsortierte Auflistung:

Das sind allesamt Bausteine für eine „große Überraschung“ in den nächsten vier Wochen. Denkbar sind ein US-Anleihen und/oder Aktien Flash Crash, ein „Grexit“, eine historische Annäherung an den Iran oder aber auch ein möglicher neuer Krieg. Es laufen „Tage der Entscheidung“.

Man sollte sich also auf eine hochvolatile Phase vorbereiten. Der jüngste US-Dollar Flash Crash hat einen kleinen Vorgeschmack gegeben.

In Anbetracht der Spannungen mit Russland halte ich eine Einigung mit Iran für sehr wahrscheinlich – denn dies dürfte den Ölpreis auf neue Tiefs treiben. Wie bereits beschrieben sehe ich zudem gute Chancen für eine kleine Euro-Rallye in den nächsten Monaten, wozu durchaus auch ein weiterer Schuldenschnitt mit ergänzendem, von Deutschland finanziertem „Griechenland-Aufbaufonds“ beitragen könnte.

Auch die Börsen erscheinen mir gerade reif für einen stärkeren Einbruch. In jedem Fall ist eine gewisse Vorsicht angebracht. Es häufen sich zuletzt die Anzeichen für spekulative Blase, z.B. im Biotech-Sektor. Und ich meine eine Rotation zu Versorgern und Telekom-Werten zu sehen, also eine Bewegung in defensive Sektoren. Auch das könnte ein Warnsignal sein.

Feb 282015
 

Im Mai 2011 schrieb ich im Beitrag „Wann kommt die Zinswende?“, dass ich für 2012 mit einem Tief rechne und die Zinsen „tendenziell ab Ende 2012 ihren Anstieg beginnen, die Anleihenmärkte dann in einen nachhaltigen Bärenmarkt übergehen“ werden. Bezogen war der Beitrag primär auf die 30-jährigen US-Bonds. Mit der Einschätzung lag ich bis Anfang dieses Jahres richtig, dann wurden sogar kurzfristig neue Tiefs erreicht. Ich sehe dies jedoch als finale Übertreibung an, die durch das Quantitative Easing (QE) der Notenbanken befeuert wurde.

Wenn Sie mich fragen, wo gerade die größte Blase schlummert, dann würde ich sagen: im Glauben an dauerhaft niedrige Zinsen und die Allmacht der Notenbanken. Beides wird noch in diesem Jahr seinen „Peak“ sehen. Ich rechne fest damit, dass wir im dritten Quartal ein „plötzliches Erwachen“ erleben werden. Irgendein Auslöser wird dazu führen, dass DIE Zinswende ihren Anfang nimmt (die Bodenbildung läuft wie beschrieben seit 2012), d.h. eine nachhaltige Wende an den globalen Bondsmärkten, die 2016 und 2017 deutlich an Momentum aufnehmen wird.

Global? Ja! Ich denke nicht, dass Europa den japanischen Weg gehen wird. Es mag sein, dass einzelne Länder hinsichtlich der demografischen Entwicklung ähnlich wie Japan in einer strukturellen Deflation stecken. Indes bedeutet das keineswegs, dass auch die Zinsen in Europa über eine Dekade lang tief bleiben müssen. Denn während Japan nur ein einzelnes Land ist, ist die Euro-Zone eine politisch motivierte Schicksalsgemeinschaft, der man immer weniger vertrauen wird. Heißt: die aktuellen Anleihenrenditen sind absurd und spiegeln in keinster Weise die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der einzelnen Länder wider. Griechenland ist nur ein Vorbeben. Das eigentliche Beben wird in Frankreich beginnen und damit einen der Grundpfeiler des Euro treffen. Die Parität zum US-Dollar könnte also noch in diesem Jahr erreicht werden, was 2013 bereits hier beschrieben wurde.

