Mrz 112013
 

Ein Manager soll maximal 20-mal so viel verdienen wie sein am schlechtesten bezahlter Angestellter, forderte gestern Sahra Wagenknecht in der ARD-Sendung „Günther Jauch“. Per se war das für eine „Linke“ keine überraschende Forderung. Interessant war jedoch, dass sich auch das Publikum bei der Abstimmung zu dieser Forderung mehrheitlich (58%) für die Begrenzung von Manager-Gehältern aussprach. Und wenn man dem „Deutschlandtrend“ des Meinungsforschungsinstituts Dimap glauben darf, sind sogar 89% der Befragten für eine solche Regelung.

Was wir hier erleben, ist ein nicht zu unterschätzender Trend, wie auch die sehr erfolgreiche Schweizer Volksabstimmung über die „Initiative gegen die Abzockerei“ zeigt. Auch in den Vereinigten Staaten von Amerika ist die zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich inzwischen ein großes Thema. Schauen Sie sich zum Beispiel die Reaktionen zu diesem YouTube-Video über Vermögensungleichheit in den USA an:

Ich bin davon überzeugt, dass – wenn sich die Politik dieses Themas nicht ernsthaft und glaubwürdig annimmt – der Weg geebnet wird für extreme Positionen bis hin zu Entwicklungen abseits des politischen Prozesses. In anderen Worten: Zunehmende soziale Spannungen, Ausschreitungen, Unruhen.

Diesen Trend verfolge ich hier schon seit 2009 und denke, dass die Kombination aus Sparzwängen überschuldeter Staaten und erheblicher Job-Verluste durch eine zunehmende nie dagewesene Automatisierung unsere Gesellschaften erheblichen Zerreiß-Tests aussetzen werden. Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker sieht gar eine Kriegsgefahr in Europa.

Ob es so weit kommt weiß ich nicht. Aber schon vor zehn Jahren schrieb ich in meiner Recherche „Die absehbare Krise des Fiat Money“:

„Unser heutiges Geldsystem ist langfristig nicht tragfähig. Der japanische Weg der völligen Überschuldung in der Hoffnung, eine globale strukturelle Veränderung aufzuhalten, wird auch in den USA und in Europa nicht funktionieren. Die „neue Weltordnung“, wie es auf jedem 1 US-Dollar-Schein heißt, hat ihren Zenit überschritten. Ich glaube, dass diese strukturelle Krise (die sie ja lediglich aus unserer Sicht ist), noch viele Jahre andauern kann. Alles Bestreben das System zu erhalten wird letztlich nichts nützen. Der Turmbau zu Babel, die gigantische Schuldenpyramide welche dieses System geschaffen hat, wird früher oder später in sich zusammen fallen. Dem Geldvermögen, das wir angehäuft haben, steht eine entsprechende Summe an Schulden gegenüber. Es ist daher durchaus denkbar, dass sich unser Wohlstand in „Luft“ auflöst. Dabei liegt es an der Ein- und Weitsicht der Politik wie auch der Wirtschaft, welche sozialen und politischen Entwicklungen mit der Krise des Fiat Money einhergehen werden. Die Basis für eine Systemkrise ist jedenfalls gelegt.“

Seit dem hat die Krise nie wirklich geendet, sondern immer „nur“ neue Etappen eröffnet. Und womöglich ist der nächste Dominostein der Staat selbst, wie Markus Gaertner es hier skizziert. Keine erfreuliche Perspektive, doch letztlich – historisch betrachtet – nichts ungewöhnliches.

Was Sie indes sehen und in proaktive Handlungen umsetzen müssen ist, dass Kaufkraftschutz nicht nur ein Anlageaspekt ist und dass wir auf eine Neuordnung zusteuern, die weitaus umfassender sein wird als „nur“ eine Währungsreform. Ich rechne fest damit, dass aus einer Phase nahe des Chaos heraus in den kommenden zehn Jahren ein neues Weltwirtschaftssystem entstehen wird, das sich insbesondere durch mehr Lokalität, Teilen und weniger Effizienz bzw. mehr Lagerhaltung und Redundanz auszeichnen wird.

Bleibt zu hoffen, dass es nicht zuvor zu einem „Untergang“ kommt, wie er hier beschrieben wird…

Feb 072013
 
Historische Geldscheine

Wer nicht gerade aus der Finanzbranche kommt oder Wirtschaft und Börse zu seinen Hobbies zählt, wird womöglich nur eine diffuse Vorstellung davon haben, was Kaufkraftschutz oder der mehr oder weniger synonym verwendete Begriff Inflationsschutz bedeutet. Wollen wir also für etwas mehr Klarheit sorgen:

Geld ist ein Austauschmedium. Es macht den Handel leichter, denn stellen Sie sich vor, Sie müssten jedes Mal für einen Auto-Kauf einige Tonnen Weizen oder etwas anderes beischaffen. Im Falle des Weizens käme noch dazu, dass es eine verderbliche Sache ist. Insofern ist Geld ein Tauschmittel, das dem Tauschpartner seinerseits den Tausch gegen andere Güter oder Dienstleistungen ermöglicht. Nun müssen Sie jedoch den folgenden Satz Voltaires bedenken:

„Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück – Null.“

Tatsächlich hat Bargeld keinen eigenen inneren Wert, wenn man mal vom Nutzwert des Papiers absieht. Dies gilt noch mehr für Buchgeld, also immaterielles Geld. Dieses ist nicht mal greifbar, es ist mehr oder weniger eine Idee bzw. ein Versprechen.

Nun definiert ein Meter eine bestimmte unmissverständliche und unveränderliche Länge. Doch was definiert ein Euro?

