Aug 292017
 

Nordkorea hat erstmals seit 2009 wieder eine Rakete über den Norden Japans hinweg geschossen. Wie bereits im Beitrag „Ein Krieg gegen Nordkorea kündigt sich an“ erläutert, rechne ich mit einem bald beginnenden neuen Korea-Krieg, womöglich bereits im September.

Die USA haben klar erklärt, wo sie die „rote Linie“ sehen: in atomar bestückten Interkontinentalraketen. Aber genau darauf arbeitet Kim Jong Un hin und womöglich werden wir schon bald den nächsten Test einer Nuklearbombe sehen.  Südkorea probt bereits den Angriff auf Nordkorea und darf sich der Unterstützung durch die USA und Japan gewiss sein.

Aber warum soll sich daraus gar ein „Dritter Weltkrieg“ entwickeln, wie die Überschrift andeutet?

Wer aufmerksam die Nachrichten verfolgt, konnte jüngst feststellen, dass Verbindungen von Nordkorea zu Syrien und Iran hergestellt werden. Hier einige Beispiele:

Wir erinnern uns: die „rote Linie“ der USA (und Frankreichs) in Syrien ist ein neuerlicher Giftgas-Einsatz. Man stelle sich nun vor, dass genau das geschieht, es also erneut zum Einsatz von Chemiewaffen in Syrien kommt und man die Schuld dafür Assad geben wird. Dann ist ein US-Militärschlag gegen Assad durchaus denkbar, was wiederum die Russen zu einer Gegenmaßnahme zwingen würde, da sie gerade erst einen Vertrag über 50 Jahre zum Verbleib des Luftwaffenstützpunktes in Latakia geschlossen haben und damit faktisch nun Syriens Schutzmacht sind (ähnlich wie Iran).

Iran hat wiederum kürzlich mit der Aufkündigung des Atomabkommens im Falle weiterer US-Sanktionen gedroht und man kann ohnehin davon ausgehen, dass auch US-Präsident Trump genau darauf hinarbeitet. Somit droht auch hier eine neuerliche Wende zum Negativen, was auch im Interesse Israels und Saudi Arabiens ist, welche beide die Expansion Irans unterbinden wollen.

Die Türkei (=NATO-Mitglied) wiederum bereitet gerade einen Angriff auf die Kurden (=Partner des USA) in Syrien vor. Dass eine solche Intervention in ein fremdes Land keine großen Reaktionen mehr hervorruft sagt einiges über den Stand der Eskalationstendenzen der letzten Jahre aus. Ähnlich agiert Saudi-Arabien im Yemen, Iran im Libanon u.a., Russland auf der Krim und der Ukraine, Israel in Syrien, …

In gewisser Hinsicht läuft bereits ein „Dritter Weltkrieg“, ich befürchte jedoch, dass dieser nun in Korea in eine neue Phase übergeht, welche durch wesentlich verheerendere Zerstörung gekennzeichnet sein und auch geografisch globalen Charakter annehmen wird. In diesem Kontext sei auch erwähnt, dass – zumindest nach meiner Wahrnehmung – viele Kommentatoren auf YouTube (siehe z.B. die Videos von „Trum Dayz“)  geradezu einen Krieg herbeisehnen und nicht wenige davon ausgehen, dass Nordkorea in kurzer Zeit geschlagen werden kann. Das erinnert doch arg an den Ersten Weltkrieg und ich denke, dass Nordkoreas Fähigkeiten erheblich unterschätzt werden. Technologisch mag Nordkorea rückständig sein, aber das Land hatte Dekaden Zeit sich vorzubereiten (es gibt z.B. riesige Tunnel-Systeme in Nordkorea) und selbst die U-Boot-Flotte könnte plötzlich an Stellen attackieren, welche nicht erwartet werden – z.B. auf dem US-Festland.

