Aug 292017
 

Nordkorea hat erstmals seit 2009 wieder eine Rakete über den Norden Japans hinweg geschossen. Wie bereits im Beitrag „Ein Krieg gegen Nordkorea kündigt sich an“ erläutert, rechne ich mit einem bald beginnenden neuen Korea-Krieg, womöglich bereits im September.

Die USA haben klar erklärt, wo sie die „rote Linie“ sehen: in atomar bestückten Interkontinentalraketen. Aber genau darauf arbeitet Kim Jong Un hin und womöglich werden wir schon bald den nächsten Test einer Nuklearbombe sehen.  Südkorea probt bereits den Angriff auf Nordkorea und darf sich der Unterstützung durch die USA und Japan gewiss sein.

Aber warum soll sich daraus gar ein „Dritter Weltkrieg“ entwickeln, wie die Überschrift andeutet?

Wer aufmerksam die Nachrichten verfolgt, konnte jüngst feststellen, dass Verbindungen von Nordkorea zu Syrien und Iran hergestellt werden. Hier einige Beispiele:

Wir erinnern uns: die „rote Linie“ der USA (und Frankreichs) in Syrien ist ein neuerlicher Giftgas-Einsatz. Man stelle sich nun vor, dass genau das geschieht, es also erneut zum Einsatz von Chemiewaffen in Syrien kommt und man die Schuld dafür Assad geben wird. Dann ist ein US-Militärschlag gegen Assad durchaus denkbar, was wiederum die Russen zu einer Gegenmaßnahme zwingen würde, da sie gerade erst einen Vertrag über 50 Jahre zum Verbleib des Luftwaffenstützpunktes in Latakia geschlossen haben und damit faktisch nun Syriens Schutzmacht sind (ähnlich wie Iran).

Iran hat wiederum kürzlich mit der Aufkündigung des Atomabkommens im Falle weiterer US-Sanktionen gedroht und man kann ohnehin davon ausgehen, dass auch US-Präsident Trump genau darauf hinarbeitet. Somit droht auch hier eine neuerliche Wende zum Negativen, was auch im Interesse Israels und Saudi Arabiens ist, welche beide die Expansion Irans unterbinden wollen.

Die Türkei (=NATO-Mitglied) wiederum bereitet gerade einen Angriff auf die Kurden (=Partner des USA) in Syrien vor. Dass eine solche Intervention in ein fremdes Land keine großen Reaktionen mehr hervorruft sagt einiges über den Stand der Eskalationstendenzen der letzten Jahre aus. Ähnlich agiert Saudi-Arabien im Yemen, Iran im Libanon u.a., Russland auf der Krim und der Ukraine, Israel in Syrien, …

In gewisser Hinsicht läuft bereits ein „Dritter Weltkrieg“, ich befürchte jedoch, dass dieser nun in Korea in eine neue Phase übergeht, welche durch wesentlich verheerendere Zerstörung gekennzeichnet sein und auch geografisch globalen Charakter annehmen wird. In diesem Kontext sei auch erwähnt, dass – zumindest nach meiner Wahrnehmung – viele Kommentatoren auf YouTube (siehe z.B. die Videos von „Trum Dayz“)  geradezu einen Krieg herbeisehnen und nicht wenige davon ausgehen, dass Nordkorea in kurzer Zeit geschlagen werden kann. Das erinnert doch arg an den Ersten Weltkrieg und ich denke, dass Nordkoreas Fähigkeiten erheblich unterschätzt werden. Technologisch mag Nordkorea rückständig sein, aber das Land hatte Dekaden Zeit sich vorzubereiten (es gibt z.B. riesige Tunnel-Systeme in Nordkorea) und selbst die U-Boot-Flotte könnte plötzlich an Stellen attackieren, welche nicht erwartet werden – z.B. auf dem US-Festland.