Genau da nähern wir uns dem an, was man als Kaufkraft bezeichnet. Die Kaufkraft ist der Maßstab für den Wert des Geldes. Sie gibt an, welche Güter- oder Dienstleistungsmenge mit einem bestimmten Geldbetrag gekauft werden kann. Schauen Sie sich zum Beispiel die Preisentwicklung von Brot an. Sie erkennen sofort, dass der Preis in DM und später in Euro tendenziell immer nur gestiegen ist. Mit anderen Worten: für den einen Euro konnten Sie in den zurückliegenden Jahren immer weniger Brot bekommen. Die Kaufkraft des Euro gegen Brot ist gesunken.

Die letztere Formulierung mag Sie etwas irritieren, doch es ist wichtig, das so auszudrücken. Zum Einen könnte Brot einfach teurer geworden sein, weil es mehr Nachfrage und/oder weniger Angebot gibt. In dem Fall käme der Kaufkraftverlust durch ein verändertes „Marktgleichgewicht“ zustande. Brot hat demnach dann einen höheren Wert relativ zu anderen Gütern und Dienstleistungen gewonnen.

Der Preisanstieg könnte aber auch mit der Währung selbst zusammenhängen. Das, was viele mit Inflation verbinden, ist „Gelddrucken“. Historisch haben sich Staaten so oft ihrer Schulden entledigt. Sie haben einfach die Geldmenge wesentlich stärker erhöht, als sich zur gleichen Zeit das Angebot an Gütern und Dienstleistungen erhöht hat. Konkret bedeutete das, dass der Edelmetallanteil in Münzen reduziert und die Münzmenge erhöht wurde. Oder eben hinsichtlich Papiergeld, dass mehr davon gedruckt und in Umlauf gebracht wurde.

Recht schnell klar wird Ihnen der Zusammenhang zwischen Geldmenge und Preisen beim Spiel „Monopoly“. Ohne das „Los-Feld“ würde die Geldmenge nicht steigen. Dann könnten aber auch die Preise der Straßen nicht wesentlich steigen. Das Spiel wäre recht schnell aus und in gewisser Hinsicht langweilig. Ironischer Weise zeigt dieses Spiel, das ein gewisses Maß an Geldmengenausweitung bzw. Inflation nötig ist, insbesondere, da in der realen Welt die „Straßen“, also Güter und Dienstleistungen zunehmen. Also sollen Staaten immer mehr Geld drucken?

Nun, das Spiel diente der Veranschaulichung, unsere Welt ist jedoch extrem viel komplexer. Wenn Sie heute etwas von „Gelddrucken“ lesen, so ist dies in der Regel nur ein Vergleich, inhaltlich jedoch meist falsch. In einem Kreditgeldsystem brauchen wir kein Papier zu drucken, es reichen simple Buchungsvorgänge. Der Wert einer Währung bzw. die Kaufkraft hängt maßgeblich vom Vertrauen seiner Nutzer ab. Es ist nicht so ohne weiteres möglich zu bestimmen, welche Geld- bzw. Kreditmenge „richtig“ ist. Daher sind auch all jene, die schon seit Jahren eine massive Inflation herbeirufen, Lügen gestraft worden. Es ist eben nicht so, dass zum Beispiel die Ausweitung einer Zentralbankbilanz unmittelbar zu steigenden Preisen führt. Das Geld „liegt ja nur auf Konten“.

Und es ist auch nicht einfach damit getan, die Verschuldung von Staaten relativ zur Wirtschaftsleistung zu betrachten. Dies ist zwar per se ein guter Indikator, aber er muss doch ebenfalls wiederum relativ zum jeweils betrachteten Staat gesehen werden. Einem Land wie Simbabwe traut man eben weniger zu, Schulden wieder zurückzuzahlen, als dem absolut gesehen weitaus stärker verschuldeten Japan. Denn letztlich zahlt der Staat gar nichts. Es sind seine Bürger, sodass deren Leistungsfähigkeit eine zentrale Rolle spielt. Dies betrifft sowohl die „Bürgermenge“ bzw. Anzahl der erwerbsmäßig arbeitenden Menschen, als auch deren Alters-Zusammensetzung – also die Demografie. Zudem – und spätestens da wird es sehr schwierig – muss man schauen, wie innovativ und produktiv die Bürger sind. Bringt ein Land ständig neue nützliche Produkte und Dienstleistungen hervor, die im In- sowie Ausland nachgefragt werden, wird selbst bei ungünstiger Demografie nicht unmittelbar eine Schulden- oder Währungskrise entstehen.

Sie sehen, das Thema ist letztlich wesentlich vielschichtiger, als es zunächst aussieht.

Um die Eingangsfrage zu beantworten: Kaufkraftschutz bzw. Inflationsschutz bedeutet, dass ihre in Geld- bzw. Buchwerten geparkte „Tauschkraft“ erhalten bleibt. Steigen die Preise allgemein („Warenkorb“), sollte ihr Vermögen prozentual mindestens genau so stark steigen.

Doch grundsätzlich fängt Kaufkraftschutz schon eine Ebene vorher an: beim Kapitalerhalt und -zugang. Es nützt Ihnen nämlich nichts, wenn Sie neun Jahre lang gute Erträge erreicht haben, im zehnten jedoch ihr Vermögen zu einem großen Teil ausgelöscht wird oder Sie beim Eintritt in eine Krise keinen Zugang dazu haben. Wenn ständig kritisiert wird, dass die Deutschen ihr Geld unklug anlegen, so wird hierbei doch übersehen, dass es in gewisser Hinsicht rational ist. Wer sein Geld unter das Kopfkissen legt hat zwar keinen Ertrag, aber eben – wenn man mal vom Diebstahl absieht – auch kein Liquiditäts- und Anlagerisiko und keinen Aufwand mit Informationsbeschaffung oder sonstige Kosten. Natürlich wird Ihnen das so kein Finanzberater sagen, denn damit verdient er kein Geld. Ich möchte auch keineswegs ein solches Verhalten als „klug“ oder „richtig“ bezeichnen, doch ein gewisser Anteil an Cash bzw. kurzfristig verfügbare Mittel sind in jedem Fall empfehlenswert.

