Mai 172013
 

Obwohl der Aktienkurs des Elektrofahrzeugherstellers Tesla Motors gerade explodiert und man meinen könnte, dass schon morgen kein Auto mehr mit Öl unterwegs ist, deutet sich beim Ölpreis eine Ausbruchsbewegung nach oben an. Dies überrascht umso mehr, als die USA wegen ständig wachsender Eigenproduktion immer weniger Öl aus dem Ausland nachfragen.

Der Öl-Preis (sowohl WTI als auch Brent) „baut“ nun seit über zwei Jahren an einer explosiven Ausbruchsformation. Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, wohin der Ausbruch erfolgen wird, doch im Zuge eines möglichen Krieges gegen den Iran und den Folgen von Quantitative Easing ist es durchaus wahrscheinlich, dass der Ausbruch nach oben erfolgen wird. Die Charttechniker zeichnen jedenfalls ebenfalls ein entsprechendes Bild, sowohl die Elliott-Waver, als auch die klassischen Charttechniker.

Dem fundamental gegenüber steht, dass die jüngsten Wirtschaftsdaten aus China, den USA und Europa enttäuschten und wir tendenziell ein Über-Angebot an Erdöl haben.

Persönlich habe ich dennoch gestern Heizöl bestellt, setze aber (noch) nicht via Derivat auf einen neuen Trend. Die Heizölbestellung basiert auf meiner ernsthaften Sorge vor einem sich zuspitzenden Konflikt in Nahost. Ich finde es extrem bemerkenswert, dass dieses Thema völlig seitens der „Anlage-Medien“ ignoriert wird. Wenn Sie meinen Twitter-Stream verfolgen, konnten Sie zuletzt einige durchaus bedenkliche Nachrichten vernehmen, etwas dass die USA in Afghanistan in unmittelbarer Grenze zum Iran eine neue Militärbasis aufbauen, Israel weitere Angriffe auf Syrien angekündigt hat, die Türkei, Israel und die USA Manöver abhalten und sich inzwischen zahlreiche russische Kriegsschiffe im Mittelmeer befinden.

Mir gefällt dieses „Säbelrasseln“ überhaupt nicht, denn wie in meinem Jahresausblick geschrieben, könnte sich eine Art neuer Tonkin-Zwischenfall ergeben, der recht „plötzlich“ zu einem Krieg führt. Und wir nähern uns dem von mir skizzierten Zeitfenster für einen Angriff Israels auf Iran.

Bitte beachten Sie jedoch, dass ich mich eindeutig noch nicht festlegen möchte! Der Ausbruch des Ölpreises kann ebenso gut nach unten erfolgen (der Chat sieht mir persönlich eher danach aus), wenn sich die Fundamentaldaten durchsetzen und es nicht zu einer Zuspitzung in Nahost kommt. Der wesentliche Zweck dieses Beitrags ist es, auf die Ausbruchskonstellation hinzuweisen. Ich denke, dass daraus ein neuer Trend entstehen wird und den könnte es sich lohnen zu „spielen“.

Das gilt im Übrigen auch für die Öl-Aktien. Der AMEX Oil Index stößt bei 1.400 Punkten an einen markanten Widerstand. Wird dieser gebrochen, könnte es deutliche Folge-Gewinne geben, dreht der Index jetzt aber nach unten ab, so ist es nicht ganz abwegig, dass wir erheblich zurückfallen. Ähnliches gilt auch für den stark von Öl- und Gas-Unternehmen geprägten russischen RTS.

Ergo: Eine spannende Situation, die durchaus auch mit der Frage auf höherer Ebene nach Inflation versus Deflation verknüpft ist. Das Thema werde ich an dieser Stelle wieder aufgreifen, sobald eine „Entscheidung“ erkennbar ist.

  2 Responses to “Achten Sie auf den Öl-Preis!”

  1. Frage an alle: gibt es gute Produkte, um von einem Ausbruch, gleich in welche Richtung, zu partizipieren?

  2. […] kaufkraftschutz.de: Achten Sie auf den Öl-Preis! […]

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