Am 1. September endet die Frist der USA zur Ausreise von US-Bürgern aus Nordkorea, am 9. September feiert Nordkorea seinen Gründungstag – traditionell ein Tag, an dem das Land auch weitere Raketentests durchführt. Sollte Nordkorea einen weiteren Test einer Interkontinentalraketen durchführen, rechne ich mit einem Militärschlag durch die USA – ungeachtet der Bedenken Südkoreas und Japans. Denn ansonsten verlieren die USA und speziell auch US-Präsident Trump weiter an Glaubwürdigkeit und Einfluss. Und dann hängt alles von der Reaktion Nordkoreas ab…

Jul 042017
 

Nicht nur Jim Rickards rechnet mit einem Krieg gegen Nordkorea, auch der Gründer und ehemalige Leiter des privaten US-amerikanischen Geheimdienstes Stratfor, George Friedman, sieht eine militärische Auseinandersetzung kommen. Und auch der südkoreanische Präsident Moon Jae-in hat die Wahrscheinlichkeit militärischer Zusammenstöße entlang der Grenze zu Nordkorea als „hoch“ eingestuft

Bei einem Besuch des chinesischen Staatschefs Xi Jinping in den Vereinigten Staaten im April gab Donald Trump China 100 Tage Zeit, Nordkorea „umzustimmen“ – sonst würden die USA das Problem auf ihre Weise lösen. Jüngst verkündete Trump, dass China es versucht habe, aber nicht erfolgreich war. Seine Tweets zeigen, dass er die Geduld verliert. Das hat er auch sehr eindeutig gesagt:

Mit dem jüngsten Test einer Interkontinentalrakete durch Nordkorea ist zu erwarten, dass eine „rote Linie“ überschritten wurde und wir nach Ablauf der 100 Tage – ab dem 15. Juli – mit dem Beginn einer Offensive rechnen müssen. Die Vorbereitungen dafür laufen schon seit einigen Wochen. Und Trump sprach sich schon 1999 für einen präventiven Erstschlag aus:

Trump hat sehr klar gesagt, dass er alle Register an Verhandlungen ziehen wird – sollten diese jedoch nicht ausreichen, werden militärische Maßnahmen folgen. An diesem Punkt sind wir angelangt. Ein Krieg gegen Nordkorea kündigt sich an. Südkorea spricht von der „letzten Chance“ und nach den Worten folgen üblicherweise die Taten.

Für die Börsen dürfte jedwede Eskalation zunächst negativ wirken – dann hängt vieles vom konkreten weiteren Verlauf ab.

Jun 132014
 

Wie wir der Presse entnehmen, zerfällt gerade der Irak als Nationalstaat. Man fragt sich, woher die Waffen der „Islamisten“ kommen und wie sie so plötzlich solche logistischen Herausforderungen stemmen, wo sie doch in Syrien so stark zurückgeworfen wurden. Eine Antwort darauf kann nur spekulativ sein, aber ich habe den Verdacht, dass Saudi Arabien hier eine markante Rolle spielt.

Wenn wir uns klar machen, dass nun ein weiterer „failed state“ im Nahen Osten entsteht, braucht man nur ein wenig weiter zu denken, um die vermeintliche Berechtigung für externe Truppen in der Region zu ahnen. Natürlich werden es „humanitäre Gründe“ sein, warum der Irak schon bald (wieder) besetzt werden und dauerhaft als Nationalstaat untergehen wird. Im Norden Iraks haben wir de facto bereits ein „neues Kurdistan“, weitere Teile dürften schon bald von der Türkei als „Sicherheitszone“ besetzt werden. Ähnlich wird Iran vom Ostern her und Saudi Arabien vom Süden her argumentieren. Übrig bleiben wird wenn überhaupt ein kleiner Irak, der kaum größer als Bagdad sein wird und durch die Kämpfe nach und nach völlig zerstört wird.

Erinnern wir uns daran, wann in der Türkei NATO-Patriot Raketen gegen den Iran stationiert wurden (worüber Putin nur lachen kann) und visualisieren uns die US-Feldzüge in Afghanistan und Irak, so erkennt ein wacher Geist die lang angelegte Planung hinter den Vorkommnissen. Ich hatte Ihnen dies bereits Ende 2011 angekündigt. Was hier läuft ist eine Auseinandersetzung um die Vorherrschaft über die Öl-und Gas-Reserven und ich würde nicht zwingend darauf wetten, dass „der Westen“ als Sieger hervorgehen wird.