Und wer hier argumentiert, das sei ja auch über Gold- und Silbermünzen möglich, dem möchte ich anraten, einfach mal etwas mit Gold oder Silber bezahlen zu wollen. Selbst im extremen Krisenfall glaube ich nicht, dass Gold- und Silbermünzen so sinnvoll sind: zu groß dürften Vorbehalte über die Echtheit sein – und wie soll eigentlich beim Brot-Kauf wieder was „raus gegeben“ werden? Hat Ihr Bäcker ausreichend kleine Mengen an Silber da? Persönlich denke ich, dass Edelmetalle ein legitimes Mittel zum Kaufkrafterhalt sind, jedoch mitnichten DIE Lösung für alle Szenarien darstellen. Nicht ohne Grund hatten sich Zigaretten- und eben nicht Gold oder Silber –  nach dem Zweiten Weltkrieg als ein wesentliches Tauschmedium herausgestellt. Vielleicht sind es bei der nächsten Krise Batterien oder Schokoriegel. Klar hingegen ist, dass Edelmetalle Krisen überdauern und Wert erhalten.

Kaufkraftschutz ist nach meinem Verständnis indes eine umfassendere Strategie. Es geht nicht nur um Vermögenserhalt durch sinnvolle breit gestreute Investments, sondern zum Beispiel auch um den Erhalt Ihrer Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Dazu gehört zum Beispiel ein vernünftiges Maß an Vorratshaltung, dazu gehört, dass Sie ein soziales Netzwerk pflegen, dazu gehört, dass Sie Ihre Gesundheit erhalten, dazu gehört, dass Sie sich regelmäßig fortbilden.

Im weitesten Sinne ist Kaufkraftschutz demnach nichts, was nur Menschen mit Geld- bzw. Buchvermögen betrifft. Es ist eine Denkhaltung, aus der ein bestimmtes Handeln entspringt. Nämlich die, dass es keine Garantien gibt, dass nicht der Staat sich kümmern muss, sondern man selbst. Dass man Verantwortung für sich übernimmt, Szenarien durchspielt und Gewohnheiten annimmt, die einen unabhängiger werden lassen von Einkommen, Geldwert und unserem heutigem Wirtschaftssystem generell.

Wer dies nicht tut, wird mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit „Opfer der Umstände“ werden. Also bleiben Sie dran, nutzen Sie die Ideen auf dieser Seite. Und empfehlen Sie diesen Beitrag so viel wie es geht weiter!

Jan 142013
 

Ein ganzer Rucksack voll Geld ist nötig, um in einem Supermarkt ein paar Sixpacks Bier zu bezahlen – so geschehen in Weißrussland, wo eine Hyperinflation grassiert:


Was das Video indes auch anschaulich macht: eine Hyperinflation muss nicht das Ende der Welt sein. Schaut man sich die Regale des Supermarktes im Hintergrund an, so sind diese noch immer prall gefüllt. Und die Menschen gehen noch immer ihrer Arbeit nach. Selbst die geplagte Kassiererin nimmt es mit Humor.

Sicherlich wäre es eine „Katastrophe“, wenn die Ersparnisse vieler Menschen durch eine Hyperinflation verloren gingen. Doch letztlich – so lehrt uns die Geschichte – sind solche Phasen immer nur Übergänge zu einem Neubeginn. Wichtig ist demnach, mental flexibel zu bleiben und sich nicht durch Krisen mitreißen zu lassen. Dabei helfen vor allem Freunde und Familie.

Wer also mit dem Schlimmsten rechnet und Vorräte aufbaut, sollte sich mit der gleichen Akribie auch um intakte persönliche Beziehungen kümmern. Da man solche nicht kaufen und einlagern kann, ist demnach der schwierige Weg zu gehen: regelmäßig seinen Nächsten etwas Gutes tun. Und wenn wir alle dies tun, kommt es womöglich gar nicht erst dazu, dass wir Vorräte oder gar Waffen brauchen.

Zu einfach gedacht? Was denken Sie? Was TUN Sie?

Dez 212011
 

Zuletzt gab es eine deutliche Entspannung hinsichtlich der Zinsentwicklung europäischer Staatsanleihen. So konnte sich Spanien erheblich günstiger finanzieren als noch vor wenigen Wochen. Der Grund: die EZB hat die Liquiditätssituation der Banken durch extrem günstige Kredite massiv entschärft und damit Anreize gesetzt, dass diese mit diesen Mitteln u.a. hoch verzinsliche europäische Staatsanleihen kaufen, welche sie dann wiederum bei der EZB als „Sicherheiten“ hinterlegen.

Das klingt fast wie die Geschichte des Baron Münchhausen, der sich bekanntlich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen haben soll. Tatsächlich ist dies nichts anderes als eine verstecke Form von Quantitative Easing. Die Börsen feierten dies und auch der Euro konnte stärker zulegen. Ist die Euro-Krise nun also vorbei?

Wohl kaum, denn weiterhin fehlt ein innereuropäischer Länderfinanzausgleich. Dass sich die Situation an der Zinsfront entspannt darf nicht darüber hinweg täuschen, dass zum einen nach wie vor keine Lösung für die strukturell schwachen Länder vorliegt. Und zum anderen liegt nun noch mehr „Ramsch“ in den Büchern der EZB. Irgendwann kommt der Tag der Offenbarung. Doch bis dahin kann noch einiges an Zeit vergehen.