Am 1. September endet die Frist der USA zur Ausreise von US-Bürgern aus Nordkorea, am 9. September feiert Nordkorea seinen Gründungstag – traditionell ein Tag, an dem das Land auch weitere Raketentests durchführt. Sollte Nordkorea einen weiteren Test einer Interkontinentalraketen durchführen, rechne ich mit einem Militärschlag durch die USA – ungeachtet der Bedenken Südkoreas und Japans. Denn ansonsten verlieren die USA und speziell auch US-Präsident Trump weiter an Glaubwürdigkeit und Einfluss. Und dann hängt alles von der Reaktion Nordkoreas ab…

Jan 162014
 

Die letzten Monate habe ich sehr viel – noch mehr als sonst – gelesen und mich bewusst mit dem Schreiben zurückgehalten. Ich musste erst mal einiges genauer recherchieren und „wirken lassen“. Nun möchte ich Sie an einigen Reflexionen dazu teilhaben lassen.

Stichworte: Technologischer Fortschritt / Weltwirtschaftssystem. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass sich der technologische Fortschritt beschleunigt und damit immense „Sprengkraft“ auf ganze Wirtschaftszweige ausübt. Mehr noch: ich sehe einen Trend zu strukturell steigender Arbeitslosigkeit, da immer mehr menschliche Arbeit – auch geistige – von Software und Maschinen übernommen wird. Dies ist wahrlich kein neuer Trend. Neu ist aber die Geschwindigkeit, in der das passiert. Dieser Trend wird aus meiner Sicht bis ca. 2020 zu einer „Welt-Depression“ führen und eine völlige Neuorientierung hinsichtlich unserer Wirtschafts- und Sozialsysteme erzwingen. Effektivität wird dann wieder mehr im Fokus stehen als Effizienz.

Stichworte: Überwachung / „Bürgerkrieg“. Es wird global zu immer größeren sozialen Unruhen und Aufbegehren gegen Staaten und Großunternehmen kommen. Daher wird immer mehr Hightech zur Kontrolle der Bevölkerung eingesetzt werden. Auch das ist kein neuer Trend, wenn man an Nackt-Scanner, Video-Überwachung, Vorratsdatenspeicherung und Waffen wie den Taser denkt. Auch die Enthüllungen zu den Aktivitäten der NSA zeigen nun ganz eindeutig und offen den Trend. Daher werden Gruppierungen wie Anonymous oder WikiLeaks wachsen, immer mehr Menschen beginnen, sich anders zu organisieren und aktiv zu werden. Überwachung wird ein Massen-Phänomen sein. Jeder wird jeden in nie gekannter Dimension überwachen (Trojaner, Mini-Kameras in „Smart Devices“ und Drohnen, etc.), Technologie immer mehr manipulativ eingesetzt werden. Wir werden in vielen Ländern „Bürgerkriege“ eines neuen Typs erleben.

Stichworte: Social Media / World Wide WebIm kommenden Umbruch wird die bisherige Skepsis gegenüber Großunternehmen in Ablehnung ihrer Produkte und Dienstleistungen übergehen. Dies wird allmählich geschehen und erst in einigen Jahren wird man die heutige Zeit als Zenit der offenen Vernetzung und der global agierenden Großunternehmen erkennen. Das World Wide Web wie wir es kennen (Browser, HTML-Seiten) wird erheblich an Bedeutung verlieren und durch Apps, Darknets und Freenet abgelöst werden. Insofern könnte 2014 ein hervorragendes Jahr sein, um Facebook & Co. zu shorten. 

Stichwort: Bitcoin. Alternative Zahlungsmittel schießen gerade wie Pilze aus dem Boden, wobei Bitcoin als „First Mover“ der unabhängigen Digitalwährungen besonderes Interesse generiert. Ich gehe davon aus, dass Bitcoin als Muster für eine neue Ordnung steht – eine Ordnung, in der das staatliche Geldmonopol und damit ein Eckpfeiler staatlicher Macht zerfällt. Das bedeutet nicht, dass Sie ihr Vermögen in Bitcoin transferieren sollen! Aus meiner Sicht hatte der Anstieg alle Charakteristika einer Blase. Doch die Idee hinter Bitcoin wird bleiben und den Zusammenbruch der derzeitigen Währungsordnung abmildern.