Russland hat bereits zwei mal „blitzkriegartig“ gezeigt, wie schnell es vorrücken und „Ordnung“ schaffen kann (Georgien, Krim). Auch Syrien wäre ohne russische Unterstützung längst gefallen.  Doch womöglich entscheidet letztlich weniger pure Waffen- bzw. Militärgewalt, sondern weil Russland erhebliche Gewinne in der Deutungshoheit gemacht hat. Man achte mal auf die Leser-Kommentare in Online-Presseberichten, welche extrem eindeutig pro-russisch sind. Ich habe keine Zweifel daran, dass dies teils aktive russische Meinungsmache ist, aber das ändert nichts daran, dass es durchaus effektiv ist und die öffentliche Meinung prägt.

Vielleicht wachen wir eines Morgens auf und hören, dass massive russische Truppenverbände auf dem Weg in den Nahen Osten sind, um die Situation zu „beruhigen“. Was würde dann geschehen? Könnte es sein, dass nicht wenige Menschen – auch in Deutschland – dies sogar gut heißen würden? Gewissermaßen die Russen als die „neuen Befreier“, weil ja „die Amis nur eigene Interesse verfolgen und ihnen nicht mehr getraut werden kann“?

Ich glaube, dass wir uns seit 1990 (Zweiter Golfkrieg bzw. Erster Irakkrieg) in globalen Energiekriegen befinden und dass nun die Zeit anbricht, wo die vielen Stellvertreter-Kriege offen ausbrechen zu einem Schlagabtausch des „Westens“ und dem „roten Bündnis“ aus Russland und China. Eskalationstendenzen sind überall zu beobachten – ob im Südchinesischen Meer, im Nahen Osten oder eben Osteuropa. Wenn wir nicht sehr aufpassen, finden wir uns in wenigen Jahren im Dritten Weltkrieg wieder. Ein solcher Krieg war auch historisch betrachtet schon immer ein Ventil, um eine nicht mehr kontrollierbare Wirtschafts- und Finanzkrise zu „lösen“…

Apr 252013
 

So ähnlich könnte schon in wenigen Wochen eine Nachricht über die Newsticker laufen. Mir ist bewusst, dass das Thema schon seit Jahren immer wieder durch die Medien geistert und womöglich deshalb auch an Wirkung verloren hat. Das ändert jedoch nichts daran, dass diese Gefahr durchaus besteht.

„Im Sommer wird der Iran nur noch einen oder zwei Monate von einer Entscheidung über die Bombe entfernt sein“, so Amos Jadlin, Leiter des israelischen Instituts für Nationale Sicherheitsstudien (INSS) in einem Interview. Weiter: „Eine INSS-Untersuchung zeige, dass Israel durchaus in der Lage sei, die iranischen Atomanlagen im Alleingang anzugreifen und sich mit den Folgen auseinanderzusetzen […] Die Welt wird nicht in Flammen aufgehen.“

Nun erscheint mir der letzte Satz geradezu dazu prädestiniert, sich als fataler Irrtum herauszustellen. Ergänzend zu diesen Worten hier nochmals einige Zeilen, die ich am 15. März schrieb:

„Zurück zur Frage, was schiefen gehen könnte. Ein Krieg zum Beispiel. Ja, auch das Thema “Iran” interessiert kaum noch jemanden, doch eingepreist ist eine Eskalation mitnichten. Und wenn Obama nun sagt “Wir sind der Auffassung, dass Iran etwa ein Jahr brauchen würde, um eine nukleare Waffe zu entwickeln”, dann sollte die präzise zeitliche Eingrenzung doch aufhorschen lassen.“

Das Komitee für Auslandsbeziehungen des US-Senats hat zudem kürzlich eine Resolution verabschiedet, wonach die USA Israel im Falle eines israelischen Militärschlags auf den Iran unterstützen werden. Damit wurde Israel das „Go“ signalisiert und die jüngsten Rüstungs-Deals sind die unmittelbare Folge.