Wenn man die jüngsten Äußerungen von Angela Merkel ernst nehmen kann, wonach der Weg zur Fiskalunion unwiderruflich ist, so deutet sich auch hier Bewegung an. Dass diese womöglich zunächst nur von einem Teil der Euro-Länder getragen wird ist kurzfristig zweitrangig. Immerhin tut sich etwas. Längerfristig birgt dies indes immenses Konfliktpotenzial. Aber hier gilt wohl Keynes berühmte Aussage „In the long run we are all dead.“ Mit anderen Worten: Da können sich dann andere drum kümmern.

Kurzfristig stehen die Zeichen nun jedoch auf Entspannung. Wie von uns erwartet kam es zur Eskalation der Euro-Krise. Diese ist nicht vorbei, aber es wurde Zeit eingekauft und vermutlich wird sich der „Krisen-Fokus“ in den kommenden Monaten in Richtung Asien verschieben.

Auf die Probleme Chinas und Japans haben wir bereits mehrfach hingewiesen. In China ist eine Immobilienblase geplatzt und es gibt eine gewaltige Schieflage im Schattenbankensystem. Wir rechnen hier jedoch damit, dass die eigentliche China-Krise erst in zwei bis drei Jahren einsetzt. Bis dahin kann die chinesische Staatsplanung noch einiges mit ihren immensen Devisenreserven verschleiern. Interessant: Jüngst musste die chinesische Notenbank erstmals den Yuan stützen! Soweit zum sicheren Aufwertungs-Trade…

Weniger „zuversichtlich“ sind wir da für Japan. Japan wird voraussichtlich das Jahr 2011 mit einem Handelsbilanzdefizit abschließen. Sollte sich die globale Wirtschaft in 2012 weiter eintrüben, wird sich diese Situation eher noch verschlechtern. Und damit könnte sich in Japan die nächste Schuldenkrise auftun. Der Yen bleibt somit ein strategischer Short. Die ersten Hedge Fonds haben bereits Blut geleckt.

Aug 262011
 

Kreditausfallversicherungen (CDS) für europäische Banken finden sich inzwischen auf einem höheren Niveau als 2008. Die Zinsen für 2-jährige griechische Anleihen lagen jüngst bei 46%(!). Und wie in 2008 gibt es inzwischen wieder einen Dollar-Engpass, den die EZB versucht abzufangen.

Wenn das „Manager Magazin“ einen Artikel bringt „Was tun, wenn der Euro bricht?“ und der „Spiegel“ als Hauptthema über den „Gelduntergang“ berichtet, kann man sicher davon ausgehen, dass in sehr naher Zukunft – wir vermuten binnen der kommenden acht Wochen – eine Eskalation und damit auch ein vorläufiger Hochpunkt der Euro-Krise bevorsteht.

Doch was ist überhaupt die „Euro-Krise“?

Kurz: durch den Euro kamen Länder über Jahre in den Genuss niedriger Zinsen, die sie zu früheren Zeiten nie bekommen hätten. In Spanien erzeugte dies z.B. eine Bau-Blase, in Griechenland stieg das Wohlstandsniveau auf ein utopisches Niveau, während gleichzeitig mangels entsprechendem wirtschaftlichen Output die Staatsverschuldung explodierte.

Unsere weisen Politiker beschuldigen nun die Spekulanten, gegen den Euro zu wetten. Tatsächlich haben die Politiker selbst gegen den Euro gewettet, in dem sie ein System geschaffen haben, das den wirtschaftlichen Unterschieden der Mitgliedsländer nicht gerecht wird. Eine Währungsunion ohne Fiskalunion funktioniert eben nicht.

Nun versuchen die Politiker eilig gleich alle Vergehen zu lösen. Schuldenbremsen, Euro-Bonds, EU-Wirtschaftsregierung,…

Das Timing könnte kaum miserabler sein. In einem konjunkturellen Abschwung Schuldenbremsen zu schaffen wird die wirtschaftliche Situation dramatisch verschlimmern. Dies wiederum wird auf die soziale Lage rückwirken. Wir werden vermutlich noch größere Ausschreitungen sehen, soziale Unruhen werden weiter zunehmen. Und damit auch der Glaube, dass die Europäische Union generell die falsche Richtung ist.

Irgendwie fühlt man sich ein wenig an die tragische Gestalt des Heinrich Brüning erinnert, der das richtige zur falschen Zeit tat und damit einer viel größeren „Katastrophe“ den Weg ebnete: Die Weimarer Republik transformierte sich binnen weniger Jahre in das faschistische „Dritte Reich“.

Tatsächlich finden wir uns in der westlichen Welt im „Japan-Modus“, also auf dem schmerzlichen Weg eines „Deleveraging“, einer deflationär geprägten Phase der Schulden- und Vermögensrückführung. Die Wurzel der Euro-Krise liegt demnach viel tiefer. Der Euro selbst funktioniert weiterhin bestens. Was hingegen nicht mehr funktioniert ist, dass Länder wie Italien, Griechenland oder Portugal ihre Währung abwerten können, da sie kein autonomer Herausgeber ihrer Währung sind. Die Folge ist eine wirtschaftliche Depression.

Darin liegt auch die eigentliche Crux der Euro-Krise. Es ist ein Nord-Süd-Konflikt, der sich weiter zuspitzt. Die Gefahr liegt darin, dass die Politiker wie bisher auch die Dimension nicht begreifen und falsche Schlüsse ziehen. Griechenland ist nicht Deutschland und wird es nie sein – auch nicht durch einen „Marshall-Plan“. Griechenland wird vermutlich nie einen Handelsbilanz-Überschuss erzielen und damit auch nie seine Schulden zurückzahlen können.