Stichwort: Energie. Die Zeit des Erdöls geht zu Ende. Peak Oil kommt, aber nicht angebotsinduziert, sondern nachfrageinduziert! Folglich rechne ich damit, dass der Ölpreis begonnen hat, langfristig und dauerhaft zu fallen. Dies bedeutet indes nicht, dass der Ölpreis abstürzt – es ist eher ein Prozess über viele Jahre. Die Auswirkungen werden jedoch immens sein. Damit meine ich weniger die Automobilindustrie, die gerade von Tesla „aufgemischt“ wird. Nein, ich denke an den Nahen und Mittleren Osten. Ein fallender Ölpreis wird mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit die gesamte Region in eine wirtschaftliche Depression stürzen und damit den politischen Umwälzungsprozess noch verstärken. Saudi Arabien könnte dann schnell „Geschichte“ sein. Ergo: Öl-Aktien würde ich dauerhaft meiden.

Stichwort: China. Ich habe hier bereits einige Beiträge zur kommenden Wirtschaftskrise Chinas verfasst. Nach meiner Einschätzung wird diese Krise spätestens 2016 offen ausbrechen, was weltweit zu Verwerfungen führen und sogar eine neuerliche Euro-Krise bewirken wird. Generell sehe ich eine neue Asien-Krise am Horizont, welche aber mehr politischer Natur sein wird. Erste Ausläufer davon sehen wir bereits im Konflikt zwischen China und Japan sowie den Unruhen in vielen asiatischen Ländern.

Weitere Gedanken in Kürze – Ihr Feedback ist sehr willkommen!

Jun 112013
 

Am 21.07.2011 schrieb ich im Kontext der Euro-Krise: „Es könnte jedoch sein, dass sich nun der „Sorgen-Fokus“ nach Asien und Australien verschieben wird. Womöglich kommt das Thema Schuldenkrise in Japan zu neuer Blüte. Oder aber China mit seinem Schatten-Banken-System und seiner immensen Fehl-Allokation im Bau-Sektor rückt näher in den Fokus. Eng mit der Entwicklung Chinas verknüpft ist auch das Schicksal Australiens, wo sich ebenfalls eine gewaltige Immobilien-Blase gebildet hat.“

Genau dies ist geschehen. Die Wirtschaft Australiens schwächelt, die Immobilienpreise haben gedreht. Und auch das hier bereits frühzeitig behandelte Thema Schuldenkrise in Japan beherrscht inzwischen die Schlagzeilen und ich denke, dass Japan nach einer kurzen Scheinblüte im Ruin enden wird. Als wäre das nicht genug, wird die eigentliche Krise jedoch jene Chinas sein, welche die globale Wirtschaft in die Depression mitreißen wird.

In meinen Beiträgen „So sehen Blasen aus! China vor einer Krise“, „Ein erschütterndes Video aus China“ und „Die chinesische Immobilienblase wird zur Depression führen“ habe ich Ihnen bereits einige markante sozioökonomische Entwicklungen vorgestellt. Nun findet sich weiteres Indiz:

„Wellenreiter Invest“ hatte in einem Beitrag auf einen interessanten Zusammenhang zwischen dem Bau gewaltiger Wolkenkratzer und der Wirtschaftslage hingewiesen: „Die Jagd nach Höhenweltrekorden folgt einem Normalschema. Baubeginn ist in der Regel in einer bullischen oder gar euphorischen Aktienmarktphase, die Fertigstellung erfolgt fast ausschließlich in einer Phase wirtschaftlicher Rezession oder gar Depression.“ Zu einem ähnlichen Schluss kam die Barclays Bank: Wo Gebäude immer höher in den Himmel wachsen, folge meist der finanzielle Crash.

In China wurde nun die Genehmigung für den Bau des größten Gebäudes der Welt „Sky City“ erteilt. Besonders bemerkenswert hierbei ist, dass der Bau binnen 90 Tagen (!) erfolgen soll. Man fühlt sich schon ein wenig an den Turmbau zu Babel und menschlichen Übermut erinnert. Das aktuell höchste Gebäude („Burj Khalifa“) findet sich übrigens in Dubai und konnte Anfang 2010 nur fertigstellt werden, weil Abu Dhabi eine finanzielle Notunterstützung leistete…

Nun befindet sich China schon seit Monaten in einem „Wachstumsabwärtstrend“ und gab auch gestern wieder schwache Wirtschaftsdaten bekannt. Es ist also nicht so, dass der Bau dieses Gebäudes aus überschwänglicher Euphorie heraus geboren wird. Dennoch denke ich, dass dieses Vorhaben etwas über China und das Denken dort aussagt, was sich auch generell im exorbitanten Bau-Boom der vergangenen Jahre zeigt. Es gelingt der chinesischen Staatsführung indes weiterhin nicht, die Preisblasen einzudämmen, die sich im Immobiliensektor in vielen Regionen gebildet haben.