Am 14. Juni wird in Iran ein neuer Präsident gewählt und gemäß diesem SPIEGEL-Artikel soll es nach Wunsch des Großajatollah Ali Chamenei kein „Hardliner“ sein. Ich habe jedoch den Verdacht, dass das einigen Ländern in der Region – zum Beispiel Israel oder Saudi-Arabien – nicht gefallen würde, denn in diesen Ländern agieren Personen in Politik und Militär, die sich einen bewaffneten Konflikt geradezu wünschen. Daher könnte ein Angriff sogar schon vor dem Wahl-Ende beginnen. Ein Vorwand dazu wird sich finden, wie die jüngst in Kanada verbreitete, faktisch aber völlig abwegige Verbindung von Iran und al-Quaida zeigt. In jedem Fall erachte ich die Zeit ab Juni für einen Kriegsbeginn als sehr wahrscheinlich, was auch der russische Nahost-Experte Jewgeni Satanowski so sieht.

Es ist natürlich ein Zufall, dass ausgerechnet jetzt auch deutsche Patriot-Raketen in der Türkei stationiert sind. Ich überlasse es Ihnen, sich darüber Gedanken zu machen, was dieser Tatbestand über strategisches Agieren abseits demokratischer Prozesse aussagt und ob dies sogar Einfluss auf die Wahlen im Herbst haben könnte. Sehr wahrscheinlich ist jedenfalls, dass ein neuer Nahost-Krieg zu steigenden Öl-Preisen führen wird und die Börsen diesen Krieg – anders als den damaligen im Irak – vorerst NICHT feiern werden. Ich werde daher meinen Worten Taten folgen lassen und in Kürze short auf den DAX und long auf Öl gehen.

Ich hoffe ehrlich, dass ich falsch liege, denn die langfristigen Konsequenzen eines – völkerrechtlich illegitimen – Iran-Krieges wären aus meiner Sicht desaströs! Selbst wenn die Welt nicht „in Flammen aufgehen wird“, so kann man doch damit rechnen, dass dies den Weg zu einer inflationären Depression ebnen wird, aus der weltweit soziale Unruhen hervorgehen und immer extremere politische und gesellschaftliche Strömungen entstehen werden.

Jan 112013
 

Es ist ein immer wiederkehrendes Muster, dass Staaten die wirtschaftlich zurückfallen damit beginnen, außenpolitische „Erfolge“ zu suchen – nicht selten durch Kriege, welche das eigene Volk ablenken sollen. Vor diesem Hintergrund sind einige Sorgen um unser Nachbarland Frankreich angebracht.

Nachdem Frankreich in Tunesien für seinen Traum einer Mittelmeer-Union einen empfindlichen Rückschlag erlitten hat, will man nun in Mali gegen die „Islamisten“ unterstützen und hat dort bereits Elitesoldaten im Einsatz. Bereits in der Zentralafrikanischen Republik ist das französische Militär aktiv und auch in die Elfenbeinküste hatte man 2011 Truppen verlegt.  Auch wenn Präsident Hollande hervorhob, dass für Frankreich die Zeiten vorbei seien, sich in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einzumischen, so muss man sich doch fragen, was diese Worte wert sind.

Frankreich war maßgeblich Initiator des Umsturzes in Libyen (was sicherlich auch handfesten Öl-Interessen geschuldet war), droht Iran mit einem militärischen Präventivschlag und zeigt sich auch hinsichtlich Syrien aggressiv. Da es zwischenzeitlich einen Wechsel des Präsidenten in Frankreich gab, sich jedoch am außenpolitischen Agieren nichts geändert hat, muss man wohl eine generelle „Offenheit“ gegenüber militärischen Interventionen proklamieren.

