Am 22. September schrieben wir: Jetzt Aktien kaufen! Zitat:
„Vermutlich sieht sich in Anbetracht der Turbulenzen in Kürze auch die Politik zu einem bedeutsamen Schritt genötigt, da – wie von uns ebenfalls angekündigt – die Euro-Krise eskaliert und nun der eigentliche Abstieg der Währung begonnen hat.
Dies sind sehr gute „Zutaten“ um schon bald ein Tief an den Börsen zu erzeugen, von dem eine markante Erholungsrallye einsetzt. Wir können uns durchaus vorstellen, dass der DAX in den kommenden Wochen wieder Regionen um 6.000 erreicht. Ausgehend vom aktuellen Niveau (5.150) ein Plus von über 16%!“
Aktuell notiert der DAX bei 6.400 Punkten – hoffentlich sind Sie unserem Hinweis gefolgt. Das ist ein Plus von über 25%!
Doch was jetzt? Kann man immer noch kaufen? Oder soll man eher Gewinne mitnehmen?
Wir tendieren zu letzterem, denn wir sehen den DAX nicht auf wesentlich mehr als 6.600 Punkte steigen und rechnen im November mit einer Seitwärtsbewegung, die dann ab spätestens Dezember in eine sehr dynamische Abwärtsbewegung übergehen wird. Im ersten Halbjahr 2012 könnte der DAX sogar unter 4.000 Punkte fallen.
Wie jetzt? Die Euro-Krise ist doch gelöst, oder nicht?
Die Euro-Krise ist aus unserer Sicht nicht gelöst, denn weiterhin besteht das Problem, dass der Euro für einen Teil der Länder zu stark, für andere zu schwach ist. Dies ist nur lösbar, indem entweder die schwächeren Länder aus der Euro-Zone austreten, oder aber ein dauerhafter Ausgleich implementiert wird, z.B. via EU-Fiskalpolitik. Weder das eine noch das andere ist derzeit zu erwarten. Leider wird somit die „Unruhe“ in der Euro-Zone ein dauerhafter Zustand bleiben und es ist durchaus möglich, dass gerade die unvollendete Union letztlich zu ihrem nachhaltigen Scheitern führen wird.
Die Fokussierung auf Eindämmung von Schulden wirkt konjunkturbremsend. Der Deleveraging-Prozess wird Jahre anhalten und zu wirtschaftlicher Stagnation und Deflation führen. Ungeachtet dessen mehren sich auch die Signale, die auf eine markante Abkühlung in China hinweisen. Kommt es dort im kommenden Jahr zu einer Art Rezession, dürfte das insbesondere die exportorientierten Länder treffen – also vor allem Deutschland.
Besteht also gar keine Chance auf eine nachhaltige Rallye bzw. eine neue Hausse?
Doch. Positive Signale kamen zuletzt tendenziell aus den USA. Zudem konzentrieren sich nahezu alle Länder darauf, Krisen zeitnah entgegen zu wirken. Es ist daher nicht abwegig, dass die Schuldenbremsen umgangen bzw. „aufgeschoben“ werden und ein neuer globaler Stimulus gestartet wird. Zudem ist mit weiteren Rating-Abstufungen von Ländern zu rechnen. Daher könnte eine nachhaltige Wende an den Anleihenmärkten einsetzen. Wenn dies geschieht, dürften sich die Kapitalströme zu einem großen Teil den Aktienmärkten zuwenden, zumal die Unternehmen über enorme Finanzmittel verfügen.
Die Entscheidung wird sehr bald fallen. Wir sind tendenziell bearish und erwarten in 2012 eine neuerliche Rezession in Europa, den USA und China. Sichern Sie daher Positionen mit Stopps ab. Von neuerlichen Käufen an den Aktienmärkten würden wir kurzfristig absehen, bis sich ein klareres Bild für die kommenden Monate ergibt.
Nach dem Euro Gipfel ist vor dem Euro Gipfel. Elf Stunden hatten Europas Politiker am vergangenen Mittwoch getagt: Am Ende präsentierten sie ein Rettungsprogramm mit umfangreichen Sofortmaßnahmen gegen die wohl schwerste Krise in der Geschichte des Euro. Ich glaube allerdings nicht, dass jetzt Ruhe einkehrt. Gerade Krisenländer wie Spanien werden uns noch lange beschäftigen. Alleerdings bin ich froh, dass der Gipfel gut ausgegangen ist. Hätte ich Anfangs nicht gedacht.
Langfristig steigt die Börse immer höher. Das macht der Dow Jones seit 100 Jahren so. Dank Globalisierung, Urbanisierung und dem Fortschritt. Allein die Bevölkerung nimmt dramatisch zu.
Solide Aktien sind ein exzellentes Instrument, um langfristig ein Vermögen aufzubauen. Wohin die Kurse kurzfristig tendieren, weiße leider niemand. Nur langfristig.
@Tim Schafer sagt es. Aktien sind momentan sehr, sehr günstig, im Verhältnis zu Staatsanleihen sogar fast historisch günstig. Wo es kurzfristig hingeht, das weiß niemand – wenn man den Artikel, der nun 2 Monate alt ist, mit der Realität vergleicht, wird das auch deutlich. Wäre ganz schön in die Hose gegangen, wenn man den o. g. Empfehlungen gefolgt wäre!! Wer also jetzt keine Aktien kauft, der ist selber Schuld. Früher oder später sehen wir den DAX jenseits von 10.000 IP. Denn:
Deutsche Unternehmen sind sehr breit aufgestellt, exporieren rund um den Globus. Griechenland, Portugal oder selbst Spanien spielen, was die Unternehmensgewinne angeht – und NUR darauf kommt es an, absolut keine Rolle. Sobald sich der Markt an die Inkompetenz aus Politik, vielen Beamten und auch vielen Journalisten gewöhnt hat, geht es aufwärts.