Unterschwellig braut sich hier ein Sturm zusammen, der meiner Einschätzung nach binnen zwei bis drei Jahren offen ausbrechen wird: eine gewaltige Wirtschafts- und Finanzkrise, die auch das globale Finanzsystem erschüttern und womöglich sogar den Zusammenbruch der Euro-Zone begleiten könnte.

Wie komme ich zu dieser extrem pessimistischen Einschätzung?

Nun, es ist ein Zusammenspiel zahlreicher Faktoren. So liegen inzwischen die Löhne im Süden Chinas in etwa auf dem Niveau Mexikos, was bedeutet, dass für viele US-Unternehmen die Produktion in China nicht mehr so rentabel ist. Hinzu kommt, dass die Masse der Chinesen weiterhin Arbeiten ausführt, die „anfällig“ dafür sind, durch Roboter ersetzt zu werden. Foxconn, der Hersteller des iPhone & Co., hatte zum Beispiel Endes des vergangenen Jahres angekündigt, bis zu eine Millionen Arbeiter durch Roboter zu ersetzen. Das sind also durchaus relevante Zahlen und ich nehme an, dass auch China immer mehr Probleme bekommen wird, seine Menschen in Beschäftigung zu halten. Und dies, obwohl sich auch in China ab 2015 der demografische Wandel bemerkbar machen wird.

Genau in der Demografie liegt das nächste große Problem. Da es einen klaren Zusammenhang zwischen Lebensabschnitt und Konsumfreude gibt, sollte die Binnenwirtschaft – die China gerade versucht zu stärken – strukturell bedingt in den nächsten Jahren eher sogar schwächer werden. Auch eine Untersuchung des US-Ökonom Barry Eichengreen spricht dafür, dass sich das Wachstum in China ab 2014 dauerhaft verringern wird, denn dann erreicht das Land ein Niveau beim Pro-Kopf-Einkommen, ab dem in anderen wirtschaftlich aufstrebenden Ländern regelmäßig schwächeres Wachstum folgte.

Ein weiterer neuer Aspekt ist die Abwertung des Yen, wodurch Japan gewissermaßen Deflation in andere Länder exportiert. Da jüngst zudem der chinesische Yuan gegen den US-Dollar aufwertet, sollten die chinesischen Unternehmen auch diesen Währungseffekt schon bald deutlich negativ spüren. Und dies zu einer Zeit, wo ohnehin wichtige Absatzmärkte Chinas schwächeln.

Der zentrale Aspekt ist jedoch die immense Kreditblase, die sich in Chinas Schattenbankensystem (Treuhandfonds, „Vermögensverwaltungen“, Finanzierungsvehikel kommunaler Regierungen) gebildet hat und womöglich schon in wenigen Monaten ihre ersten Opfer finden wird. Denn „viele Produkte die gegenwärtig angeboten werden, gleichen den forderungsbesicherten Schuldverschreibungen (CDO), die in den USA vor der Finanzkrise angeboten wurden – wenngleich ohne Aufsicht und Überwachung“ schrieb die Crédit Suisse in einer Analyse.

Genau letzteres macht die Situation besonders kritisch, da selbst die chinesischen Behörden nicht wissen, wie groß die Schieflagen im Schattenbankensystem sind. Die Crédit Suisse schätzt den Umfang der informellen Kreditvergabe im vergangenen Jahr auf gigantische 22,8 Billionen Yuan, umgerechnet 2,8 Billionen Euro, oder 44% der Wirtschaftsleistung Chinas!