Ab 2016 rechne ich also mit global deutlich steigenden Zinsen. Da ich dann auch ein Wiedererwachen der Inflation erwarte, werden Investoren immer stärker in Aktien fliehen und dort die nächste gigantische Blase aufpumpen. Ich halte es für durchaus denkbar, dass der DAX Ende des Jahrzehnts über 20.000 Punkten notieren wird, der Dow Jones womöglich bei 35.000 Punkten.

Es ist also JETZT an der Zeit, sich auf die Zinswende vorzubereiten. Was heißt das konkret? Nun:

  1. Wenn Sie einen Kredit oder Darlehen aufnehmen wollen, dann zeitnah. Bedenken Sie jedoch: ein Kredit ist kein Selbstzweck. Überprüfen Sie sehr genau, ob Sie wirklich auf Kreditbasis etwas erwerben bzw. investieren möchten.
  2. Kaufen Sie keine Immobilien als Anlage! Dazu als Anregung auch nochmal der Beitrag: Was gegen die Immobilie als Inflationsschutz spricht
  3. Meiden Sie jegliche Anleihen, insbesondere Risikoanleihen!
  4. Shorten Sie keine Aktienindizes (auch wenn es sicher auch starke Rückschläge wie im Herbst 2014 geben könnte).
  5. Meiden Sie Aktien von Unternehmen mit hohen Schulden und niedrigem Cashflow.
  6. Legen Sie sich bei Edelmetallen auf die Lauer. Hier sollte es – nach einem weiteren starken Rutsch auf <1.000 US-Dollar – wieder nachhaltig aufwärts gehen.
  7. Suchen Sie sich einen guten Steuerberater. Wenn die Zinswende kommt, werden die Staaten noch stärker die Steuern erhöhen (müssen), weil die Finanzierung über Anleihen teurer werden wird.
  8. Überprüfen Sie Ihre privaten Finanzen langfristig im Hinblick auf die Frage: Inwiefern könnten sich stark steigende Zinsen negativ auf mich bzw. meinen Haushalt auswirken?
  9. Vertrauen Sie keinen Aussagen von Regierungen und Notenbanken! Deren Möglichkeiten sind begrenzt und häufig mehr psychologischer Natur.
  10. Vergessen Sie nicht, dass auch Bargeld eine Anlageklasse ist und Liquidität in den kommenden Jahren immer wichtiger werden wird. Zur Erinnerung: Bargeld lacht! Cash is king!

Ihr Feedback ist jederzeit willkommen.

Jun 142013
 

In einem Blog verliert sich leider viel zu schnell ein hochwertiger Beitrag im Archiv, obwohl die grundlegenden Recherche-Ergebnisse und daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen nachhaltigere Relevanz haben. Daher möchte ich diesen Beitrag nutzen, um Ihnen nochmals einen Überblick über meine aktuellen Szenarien hinsichtlich Anlagetrends und Investmentideen für die kommenden zwei Jahre zu verschaffen.