Dies ist im Hinblick auf die schwache Wirtschaftslage als durchaus bedenkliche Entwicklung zu sehen. Alt-Kanzler Gerhard Schröder hat Recht mit seiner Kritik am wirtschaftlichen Vorgehen der Franzosen, doch während die Deutschen die Agenda 2010 und andere Maßnahmen hinnahmen, zeigt sich das französische Volk nicht bereit für solche Reformen. Und die jüngsten Vorkommnisse hinsichtlich reichen Franzosen, die wegen einer geplanten 75%-Besteuerung (!) das Land verlassen, insbesondere der Aufruhr um Gérard Depardieu, zeigen einen sehr bedenklichen Links-Ruck, der für ganz Europa negative Folgen haben könnte.

Besonders gefährlich wird es, wenn sich die wirtschaftliche Kluft zwischen Deutschland und Frankreich weitet. Auch wenn man in Politiker-Kreisen nicht müde wird, die deutsch-französische Freundschaft zu betonen, so herrscht doch in Frankreich nach wie vor eine gewisse Unruhe vor einem zu mächtigen Nachbarn. Sollte Hollande einst offensiv gegen Deutschland agieren, wird dies sehr große Fragen seitens Investoren in Euroland aufwerfen. Als die bestimmenden „Kernländer“ der EU ist ein zukünftig mögliches Zerwürfnis der beiden Länder eine ernste Gefahr für die Stabilität des Euro – weit mehr als ein Austritt Griechenlands es je sein kann.

Insofern gilt es diese Entwicklungen sehr aufmerksam zu verfolgen. Und dies auch noch vor einem ganz anderen Hintergrund: Die Entsendung von Patriot-Raketen in die Türkei lässt erkennen, dass die Wahrscheinlichkeit eines größeren Krieges im Nahen Osten markant gestiegen ist. Es wäre eine bittere Ironie der Geschichte, wenn es nun Frankreich wäre, das durch einen selbst initiierten Krieg gegen Syrien den „Bündnisfall“ bewirkt und Deutschland erneut in einen großen Krieg  gezogen würde.

Jan 082013
 

Was ist für 2013 zu erwarten? Wie soll man sich positionieren? Hier 10 Thesen zum Jahr 2013, das ich als „Wendejahr“ bezeichne:

  1. Nachdem in Japan der lang erwartete Schwenk in der Politik erfolgt ist, wird sich der Yen dauerhaft abschwächen. Der Nikkei wird ein extrem gutes Jahr erleben und alle anderen Märkte outperformen.
  2. Mit der Wende in Japan wird es auch eine Wende an den Anleihenmärkten geben. Dies wird in Japan beginnen und sich dann langsam auf die USA und Europa ausdehnen. Es sind jedoch zunächst keine dramatischen Entwicklungen zu erwarten.
  3. In den USA wird es zwar einige Sparmaßnahmen geben, aber eine echte Entschuldung ist völlig abwegig – ebenso wie die Ankündigung der Fed, ihr Quantitative Easing einzustellen. Ich erwarte im zweiten Halbjahr eine neue Art der Lockerung, wobei womöglich andere Assets gekauft werden. Zudem könnte schon im zweiten Halbjahr eine weitere Rating-Abstufung bevorstehen.
  4. In Europa wird Frankreich immer mehr in den Krisen-Fokus rücken und die Spannungen zwischen Frankreich und Deutschland zunehmen. Zudem wird es generell einen starken Ruck in die extremen Lager (links und rechts) geben. Dies wird den Euro stark belasten. Ab einem Niveau von 1,40 US-Dollar ist der Euro wieder ein Short.
  5. Auch wenn die USA unter Obama einen Anti-Iran-Kriegskurs verfolgen, so wächst doch die Gefahr eines neuerlichen Tonkin-Zwischenfalls im Mittleren Osten. Vor einem Iran-Angriff durch Israel dürfte jedoch Syrien attackiert werden, um dem Iran den Zugang zum Mittelmeer zu nehmen. Eine entscheidende Rolle wird der Türkei zukommen, die im Irak und Syrien eigene Interessen verfolgt (Kurdistan), jedoch auf den Iran als wichtigsten Handelspartner nicht ohne weiteres verzichten kann. In Syrien wird es jedoch entgegen der Erwartungen zu keinem schnellen militärischen Erfolg kommen.
  6. Die chinesische Börse wird sich im ersten Halbjahr 2013 erholen, jedoch schon im zweiten in eine Stagnation übergehen, da sich immer mehr die Erkenntnis durchsetzen wird, dass sich die chinesische Wirtschaft dauerhaft abgeschwächt hat und sich eine ernste Krise entwickelt.
  7. Auch wenn es derzeit den Anschein hat als würde Angela Merkel ganz klar die nächste Wahl gewinnen, so denke ich, dass der nächste Kanzler Peer Steinbrück sein wird. Bis zum September/Oktober werden wir noch einige unerwartete Entwicklungen sehen, die einen Wechsel begünstigen werden.
  8. Die Rohstoffe haben generell 2008 ihr Hoch gesehen, jedoch werden Sonderfaktoren Einfluss nehmen. Generell dürften sich Kaffee, Uran und Öl besser entwickeln als andere Rohstoffe.
  9. Die Edelmetalle werden auch in 2013 enttäuschen, jedoch wird sich dies rückblickend aus 2014/2015 als gute Investitionsgelegenheit erweisen.
  10. kaufkraftschutz.de erreicht Ende 2013 täglich weit über 1.000 Besucher.