Es ist an Deutschland zu entscheiden, ob es für andere Länder dauerhaft einen Transfer schultern will. Es ist an den europäischen Ländern zu entscheiden, ob sie Teile ihrer Autonomie abgeben wollen. Geschieht dies nicht sehr bald, wird der Markt sprechen, so wie er das immer tut. Nicht ohne Grund stehen Anleihen der „nördlichen EU-Länder“ auf Rekordniveau, während jene der Süd-EU-Länder durch die EZB aufgekauft werden müssen, um nicht ins Bodenlose zu fallen. Der Markt wird eine Entscheidung erzwingen. Und je länger diese auf sich warten lässt, je schwieriger wird es sein, die Krise, die ihrer Natur nach auch eine Solvenz-Krise des europäischen Bankensystems ist, unter Kontrolle zu halten. Bisher hat die EZB hier richtig agiert und die Unfähigkeit der Politiker durch Überschreitung ihrer rechtlich gesetzten Grenzen ausgeglichen. Doch die EZB ist nicht die Fed. Sie wird dies nicht dauerhaft tun.

Je länger die Unklarheit über die weitere Richtung bestehen bleibt, desto mehr werden Menschen in ganz Europa ihr Geld bzw. ihre Kaufkraft versuchen zu schützen, indem sie vermeintlich sichere Sachwerte und Währungen kaufen oder einfach „nur“ ihr Geld bar abheben. Die Flucht aus dem Bankensektor wird wiederum die Solvenz-Krise verstärken.

Früher oder später werden die Staaten dann keine Wahl mehr haben und in noch erheblich größerem Ausmaß als 2008 Banken (teil)verstaatlichen müssen. Es könnten Handelsrestriktionen und Sonder-Steuern folgen. Das dürfte der Moment sein, ab dem der Euro seine eigentliche Krise als Währung beginnt. Denn dann könnte der aktuelle deflationäre Prozess umkippen in ein inflationäres Szenario bei wirtschaftlicher Stagnation bzw. Rezession. Das wäre die schlechteste aller Welten und die Folgen wären unabsehbar…

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Das Zeitfenster für eine nicht durch den Markt erzwungene Lösung schließt sich immer schneller. Die kommenden Wochen dürften äußerst spannend und richtungweisend werden.

Aug 092011
 

Wenn Sie mit jemandem einen heftigen Streit ausfechten, ist es stets ratsam, einen Moment inne zu halten, Emotionen „ausklingen“ zu lassen und sich dann mit etwas Abstand wieder der „Sache“ zu widmen. Ähnlich ist es an der Börse, wenn die Emotionen regieren. Immer wenn die Tagesmeldungen und Börsenbewegungen „dramatisch“ erscheinen, empfiehlt es sich, Charts über lange Zeitebenen anzuschauen. Das eröffnet den Blick dafür, dass es auch früher schon Krisen gab und die Welt – vermutlich – nicht genau heute untergehen wird.

Außerdem ist es sinnvoll, sich Ratios anzuschauen, also relative Bewertungen, z.B. den Dow Jones in Gold, weil Sie damit einen Blick für die relativen Bewertungen von Anlageklassen untereinander erhalten.

Per heute erreichen wir eine Dow/Gold-Ratio von 6,2. Zur Erinnerung: Im Jahr 2000 konnte man für „einen Dow Jones“ noch über 40 Goldunzen erhalten. Demnach war Gold bewertet in US-Dollar seit dem Jahr 2000 eine gegenüber US-Aktien bessere Anlageklasse. Ein Blick auf die langfristige Dow/Gold-Ratio zeigt, dass wir theoretisch auch auf einen Wert von 1 zusteuern können. Demnach wäre Gold relativ zu Aktien gesehen noch immer „billig“. Was der Chart indes auch zeigt ist, dass bei etwa 5 eine Widerstandszone beginnt und dass – wie in den 1970ern geschehen – auch durchaus starke Konter-Bewegungen möglich sind.Quelle: markt-daten.de

Wenn wir uns die aktuelle Stimmungslage anschauen, kann man sicher von einer „Extrem-Situation“ sprechen. Demnach dürfte der neuerliche Angst-Spike bald enden. Daher ist es durchaus möglich, dass sich die Outperformance des Goldes relativ zu Aktien abschwächt oder gar in ihr Gegenteil verkehrt. Auch ist zu bedenken, dass sich die Ratio grundsätzlich auch in Richtung 1 bewegen kann, in dem sowohl Aktien als auch Gold in US-Dollar fallen – nur dass eben dann das Gold weniger schnell fällt. Zudem hat sich Gold weit von seinen Trend-Linien entfernt. Kurzfristig erscheint es daher vernünftig, nicht mehr auf den steigenden Gold-Zug aufzuspringen, sondern bessere Gelegenheiten abzuwarten. Langfristig könnte Gold weiter steigen, wobei die Dow/Gold-Ratio auch zeigt, dass das „Filetstück“ vermutlich schon hinter uns liegt.

Weitere „sichere Häfen“ sind seit Monaten der Schweizer Franken (CHF) sowie der Japanische Yen (JPY). Angesichts eines möglichen Auseinanderbrechens der Euro-Zone ist es schwer zu sagen, was „fair“ gegenüber dem Euro (EUR) ist. Allerdings ist sowohl ein Auseinanderbrechen als auch eine Solvenz-Krise wie in Griechenland hinsichtlich den USA sehr unwahrscheinlich. Ein klassisches Bewertungsmodell ist die Kaufkraftparität. Danach ist der Schweizer Franken inzwischen ebenso deutlich überwertet wie der Japanische Yen.

Beide Währungen haben gemeinsam, dass sie aufgrund eines niedrigen Zinsniveaus bei dauerhaft niedriger Inflation zu Carry Trades genutzt werden. Die Idee dahinter ist, dass ein Investor z.B. in Schweizer Franken einen niedrig verzinsten Kredit aufnimmt und das Geld woanders (also in Fremdwährung) rentabler anlegt. Kommt es zu Auflösungen von Carry Trades, etwa weil die Renditeerwartungen gesunken sind oder die Währungsschwankungen zugenommen haben, wird demnach die Carry-Währung, z.B. der Schweizer Franken, (zurück) gekauft, was die Aufwertung verstärkt.