Die gesamte Kreditvergabe in China lag nach Schätzung von Charlene Chu von Fitch Ratings im vergangenen Jahr bei 198% des BIP nach 126% im Jahr 2011. Chinesische Banken steigern ihre Assets binnen 5 Jahren um die Größe des gesamten US-Bankensystems! Sie können sich demnach vorstellen, dass hier etwas nicht stimmen kann und die Assets in nicht allzuferner Zukunft neu bewertet werden müssen – mit der wahrscheinlichen Folge, dass das chinesische Bankensystem in eine Situation geraten wird, wie wir sie 2008/2009 in den USA gesehen haben.

Wie Chu weiter ausführt, gibt es keinen Ausweg, da das Kreditvolumen doppelt so hoch ist wie die Wirtschaftsleistung und doppelt so schnell wächst. Und ein schneller Sprung der Verschuldung relativ zum BIP ging regelmäßig Finanzkrisen voraus. Wenn Sie dann die oben beschriebenen Aspekte bedenken und sich klar machen, dass ein BIP, das zu fast 70% durch Bau- und Infrastrukturprojekte getragen ist, ohnehin niemals nachhaltig sein kann, so dürften Sie verstehen, warum ich eine ernste Wirtschafts- und Finanzkrise in China erwarte.

Wir werden in den nächsten Monaten immer öfter von Kredit- und Anleihenausfällen sowie Unternehmenspleiten in China hören. Ich vermute jedoch, dass vieles sich zunächst noch weiter unterschwellig verschlimmern und erst in zwei bis drei Jahren offen ausbrechen wird. Dann jedoch wird es global zu einem Schock und heftigen Turbulenzen kommen. Wie oben schon angedeutet wird eine Krise in China z.B. auch erheblich auf Deutschland und damit auf den Euro rückwirken, die Rohstoffpreise könnten dramatisch einbrechen, was wiederum Australien weiter in die Krise treiben wird. Die zu erwartenden Folgen werde ich hier auf kaufkraftschutz.de in einem weiteren Beitrag beleuchten.

Jan 142011
 
Papiergeld ohne Wert eignet sich noch als Brennmaterial

Wie das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) berichtet, ist die Mehrheit der Deutschen durch die Diskussionen über die Stabilität des Euro und die Verschuldung der Länder in der Euro-Zone um ihre Ersparnisse und ihre Altersvorsorge besorgt. 44 Prozent glauben, dass es zu einer hohen Inflation in der Euro-Zone kommen wird.

Dies ist unseres Erachtens keineswegs gewiss. Es gibt durchaus plausible Gründe, die für ein Japan-Szenario, also eine lange Phase der Deflation sprechen. Abgesehen von der Türkei sinkt in allen Ländern der Euro-Zone die Bevölkerungsanzahl. Das wirkt per se deflationär. Hinzu kommt, dass immer mehr Bürger staatliches Miss-Management abstrafen. „Stuttgart 21“ ist in dieser Hinsicht weit mehr als ein Bürgerprotest gegen ein einzelnes Investitionsvorhaben.

Bail-Outs sind ohnehin nicht mehr in großem Stil möglich. Kamen die Staaten schon bei den Banken-Rettungen an ihre Grenzen, so sind nun die Staaten selbst im Fokus. Während kleinere Volkswirtschaften noch aufgefangen werden können, ist dies zweifellos bei Ländern wie Spanien oder gar Italien unmöglich.

Insofern ist die Sorge vor Inflation in naher Zukunft womöglich unbegründet. Dies gilt jedoch nicht für die Sorge hinsichtlich der Altersvorsorge. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Staaten ganz allgemein jegliche Form von Vermögen – also auch Sparguthaben im Rahmen der Altersvorsorge – immer mehr besteuern oder letztlich sogar gänzlich verstaatlichen werden.

Kaufkraftschutz heißt in diesem Kontext also nicht zwingend die Kaufkraft der Währung zu erhalten (was unzweifelhaft auch wichtig ist und ebenfalls Dauer-Thema dieses Blog ist). Vielmehr ist dies umfassender zu sehen. Es gibt Lösungen, welche sich dem staatlichen Zugriff weitestgehend entziehen. Welche das sind soll demnächst hier behandelt werden.