Damit sich These 10 bewahrheitet, bitte ich Sie um fleißige Weiterempfehlung per Link, Social Buttons und E-Mail. Danke schön. :-)

Okt 112011
 

In vielen Ländern Nordafrikas sowie in einigen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens dominieren Krieg und Gewalt. Ein nüchterner Blick auf die Entwicklungen der vergangenen hundert Jahre zeigt, dass geopolitische Aspekte die Krisen treiben, welchen zum Teil religiöse Motive zugesprochen werden. Vieles deutet daraufhin, dass es in den kommenden Monaten zu einer Eskalation kommt, welche die gesamte Region nachhaltig verändern wird. Und dies betrifft durchaus auch Europa – nicht nur wegen des zu erwartenden Ölpreisanstiegs.

Dass das vor der Zahlungsunfähigkeit stehende Griechenland Panzer in den USA bestellt lässt ebenso aufhorchen wie die markanten Entwicklungen in der Türkei. Der türkische Ministerpräsident Erdogan hat fast die gesamte Führung des Militärs ausgetauscht und versucht, die Armee zu „islamisieren“. Zudem hat die Türkei die Beziehungen zu Israel eingefroren, droht unentwegt Syrien und führt Kampfeinsätze gegen die Kurden im Nordirak durch. Die Türkei als Nachfolgestaat des Osmanischen Reichs versucht demnach, ihre im vergangenen Jahrhundert verlorene Vormachtstellung in der Region wieder herzustellen und sich Rohstoffe im Mittelmeer zu sichern, auf welche auch Griechenland, Ägypten und Israel Anspruch erheben.

Israel sieht sich generell zunehmend isoliert. Ägypten, langjähriger Verbündeter Israels, versinkt im Chaos und die Palästinenser finden weltweit großen Zuspruch für ihre Initiative für einen eigenen Staat. Auch im Land selbst brodelt es. Hunderttausende Israelis demonstrieren für mehr soziale Gerechtigkeit. Das gleiche Ziel, das auch schon die Marokkaner und Tunesier verfolgen und welches von der NATO als Vorwand genutzt wurde, um Libyen zu „befreien“. Dass die Franzosen als maßgeblicher Treiber des Gaddafi-Sturzes nun 35% des libyschen Erdöls erhalten, ist sicher nur Zufall.

Zwischen der Türkei und Israel liegt Syrien, das auch an den bereits „demokratisierten“ Irak angrenzt. Einer Meldung der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Ria-Novosti zufolge, befindet sich ein militärisches Einschreiten in Syrien durch NATO-Kräfte bereits in Vorbereitung. Nach dem „Erfolg“ in Libyen fühlen sich demnach nicht wenige Köpfe in der längst ohne Daseinsberechtigung verweilenden NATO animiert, den nächsten Feldzug zu starten.