Ursächlich für die Anstiege von CHF und JPY sind demnach primär Ängste vor einem Zusammenbruch des Euros bzw. einer Krise des US-Dollars sowie Auflösungen von Carry Trades. Während wir einen Zerfall der Euro-Zone nicht ausschließen wollen, ist es doch unwahrscheinlich, dass dies schon in der nahen Zukunft geschieht. Auch ein „Dollar-Crash“ ist abwegig, da der Dollar-Raum weiterhin den größten, liquidesten und rechtlich stabilsten Markt darstellt. Zudem ist ein Bankrott der USA technisch gesehen unmöglich.

Wir kommen daher hinsichtlich Schweizer Franken und Japansichen Yen zu einem ähnlichen Schluss wie beim Gold: Kurzfristig ist es ratsam, hier nicht mehr auf den steigenden Trend aufzuspringen. Es kann jederzeit eine massive Konter-Bewegung starten. Und fundamental betrachtet sind beide Währungen nach der Kaufkraftparitäten-Theorie überwertet, was eine langfristige weitergehende massive Aufwertung sehr in Frage stellt. Auch langfristige Charts, z.B. USD/CHF mahnen zur Vorsicht:Quelle: prorealtime.com

Unser Fazit hat demnach eine gewisse Ironie: Wir warnen vor den „sicheren Häfen“ Gold, Schweizer Franken und Japanischer Yen. Bleiben Sie rational. Was zählt sind relative Werte.

Mrz 012011
 

Dieses von inflation.us publizierte Video ist durchaus anschauenswert. Wenngleich sehr dramatisch und Ängste schürend, ist die dargestellte Entwicklung doch nicht völlig abwegig.

Wir rechnen allerdings damit, dass nicht von den USA sondern von Japan das „Beben“ ausgehen wird, das die Dinge final ins Rollen bringt. Nicht ohne Grund spricht Hugh Hendry von Eclectica Asset Management hinsichtlich Japan von einer Nuklearbombe, welche die globale Wirtschaft bedroht.

Ob Horst Köhler, Gordon Brown oder Nicolas Sarkozy – immer mehr Politker sprechen bereits offen über ein „neues Bretton Woods„. Sobald sich bei den Massen eine gewisse Mehrheitsfähigkeit der Idee etabliert hat, was z.B. nach einer neuerlichen durch Japan ausgelösten Krise in Asien der Fall sein könnte, wird es nur noch um das „Wie“ und nicht mehr um das „Ob“ gehen.

Feb 082011
 

In letzter Zeit waren zahlreiche Beiträge in der Mainstream-Presse, die sich mit Anlagen zum Inflationsschutz befassten (siehe z.B. Wirtschaftswoche oder Manager-Magazin). Regelmäßig werden Aktien, Immobilien und Edelmetalle genannt. Dies ist auch richtig und die Finanzmärkte haben dies auch längst erkannt. Aktien eilen von Rekord zu Rekord, die Edelmetalle haben neue Hausse-Höchstmarken erlangt und selbst in Deutschland belebt sich der Immobilienmarkt, weil nicht wenige Anleger geneigt sind, das niedrige Zinsniveau zu nutzen und sich mit „Beton-Gold“ abzusichern.

Aber es gibt auch noch andere Anlageformen, die einen soliden Schutz bieten und weniger im Fokus der breiten Masse stehen. Dazu gehören Kunst-Objekte, Antiquitäten, Oldtimer, Land (Agrarflächen) oder Holz-Investments. Salopp gesprochen sind es „Sachen“ bzw. „Sach-Werte“, welche in einer inflationären Phase Stabilität versprechen. Warum ist das so?

Sach-Werte bieten einen über eine Rendite hinaus gehenden Nutzen für den Investor. Eine Anleihe ist eine Anleihe. Sie bringt Ihnen im Normalfall Zinsen und ihr Geld wieder zurück. In einer Immobilie können Sie jedoch auch wohnen, Edelmetalle als Schmuck tragen, mit Holz Ihren Boden belegen und sich an den Gemälden an Ihren Wänden erfreuen. Dieser Nutzen überdauert Währungskrisen, weil er davon unabhängig ist.

Es wird oft das Argument vorgebracht, dass man „Gold nicht essen kann“. In einer wirklichen Krise, bei der dauerhafte Versorgungsengpässe auftreten oder zum Beispiel Ihr leibliches Wohl durch Plünderer gefährdet ist, verlieren auch Sach-Werte tendenziell an Wert, da ihr Nutzen zweitrangig wird. Allerdings: in einem solchen Fall gibt es überhaupt kein Investment, das dann noch bedeutsam ist. Insofern ist dieses Argument kein sinnvolles, zumal irgendwann wieder eine Ordnung hergestellt ist, und dann die „Sachen“ wieder schnell ihren Nutzwert reflektieren.

Voltaire sagte einst: „Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück – Null.“ Genau so ist es. Papier- bzw. Finanz-Werte (Geldscheine, Anleihen, Sparbücher, etc.) haben keinen Wert in sich selbst. Der Wert liegt einzig und allein im Vertrauen auf das „Geld-System“. Geld hat eine Werterhaltungsfunktion, deren Maß an Wirksamkeit die Kaufkraft ausdrückt. Diese kann es jedoch nur erhalten, wenn es nicht beliebig und vor allem über das Wachstum der Wirtschaft hinausgehend vermehrt wird (Inflation) und die staatliche Ordnung inklusive dem staatlichen Geld-Monopol erhalten bleibt.