  1. Grundsätzlich haben wir bedingt durch die Finanzrepression der Notenbanken einen Anlagenotstand. Dies wird bis auf weiteres auch so bleiben. Eine Folge davon wird sein, dass die Kluft wischen Arm und Reich größer und damit soziale Spannungen und Aufbegehren gegen Regierungen zunehmen werden.
  2. Anleihen sind aus meiner Sicht noch nicht besonders gefährdet, aber längerfristig zu meiden, weil sie künstlich gepreist und fundamental völlig überbewertet sind. Es spricht einiges dafür, dass wir bald eine längerfristige Zinswende an den etablierten Märkten erleben (oder schon erlebt haben), wobei stärkere Sprünge sofort durch die Notenbanken begrenzt werden dürften.
  3. Japan hat nach zwanzig Jahren wirtschaftlicher Stagnation eine bedeutsame Wende vollzogen. Der Yen dürfte nachhaltig schwächer werden, japanische Aktien davon profitieren. Der jüngste Crash ist aus meiner Sicht nun ausgestanden. Ich erwarte nach einer Seitwärtsbewegung irgendwann im Herbst eine Wiederaufnahme der Hausse. Längerfristig rechne ich mit einem Scheitern der „Abenomics“ und einem Ende im Ruin.
  4. Im Nahen Osten deutet sich mittelfristig eine Eskalation an, die für höhere Öl-Preise sorgen dürfte. Auch mit einem Krieg gegen den Iran muss man weiterhin rechnen, sobald Militärstrategen Syrien als annähernd geschlagen betrachten.
  5. Durch den schwächeren Yen und steigende Öl-Preise wird Japan nicht daran vorbeikommen, seine Kernreaktoren wieder hochzufahren. Neben diesen gibt es weitere Aspekte, die für eine Hausse bei Uran-Aktien in den nächsten Jahren sprechen.
  6. Europa hat mit strukturellen Schwächen (Demografie, Verschuldung, Euro-Fehlkonstruktion) zu kämpfen und wird wirtschaftlich stagnieren, was weiter zu politischen Spannungen führen wird. Auch in Deutschland droht eine Rezession. Der Euro dürfte daher schon bald eine neue längere Abwertungsrunde starten, insbesondere gegen den US-Dollar.
  7. Nicht besser sieht es in Großbritannien aus. Das Pfund wird sich strukturell weiter abschwächen.
  8. Die USA stehen trotz hoher Verschuldung teilweise besser da. Eine echte Schuldenkrise in den USA ist nicht zu erwarten. Es spricht sogar einiges dafür, dass sich die Defizite reduzieren werden. Der US-Dollar sollte demnach gegen nahezu alle Währungen stärker tendieren.
  9. Industrierohstoffe sind generell zu meiden, solange der deflationäre Zyklus anhält. Zudem sind die großen Wachstumsraten Chinas passé – eher droht sogar dort eine Wirtschafts- und Finanzkrise binnen drei Jahren. Daher bezieht sich dieser Text auch lediglich auf die kommenden zwei Jahre. Was dann womöglich kommt werde ich in einem anderen Beitrag behandeln. An Anlagen wird man dann jedenfalls nicht mehr denken…
  10. Relativ gute Chancen sehe ich bei Argrarrohstoffen, insbesondere Kaffee oder Zucker, wobei dies für Privatanleger schwierig zu handeln ist. Eine damit sowie den Unruhen/Kriegen in Nordafrika verbundene Investmentchance stellt das Thema Phosphate dar. Einen Beitrag dazu werden ich in den nächsten Wochen verfassen.
  11. Die Edelmetalle sind in einer Baisse, jedoch denke ich, dass man Gold bei ca. 1.200 US-Dollar wieder physisch kaufen kann, um sich gegen systemische Risiken abzusichern. Ähnliches gilt für Silber. Schon jetzt interessant sind jedoch ausgewählte Juniorminenaktien.
  12. Hinsichtlich den Aktienmärkten favorisiere ich derzeit den Beginn einer Baisse ab Sommer, bin mir jedoch diesbezüglich noch nicht sicher – primär wegen den Punkten 1 und 2.

Was denken Sie? Ich freue mich auf Ihr Feedback!

Jun 132013
 

Damit es nicht untergeht, nochmals der explizite Hinweis, dass ich die hier beschriebenen Shorts auf DAX und EUR/JPY mit ansehnlichen Gewinnen veräußert habe. Ich denke, kurzfristig besteht eine gewisse Chance auf Stabilisierung/Gegenbewegung. Zudem steigen für die Shorties die Risiken, dass die Fed bei ihrer Sitzung kommende Woche zurückrudert hinsichtlich der Reduzierung des Quantitative Easing. Ich sehe sogar die Möglichkeit, dass die US-Indizes nochmals auf neue Hochs gepusht werden, wenn die US-Notenbank ein Festhalten an QE signalisiert.

Indes glaube ich, dass der Grund der Kursrückgänge NICHT primär die Angst vor einem Ende der expansiven Notenbankpolitik ist, sondern eine Antizipation einer nahenden globalen Rezession. Auch das habe ich hier schon frühzeitig angedeutet und nun hat auch die Weltbank ihre Prognose gekürzt.