Zwischen Irak und Afghanistan wiederum liegt der Nachfolgestaat Persiens, Iran. Der Kandidat der US-Republikaner bei den künftigen Präsidentschaftswahlen Jon Huntsman, hat Iran jüngst mit einem Militärangriff gedroht. Auch Frankreichs Präsident Sarkozy sprach bereits von einem möglichen „Präventivschlag“ gegen den Iran. Irans Marine-Chefkommandeur hat indes angekündigt, dass sein Land Kriegsschiffe in die Nähe von US-Hoheitsgewässern entsenden will. Seit September ist das iranische Kernkraftwerk Buschehr am Netz. Der vermutlich durch Israel initiierte Cyber-Angriff mit dem Computerwurm Stuxnet konnte also nur eine Zeitverzögerung bewirken. Den Bau begleitet hat Russland, das in Übereinstimmung mit China regelmäßig Sanktionen gegen Iran sowie auch Syrien ablehnt. Auch hier ist die Interessenlage klar: Russland möchte wichtiger Öl- und Gas-Lieferant Europas bleiben, China seine Versorgung mit den Energieressourcen generell sicherstellen.

Unterhalb des dem Westen zugeneigten Saudi-Arabien, ein wahrlich undemokratischer Staat dem aber Deutschland gerne Panzer verkauft, finden sich Jemen und jenseits des Golf von Aden Somalia. In beiden Ländern führen die USA bewaffnete Drohneneinsätze durch.

Zuletzt erscheint es auch erwähnenswert, dass die USA zunehmend Pakistan ins Visier nehmen und dort einen neuen Feind aufbauen, nachdem Al-Quaida nicht mehr „zieht“ und deren Führungsfigur zu einem geeigneten Moment gefasst, ermordet und auch gleich ohne jeglichen Beweis im Meer „bestattet“ wurde. Über das Haqqani-Netzwerk in Pakistan werden wir in den kommenden Monaten sicher noch öfter hören.

Wir könnten das hier weiter vertiefen, doch soll dies entsprechenden Kennern obliegen. Wichtig zu sehen ist, dass nüchtern betrachtet längst ein Dritter Weltkrieg im Gange ist und dass es offen ist, wie dieser ausgehen wird. Derzeit scheint „der Westen“ seine Interessen durchsetzen zu können, jedoch ist es ein Unterschied, ein Land zu bombardieren oder einzelne Führer oder Wissenschaftler zu liquidieren oder aber ein solches Land tatsächlich nachhaltig effektiv zu steuern. Es könnte geradezu eine Ironie der Geschichte werden, dass die teils initiierten Aufstände eine Bewegung in Gang gebracht haben, die so nicht beabsichtigt war. Die überwiegende Mehrheit der Menschen in der Region will keine westliche Dominanz mehr und lehnt weitere „Marionetten-Regime“ ab. Der Irak fordert z.B. offen den Abzug aller US-Soldaten und verweigert ihnen Immunität. Auch im wichtigsten „Stützpunkt“ Saudi-Arabien brodelt es immer mehr. Es ist daher durchaus denkbar, dass das „Große Spiel“ dieses Mal zu unseren Ungunsten und zum Wohle der jeweiligen Völker enden wird. Dies wird die Geschichte zeigen.

Indes – um den thematischen Bezug zu unserem Blog Kaufkraftschutz herzustellen: Kriege wirken per se inflationär. Eine durchaus denkbare Eskalation im Nahen Osten könnte in den kommenden Monaten zu einem starken Anstieg des Ölpreises führen, was wiederum generell preistreibend wirken würde. Demnach könnte der strukturell deflationäre Trend schon bald durch (geo-)politische Entwicklungen überdeckt werden. Wem käme das mehr entgegen als den überschuldeten westlichen Staaten? Ein strategisch agierender und auf Kaufkraftschutz abzielender Investor sollte einen Blick auf die Öl- und Gas-Werte werfen, welche im Idealfall nicht gerade ihre Schwerpunkte in der genannten Region haben. Und auch Hersteller von E-Fahrzeugen dürften profitieren.