Derzeit ist letzteres massiv in Frage gestellt. Der strukturelle Trend in den USA sowie Europa und Japan ist deflationär. Wir haben ein hohes Maß an Sättigung erreicht und ächzen unter einer enormen Kredit- bzw. Schuldenlast (was übrigens gleichzeitig auch eine „Vermögenslast“ ist!). Die Privathaushalte entschulden daher freiwillig oder gezwungenermaßen. Da über Jahre hinweg das Wachstumsparadigma verfestigt wurde, möchte kein Politiker das Japan-Szenario einer jahrelangen Stagnation bzw. Deflation wiederholen. Ergo: die Entschuldung der privaten wird durch beschleunigte Verschuldung der Staaten „ausgeglichen“ – so zumindest der aktuelle Versuch.

Die US-Notenbank will, dass alle Menschen von Inflation sprechen. Sie will, dass die Menschen genauso reagieren wie sie es gerade tun und ihr Geld eben nicht bunkern, sondern in den Kreislauf geben. Sie will den Crack-Up-Boom! Nur hat die Notenbank nicht unter Kontrolle, wohin das Geld gegeben wird. Und es ist fraglich, ob sie später den „Inflations-Geist“ wieder in die Flasche zurück bekommt, den sie nun entlassen hat – ein Spiel mit dem Feuer.

Und die Notenbank kann auch nichts dagegen tun, dass immer mehr Menschen gar nicht mehr in der Lage sind, zu konsumieren oder zu investieren, also gewissermaßen längst „aus dem Spiel“ draußen sind. Sie kann auch nichts dagegen tun, dass die entfachte Inflation zu einer weiteren Verschärfung der sozialen Spaltung führt und Unruhen zunehmen werden, was wiederum die Risikoprämien an den Finanzmärkten steigen lassen wird. Willkommen im Bullenmarkt für Volatilität!

Es wird keinen leichten Weg geben. Inflation oder Pleite sind die beiden Optionen und die Notenbanken versuchen letzteres hinauszuzögern, in der Annahme, künftiges „Wachstum“ würde alles wieder in Ordnung bringen. Es ist leider anzunehmen, dass damit der größte schwarze Schwan erzeugt wird, den es je gegeben hat. Wie an anderer Stelle beschrieben, rechnen wir binnen vier Jahren mit einer globalen Währungsreform. Je länger das System künstlich am Leben gehalten wird, desto schwerwiegender wird der unvermeidliche Umbruch sein. Oder in den Worten des österreichischen Ökonom Ludwig von Mises:

„Es gibt keinen Weg, den finalen Zusammenbruch eines Booms zu vermeiden, der durch Kreditexpansion erzeugt worden ist.“
Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel – Ludwig von Mises, 1912

Das Thema soll an dieser Stelle nicht weiter vertieft werden. Wir möchten zur Eingangsfrage mitteilen, dass wir selbst uns über Jahre intensiv mit Land- und Forst-Investments befasst haben (siehe z.B. hier: „Investieren in Edelhölzer“) und dort gute Lösungen sehen, Kaufkraft zu erhalten bzw. sich vor Inflation zu schützen. In Bälde werden wir hierzu konkrete Lösungen vorstellen.

In jedem Fall ist es ratsam, eine gute Mischung an eher sachwertorientierten Investments zu halten, diese jedoch nicht über zu bewerten. Wenn der von uns erwartete Umbruch kommt, wird niemand verschont bleiben. Mit der Neuordnung des Geldsystems wird z.B. zwingend auch eine Neuordnung der staatlichen Alters- und Krankenversicherungssysteme einher gehen. Renten werden Vermögendere nicht mehr bekommen und für die weniger betuchten wird es sich auf eine Grundabsicherung reduzieren.

Ihre Anlagen sollten daher so gewählt sein, dass sie im Idealfall ein passives Einkommen (Mieterträge, Dividenden, Ernten, etc.) generieren und sich dem staatlichen Zugriff bestmöglich entziehen. Dass hierbei Zielkonflikte entstehen (Vermögen im Ausland, geringe Liquidität, höhere Intransparenz), dürfte klar sein. Aber Sie sollten relative Vorteile anstreben. Absolute Vorteile sind kaum zu erwarten, wenn das System neu gestartet werden muss. Wichtig ist, sich eine gute Ausgangssituation für den nächsten Zyklus zu verschaffen.

Zuletzt: Am meisten vor Inflation schützen Sie sich, wenn Sie in sich selbst investieren. Zusätzliche Qualifikationen erhöhen Ihren eignen Nutzwert für die Gesellschaft, was wiederum Ihren Cash Flow, also Ihr Einkommen tendenziell sichert. Und denken Sie dabei auch mal um die Ecke. Es ist keineswegs sicher, dass Ihr jetziger Beruf in 10 Jahren noch in heutigem Maße gebraucht wird. Daher könnte es Sinn machen, Ihr Wissen und Können in Gebieten zu vertiefen, die für Sie eigentlich „themenfremd“ sind.

Jan 262011
 
Historische Geldscheine

Der ehemalige französische Finanzminister Abbé Terray empfahl seinen Königen Mitte des 18. Jahrhunderts, mindestens alle 100 Jahre Pleite anzumelden, „um wieder ins Gleichgewicht zu kommen“. Und in der Tat: Kleinere Staatsbankrotte gab es bereits vor Jesu Geburt, als griechische Stadtstaaten ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen konnten.

Das wichtigste für Sie als Gläubiger vorab: eine Pleite impliziert in der Regel einen deutlichen Kapital- bzw. Kaufkraftverlust für Sie! 