In jedem Fall zeigen die jüngsten Tage, wie fragil die „Hausse“ ist und wie schnell der Wind drehen kann. Ich nehme an, die nächste „Überraschung“ wird ein neuerliches Abtauchen des Euro gegen den US-Dollar (aktuell 1,33) in den nächsten Wochen sein, denn der Euro profitierte am stärksten durch Carry Trades. Durch die global nun anziehenden Zinsen und schwächer werdende Weltwirtschaft werden die Schuldenstaaten in Euroland wieder mehr unter Druck geraten. Kommt es zudem zu der von mir erwarteten Rezession in Deutschland, werden die Märkte berechtigerweise fragen, wer die „schwachen Euro-Länder“ noch stützen soll. Der Euro wird entsprechend nachgeben.

Insofern könnte man in Erwägung ziehen, jetzt US-Anleihen zu kaufen. Ich sehe mich nach einem adäquaten Investment um und werde ggf. informieren, was ich gekauft habe.

Mrz 122013
 

In seinem jüngsten Blog-Beitrag hat David Pieper eine Makro-Analyse von Charles Hugh Smith eingebunden – ein absolut sehenswertes Video. Es beschreibt das „globale Endspiel in 14 Punkten“, eine Makro-Analyse zu Kredit- und Wirtschaftszyklen. Besonders hervorgehoben wird der deflationäre Zyklus:

deflation-zyklus

Wir befinden uns demnach gerade in der Phase, in der Staaten über Strafzölle und Währungseingriffe versuchen, Vorteile gegenüber anderen Staaten zu gewinnen. Wie ich hier beschrieben habe ist ein Währungskrieg jedoch nicht zu „gewinnen“, wenn so viele Länder daran teilnehmen. Japan hat eher deshalb „Erfolg“ damit, da es einfach an der Zeit war/ist.

Folgt man dem Zyklus der Deflation, so werden wir spätestens im kommenden Jahr wieder verstärkt über Werksschließungen und Pleiten in der Presse lesen. Die Reflation über Quantitative Easing der Notenbanken wird scheitern, da sie nicht die strukturellen Aspekte (Überkapazitäten, zu hohe Verschuldung) löst, sondern diese nur verschleiert und zu finanzieller Spekulation führt, welche wiederum die Kluft zwischen Arm und Reich erweitert.

Ich rechne fest damit, dass noch im laufenden Jahr – von mir charakterisiert als Wendejahr – der nächste große wirtschaftliche Abschwung beginnen und womöglich um 2015 in einer Art Depression enden wird.

2015/2016 sind für mich generell weiterhin die heißesten Kandidaten für das „Finale“, da immer mehr „Baby- Boomer“ dann zeitgleich Liquidität aufbauen werden. Womöglich wird dann irgendein Auslöser dazu führen, dass die „Schein-Sicherheiten“ (Derivate) und aufgeblasenen „Finanzwerte“ (Anleihen, Aktien) plötzlich – binnen weniger Wochen – eine dramatische Neubewertung erfahren. Bis dahin könnte indes die „Reise nach Jerusalem“ an den Finanzmärkten noch eine Weile anhalten, sprich: Anleihekurse hoch und somit die Zinsen niedrig bleiben, eine neue Blase bei japanischen Aktien entstehen.

Jan 082013
 

Was ist für 2013 zu erwarten? Wie soll man sich positionieren? Hier 10 Thesen zum Jahr 2013, das ich als „Wendejahr“ bezeichne:

  1. Nachdem in Japan der lang erwartete Schwenk in der Politik erfolgt ist, wird sich der Yen dauerhaft abschwächen. Der Nikkei wird ein extrem gutes Jahr erleben und alle anderen Märkte outperformen.
  2. Mit der Wende in Japan wird es auch eine Wende an den Anleihenmärkten geben. Dies wird in Japan beginnen und sich dann langsam auf die USA und Europa ausdehnen. Es sind jedoch zunächst keine dramatischen Entwicklungen zu erwarten.
  3. In den USA wird es zwar einige Sparmaßnahmen geben, aber eine echte Entschuldung ist völlig abwegig – ebenso wie die Ankündigung der Fed, ihr Quantitative Easing einzustellen. Ich erwarte im zweiten Halbjahr eine neue Art der Lockerung, wobei womöglich andere Assets gekauft werden. Zudem könnte schon im zweiten Halbjahr eine weitere Rating-Abstufung bevorstehen.
  4. In Europa wird Frankreich immer mehr in den Krisen-Fokus rücken und die Spannungen zwischen Frankreich und Deutschland zunehmen. Zudem wird es generell einen starken Ruck in die extremen Lager (links und rechts) geben. Dies wird den Euro stark belasten. Ab einem Niveau von 1,40 US-Dollar ist der Euro wieder ein Short.
  5. Auch wenn die USA unter Obama einen Anti-Iran-Kriegskurs verfolgen, so wächst doch die Gefahr eines neuerlichen Tonkin-Zwischenfalls im Mittleren Osten. Vor einem Iran-Angriff durch Israel dürfte jedoch Syrien attackiert werden, um dem Iran den Zugang zum Mittelmeer zu nehmen. Eine entscheidende Rolle wird der Türkei zukommen, die im Irak und Syrien eigene Interessen verfolgt (Kurdistan), jedoch auf den Iran als wichtigsten Handelspartner nicht ohne weiteres verzichten kann. In Syrien wird es jedoch entgegen der Erwartungen zu keinem schnellen militärischen Erfolg kommen.
  6. Die chinesische Börse wird sich im ersten Halbjahr 2013 erholen, jedoch schon im zweiten in eine Stagnation übergehen, da sich immer mehr die Erkenntnis durchsetzen wird, dass sich die chinesische Wirtschaft dauerhaft abgeschwächt hat und sich eine ernste Krise entwickelt.
  7. Auch wenn es derzeit den Anschein hat als würde Angela Merkel ganz klar die nächste Wahl gewinnen, so denke ich, dass der nächste Kanzler Peer Steinbrück sein wird. Bis zum September/Oktober werden wir noch einige unerwartete Entwicklungen sehen, die einen Wechsel begünstigen werden.
  8. Die Rohstoffe haben generell 2008 ihr Hoch gesehen, jedoch werden Sonderfaktoren Einfluss nehmen. Generell dürften sich Kaffee, Uran und Öl besser entwickeln als andere Rohstoffe.
  9. Die Edelmetalle werden auch in 2013 enttäuschen, jedoch wird sich dies rückblickend aus 2014/2015 als gute Investitionsgelegenheit erweisen.
  10. kaufkraftschutz.de erreicht Ende 2013 täglich weit über 1.000 Besucher.

Damit sich These 10 bewahrheitet, bitte ich Sie um fleißige Weiterempfehlung per Link, Social Buttons und E-Mail. Danke schön. :-)

Jan 042013
 

Wenn eines relativ sicher gesagt werden kann, dann dass Anleihen für die nächsten zehn bis zwanzig Jahre absolut gemieden werden sollten. Dazu bedarf es gar keiner tieferen Analyse der Geldpolitik, der Kapitalströme oder des Sentiments. Es reicht ein Blick auf diesen Chart, der die inflationsbereinigten rollierenden 10-Jahres-Renditen für Anleihen, Aktien und Gold in den letzten 70 Jahren zeigt:
anlageklassen_langfristig_040113Quelle: pragcap.com

Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden Anleihen für sehr viele Jahre negative reale Renditen abwerfen. Wenn man zudem noch bedenkt, dass inzwischen auch erheblich höhere Ausfallrisiken bestehen als in früheren Jahren, so muss in einem Portfolio diese Anlageklasse nachhaltig untergewichtet sein.

Ich erwarte im laufenden Jahr das Ende des Anleihen-Bullen und den Beginn einer dauerhaften Baisse. Dies wird seinen Anfang in Japan nehmen und im kommenden Jahr auf die USA übergreifen.

Ergo: Anleihen meiden!