Die erste berühmte Staatspleite ereignete sich dann im Jahr 1340 (!) in England – Edward III. hatte sich mit seinem Krieg gegen Frankreich übernommen. Es folgten Karl II. im 17. Jahrhundert und viele, viele weitere staatliche Pleiten. Von über 90 staatlichen Pleiten, gut verteilt über den Erdball, kann ausgegangen werden. Auch Deutschland war bereits mehrfach bankrott – 1923 sowie nach dem 2. Weltkrieg sind die prominentesten von insgesamt sieben Pleiten seit 1800, wenn man Preußen und andere Staaten als Vorgängernationen akzeptiert. Damit belegen wir einen ordentlichen Mittelfeldplatz. Venezuela beispielsweise war seit 1800 bereits zehn (!) Mal zahlungsunfähig, Österreich-Ungarn neun Mal, Spanien – Stand heute, 26.01.2011 – nur acht Mal (relativierend sei ergänzt, dass Spanien vor 1800 bereits fünf weitere Pleiten erlebt hatte), Griechenland kommt sogar – ebenfalls Stand heute, 26.01.2011 – auf nur fünf Pleiten.

Insofern: Seien Sie „beruhigt“, Sie reihen sich im Fall der Fälle ein in die lange Geschichte Ihrer Ahnen, die solche Pleiten ebenfalls durchleben mussten. Das ist keinesfalls zynisch gemeint, sondern soll vielmehr Ihre Angst etwas relativieren und Ihren Blick für das Wesentliche schärfen: das Leben der Betroffenen ging immer weiter.

Wenngleich eine staatliche Pleite immer eine große Zäsur darstellte, speziell natürlich in Sachen Wohlstand und finanzielle Absicherung. Als Beispiel sei hier Argentinien angeführt. Noch vor weniger als 100 Jahren zählte Argentinien zu den zehn reichsten Ländern der Welt, mit Wachstumsraten weit vor denen Deutschlands oder den USA. Seit den 1940er Jahren hinkte Argentinien aber stetig hinterher und es entwickelte sich eine – nicht nur im Nachhinein betrachtet – unnötige Inflation durch Missmanagement, die ihren Gipfel 1989 mit 5000% (!) erreichte, als der Staat dann wortwörtlich nicht mit mehr mit dem Drucken von Geld hinterher kam: es waren keine hierfür ausreichenden Papierreserven mehr vorhanden… Es folgte ein weiteres Jahrzehnt der Unsicherheit, bis der IWF endgültig seine Zahlungen einstellte und die Gläubiger von Argentinien-Anleihen sich mit nur noch im Schnitt einem Drittel ihres eingesetzten Kapitals zufrieden geben mussten. Im betroffenen Land selbst gipfelte das Drama in einem Quasi-Bank-Run.

Fortsetzung folgt.

Jan 172011
 

„Geldsystem: Die Lunte brennt“ heißt es bei mmnews.de. Zitat: „Das Finanzsystem liegt am Boden, viele westliche Staaten sind bankrott und die Regierungen nehmen immer mehr Schulden auf – Schulden, die niemals mit normalem Geld bezahlt werden können.“

Dies ist für uns nichts Neues. Tatsächlich habe ich schon im Jahr 2003, als noch niemand das Thema auf der Agenda hatte, die absehbare Krise des Fiat Money angekündigt (siehe http://www.kaufkraftschutz.de/wp-content/uploads/2011/01/fiatmoney.pdf sowie auch hier). Womöglich werde ich in den nächsten Wochen ein Update dazu verfassen. Aber um eines vorweg zu nehmen: ich rechne fest mit einem umfassenden „Umbau“ unseres Weltfinanz- bzw. Geldsystems innerhalb der nächsten vier bis fünf Jahre. Es spricht vieles dafür, dass sich Regierungen und globale Institutionen wie der IWF bereits mit dieser Neuordnung auseinander setzen.

Interessant in diesem Zusammenhang sind die Ausführungen von „Jacques“ im „Gelben Forum“. Demnach bereiten die Notenbanken weltweit einen Schnitt vor. Sobald die wenig werthaltigen (Staats-)Anleihen an entsprechenden Stellen gesammelt sind und keine negativen Überraschungen mehr drohen, wird ein Schulden- und Vermögensschnitt durchgeführt.

Dies würde also auch bedeuten, dass die Altersvorsorge-Ersparnisse von Millionen von Menschen beschnitten würden, da die Lebensversicherer bekanntlich in exorbitantem Ausmaß in Staatsanleihen investiert sind. Sollte daher eine solche Vorgehensweise zu früh bekannt werden, müsste mit einem „Versicherungs-Run“ gerechnet werden. Dies würde u.a. zu einem plötzlichen und massiven Anstieg der Renditen führen, was weitere negative Effekte haben würde. Daher ist davon auszugehen, dass ein solcher Schnitt – so er denn kommt – mehr oder weniger über Nacht geschehen wird. „fait accompli“ ist hier die treffende Bezeichnung.

Es ist daher längst an der Zeit, Vermögen aus Anleihen in andere Werte zu transformieren. Ausschließlich auf Edelmetalle zu setzen ist allerdings wohl keine gute Idee. Selbstverständlich würden im Falle eines Schnitts Eigentümer von Edelmetallen auch belastet werden (z.B. Sonder-Steuer, Handels-Verbot) – es soll ja schließlich keine Krisengewinnler geben, die sich zudem staatlicher Kontrolle entziehen könnten. Der persönliche Kaufkraftschutz sollte demnach auf mehreren Beinen stehen.

Zuletzt: Währungsschnitte hat es immer wieder gegeben. Die Welt wird nicht unter gehen. Uns erfüllt die medial inszenierte Krisen-Suggestion mit einiger Sorge, weil sie Potenzial für soziale Unruhen aufbaut. Krise kommt vom lateinischen ‚crisis‘ und bedeutet „mit einem Wendepunkt verknüpfte Entscheidungssituation“. Ein Neuanfang ist nicht immer das schlechteste. Unser Blog soll Ihnen die Angst vor den kommenden Entwicklungen nehmen und nicht eben solche schüren. Bleiben Sie rational und vergessen Sie nicht, dass der größte Wert niemals in Geldscheinen sondern ausschließlich in Ihnen selbst liegt.

verfasst am 17.01.2011 von Marco Feiten / www.kaufkraftschutz.de